Für Alle

Sie sind Krebspatientin oder Krebspatient, Angehöriger, Freund oder Interessierter und haben Fragen zu Krebs?

0800 - 420 30 40

Telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr, Anruf kostenlos

krebsinformationsdienst@dkfz.de

Per E-Mail (datensicheres Kontaktformular)

Für Fachkreise

Sie sind an der Versorgung von Krebspatienten beteiligt und benötigen unabhängig und neutral recherchierte Fakten zu Krebs?

0800 - 430 40 50

Telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr, Anruf kostenlos

kid.med@dkfz.de

Per E-Mail (datensicheres Kontaktformular)

Möchtest Du gerne mit den Ärzten des Krebsinformationsdienstes chatten? Dann spende jetzt!

Archiv

Brustimplantate: Französisches Ministerium warnt

Bitte beachten Sie: Die Einschätzung  von Brustprothesen der Firmen PIP und Rofil hat sich inzwischen geändert. Der Krebsinformationsdienst bietet aktuelle Informationen in einer Meldung vom 7. Januar 2012.

ARCHIV:

Defekte Prothesen der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) sind gesundheitsschädlich. Bereits 2010 wurden Brustimplantate der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) vom Markt genommen: Ärzte hatten festgestellt, dass die Prothesen auffallend oft schadhaft wurden. Später stellte sich zudem heraus, dass die Herstellerfirma kein für Medizinprodukte zugelassenes Silikon zur Füllung verwendet hatte. Anfang Dezember 2011 hatte das französische Gesundheitsministerium eine Expertenkommission beauftragt, die Risiken zu prüfen. Schon im Vorfeld verfolgten auch die zuständigen Behörden in anderen Ländern die Entwicklung aufmerksam.

Am 23. Dezember wurde nun in Frankreich folgender Ratschlag veröffentlicht:

Die französischen Behörden betonen, dass sie sich zu dieser Empfehlung vor allem wegen der aufgetretenen Schäden an den Implantaten entschieden haben. Das ebenfalls in der Öffentlichkeit viel diskutierte Krebsrisiko durch die PIP-Implantate habe sich bisher nicht bestätigen lassen. Anlass ist die schlechte Qualität dieses besonderen Produkts, die aufgetretenen Risse und die Entzündungen durch ausgetretenes Silikon, die eine Entfernung zusätzlich erschweren.

Situation in Deutschland

Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die französischen Empfehlungen noch am 23.12.2011 kommentiert. Es empfiehlt Patientinnen mit Brustimplantaten zu prüfen, ob bei ihnen PIP-Implantate verwendet wurden. Ist dies der Fall, sollten die Patientinnen ihren implantierenden Arzt oder die Klinik aufsuchen. Der Arzt sollte prüfen, ob das Implantat geschädigt ist. Haben sich bereits Risse gebildet oder sind sonstige Schäden am Implantat erkennbar, empfiehlt das BfArM, dieses durch eine Nachoperation entfernen zu lassen. Es rät derzeit jedoch nicht pauschal allen Patientinnen, ihre PIP-Implantate herausnehmen zu lassen. Nutzen und Risiken sollten bei jeder einzelnen Patientin gegeneinander abgewogen werden.

Die Gesamtzahl der in Deutschland eingesetzten PIP-Implantate ist nicht bekannt. In Frankreich haben etwa 30.000 Frauen ein PIP-Implantat erhalten. In Deutschland waren bis zum 22.12.2011 insgesamt 19 Patientinnen mit rissigen PIP-Brustimplantaten gemeldet worden, in Frankreich waren es 1.000.



#Chatfunding