© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Archiv

Krebsrisiko Alkohol: WHO warnt vor unterschätzten Gefahren

Der durchschnittliche Deutsche über 15 trinkt 13 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Dies entspricht etwa 260 Litern Bier. Mit sechs Litern reinem Alkohol ist der weltweite mittlere Pro-Kopf-Verbrauch nicht einmal halb so hoch. Auch in anderen Industrieländern wird überdurchschnittlich viel Alkohol konsumiert. Daten zu den Trinkgewohnheiten der einzelnen Länder hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Februar in ihrem aktuellen Report "Alkohol und Gesundheit" veröffentlicht.

Übermäßiger Alkoholkonsum: Ein Risiko für die Gesundheit

In diesem Bericht informiert die WHO über die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum für die Gesundheit: Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen steigt, ebenso das für neurologische und psychiatrische Erkrankungen sowie für Erkrankungen des Magen-Darmtrakts, etwa Leberzirrhose. Auch die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, nimmt zu. Der regelmäßige Genuss alkoholischer Getränke erhöht das Risiko für Krebs der Mundhöhle und des Rachens oder Kehlkopfes, weiter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Speiseröhrentumoren, Leberkrebs oder Brustkrebs zu erkranken. Tumoren im Dick- oder Enddarm (Kolonkarzinom, Rektumkarzinom) werden durch Alkoholkonsum ebenfalls gefördert.

Wie die WHO weiter ausführt, sterben aufgrund von Alkohol weltweit jährlich 2,5 Millionen Menschen. Die meisten davon kommen durch alkoholbedingte Unfälle ums Leben, viele aber auch durch Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Leberzirrhose. Vier von 100 Todesfällen weltweit sind damit eine Folge des  Alkoholkonsums. Besonders bei jungen Menschen ist das Risiko hoch: Weltweit sterben pro Jahr 320.000 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren aufgrund von Alkohol. Dies entspricht etwa jedem zehnten Todesfall in dieser Altersgruppe.

Jugendliche in Deutschland trinken weniger

In Deutschland trinken Jugendliche seit einiger Zeit weniger. Dies zeigt eine Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu "Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2010", ebenfalls online erschienen im Februar 2011. Demnach hat der Alkoholkonsum Jugendlicher im vergangenen Jahr den niedrigsten Stand seit den 1970er Jahren erreicht. Für die Studie wurden 7.000 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren nach ihren Trinkgewohnheiten befragt. Ein Problem bleibt das Rauschtrinken, auch  "Komasaufen" oder englisch "Binge drinking":  In der aktuellen Studie zeigt sich, dass noch immer jeder zweite junge Mann im Alter von 18 bis 25 Jahren mindestens einmal im Monat größere Mengen Alkohol zu sich nimmt. Daher lässt sich eine generelle Trendwende aus den neuen Zahlen nicht ableiten. Wie gefährlich Alkohol sein kann, darüber müssen Jugendliche weiter intensiv aufgeklärt werden.