© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Archiv

Rauchen fördert Entstehung von Leberkrebs

Rauchen fördert nicht nur die Entstehung von Lungenkrebs. In einer aktuellen Untersuchung hat sich Tabak auch als bedeutsamster Risikofaktor für Leberkrebs in Europa herausgestellt. Etwa jeder zweite Patient mit Leberkrebs hat in seinem Leben geraucht. Zwar führt eine Infektion mit Gelbsucht-Viren (Hepatitis) zur stärksten Risikosteigerung für den Einzelnen. Bezogen auf die Gesamtzahl der Betroffenen in Europa zeigt sich jedoch, dass es mehr Leberkrebspatienten gibt, die rauchen als solche mit einer chronischen Hepatitis-Viren-Infektion.

In Europa bedeutsamster Risikofaktor

Eine internationale Gruppe von Forschern wertete Daten von 115 Menschen aus, die an einem hepatozellulären Karzinom (Leberkrebs) erkrankt waren. Alle hatten bereits vor ihrer Erkrankung an der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) teilgenommen. In dieser Studie wird seit Anfang der 1990er Jahre beobachtet und dokumentiert, wie Lebensstil und weitere Faktoren sich auf die Krebsentstehung auswirken. Durch Auswertung von Daten der EPIC-Studie stellten die Forscher bei 66 Prozent der Betroffenen einen Zusammenhang zwischen Leberkrebs und den wichtigsten heute bekannten Risikofaktoren her. Bei manchen Betroffenen fanden sich gleich mehrere davon.

Die Forscher schließen aus diesen Zahlen, dass ein Großteil der Leberkrebserkrankungen in Europa auf vermeidbare Risiken zurückzuführen ist. Neben der Infektion mit Hepatitis-B- und -C-Viren scheint Rauchen dabei der wichtigste Einflussfaktor zu sein.

Weitere mögliche Risikofaktoren

Nicht berücksichtigt bei der Studie wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen Aflatoxinen in Lebensmitteln und Leberkrebs. Die Pilzgifte, die von Schimmelpilzen wie Aspergillus flavus gebildet werden, sind ein weiterer bekannter Risikofaktor für die Entstehung von hepatozellulären Karzinomen. In Europa oder den USA, wo es vergleichsweise strenge Lebensmittelkontrollen gibt, spielen sie für die Entwicklung von Leberkrebs jedoch eine geringere Rolle als beispielsweise in Afrika oder Südasien.