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Kein Beleg für einen Nutzen: Vaginales Ultraschall-Screening auf Eierstock- und Gebärmutterkörperkrebs

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI, www.dimdi.de) hat individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) wissenschaftlich untersucht. Sie bewerteten dabei auch das vaginale Ultraschall-Screening, eine Ultraschalluntersuchung von der Scheide aus zur Früherkennung von Eierstock- und Gebärmutterkörperkrebs. Für den Nutzen eines routinemäßigen Einsatzes dieser Untersuchung bei Frauen ohne Beschwerden im Sinne eines Screenings gibt es nach Aussage der Experten keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege: Die Sterblichkeit an den Erkrankungen wird dadurch nicht gesenkt. Das Ergebnis der DIMDI-Untersuchung basiert auf einer systematischen Bewertung von Literatur, einem sogenannten HTA-Bericht.

Neben dem fehlenden Nachweis für einen Nutzen bezogen auf die Sterblichkeit führt das Screening auf Eierstock- und Gebärmutterkörperkrebs demnach sogar zu unnötigen Operationen: Nur bei einer von rund 20 Frauen, die aufgrund des Untersuchungsbefundes operiert werden, fanden Ärzte auch tatsächlich Krebs. Pro entdecktem invasiven (gewebeüberschreitenden) Tumor sind es sogar 30 bis 35 Frauen, so das Institut in einer Pressemitteilung.

Ergebnisse der Untersuchung bestätigen bisherige Bewertung

Ein routinemäßiges vaginales Ultraschall-Screening auf Eierstock- und Gebärmutterkrebs wird derzeit in den Behandlungsleitlinien für Ärzte nicht empfohlen. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung bestätigen somit die bisherige Bewertung.

Das vaginale Ultraschall-Screening auf Eierstock- und Gebärmutterkrebs (VUS) wird beschwerdefreien Frauen häufig als individuelle Gesundheitsleistung zur Krebsfrüherkennung angeboten. Die Kosten für die Untersuchung werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Patientinnen müssen sie selbst tragen.