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Brustkrebs: Auch Lebenspartner sind psychisch belastet

Die Lebenspartner von Frauen mit Brustkrebs haben ein erhöhtes Risiko, an Depressionen zu erkranken. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie dänischer und japanischer Krebsforscher. Die Wissenschaftler vermuten als Ursache die Belastungen durch die Erkrankung der Partnerin sowie mangelnde soziale Unterstützung.

Die Forscher nutzten Daten von knapp 1,2 Millionen Männern, die zwischen 1994 und 2006 in zentralen dänischen Bevölkerungs- und Gesundheitsregistern erfasst waren. Alle waren älter als 30 Jahre und lebten seit mindestens fünf Jahren mit ihren Ehefrauen oder Partnerinnen zusammen. Keiner war zu Beginn des untersuchten Zeitraums selbst an Krebs erkrankt oder zur Behandlung einer psychischen Erkrankung im Krankenhaus gewesen.

Depressionsrisiko der Partner steigt mit der Schwere der Krebserkrankung

Depressionen

Depressionen sind psychische Erkrankungen mit den Hauptsymptomen Niedergeschlagenheit, Traurigkeit sowie Verlust von Interesse und Freude. Sie zählen zu den affektiven Störungen. Diesen ist gemein, dass sie Gefühle, Stimmung und Denken über einen längeren Zeitraum beeinflussen.

Der gesundheitliche Status der Paare wurde im Durchschnitt über 13 Jahre nachbeobachtet. Innerhalb dieser Zeit erkrankten rund 20.500 Frauen an Brustkrebs. Insgesamt kamen rund 12.360 Männer wegen einer Depression oder einer verwandten affektiven Erkrankung ins Krankenhaus. Bei 180 Paaren traf beides zusammen.

Um aussagekräftige Vergleiche aus den Registerdaten ziehen zu können, errechneten die Wissenschaftler das Risiko jedoch nicht anhand der Zahl der betroffenen Patientinnen und Patienten. Sie arbeiteten vielmehr mit sogenannten Personenjahren. Dafür wurde die gesamte Zeitdauer der Ehen und Partnerschaften zusammengerechnet und losgelöst von den einzelnen Personen analysiert. Blieb die Partnerin von einem Brusttumor verschont, traten, hochgerechnet auf 100.000 Personenjahre, bei 103 Männern depressive Erkrankungen auf. Lag dagegen eine Krebsdiagnose vor, stieg die Zahl auf 138 Patienten, die stationär wegen einer Depression behandelt werden mussten.

Je schwerer die Brustkrebserkrankung der Partnerinnen verlief, umso höher war die Wahrscheinlichkeit für eine Klinikeinweisung der Männer. Männer, deren Frauen an den Folgen von Brustkrebs gestorben waren, trugen das höchste Risiko, eine Depression zu bekommen.

Obwohl diese Studie nur Partner von Brustkrebspatientinnen berücksichtigt, vermuten die Forscher unter Berücksichtigung weiterer Daten, dass Tumorerkrankungen generell das Risiko für Depressionen bei Lebenspartnern steigern. Sie schlagen vor, bei der Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten zukünftig auch darauf zu achten, ob deren Partner erste Anzeichen einer Depression aufweisen, um rechtzeitig einer schweren Erkrankung vorbeugen zu können.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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