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Vitamine bei Darmkrebs: Kein Einfluss auf den Krankheitsverlauf?

Multivitamin-Präparate haben für Darmkrebspatienten offenbar keinen Nutzen. Das gilt einer amerikanischen Studie zufolge für Mittel, die während und nach einer Chemotherapie eingenommen werden. Die zugrundeliegenden Daten erhoben Wissenschaftler an mehreren Krebszentren der USA.
Bei Patienten, die entsprechende Nahrungsergänzungsmittel während und bis zu sechs Monate nach einer Chemotherapie einnahmen, konnte keine Wirkung auf den Krankheitsverlauf nachgewiesen werden: Weder die Zahl der Rückfälle noch die der Todesfälle unterschied sich deutlich von denen der Nicht-Nutzer. Anzeichen für eine schädliche Wirkung der Multivitamin-Präparate fanden die Forscher allerdings ebenso wenig.

Dosierung unerheblich

Die Forscher um Kimmie Ng und Charles Fuchs hatten Darmkrebspatienten befragt, bei denen zwar Krebszellen in Lymphknoten festgestellt wurden, aber keine Metastasen in anderen Organen nachweisbar waren. Die Behandlung war für alle Beteiligten gleich: Der Tumor und die dazugehörigen Lymphwege wurden operativ entfernt. Um eventuell verbliebene Krebszellen zu bekämpfen, erfolgte anschließend eine adjuvante Chemotherapie.

Zu Beginn ihrer Chemotherapie gaben 518 von insgesamt 1.038 Patienten an, sie würden derzeit Multivitamin-Präparate einnehmen. Nach mehr als sieben Jahren Nachbeobachtung zeigte sich: Die Anzahl der Patienten mit Krankheitsrückfall oder einer zweiten Darmkrebserkrankung war in beiden Gruppen gleich. Auch die Zahl der Todesfälle unterschied sich nicht deutlich zwischen den Gruppen.
Selbst eine fortgesetzte Einnahme von Vitamin-Präparaten über das Ende der Chemotherapie hinaus führte nicht zu Unterschieden zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern. Wie viele Vitamine die Patienten schluckten, spielte ebenfalls keine Rolle: Die Dosierung der Nahrungsergänzungsmittel schien den Krankheitsverlauf nicht zu beeinflussen.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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