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Palliativversorgung: Richtlinie aktualisiert

Ende Juni  2010 trat eine aktualisierte Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Verordnung von spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (SAPV) in Kraft. Sie bezieht sich auf Änderungen im Krankenhausfinanzierungsreformgesetz (KHRG) vom März 2010.

Was steht dahinter? Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung haben schon seit 2007 Anspruch auf eine "spezialisierte ambulante Palliativversorgung", abgekürzt SAPV. Diese besondere Versorgung durch eigens ausgebildete Teams von Ärzten und Pflegefachleuten kann in Anspruch genommen werden, wenn die übliche palliativmedizinische Versorgung nicht ausreicht.

Bisher haperte es jedoch gelegentlich mit der Umsetzung dieses Anspruchs in die Praxis. Ein Beispiel: Wurde ein Patient nicht zu Hause gepflegt, sondern in einem Hospiz, konnte seine Behandlung durch einen niedergelassenen Arzt nicht im Rahmen der geltenden Regelung abgerechnet werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss besserte jetzt nach. Die neue SAPV-Richtlinie verzichtet bewusst auf einschränkende Definitionen der einzelnen Leistungserbringer, die sich an der Pflege Schwerkranker beteiligen können.

Sterben in vertrauter Umgebung

Umfragen zufolge wünschen sich die meisten Menschen, in der vertrauten Umgebung zu sterben. Tatsächlich sterben jedoch 60 bis 70 von 100 Bundesbürgern in Krankenhäusern oder Pflegeheimen.

Die aktualisierte Richtlinie der SAPV soll zu einer Verbesserung beitragen: Ist die Versorgung in der eigenen Wohnung nicht möglich, so kann sie nun ausdrücklich auch im familiären Umfeld stattfinden, also zum Beispiel bei Verwandten. Ebenso ist sie in stationären Pflegeeinrichtungen wie etwa Hospizen möglich, oder "an weiteren Orten, an denen sich der schwerstkranke Mensch in vertrauter häuslicher oder familiärer Umgebung dauerhaft aufhält und diese Versorgung zuverlässig erbracht werden kann", wie der Gemeinsame Bundesausschuss erläutert.
Die in der SAPV aufgeführten Leistungen sind allerdings nach wie vor hauptsächlich medizinisch ausgerichtet. Sie betreffen zum Beispiel die Versorgung bei Schmerzen. Darüber hinausgehende, nicht rein medizinische Leistungen wie etwa Sterbebegleitung und Begleitung der Angehörigen, gehören nicht zum Leistungsanspruch.

Aktuelle Studie: Regionale Unterschiede

Ob dem Wunsch eines Patienten, zu Hause zu sterben, entsprochen werden kann, hängt allerdings auch davon ab, wie die ambulante Palliativpflege vor Ort organisiert ist. Diese Versorgung ist noch längst nicht flächendeckend gewährleistet. Das zeigt die Ende Juni veröffentlichte Studie "Sterben dort, wo man zuhause ist… - Organisation und Praxis von Sterbebegleitungen in der ambulanten Hospizarbeit".

Sie wurde an der Universität Augsburg durchgeführt, in Kooperation und mit Unterstützung des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) und der Deutschen Krebshilfe.
Insbesondere zwischen ländlichen und städtischen Regionen gibt es deutliche Unterschiede in der Betreuung, wie die Analyse des Teams um den Soziologen Werner Schneider aufzeigt.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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