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Bräunen im Solarium steigert Hautkrebsrisiko

Menschen, die sich regelmäßig in Sonnenstudios bräunen, erkranken häufiger an "schwarzem Hautkrebs", dem sogenannten malignen Melanom. Dies ist das Ergebnis einer jetzt veröffentlichten U.S.-amerikanischen Studie. Die Autoren bestätigen damit die 2009 ausgesprochene Einstufung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) künstlicher Bräunungsanlagen als "eindeutig krebserzeugend für den Menschen".

In der "Skin Health"-Studie fragten Wissenschaftler eine Gruppe von 1.167 Melanom-Patienten aus Minnesota nach ihren früheren Bräunungsgewohnheiten, sowohl durch natürliche Sonnenstrahlung als auch durch künstliche UV-Strahler in Solarien oder durch andere Geräte. Gleichzeitig sammelten die Forscher Angaben einer Gruppe von 1.101 Gesunden mit vergleichbaren Lebensgewohnheiten und von ähnlichem Hauttyp. In beiden Gruppen gab es auch Menschen, die nie ein Solarium oder eine Höhensonne genutzt hatten. Bei den Melanom-Patienten lag der Anteil dieser "Nichtnutzer" jedoch deutlich niedriger als bei den Menschen mit gesunder Haut. 

Gerätetyp beeinflusst Risiko nicht

Die Forscher konnten belegen, dass Solarien das Melanom-Risiko steigern, auch wenn man den Einfluss anderer Lebensgewohnheiten oder den von Aufenthalten im Freien berücksichtigt. Die Wahrscheinlichkeit, an einem Melanom zu erkranken, steigt mit der Gesamtdauer der Zeit unter der Höhensonne. In der Studie wirkten sich sowohl die Anzahl der einzelnen Sitzungen als auch die unter der Höhensonne verbrachten Stunden auf das Risiko aus. Außerdem spielte eine Rolle, seit wie vielen Jahren Patienten insgesamt Solarien genutzt hatten. Die amerikanischen Forscher konnten zudem keinen Gerätetyp als sicher oder auch nur weniger gefährlich als andere einstufen.  Es spielte kaum eine Rolle, ob die Nutzer schon vor 1990 "alte" Solarien aufgesucht hatten, solche, die sowohl UV-A als auch UV-B aussendeten, sogenannte Schnellbräuner mit verstärktem UV-B-Anteil oder reine UV-A-Anlagen. Selbst Anlagen der neuesten Generation, die häufig als "gesünder und risikoärmer" beworben werden, steigerten das Krebsrisiko.

In dieser Studie deutet sich zudem an, dass die Gesamtdosis an UV-Strahlung eine größere Rolle spielt als das Alter, in dem ein Mensch erstmals zum Beispiel einen Sonnenbrand hat. Bisher gingen Experten davon aus, dass UV-Bestrahlung und Sonnenbrände in der Kindheit das Melanom-Risiko besonders stark beeinflussen. Dies findet sich in der aktuellen Untersuchung zwar nicht, kann aber auch nicht als widerlegt gelten.

In den Industrieländern sind die Melanomraten in den letzten Jahren angestiegen. Die bevölkerungsbezogenen Krebsregister und das Robert-Koch-Institut erwarten in Deutschland für das Jahr 2010 16.230  Melanomneuerkrankungen. 2006 waren es noch 15.830 Neuerkrankungen.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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