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Sarkosin: Neuer Marker für Prostatakrebs?

Anfang Februar 2009 hatten amerikanische Forscher für Aufsehen gesorgt, als sie in der Wissenschaftszeitschrift "Nature" über einen neuen biologischen "Marker" für Prostatakrebs berichteten. Sie hatten beobachtet, dass Sarkosin, englisch auch Sarcosine, im Tumorgewebe von Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs häufiger nachgewiesen werden konnte als bei Patienten mit frühen Tumorstadien. Bei tumorfreien Kontrollpersonen fand sich das Molekül nicht.
Sarkosin ist der Aminosäure Glycin verwandt und lässt sich aus einer Urinprobe bestimmen. Die Substanz scheint eine Rolle bei der Metastasierung von Krebszellen zu spielen - dies konnten die Wissenschaftler anhand des Verhaltens von Zellkulturen beobachten, denen sie Sarkosin zusetzten.

Ob es aber gelingt, auf der Basis dieser Ergebnisse einen Test auf Prostatakrebs zu entwickeln, lässt sich noch nicht absehen. Auch steht noch nicht fest, ob Sarkosin die frühzeitige Unterscheidung besonders aggressiver von eher langsam wachsenden und nicht metastasierenden Prostatakarzinomen ermöglichen wird.
Vor verfrühten Hoffnungen warnt nun auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU): Zwar halten die Fachleute die Ergebnisse für hochinteressant. Noch sei die Fallzahl der untersuchten Patienten aber sehr klein.
Ob sich die Aussagen der amerikanischen Forscher zu Sarkosin auch von anderen Wissenschaftlern bestätigen lassen, muss abgewartet werden. Auch ist der Test noch lange nicht reif für den Einsatz in der Praxis. Welche Konsequenzen die aktuellen Ergebnisse für Männer, die eine Früherkennung von Prostatakrebs wünschen, oder bereits erkrankte Patienten langfristig haben wird, ist noch nicht absehbar.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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