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Zahl der Krebstoten deutlich zurückgegangen: Annäherung der Sterblichkeit in Ost und West seit 1989

Heute vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer. Damals gab es kaum Unterschiede hinsichtlich der Zahl der Krebstoten in den alten und neuen Bundesländern. Seither haben sich die Lebensbedingungen der Menschen - insbesondere in Ostdeutschland - deutlich geändert. Wie hat sich die gesundheitliche Situation der Menschen seit dem Mauerfall entwickelt? Eine entsprechende Untersuchung hat das Robert Koch-Institut nun anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls veröffentlicht.

Zwei Kapitel widmet die aktuelle Ausgabe der Gesundheitsberichterstattung des Bundes "20 Jahre nach dem Fall der Mauer: Wie hat sich die Gesundheit in Deutschland entwickelt?" dem Thema Krebs. Eines untersucht die Sterblichkeits- und Neuerkrankungsraten, das andere behandelt die Früherkennung von Krebserkrankungen.

Mehr Lungenkrebs bei Frauen

In den Jahren nach der Wiedervereinigung starben in Ost- und Westdeutschland etwa gleichviele Menschen pro 100.000 Einwohner an Krebs. Die Sterblichkeit an einzelnen Tumorerkrankungen unterschied sich jedoch mitunter. Zu Beginn der 1990er-Jahre waren in den neuen Bundesländern mehr Todesfälle auf Gebärmutterhals- und Magenkrebs zurückzuführen als in den alten. Andererseits starben weniger ostdeutsche Männer an Prostatakrebs und weniger ostdeutsche Frauen an Lungen- oder Brustkrebs.

Dank verbesserter Therapien ist die Krebssterblichkeit seit der Wiedervereinigung sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland deutlich gesunken. Weiterhin bestehen jedoch Unterschiede bezüglich der Sterblichkeit an einzelnen Tumorerkrankungen. Die Gründe für diese Unterschiede, so das Robert Koch-Institut, seien noch nicht alle ausreichend geklärt.

Eine negative Entwicklung zeigen die Daten bei der Lungenkrebssterblichkeit von Frauen. Sie ist sowohl in den neuen als auch in den alten Bundesländern angestiegen. Das Robert Koch-Institut führt dies auf das veränderte Rauchverhalten der Menschen zurück: Zu Beginn der 1990er-Jahre nahm der Anteil rauchender Frauen insbesondere in den neuen Bundesländern deutlich zu. In den letzten Jahren ist die Zahl der Raucher zurückgegangen, allerdings in den alten Bundesländern stärker als in den neuen und bei Männern mehr als bei Frauen, sodass sich die Zahl der rauchenden Männer und Frauen in Ost- und Westdeutschland allmählich annähert.

Aufgrund der unterschiedlichen Sterblichkeitsentwicklungen bei den verschiedenen Krebsarten liegt die Krebssterblichkeit bei ostdeutschen Männern in der Summe derzeit etwas über der westdeutscher Männer. Bei Frauen ist es genau umgekehrt.

Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, unterscheidet sich in den neuen und alten Bundesländern kaum.

Krebsvorsorge wird zu wenig genutzt

Frauen ab 20 und Männer ab 35 haben Anspruch auf Krebsfrüherkennungsuntersuchungen in regelmäßigen Abständen. In den 1970er-Jahren wurden in der Bundesrepublik und auch in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik Früherkennungsprogramme eingeführt. Anfangs wurden die Vorsorgeuntersuchungen jedoch nur von wenigen Menschen genutzt. Bis zur Wiedervereinigung nahmen nur etwa ein Drittel der Frauen und 12 Prozent der Männer das Angebot wahr. Inzwischen wird die Krebsfrüherkennung von etwa jeder zweiten Frau und mehr als 20 Prozent der Männer in Anspruch genommen. Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind eher gering, wohingegen Geschlecht, Alter und soziale Lage eine wesentliche Rolle bei der Inanspruchnahme spielen. Diese sei jedoch immer noch nicht zufriedenstellend, so das Robert Koch-Institut. Damit mehr Menschen das Angebot nutzen, sei es notwendig, vermehrt diejenigen anzusprechen, die bislang die Untersuchungen nicht wahrnehmen.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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