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Thema des Monats im Juli 2009: Mitentscheiden - nicht immer einfach

Noch vor wenigen Jahrzehnten war es gang und gäbe, Krebspatienten ihre Diagnose zu verheimlichen. Sie sollten geschont werden; selbst Fachleute gingen davon aus, dass der Schock einer ausführlichen Aufklärung kaum zu verkraften sei. Wohlmeinende Ärzte entschieden über die richtige Behandlung, unter Umständen wurden noch enge Angehörige mit einbezogen. Der nicht oder nicht ausreichend informierte Patient selbst blieb weitgehend außen vor.
Heute hat sich diese Situation grundlegend gewandelt, sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen wie auch die gesundheitspolitischen Vorgaben sehen eine neue Rollenverteilung vor: Ärzte und Patienten handeln als gleichberechtigte Partner: Krebskranke sollen mit entscheiden.
Ohne medizinisches Vorwissen, unter Zeitdruck und belastet durch die Angst, die die Diagnose Krebs auch heute noch auslöst, fällt dies den meisten Menschen allerdings keineswegs leicht. Mitreden, mitentscheiden zu können, dies bedeutet heute vor allem, sich mit viel Information zu "rüsten". Dazu gehört es auch, die richtigen Fragen an die behandelnden Ärzte zu formulieren.
Anhand einer aktuellen Anfrage erläutert der Krebsinformationsdienst, wie man sich als Patient vorbereiten kann. 



Vielen Dank für Ihre Anfrage an den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Bei Ihnen wurde Krebs der Speiseröhre festgestellt. Wie Ihnen Ihr Arzt mitgeteilt hat, kommen wohl mehrere Behandlungsmöglichkeiten infrage, und Sie sollen mitentscheiden. Sie schildern nun Ihre Sorge, sich an einer solchen Therapiewahl nicht wirklich beteiligen zu können, weil Sie nicht genug wissen.
Gerne sind wir Ihnen bei der Klärung Ihrer Fragen behilflich. Der Krebsinformationsdienst kann das Gespräch mit Ihren Ärzten zwar nicht ersetzen. Vielleicht bieten Ihnen folgende Informationen jedoch eine erste Unterstützung bei der Vorbereitung auf die anstehenden Arztgespräche.

Keine Behandlung ohne Aufklärung

Rein rechtlich ist Ihre Situation als Patient eindeutig geregelt: Jede Untersuchung und jede Behandlung muss im Einvernehmen mit dem Betroffenen erfolgen. Ohne dessen Zustimmung darf ein Arzt nicht tätig werden, außer im Notfall. Ihre Ärzte sind verpflichtet, Sie darüber aufzugeklären, wie eine geplante Therapie abläuft, welche Wirkungen zu erwarten sind, wie die Erfolgsaussichten aussehen und wie wahrscheinlich Nebenwirkungen auftreten. Sie sollten auch erfahren, wie sich die Krankheit weiter entwickelt, wenn sie nicht behandelt wird, und Behandlungsalternativen kennen. Gibt es keine medizinisch zwingende Notwendigkeit zur Eile, können sich Patienten ausreichend Zeit und Gelegenheit nehmen, um sich vor einer Entscheidung weiter zu informieren, und sie können eine Therapie auch jederzeit ablehnen.

Entscheiden können - nicht müssen

Patienten müssen jedoch nicht zwangsläufig alles selbst entscheiden. Es ist rechtlich durchaus möglich, den Vorschlägen des Arztes zu folgen, ohne sie zu hinterfragen, und so zumindest einen Teil der Verantwortung vollständig ihm zu überlassen.
Auch in Krisensituationen oder unter Zeitdruck entbindet dieses Vertrauen den Arzt jedoch nicht von der Pflicht, notwendige Informationen zur Verfügung zu stellen.
Der Umgang mit medizinischer Information ist oft jedoch gar nicht so einfach, weder für den aufklärenden Arzt noch für den Patienten. Viele Krebspatienten berichten außerdem von der Erfahrung, dass ihnen die wichtigsten Fragen erst einfielen, nachdem das Arztgespräch beendet war.

So bereiten Sie sich vor

Angebote des Krebsinformationsdienstes

Das Informationsblatt "Behandlungswahl - was muss ich wissen?" (PDF-Datei) bietet Ihnen eine Hilfestellung bei der Vorbereitung auf die anstehenden Gespräche. Hier sind die wichtigsten Fragen aufgelistet, die Sie gemeinsam mit Ihren Ärzten klären können. Nutzen Sie diese Zusammenstellung, um Ihre eigene Fragenliste zu ergänzen.
Weitere Informationsblätter zu krebsbezogenen Themen hält der Dienst in der Rubrik "Wegweiser" zum Laden und Ausdrucken bereit.

In der Rubrik "Tumorarten" finden Sie auf unseren Internetseiten einen Text zum Speiseröhrenkarzinom. Er bietet Ihnen einen ersten Überblick über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.

Ein Verzeichnis kostenloser Broschüren hat der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Broschüren" zusammengestellt. Diese Texte können bei den genannten Anbietern kostenlos innerhalb Deutschlands bestellt werden, viele sind auch über das Internet zum Laden und Lesen zugänglich.

Selbstverständlich stehen wir Ihnen am Telefon oder per E-Mail für individuelle Auskünfte zur Verfügung, auch wenn der Krebsinformationsdienst, wie eingangs erwähnt, das Gespräch mit Ihren Ärzten nicht ersetzen kann.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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