Für Alle

Sie sind Krebspatientin oder Krebspatient, Angehöriger, Freund oder Interessierter und haben Fragen zu Krebs?

0800 - 420 30 40

Telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr, Anruf kostenlos

krebsinformationsdienst@dkfz.de

Per E-Mail (datensicheres Kontaktformular)

Für Fachkreise

Sie sind an der Versorgung von Krebspatienten beteiligt und benötigen unabhängig und neutral recherchierte Fakten zu Krebs?

0800 - 430 40 50

Telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr, Anruf kostenlos

kid.med@dkfz.de

Per E-Mail (datensicheres Kontaktformular)

Archiv

Neuer Bericht zur HPV-Impfung erschienen

Ein aktueller Bericht zum Nutzen und zu möglichen Risiken der HPV-Impfung ist gestern erschienen. Er bescheinigt der Impfung gegen Papillomviren einen wirksamen Schutz vor Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses, die von den beiden häufigsten Virustypen verursacht werden. Schwer wiegende Nebenwirkungen könnten nicht ursächlich mit der Impfung in Verbindung gebracht werden. Unklar sei derzeit noch, wie lange der Impfschutz anhält. In welchem Ausmaß die HPV-Impfung langfristig auch die Zahl der Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs, dem Zervixkarzinom, senken könne, sei ebenfalls noch nicht bekannt, so die Autoren.
Sie haben als Grundlage für ihre Aussagen die aktuell verfügbaren Publikationen, Forschungsdokumentationen und Studienberichte geprüft und auch gesundheitsökonomische und ethische Aspekte der Impfung berücksichtigt.

Herausgeber des Berichts ist das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), erarbeitet hat das Papier eine Autorengruppe  von Ärzten und Wissenschaftlern der Universitäten Bielefeld, Hannover und der Charité Berlin. Bei dem Bericht handelt es sich um so genanntes "Health Technology Assessment", abgekürzt HTA: Dieser Begriff bezeichnet einen Prozess, mit dem medizinische Verfahren und Technologien systematisch bewertet werden können. Ziel ist die Sicherung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung (mehr zum Thema HTA und dem gesetzlichen Auftrag des DIMDI unter www.dimdi.de/static/de/hta/basisinfo_de.pdf).

Humane Papillomviren als Risiko

In Deutschland wird die Impfung gegen humane Papillomviren seit März 2007 empfohlen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut nennt als Zielgruppe junge Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren, die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden.
Hintergrund ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Viren hauptsächlich bei sexuellen Kontakten übertragen werden. Die Papillomviren der so genannten Risikotypen HPV 16 und 18 werden heute für sieben von zehn Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht, dem so genannten Zervixkarzinom. Die heute verfügbaren Impfstoffe schützen vor Veränderungen am Gebärmutterhals, aus denen sich Krebs entwickeln kann. Einer der Impfstoffe richtet sich außerdem gegen die Virustypen HPV 6 und 11- sie verursachen gutartige Genitalwarzen.
Die offiziellen Impfempfehlungen nationaler Impfkommissionen wie der deutschen STIKO waren in letzter Zeit in die Kritik geraten, weil es noch offene Fragen zum Langzeitnutzen, zu möglichen Risiken gibt, auch die vergleichsweise hohen Kosten wurden kritisiert (mehr auf den Seiten des Krebsinformationsdienstes).



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

powered by webEdition CMS