Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Gute Ansprechpartner finden:
Teil 3: Psychoonkologie, Selbsthilfe, Sozialrecht, Pflege

Psychologische Unterstützung

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit einer Vielzahl von bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird oft als massiver Einschnitt erlebt: Bisher Gewohntes und viele zukünftigen Ziele scheinen zunächst in Frage gestellt. Die Lebensqualität ist zumindest für einige Zeit durch die notwendige Umstellung der Ernährung deutlich eingeschränkt. Es gibt Zeiten der Hilflosigkeit und der Niedergeschlagenheit, aber auch Zeiten der Hoffnung und des intensiven Erlebens.
Angehörige und enge Freunden erleben diese Zeit meist ähnlich: Auch sie setzen sich mit der Frage nach der Zukunft auseinander, versuchen zu helfen, sind aber auch mit ihrer eigenen Bewältigung der Situation konfrontiert. Im Bereich "Leben mit Krebs: Krankheitsverarbeitung" finden Patienten und Angehörige Wege, Möglichkeiten und Hintergrundinformationen.

Psychosoziale Krebsberatungsstellen

Von Aachen bis Zwickau:

Diese Einrichtungen gibt es in vielen Städten und Gemeinden. Sie bieten Krebspatienten und ihren Angehörigen Information und Rat in praktischen Fragen der Nachsorge wie Rehabilitationsmaßnahmen, Rente oder die Anerkennung einer Behinderung. Darüber hinaus unterstützen sie Betroffene bei der Auseinandersetzung mit ihrer veränderten Lebenssituation. Wo nötig, sind sie behilflich, Wege zur finanziellen Unterstützung zu finden.
Die Beratungsstellen arbeiten mit anderen Einrichtungen beispielsweise Selbsthilfegruppen zusammen, die spezielle Angebote für Krebspatientinnen und Krebspatienten haben, und können bei Bedarf Kontakte dorthin vermitteln.

Psychoonkologische Angebote an Akutkliniken und in Facharztpraxen

Zertifizierte Organzentren, Onkologische Zentren und Onkologische Spitzenzentren müssen nachweisen, dass sie für ihre Patienten ein psychoonkologisches Beratungsangebot vorhalten. Auch andere Kliniken und onkologische Facharztpraxen bieten zum Teil psychoonkologische Unterstützung an. Die Form dieser Angebote ist unterschiedlich. Betroffene können sich in ihrer behandelnden Klinik oder Praxis erkundigen, ob es einen psychoonkologischen Ansprechpartner gibt.

Therapeuten

Psychoonkologen

In Deutschland ist Psychotherapie durch approbierte Therapeuten (psychologische Psychotherapeuten und Ärzte mit entsprechender Weiterbildung) eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.
Bei ambulanter Inanspruchnahme eines Psychotherapeuten empfiehlt es sich für gesetzlich Versicherte, beim ersten Kontakt die Finanzierung und die weitere Form der Vorgehensweise anzusprechen. Dazu gehören zum Beispiel auch die Fragen nach der Kassenzulassung, der Notwendigkeit einer Überweisung durch den Hausarzt oder der Praxisgebühr. 

Um Betroffenen die Suche nach qualifizierten Psychoonkologen zu erleichtern, hat der Krebsinformationsdienst gemeinsam mit zwei Fachgesellschaften eine Adressdatenbank zusammengestellt: Sie listet Therapeuten auf, die eine besondere Qualifikation erworben haben: Die psychoonkologischen Fachverbände PSO und dapo bieten seit 1994 eine berufsbegleitende Weiterbildung für die Arbeit mit Krebskranken und ihren Angehörigen an, die „Weiterbildung Psychosoziale Onkologie“ (WPO). Der erfolgreiche Abschluss wird durch ein Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft dokumentiert. Die Adressdatenbank ist in der Rubrik Wegweiser enthalten.
Weitere Adressen und Ansprechpartner, die Erfahrung mit der Betreuung von Krebspatienten haben, bekommen Patienten über ihre betreuenden Onkologen, über die regionalen Krebsberatungsstellen. Bei der Suche nach psychoonkologisch spezialisierten Psychotherapeuten kann man sich außerdem an die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie e.V. wenden oder selbst auf deren Internetseite suchen, unter www.dapo-ev.de.

Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen

Patienten für Patienten

Eine Krebserkrankung zieht manchmal Probleme im Alltag nach sich, die für Nichtbetroffene vielleicht banal erscheinen und nicht unbedingt in die Kategorie „Medizin“ fallen. Dazu gehört etwa die Frage nach besonders schöner Wäsche für brustamputierte Frauen, aber auch die nach den vielen kleinen Tricks im Alltag, die die Ernährung für Patienten mit einem künstlichen Darmausgang erleichtern. Die Erfahrung, die andere Betroffene ähnlichen Situationen gemacht haben, kann hier von unschätzbarem Wert sein.
Selbsthilfegruppen sind aber nicht nur beim Austausch zu Alltagsproblemen eine wertvolle Hilfe. Die meisten verstehen sich heute auch als Vertreter der Interessen von Patienten im Gesundheitswesen, sie bieten Broschüren und viele weitere Informationen. Die wichtigsten Dachorganisationen im Bereich Onkologie hat der Krebsinformationsdienst zusammengestellt. Ein bundesweites Adressverzeichnis auch von Anlaufstellen für seltene Erkrankungen bietet NAKOS, die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen.

Sozialrechtliche Fragen

Krebspatienten haben eine ganze Reihe von Ansprüchen auf Unterstützung, die sich aus sozialrechtlichen Bestimmungen ableiten. Dazu gehören zum Beispiel Themen wie Rehabilitation, Rückkehr an den Arbeitsplatz, Schwerbehinderung oder Rente, die Absicherung bei Pflegebedürftigkeit und vieles mehr. Im Bereich "Sozialrechtliche Ansprüche" ist eine Übersicht über wichtige Ansprechpartner und erste Schritte bei der Abklärung aufgeführt.

Pflege: Organisieren und Unterstützung suchen

Krebspatienten können heute häufig ambulant behandelt werden. Auch schwer Kranke müssen bei entsprechender Pflegemöglichkeit nicht unbedingt ins Krankenhaus. Die Versorgung zu Hause ist jedoch keine leichte Aufgabe, Angehörige und Freunde sollten sich rechtzeitig Unterstützung einholen. Wie man die Pflege zu Hause organisiert, hat der Krebsinformationsdienst gemeinsam mit Pflegeexpertinnen vom Brückenpflegeteam des Universitätsklinikums Heidelberg in einem eigenen Text zusammengestellt, der durch praktische Tipps zur Krankenpflege ergänzt wird.

Wer hilft weiter, wenn die Pflege zu Hause nicht möglich ist oder zumindest zeitweilig nicht organisiert werden kann? In der Rubrik "Pflege, Palliativmedizin, Hospize" sind weitere Organisationen und Ansprechpartner aufgeführt, die weiterhelfen. 



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010