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Eigentlich ist alles ganz einfach: Man geht zum Arzt, um seine Fragen zu stellen oder seine Beschwerden zu schildern, und dieser kümmert sich um alles Weitere.
Doch was tun, wenn man lange keinen Hausarzt mehr benötigt hat, nun aber wegen eines verdächtigen Symptoms einen Ansprechpartner sucht? Führen alle Ärzte eine Krebsfrüherkennung durch? Wo findet man Kliniken, die sich auch mit seltenen Tumoren auskennen? Muss man immer gleich ins Krankenhaus, wenn es um die Nachbetreuung nach einer Krebsbehandlung geht? Wer hilft weiter, wenn es gar nicht um medizinische Fragen im engeren Sinn geht, sondern zum Beispiel um sozialrechtliche Leistungen oder psychologische Unterstützung?
Der Krebsinformationsdienst hat Tipps zusammengestellt, wie man bei der Suche nach geeigneten Ansprechpartnern vorgehen kann, und listet Links zu Einrichtungen auf, die weiterhelfen können.
Sich gut aufgehoben fühlen, das will jeder Patient, wenn er zum Arzt geht. Doch woran erkennt man eine gute Praxis?
Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung haben gemeinsam mit den seit 2000 im Patientenforum zusammengeschlossenen Patientenvertretern eine Broschüre in Auftrag gegeben, die wichtige Kriterien aufführt. Herausgeber ist das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin, das seinerseits von den beiden ärztlichen Organisationen gegründet wurde.
Diese Checkliste richtet sich an alle Patientinnen und Patienten, die sich darüber informieren wollen, was eine gute Ärztin/einen guten Arzt und eine gute Arztpraxis ausmacht. Im Internet ist die Broschüre unter www.arztcheckliste.de/ abrufbar, die Kurzfassung steht als Faltblatt (PDF) zum Laden und Ausdrucken unter www.aezq.de/edocs/pdf/info/flyer_checkliste_arztpraxis.pdf bereit.
Die eigentliche Krebsbehandlung gehört in der Regel nicht zum Spezialgebiet der Allgemeinmediziner. Trotzdem kann ein Hausarzt eine wichtige Vertrauensperson für seine krebskranken Patienten sein und auch als Vermittler wirken: Er koordiniert die Zuweisungen zu Fachärzten und Krankenhäusern, bei ihm laufen viele Informationen aus Befunden und Laborberichten zusammen, und er ist erster Ansprechpartner, wenn es um die Versorgung zu Hause und im Alltag geht.
Nicht vergessen werden sollte, dass auch Krebspatienten einen Schnupfen bekommen oder andere Alltagswehwehchen haben; auch sie müssen geimpft werden, wollen sich den Blutdruck oder die Herztätigkeit messen lassen: hier bleibt der Hausarzt der wichtigste Ansprechpartner.
Wie der bisherige Hausarzt selbst seine Rolle bei der Mitbehandlung definiert, wie er mit dem behandelnden Krankenhaus zusammenarbeitet und wo er die Grenze sieht, von der an er bei Problemen grundsätzlich weiter verweist, können Patienten auch noch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mit ihm besprechen.
Übernimmt der Hausarzt diese Koordination nicht, sollte er einen Facharzt oder eine Klinikambulanz für die verantwortliche Therapieführung empfehlen. Teilen sich mehrere Ärzte die Betreuung oder findet die Krebsbehandlung im Krankenhaus statt, sollten die Zuständigkeiten eindeutig geregelt sein. So kann sichergestellt werden, dass Doppeluntersuchungen oder sich möglicherweise gegenseitig störende Therapieverfahren vermieden werden. Bei Notfällen müssen nicht erst verschiedene Ansprechpartner befragt werden.
Der Hausarzt ist für viele Menschen auch der erste Ansprechpartner, wenn es um die Krebsfrüherkennung oder die Abklärung von Symptomen geht. Zwar führen viele Allgemeinmediziner oder hausärztlich tätigen Internisten entsprechende Untersuchungen nicht selbst durch. Sie stellen aber eine Überweisung zum Facharzt aus, und sie können über Arztbriefe über die Befunde informiert bleiben, wenn der Patient dies wünscht.
Für die Krebsfrüherkennung und die Abklärung von Symptomen sind je nach Fragestellung Gynäkologen, Internisten, Urologen oder auch Hautärzte zuständig. Werden besondere Untersuchungen notwendig, überweisen sie zu weiteren Fachärzten, etwa zu einem Radiologen wegen Röntgenaufnahmen oder anderer bildgebender Verfahren.
Die eigentliche Krebsbehandlung und zum Beispiel die Nachsorge nach der Erstbehandlung in einer Klinik können je nach Situation und Art der Erkrankung ebenfalls durch Fachärzte verschiedener Disziplinen durchgeführt werden, zum Beispiel durch Chirurgen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Nuklearmediziner, Schmerztherapeuten oder andere Spezialisten. Manche Fachärzte bekommt ein Patient unter Umständen nie zu Gesicht, etwa den Pathologen oder den Laboratoriumsmediziner.
Einen Facharzt für „Krebs“ im engeren Sinn gibt es zwar nicht. Innerhalb der eigentlichen Fachdisziplinen gibt es jedoch die Möglichkeit zur weiteren Spezialisierung. Hier einige von mehreren Beispielen: Gynäkologen können sich den Schwerpunkt „Gynäkologische Onkologie“ erarbeiten. Internisten mit besonderer Spezialisierung auf die Krebsbehandlung haben sich in „Hämatologie und Onkologie“ weitergebildet. Für Kinderärzte steht dieser Schwerpunkt als „Kinder-Hämatologie und –onkologie“ offen. Anästhesisten sind nicht nur Narkosespezialisten, sondern mit dem Schwerpunkt „Spezielle Schmerztherapie“ auch Ansprechpartner für die Planung einer Krebsschmerzbehandlung, die der Hausarzt weiterführen kann.
Heute können auch aufwändigere Behandlungsverfahren außerhalb der
Klinik durchgeführt werden, zum Beispiel die Chemotherapie. Sie wird
nicht nur von den Krankenhäusern selbst, sondern auch von vielen
niedergelassenen Fachärzten angeboten.
Dazu gehören zum Beispiel niedergelassene Internisten mit dem
Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie. Deren Bundesverband BNHO bietet auf seinen Internetseiten, unter www.bnho.de/mitglieder.htm, bundesweite Adressen von Hämatologen und Onkologen, die in eigener Praxis tätig sind.
Auch Gynäkologen, Urologen oder
Ärzte anderer Fachrichtungen mit der Zusatzweiterbildung "Medikamentöse
Tumortherapie" führen Krebsbehandlungen ambulant durch. Die Erlaubnis zur ambulanten Behandlung mit
Zytostatika werden über die Standesorganisationen geregelt, also die
jeweils zuständige Ärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung.
Auch für einige Diagnoseverfahren sind besondere Kenntnisse und die Einhaltung von Qualitätsstandards vorgeschrieben:
Dass eine gute Arztpraxis keineswegs nur mit Medizinern arbeitet, weiß
jeder: Ein großer Teil der Organisation, aber auch viele Untersuchungen
und einzelne Behandlungen, von der Blutabnahme bis zur Mammographie,
wird heute nicht durch Ärzte, sondern durch Arzthelferinnen,
Schwestern, technische Assistentinnen und andere Fachkräfte mit
entsprechender Ausbildung übernommen. Physiotherapeuten kümmern sich
in eigener Praxis um Krankengymnastik, Bewegungstherapie oder
Lymphdrainage. Ernährungsberater, die ebenfalls immer häufiger in
eigener Praxis tätig sind, helfen bei Fragen der täglichen Ernährung
weiter.
Besonders wichtig ist ein solches Teamwork bei der häuslichen
Pflege von Krebspatienten. Hier arbeiten viele Berufsgruppen Hand in
Hand; eine Übersicht von Ansprechpartnern bietet KID im Bereich Pflege.
Über die Empfehlung von Freunden und Bekannten oder den Blick ins Telefonbuch hinaus können sich Ratsuchende über folgenden Suchweg weiter informieren:
Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Ärztekammern bieten die Möglichkeiten einer Online-Arztsuche: Unter www.arzt.de oder unter www.kbv.de gelangt man beim Stichwort "Patienten" zur Arztsuche, über eine Deutschlandkarte sind dann die regionalen Verzeichnisse abrufbar. Die regionalen Kammern sind überwiegend auch am Telefon mit Auskünften bei der Suche nach qualifizierten Ansprechpartnern behilflich.
Diese Verzeichnisse bzw. die dahinter stehenden Kammern informieren auch darüber, welche Kassenzulassung ein Arzt hat. Dies ist wichtig wegen der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen, aber auch wegen des Ausstellens von wichtigen Bescheinigungen wie etwa der Krankmeldung.
Viele Interessen- und Fachverbände sowie kommerzielle Datenbanken bieten ebenfalls Linklisten von Ärzten, die sich auf besondere Gebiete spezialisiert haben. Doch Achtung: In diesen Verzeichnissen ist oft nur aufgeführt, wer Mitglied ist oder eine Bearbeitungsgebühr gezahlt hat; andere, vielleicht ebenso qualifizierte Therapeuten fehlen unter Umständen.