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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

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Collage: Auswahl von Krebsrisikofaktoren © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

HPV-Impfung: Diskussion um die HPV-Impfstoffe

Kritik und offizielle Stellungnahmen

Seit September 2006 gibt es in Deutschland eine Impfung gegen humane Papillomviren. Im März 2007 gab die STIKO eine offizielle Impfempfehlung für Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren heraus. Auch in vielen anderen Ländern ist die Impfung heute verfügbar.
Die Zulassung der HPV-Impfstoffe hat für viel Diskussion gesorgt. Kritiker weisen darauf hin, dass bislang "nur" ein Schutz vor Krebsvorstufen am Gebärmutterhals belegt ist. Auch wenn heute bekannt ist, dass sich aus diesen Krebsvorstufen eine bösartige Erkrankung entwickeln kann, so ist der Schutz vor Gebärmutterhalskrebs durch die HPV-Impfung bislang nicht sicher belegt.
Der folgende Text bietet für Interessierte und Fachkreise einen Überblick über die Diskussion und verweist auf entsprechende Quellen.

Letzte Aktualisierung: 08.11.2010

Kritik an der Impfung: Ein Beispiel

Die Zulassung und Empfehlung ist von deutschen Wissenschaftlern kritisiert worden. Ein Beispiel für einen kritischen Fachartikel zum Thema HPV-Impfung ist im Deutschen Ärzteblatt erschienen: Dt. Ärzteblatt 2009, 106(8): A-330, www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=63448).

Zulassungsbehörde: Paul-Ehrlich-Institut bezieht Stellung

Das Paul-Ehrlich-Institut, das an der Zulassung der Impfung beteiligt war, nimmt auf seiner Internetseite Stellung zu den verschiedenen Kritikpunkten. So erläutert das Bundesinstitut zum Beispiel, dass auch ethische Gesichtspunkte bei der Entscheidung den Impfstoff zuzulassen eine Rolle gespielt haben: Es wäre, so das PEI, unverantwortlich gewesen, in Studien bei einer nicht geimpften Kontrollgruppe über Jahre und Jahrzehnte auf das Auftreten von Krebserkrankungen zu warten.
Die vollständige Stellungnahme von Februar 2009 steht unter dem Titel: "Wie wirksam ist die HPV-Impfung? - Die Sicht einer Zulassungsbehörde" auf der Internetseite des Bundesinstituts (www.pei.de, Stichwortsuche "HPV Impfung") zum Abruf bereit. Das PEI bietet hier auch weitere Informationen zur HPV-Impfung, wie etwa Antworten auf Fragen zur klinischen Prüfung und Zulassung als auch Stellungnahmen und Hintergründe zu Krankheitsfällen und Todesfällen die in zeitlichem Zusammenhang mit der HPV-Impfung auftraten.

Impfkommission: STIKO hält an Impfempfehlung fest

Die Ständige Impfkommission STIKO am Robert-Koch-Institut (www.rki.de) bewertete im August 2009 die HPV-Impfung neu. Dabei berücksichtigte sie auch Studienergebnisse, die erst nach der Zulassung veröffentlicht wurden. Nach der gründlichen Prüfung aller vorliegenden Daten kam sie zu dem Schluss, dass die Impfung gegen HPV für alle Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren empfehlenswert ist. Die Bewertung der HPV-Impfung durch die Impfkommission ist im Epidemiologischen Bulletin 32/2009 erschienen.

Auch im August 2011 empfahlt die STIKO die HPV-Impfung unverändert. Die Empfehlung von 2011 ist nachzulesen im Epidemiologischen Bulletin 30/2011, abrufbar unter www.rki.de/cln_151/nn_1007512/DE/Content/Infekt/Impfen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen__node.html?__nnn=true.  Allgemeine Informationen zur HPV-Impfung sind auf der Seite des RKI ebenfalls abrufbar, unter dem Stichwort "Infektionskrankheiten" und weiter zu "Humane Papillomviren".

Meinung von Fachleuten: HPV-Impfung ist wichtig, Begleitforschung aber notwendig

Health Technology Assessment (HTA)-Bericht bescheinigt Wirksamkeit der Impfung

Im Jahr 2009 ist ein sogenannter HTA-Bericht zum Nutzen und zu möglichen Risiken der HPV-Impfung erschienen. HTA steht für "Health Technology Assessment": Dieser Begriff bezeichnet einen Prozess, mit dem medizinische Verfahren und Technologien systematisch bewertet werden können. Ziel ist die Sicherung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung (mehr unter www.dimdi.de/static/de/hta/basisinfo_de.pdf).
Die Autoren des Berichts sehen als belegt an, dass die HPV-Impfung wirksam vor Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses schützt, die von HPV 16 und 18 verursacht werden. Schwere Nebenwirkungen könnten nicht ursächlich mit der Impfung in Verbindung gebracht werden. Folgende Fragen seien aber noch offen:

  • Wie lange hält der Impfschutz an?
  • In welchem Ausmaß senkt die HPV-Impfung langfristig die Zahl der Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs, dem Zervixkarzinom?

Herausgeber des HTA-Berichts ist das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI, www.dimdi.de). Der HTA-Bericht trägt den Titel "Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) zur Prävention HPV 16/18 induzierter Zervixkarzinome und derer Vorstufen" und ist im Internet als pdf-Dokument abrufbar unter http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta234_bericht_de.pdf.

Fachleute sind sich einig: Der Nutzen der Impfung muss durch begleitende Studien und Forschung fortdauernd bewertet werden

Die STIKO wie auch Fachleute anderer Institutionen weisen ebenfalls auf die noch offenen Fragen zur HPV-Impfung hin. Sie fordern den Nutzen und die Risiken der Impfung durch wissenschaftliche Studien weiter zu begleiten und zu bewerten. Auch Fachleute des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM e.V.) haben hierzu Stellung genommen. Mehr dazu unter www.ebm-netzwerk.de/netzwerkarbeit/images/stellungnahme_hpv.pdf.

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