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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes KID, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg.

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Mikroskopische Untersuchung, Foto: Philip Benjamin/NCT Heidelberg © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung

Fachbegriffe, Links, Adressen, Literatur

Was verstehen Fachleute unter CIN, Dysplasie, Konisation, Präkanzerose oder In-situ-Karzinom? Was sind individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)? Diese und weitere Fachbegriffe werden im Folgenden erläutert. Darüber hinaus finden Patienten, Angehörige und Interessierte weiterführende Informationen, Links und eine Auswahl von Fachpublikationen.

Dieser Text ist Teil umfassender Informationen des Krebsinformationsdienstes zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung.

Letzte Aktualisierung: 11.05.2010

Fachbegriffe: Kurz erläutert

Biopsie

Entnahme einer Gewebeprobe, um diese anschließend feingeweblich (histologisch) unter dem Mikroskop zu beurteilen.

CIN

Abkürzung für  Zervikale intraepitheliale Neoplasie (aus dem englischen für Cervical Intraepithelial Neoplasia), auch als Dysplasie bezeichnet. Es handelt sich um Zellveränderungen, die auf die Oberfläche des Gebärmutterhalses beschränkt sind. Sie gelten als Krebsvorstufen. Je nachdem wie weit sich die Veränderungen innerhalb der Schleimhaut ausgedehnt haben, unterscheidet man zwischen drei Stufen, CIN 1 bis 3. Meist ist die Ursache für eine CIN eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV).

Dysplasie

Gewebeveränderung. Die Zellen des betroffenen Gewebes, wie zum Beispiel der Schleimhaut des Gebärmutterhalses, entwickeln sich nicht mehr normal. Eine Dysplasie gilt als Krebsvorstufe oder als Krebs im frühen Stadium. Werden die Veränderungen durch den Pap-Test im Rahmen der Früherkennung auf Gebärmutterhalskrebs entdeckt, sprechen Fachleute auch von einer CIN.

Dysplasiesprechstunde

Hier sind Ärzte verantwortlich, die sehr viel Erfahrung darin haben, einen Abstrich zu entnehmen oder Veränderungen am Gebärmutterhals zu beurteilen. Der behandelnde Frauenarzt überweist Patientinnen an eine solche Sprechstunde, wenn unklare oder schwierig zu beurteilende Befunde vorliegen. Meistens werden solche Sprechstunden von den Frauenkliniken an Universitäten angeboten. Auch andere Kliniken mit frauenärztlichen Abteilungen verfügen über entsprechende Angebote.

Histologie

Untersuchung eines zusammenhängenden Gewebeverbandes. Der Pathologe beurteilt das Gewebe in Bezug zu benachbarten Strukturen und kann so feststellen, wie tief sich eine Veränderung schon ausgebreitet hat. Auch lässt sich histologisch feststellen, ob Tumorzellen bereits in Blut- oder Lymphgefäße eingebrochen sind.

HPV-Test

Nachweis von Humanen Papillomviren, zum Beispiel in Zellen des Gebärmutterhals oder Muttermund. Der Test ist bisher kein Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms für Gebärmutterhalskrebs. Patientinnen müssen den Test als Vorsorgemaßnahme daher selbst zahlen.

Humane Papillomviren (HPV)

Warzenviren. Einige wenige Erreger dieser Gruppe können zu auffälligen Zellveränderungen wie Krebsvorstufen (CIN) oder gar zu Krebs führen. Die beiden häufigsten krebserregenden HPV-Typen, HPV 16 und 18, sind die Hauptauslöser von Gebärmutterhalskrebs.

Individuelle Gesundheitsleistungen IGeL

Ärztliche Leistungen, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Sie müssen vom Patienten selbst bezahlt werden. Im Einzelfall können IGeL medizinisch durchaus sinnvoll sein. Es gibt aber auch Untersuchungen oder Behandlungen, über deren Nutzen wissenschaftliche Zweifel bestehen oder bei denen bislang unklar ist, ob nicht die Risiken den Nutzen überwiegen. Vor der Durchführung einer IGeL-Leistung ist der Arzt daher dazu verpflichtet, den Patienten umfassend über die bevorstehende Untersuchung oder Behandlung zu informieren. Beispiele für eine IGeL-Leistung im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung sind derzeit noch der HPV-Test und die Dünnschichtzytologie.

In-situ-Karzinom

Der Begriff "In situ" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet am Ort. Ein In-situ-Karzinom des Gebärmutterhalses ist örtlich begrenzt, das heißt, es ist auf die oberste Schicht der Schleimhaut begrenzt und noch nicht in tiefere Gewebeschichten eingewachsen. Es unterscheidet sich darin von einem invasiven Karzinom.

Invasives Karzinom

Der Begriff "Invasiv" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet eingreifend, eindringend. Als invasives Karzinom des Gebärmutterhalses bezeichnet man einen Tumor, der nicht mehr auf die Oberfläche der Schleimhaut beschränkt ist, sondern bereits die darunterliegende Basalmembran durchbrochen hat. Tumorzellen können dann zum Beispiel in Lymphgewebe oder Blutgefäße gelangen und sich so in entfernt liegenden Organen als Metastasen ansiedeln.

Kolposkop

Eine Art Lupe mit Lichtquelle, die vor dem Scheideneingang platziert wird und mit der sich Haut und Schleimhäute der äußeren Scheiden- und Dammregion und der inneren Geschlechtsorgane, wie Muttermund, Gebärmutterhals und Umgebung bis zu 30fach vergrößert betrachten lassen. Die Kolposkopie oder Scheidenspiegelung kann als Routineuntersuchung im Rahmen der Krebsfrüherkennung erfolgen, damit der Arzt beim Abstrich für den Pap-Test eine bessere Sicht hat. Darüber hinaus können in spezialisierten frauenärztlichen Sprechstunden (Dysplasiesprechstunde) durch die Lupenbetrachtung auch Schleimhautbereiche erkannt werden, die sich von gesundem Gewebe unterscheiden.

Konisation

Ausschneiden eines kegelförmigen Gewebsstücks aus Muttermund und Gebärmutterhals. Dient im Rahmen der Diagnostik dazu, auffällige Zellveränderungen durch eine feingewebliche Untersuchung genauer abzuklären. Bei stärker ausgeprägten Veränderungen dient die Konisation auch als Therapie.

Spekulum

Metallspatel, auch Scheidenspiegel genannt, mit dem sich die Scheide schmerzlos entfalten lässt.

Pap-Test

Benannt nach dem Arzt G. Papanicolaou. Wichtigster Test bei der Früherkennung auf Gebärmutterhalskrebs. Mikroskopische Untersuchung von Abstrichen des Gebärmutterhalses und des Muttermundes. Durch Färbung der Abstrichprobe lässt sich erkennen, ob die Zellen krankhaft sind und wenn ja, wie sehr sie sich von gesundem Gewebe unterscheiden. Je nachdem, wie sehr sich die Veränderungen von einem normalen Zellbild unterscheiden, werden die Ergebnisse von Pap I bis Pap V unterschieden. Pap I bedeutet normale gesunde Zellen,  bei einem Pap V liegen bereits Zellen eines bösartigen Tumors vor.

Präkanzerose

Fachbegriff für Krebsvorstufe

Zervixkarzinom

Fachbegriff für Gebärmutterhalskrebs. Zervix oder Cervix ist der lateinische Name für Hals oder Nacken und bezeichnet im engeren Sinne den Gebärmutterhals (= Cervix uteri).

Zytologie

Untersuchung von einzelnen Zellen, wie zum Beispiel von Blutzellen oder aber von abgestrichenen Schleimhautzellen im Rahmen des Pap-Tests. Veränderungen im Aussehen von Zellen, wie zum Beispiel von Größe oder Form, verraten dem Untersucher, ob diese krank oder gesund sind.

Mehr wissen: Informationen, Links, Fachpublikationen

Weitere Quellen und Linktipps sind in den vorausgehenden Texten zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung direkt aufgeführt.

Gesetzliche Grundlagen, Leitlinien und Fachinformationen

Merkblatt für Patientinnen:
In dem Merkblatt für Patientinnen: "Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs – Was Sie darüber wissen sollten" erklärt der G-BA allgemeinverständlich, was Frauen über Gebärmutterhalskrebsvorsorge wissen sollten. Die Informationen sind auf der Internetseite des G-BA abzurufen unter www.g-ba.de, Reiter "Informations-Archiv“, Stichwort „Patienteninformationen", Stichwort "Merkblätter für Patienten", Stichwort "Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs". Der direkte Link des pdf-Dokuments lautet www.g-ba.de/downloads/17-98-2633/2008-08-21-Merkblatt-Zervixkarzinom.pdf.

Krebsfrüherkennungsrichtlinie:
Die Krebsfrüherkennungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses G-BA legt fest, welche Angebote der Krebsvorsorge für Männer und Frauen zur Verfügung stehen, für die die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten trägt.
Sie ist auf den Internetseiten des G-BA abrufbar unter www.g-ba.de, Reiter „Informations-Archiv“, Stichwort „Richtlinien“, Stichwort „Krebsfrüherkennung“. Der direkte Link lautet www.g-ba.de/informationen/richtlinien/17/.

Leitlinie:
Medizinische Leitlinien richten sich eher an Fachleute. Dabei handelt es sich um eine Art Orientierungshilfe für Ärzte. Sie enthaltenen Empfehlungen, wie diese bei einer bestimmten Erkrankung vorgehen können. Diese Empfehlungen sind aber nicht bindend. So kann der Arzt je nach persönlicher Lage und Situation, aber auch Wunsch der Patientin eine andere Behandlung vorschlagen, als die in der Leitlinie empfohlene.
Die aktuelle Leitlinie zur Früherkennung auf Gebärmutterhalskrebs trägt den Titel: "Prävention, Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion und präinvasiver Läsionen des weiblichen Genitale". Sie wurde unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG e.V.) herausgegeben und ist im Internet abrufbar unter www.dggg.de, Stichwort "Leitlinien", Stichwort "Allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie". Die Leitlinie befinden sich unter Punkt 1.4. 4.. Der direkte Link des pdf-Dokuments lautet www.dggg.de/fileadmin/public_docs/Leitlinien/1-4-4-hpv-2010.pdf.