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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes KID, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg.

Wir beantworten Ihre FragenGerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de
Blutentnahme © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Krebsmarker, Gentests, Tumormarker: Das Wichtigste in Kürze

Der folgende Text des Krebsinformationsdienstes erläutert, was ein Tumormarker, was ein prädiktiver Marker und was ein Prognosefaktor ist. Beantwortet werden Fragen, die Krebspatienten und ihre Angehörigen häufig an den Dienst richten.

Weiterführende Informationen, die zur Beantwortung genutzten Quellen sowie Linktipps finden sich im Text "Hintergrund: Moderne Biomarker in der Onkologie".
Wichtig für Betroffene: Das Gespräch mit den behandelnden Ärzten können Informationen aus dem Internet nicht ersetzen!

Letzte Aktualisierung: 17.05.2013

Was sind Tumormarker? Wozu dienen prädiktive oder Prognosefaktoren?

Krebszellen können "Tumormarker" produzieren und ins Blut abgeben. Einige der Marker gibt es zwar auch bei Menschen ohne Krebs, sie kommen aber nicht in so großer Menge wie bei Krebs vor. Solche Unterschiede lassen sich auch zur Untersuchung nutzen. Ärzte können Tumormarker zum Beispiel im Blut oder Urin eines Patienten messen.
Allerdings gibt es längst nicht für alle Krebsarten solche Marker: Viele Tumorzellen unterscheiden sich nicht genug von gesunden Zellen und produzieren keine für die Krebskrankheit typischen Stoffe.
"Prädiktive Faktoren" geben Ärzten andere Hinweise: Sie zeigen an, ob eine bestimmte Behandlung bei einem Patienten überhaupt wirken kann. Besonders wichtig sind prädiktive Faktoren, wenn ein modernes zielgerichtetes Medikament eingesetzt werden soll. Viele dieser Mittel wirken nur, wenn die Tumorzellen bestimmte Eigenschaften aufweisen. Die Bestimmung "prädiktiver Faktoren" bei einem Patienten gibt darüber Auskunft. Liegen sie nicht vor, ist es nutzlos, einen Patienten mit dem Mittel zu behandeln: Sein Tumor weist die typischen Veränderungen gar nicht auf, an denen das Mittel ansetzt.
Als "Prognosefaktor" können die Ergebnisse verschiedenster Untersuchungen genutzt werden. Geeignet sind alle Befunde, die einen Hinweis auf den voraussichtlichen Verlauf einer Krebserkrankung bieten. Eine hundertprozentig sichere Voraussage des Schicksals eines Patienten erlauben jedoch weder Tumormarker noch sonstige Messwerte oder Untersuchungsergebnisse. 

Ist Krebs vererbbar? Gibt es Gentests?

Die meisten Krebserkrankungen entstehen spontan. Ein hohes Krebsrisiko kann von einer Generation nur an die nächste vererbt werden, wenn sich die zugrunde liegende Veränderung im Erbmaterial von Mutter oder Vater, in Ei- oder Samenzellen findet. Bei einigen familiären Krebserkrankungen sind die beteiligten Gene bekannt und können in aufwändigen Tests nachgewiesen werden, etwa bei Unterformen von Brustkrebs oder Darmkrebs. Weitere Informationen finden sich im Text "Krebs: Was ist das eigentlich?" im Abschnitt "Ist Krebs vererbbar?".

Kann man mit einem Bluttest oder einem Gentest Krebs feststellen?

November 2013: USA mahnen Anbieter von Gentests zur Selbstdiagnose ab

Die U.S.-amerikanische Arzneimittelbehöre, die FDA, hat die Firma "23andme" angemahnt: Sie soll ihren Gentest vom Markt nehmen. Damit können Kunden online und ohne Arztberatung ihr Erbmaterial untersuchen lassen. Geprüft wird dabei beispielsweise, ob man ein hohes Risiko für Brustkrebs oder andere Erkrankungen hat. Der Grund für den Warnbrief: Nutzen und Sicherheit dieser DNA-Tests seien nicht ausreichend belegt, Fehldiagnosen möglich: www.fda.gov/iceci/enforcementactions/
warningletters/2013/ucm376296.htm
.

So einfach ist es nicht. Man kennt längst nicht für jede Krebsart Tumormarker. Selbst wenn es für eine Krebsform spezifische Marker gibt: Viele sind nicht nur bei Krebs nachweisbar oder zeigen auffällige Untersuchungswerte. Rauchen oder eine Entzündung können beispielsweise viele Marker ebenfalls verändern. Ein einzelner von der Norm abweichender Messwert beweist daher noch nicht, dass ein Patient Krebs hat. Die Ursache der Veränderung muss der Arzt noch durch weitere Untersuchungen abklären.
Ein typisches Beispiel für einen solchen Tumormarker ist PSA, das prostataspezifische Antigen: Ein einzelner erhöhter Wert kann auf Prostatakrebs hindeuten, aber auch auf eine Prostataentzündung. 
 

Auch Gentests sind schwierig: Bei den meisten Patienten sind nur in den Krebszellen selbst und nicht im ganzen Körper veränderte Gene zu finden. Man kann also Gentests nicht einfach an einer Blutprobe durchführen. Nur bei wenigen Patienten spielen Erbanlagen eine Rolle, die in der Familie weitergegeben werden. Dann ist rein theoretisch auch ein Bluttest sinnvoll, weil die veränderten Gene in allen Zellen zu finden sind. Solche Erbanlagen kennt man zum Beispiel von seltenen familiären Brustkres oder familiärem Darmkrebs.  

Lässt sich vorab testen, ob und wie eine Behandlung wirken wird?

Manche sehr spezielle Marker liefern Hinweise, ob eine bestimmte Behandlung bei einem Patienten überhaupt wirken wird. Solche Marker nennt man "prädiktive Faktoren". Viele dieser Marker kann man nur in entnommenem Tumorgewebe nachweisen, manche sind aber auch im Blut messbar. Der Arzt wird aber auch andere Kriterien in die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Behandlung mit einbeziehen. Für viele wichtige Therapieverfahren ist die vorherige Messung prädiktiver Marker gar nicht möglich oder auch nicht notwendig.
Ein Beispiel für solche prädiktiven Faktoren sind Hormonrezeptoren bei Brustkrebs: Lassen sich diese "Andockstellen" für Hormone wie Östrogen oder Gestagen im Tumorgewebe nachweisen, ist bei der Patientin eine antihormonelle Behandlung sinnvoll. Bei Männern mit Prostatakrebs ist dieser Nachweis nicht notwendig: Ihr Tumor wächst praktisch immer abhängig vom Hormon Testosteron, die Hormonblockade wirkt so gut wie bei allen Männern, zumindest für einen längeren Zeitraum. Betroffene Patienten können eine antihormonelle Behandlung daher auch ohne "prädiktive" Testung bekommen. 

Gibt es Tests, mit denen man voraussehen kann, wie wahrscheinlich ein Rückfall ist?

Es gibt viele mögliche Hinweise darauf, wie aggressiv ein Tumor wahrscheinlich wachsen wird. Einen einzelnen Test für jeden Patienten zur genauen Bestimmung des Rückfallrisikos gibt es jedoch nicht. Als sogenannte Prognosefaktoren kommen sehr viele unterschiedliche Dinge in Frage: einige Tumormarker, das Aussehen der Zellen unter dem Mikroskop, die Beobachtung, wie schnell der Tumor wächst, oder wie die Krebszellen auf Behandlung ansprechen. Manche Tumoren haben biologische Besonderheiten, von denen man heute weiß, dass sie auf ein hohes Rückfallrisiko hindeuten. Auch das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand eines Patienten bieten wichtige Informationen. Trotzdem kann ein Arzt nie genau vorhersagen, wie die Erkrankung bei einem bestimmten Patienten genau verlaufen wird.

Zum Weiterlesen

Auf den folgenden Seiten bietet der Krebsinformationsdienst Hintergrundwissen zu Tumormarkern, prädiktiven und Prognosefaktoren.

Zum Laden und Ausdrucken stehen zudem zwei Informationsblätter zur Verfügung:
Befunde verstehen (PDF)
Behandlungswahl: Was muss ich wissen? (PDF)

Fragen zu Tumormarkern und anderen Markern beantwortet der Krebsinformationsdienst außerdem am Telefon und per E-Mail. Entsprechende Auskünfte können Patienten das Gespräch mit behandelnden Ärzten jedoch nicht ersetzen.