Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Weichteilsarkome bei Erwachsenen: Tumoren des Binde- und Stützgewebes

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Die Bezeichnung Weichteilsarkom ist ein Sammelbegriff. Während die meisten bösartigen Tumoren so genannte Karzinome sind und von Deckgeweben wie der Haut, den Schleimhäuten oder den Organhüllen ausgehen, entwickeln sich Sarkome aus dem Binde- und Stützgewebe. Die Osteosarkome entstehen im Knochen. Die Weichteilsarkome sind dagegen Krebserkrankungen , die von den Muskeln, von Knorpeln und Sehnen, vom Fettgewebe oder sogar vom Stützgewebe der Blut- und Lymphgefäße ausgehen können. Insgesamt gibt es weit über hundert verschiedene Formen, entsprechend den verschiedenen Zelltypen des Binde- und Stützgewebes.

Weichteilsarkome: Ein kurzer Überblick

Weichteilsarkome entstehen an den verschiedensten Stellen im Körper, zum Beispiel in Armen oder Beinen oder am Rücken. Auch in Organen können sie auftreten: So können in der Gebärmutter beispielsweise so genannte Karzinome wachsen, die von der Schleimhaut ausgehen, aber eben auch Weichteilsarkome, wenn das Muskelgewebe entartet.

Die Sarkome wachsen oft lange entlang der Organstrukturen, können im ungünstigen Fall aber wie die Gruppe der Karzinome auch Metastasen bilden.

Über die Ursachen von Weichteilsarkomen ist nur wenig bekannt. Risikofaktoren, die sich etwa durch eine gesunde Lebensführung beeinflussen ließen, scheinen praktisch keine Rolle zu spielen. Betroffen sind Erwachsene jeden Alters; eine gewisse Häufung beobachten Fachleute um das 50. Lebensjahr herum. Insgesamt sind Weichteilsarkome seltenere Erkrankungen, Experten schätzen, dass pro Jahr etwa zwei bis drei Menschen von 100.000 erkranken.

Behandlung

Eine große Rolle in der Behandlung spielt die Operation; selbst wenn ein Weichteilsarkom Zellen in andere Organe abgesiedelt hat, ist ein chirurgischer Eingriff oft noch aussichtsreich. Lassen sich so die Krebszellen nicht vollständig entfernen oder soll die Gefahr eines Rückfalls verringert werden, gehört die Bestrahlung zu den gängigen Therapieverfahren. Vor allem im Rahmen von Studien spielt auch die Chemotherapie eine Rolle.

  • Experten empfehlen Patienten mit Weichteilsarkomen, die Behandlung in spezialisierten Zentren durchführen zu lassen, in denen viel Erfahrung mit diesen vergleichsweise seltenen Tumoren vorliegen.

Information am Telefon und per E-Mail

Wir beantworten Ihre Fragen: Aktuelle Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Weichteilsarkomen stellt der Krebsinformationsdienst KID am Telefon und per E-Mail zur Verfügung.

  • Warum die Suche nach besonderen Risikofaktoren und Auslösern für Weichteilsarkome wenig Sinn macht, welche Fachleute sich bei diesen Tumorarten auskennen, wie die Behandlung aussieht und was Patienten nach der Therapie beachten sollten, können Sie mit uns unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40 besprechen oder in einer E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de erfragen.

Broschüren und Fachinformationen

Broschüren zum Thema Weichteilsarkome, die innerhalb Deutschland kostenlos erhältlich sind, sind dem Krebsinformationsdienst zur Zeit nicht bekannt. Nur an Fachleute richtet  sich eine Leitlinie, die 2002 im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft erstellt wurde (online unter www.leitlinien.net). Sie bietet Ärzten einen Rahmen zur Therapie von Weichteilsarkomen an Armen und Beinen sowie in Brust- und Bauchraum. Weichteilsarkome an anderen Stellen im Körper sind nicht abgedeckt.

  • Patienten und ihre Angehörigen, die diesen Text nutzen möchten, sollten sich auf jeden Fall mit ihren Ärzten darüber verständigen, was davon noch auf ihre Situation zutrifft und was nicht mehr: Bei der Behandlung der Weichteilsarkome spielen klinische Studien eine große Rolle, und es gibt immer wieder neue Entwicklungen, deren Ergebnisse erst mit einer gewissen Verzögerung bei der Leitlinienerstellung berücksichtigt werden können.

Weichteiltumoren bei Kindern

Die Weichteilsarkome bei Kindern werden teilweise anders behandelt als bei Erwachsenen: Ausführliche Informationen für betroffene Jugendliche, Kinder und ihre Eltern bietet das Kompetenznetz pädiatrische und hämatologische Onkologie bei www.kinderkrebsinfo.de unter dem Stichwort "Erkrankungen" und "Weitere solide Tumoren".



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 05.10.2006