
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deKrebserkrankungen des Gebärmutterkörpers bezeichnen Fachleute heute in der Regel als Endometriumkarzinom. Seltener werden auch die Begriffe Uteruskarzinom oder Korpuskarzinom verwendet. Das Endometrium ist die Schleimhaut, mit der die Gebärmutter innen ausgekleidet ist. Uterus ist die lateinische Bezeichnung für die Gebärmutter; Korpus steht für den Gebärmutterkörper, in Abgrenzung zum Gebärmutterhals, der Zervix.
Endometriumkarzinome werden pro Jahr bei etwa 11.140 Frauen in Deutschland festgestellt; das mittlere Erkrankungsalter bei der Diagnose beträgt 69 Jahre, so die Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister und das Robert-Koch-Institut in der Broschüre "Krebs in Deutschland", online unter www.gekid.de oder www.rki.de, Rubrik "Gesundheitsberichterstattung und Epidemiologie". Fachleute schätzen, dass derzeit 49.100 Frauen in Deutschland leben, bei denen in den vorangegangenen fünf Jahren Gebärmutterkörperkrebs festgestellt wurde, weitere Informationen zur Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt. Anders als für die Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses gibt es für das Endometriumkarzinom keine gezielte Früherkennung im Rahmen des gesetzlichen Programms. Der Frauenarzt wird aber die gesamte Gebärmutter bei der "Krebsvorsorge" immer abtasten.
Als Faktoren, die bei vielen betroffenen Frauen in der Vorgeschichte gefunden werden, gelten höheres Alter, Übergewicht sowie hormonelle Faktoren. Die "Pille" zur hormonellen Empfängnisverhütung scheint allerdings eher einen schützenden Effekt zu haben. Als Risikofaktor gelten auch Medikamente, die gegen Brustkrebs eingesetzt werden, Brustkrebspatientinnen werden deshalb regelmäßig untersucht.
Bei einer vergleichsweise seltenen genetischen Veränderung, die in der Familie vererbt werden kann, neigen Betroffene außer zu Darmkrebs auch überdurchschnittlich häufig zu Endometriumkarzinomen. Als Warnzeichen gelten mehrere Darmkrebs- oder Endometriumkarzinomerkrankungen unter eng Verwandten, als weitere Hinweise gelten Patienten in der Familie, die bei der Erstdiagnose deutlich jünger waren als der Altersdurchschnitt sonst für diese Erkrankungen (zum Beispiel unter 50 Jahre für Darmkrebs, bei Endometriumkarzinom vor den Wechseljahren). Frauen, die in ihrer Familie entsprechend erkrankte Verwandte haben, sollten ihren Frauenarzt gezielt darüber informieren (mehr unter www.hnpcc.de, einem Verbundprojekt unter Förderung der Deutschen Krebshilfe).
Die Operation und die Strahlentherapie gehören zu den wichtigsten Behandlungsformen; ist die Krankheit fortgeschritten, kommt zusätzlich auch eine (Anti-)Hormontherapie infrage, eventuell auch eine Chemotherapie.
Wesentlich seltener als das Endometriumkarzinom sind Tumorerkrankungen der Gebärmutter, die vom Muskelgewebe ausgehen, die so genannten Sarkome (Uterussarkome, Leiomyosarkome), oder andere bindegewebige Tumoren, mehr dazu hier.
Wir beantworten Ihre Fragen: Aktuelle Hintergrundinformationen zu Krebserkrankungen des Gebärmutterkörpers stellt der Krebsinformationsdienst KID am Telefon und per E-Mail zur Verfügung.
Eine Auswahl von Broschüren anderer Institutionen, die innerhalb Deutschland kostenlos erhältlich sind, hat der Krebsinformationsdienst unter "Broschüren" zusammengestellt.
Achtung: Nicht alle Texte in dieser Rubrik informieren nur über Gebärmutterkörperkrebs, einige haben eine Übersicht über alle gynäkologischen Krebserkrankungen zum Thema.
Speziell zum Thema "Weibliche Sexualität und Krebs" informiert eine Broschüre (PDF) des Krebsinformationsdienstes.
Nur an Fachleute richtet sich eine Leitlinie, die 2006 im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erstellt wurde (online unter www.dggg.de, Stichwort Leitlinien, oder unter www.leitlinien.net).
Nicht zu verwechseln mit dem Endometriumkarzinom ist eine Krebserkrankung des Gebärmutterhalses, das so genannte Zervixkarzinom: Auch wenn beide Tumorformen den Uterus betreffen, so entstehen sie doch aufgrund von völlig verschiedenen Risikofaktoren und werden auch verschieden behandelt, hier mehr zum Zervixkarzinom.