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Die größeren Eingriffe bei Magenkrebs sind ausgedehnte Operationen, die belastend sind und eine längere Erholungszeit nach sich ziehen. Wie lange ein Patient alles in allem im Krankenhaus bleiben muss, hängt auch von Komplikationen ab, die selbst unter günstigen Umständen nicht immer vermeidbar sind. So kann es bei einem Teil der Betroffenen zu Problemen an den Nähten kommen, die nach einer Magenentfernung Speiseröhre und Darm verbinden, zum Beispiel zu Ablösungen oder Undichtigkeiten; auch Blutungen oder Schwellungen im operierten Verdauungstrakt sind möglich. Unter Umständen ist dann eine Nachoperation notwendig, oder die Gabe zusätzlicher Medikamente.
Infektionen und Entzündungen lassen sich ebenfalls nicht immer vermeiden. Zwar erhalten Magenkrebspatienten vor der Operation vorbeugend Antibiotika und Medikamente zur möglichst vollständigen Entleerung des Verdauungstraktes. Steril ist der Verdauungstrakt jedoch nie.
In den ersten Tagen nach der Operation erhalten Magenkrebspatienten Infusionslösungen in die Vene, um ihren Energiehaushalt stabil zu halten (als "parenterale" Versorgung). Normales Essen ist allerdings für eine ganze Weile tabu. Damit der Darm die Nahrungsaufnahme in dieser Zeit nicht "verlernt", gibt man in den meisten Krankenhäusern den Patienten schon relativ früh nach der Operation Nahrungskonzentrate über eine Sonde direkt in die Darmabschnitte unterhalb des Operationsgebietes (enterale Ernährung). Bis zur Entlassung aus der Klinik wird nach und nach auf die vorsichtige Nahrungsaufnahme durch den Mund umgestellt (orale Ernährung). Nach Hause dürfen Patienten aber je nach Situation schon, wenn noch zusätzlich Nährstoffe über die Sonde gegeben werden müssen. Trinken ist oft schon bald nach der Operation erlaubt.
Wie es mit der Ernährung langfristig zu Hause weitergeht, ist im Kapitel "Gewicht und Ernährung" geschildert.
Wurde bei einer ausgedehnten Operation die Milz mit entfernt, raten Experten heute zu Schutzimpfungen, zum Beispiel gegen eine Form der ansteckenden Lungenentzündung. Wann diese Impfungen möglich sind, hängt vom Zustand des Immunsystems ab und damit zum Beispiel auch von der Durchführung einer Chemotherapie. Patienten, bei denen eine Milzentfernung schon länger zurück liegt und die noch keine entsprechenden Schutzimpfungen erhalten haben, sollten ihre behandelnden Ärzte darauf ansprechen. Informationen für Fachleute hält die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut unter www.rki.de bereit, Stichwort Infektionsschutz.
Zytostatika wirken nicht nur auf Krebszellen: Auch andere Gewebe, die sich schnell teilen und regenerieren, sind oft mitbetroffen. Dazu gehören vor allem das blutbildende System im Knochenmark, die Haarwurzeln und die Schleimhäute im Verdauungstrakt. Als Nebenwirkungen sind daher Probleme bei der Blutbildung möglich, was sich kurzfristig auch auf das Immunsystem auswirkt, sowie Haarausfall und wunde Schleimhäute im Verdauungstrakt. Als allgemeine "Vergiftungsanzeichen" kämen Übelkeit, Erbrechen und allgemeine Abgeschlagenheit dazu, wenn keine begleitenden Mittel gegeben würden, die diese Symptome unterdrücken.
Gegen fast alle Nebenwirkungen der Chemotherapie erhalten Krebspatienten heute vorbeugende Medikamente. Lediglich der Haarausfall, der bei vielen Zytostatika auftreten kann, lässt sich praktisch nicht vermeiden. Nach dem Ende der Behandlung mit Zytostatika erholt sich der Körper in der Regel von alleine innerhalb relativ kurzer Zeit: Die Abbauprodukte der "Chemo" sind nach spätestens einer Woche ausgeschieden, dann beginnen Haare und Schleimhautzellen nachzuwachsen, Blutstammzellen regenerieren sich und bauen das Immunsystem wieder auf.
Dauert diese Erholungphase länger, ist bei Magenkrebspatienten meist eher die Krankheitssituation an sich und ein schlechter Allgemeinzustand aufgrund von Ernährungsproblemen die Ursache als die Chemotherapie als solche.
Alle Zellen des Blutes werden im Knochenmark aus gemeinsamen
Stammzellen gebildet, die eine hohe Teilungsrate aufweisen und daher
empfindlich auf eine Chemotherapie reagieren. Als Nebenwirkung kann
daher sowohl die Zahl der roten Blutkörperchen absinken, die für den
Sauerstofftransport zuständig sind, wie auch die Zahl der weißen, die
für die Immunabwehr wichtig sind. Das Blutbild wird während einer
Chemotherapie daher regelmäßig kontrolliert.
Meist merken Patienten
unter einer Chemotherapie zunächst nicht viel von diesen Veränderungen,
und viele bleiben auch im weiteren Verlauf von gravierenden Beschwerden
verschont, selbst wenn das Blutbild schon deutliche Wirkungen der
Chemotherapie aufweist.
Sinken die Werte der roten Blutkörperchen, der Erythrozyten, aber unter eine kritische Grenze, sind Müdigkeit und Abgeschlagenheit die Folge, weil nicht mehr genug Sauerstoff über das Blut transportiert wird. Je nach Situation kann trotzdem vorsichtig abgewartet werden, ob sich das Blutbild in den Chemo-Pausen von alleine erholt. Erst wenn dies nicht der Fall ist und die Situation die Weiterführung der Chemotherapie gefährden würde, helfen Bluttransfusionen, eventuell auch der Wachstumsfaktor Erythropoetin ("EPO"), der die Stammzellen zu vermehrter Produktion von roten Blutkörperchen anregt.
Ähnlich sieht es mit den Auswirkungen einer Chemotherapie auf die weißen Blutkörperchen aus.
Unterschreitet ihre Zahl eine kritische Grenze, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Patient nicht von alleine gegen Krankheitserreger wehren kann. Der gute Schutz vor Keimen und besondere Sauberkeit sind dann wichtig. Ab wann hier Wachstumsfaktoren für weiße Blutkörperchen als Medikament eingesetzt werden müssen, hängt auch von individuellen Faktoren ab.
Jeder Hinweis auf eine Infektion oder Entzündung während einer Chemotherapie muss sehr ernst genommen werden. Fieber und unklare Beschwerden sollten daher für ambulant behandelte Patienten auf jeden Fall ein Anlass sein, den Arzt um Rat zu fragen.
Da sich die Schleimhäute in Mund, Rachen und dem weiteren Verdauungstrakt schnell teilen, reagieren sie ebenfalls empfindlich auf Zytostatika. Wunde Stellen und kleine Risse können sehr weh tun und die sowieso bei Magenkrebs schon eingeschränkte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme weiter erschweren. Im Krankenhaus zeigen Schwestern und Pfleger, wie man trotzdem vorsichtige Mundhygiene betreibt. Auch ein leichtes örtliches Betäubungsmittel kann helfen.
Chemotherapie ist für viele Menschen immer noch gleichbedeutend mit starker Übelkeit. Heute erhalten Patienten jedoch schon vor und mit den ersten Zytostatika, die das Unwohlsein und Erbrechen fast immer zuverlässig unterdrücken. Magenkrebspatienten, die bei einer ambulanten Chemotherapie trotzdem Probleme haben, sollten sobald wie möglich mit ihren Ärzten über eine besser angepasste Einstellung mit Medikamenten sprechen.
Einige der heute eingesetzten Zytostatika verursachen keinen oder nur geringen Haarausfall, bei anderen lässt er sich bis heute nicht vermeiden. Bei der Auswahl der in der Magenkrebs-Behandlung möglichen Medikamente lässt sich darauf allerdings keine Rücksicht nehmen. Ist Haarausfall wahrscheinlich, erhält der Patient schon vor Beginn der Behandlung ein Rezept für eine Perücke. Die Kosten für eine gute Kunsthaarperücke übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen auf jeden Fall; bei den privaten Versicherungen gilt der individuelle Vertrag. Gesetzlich Versicherte müssen allerdings eine Zuzahlung von zehn Prozent Eigenanteil leisten. Wichtig ist die gute Anpassung einer Perücke durch einen Friseur, damit sie möglichst natürlich aussieht. Nach Abschluss der Behandlung wachsen die Haare meist innerhalb von zwei bis sechs Monaten wieder nach.
Einige Medikamente können auch die Nerven schädigen und dadurch Nervenschmerzen oder Empfindungsstörungen verursachen, etwa an Händen oder Füßen. Die Begleiterscheinungen sind meist - wenn auch nicht immer - nur vorübergehend und können mit zusätzlichen Medikamenten gelindert werden.
Da eine Bestrahlung bei Patienten mit Magenkrebs meist nur in Kombination mit anderen Therapieverfahren eingesetzt wird, lassen sich ihre Nebenwirkungen oft nicht einzeln von denen der anderen Verfahren abtrennen. Bei den heute gewählten Bestrahlungsarten sind Begleiterscheinungen zudem viel seltener als früher, als weniger gezielt bestrahlt wurde und der Strahlengang kaum auf das Tumorgebiet konzentriert blieb.
Am wichtigsten ist die sorgfältige Beobachtung der Haut im Bestrahlungsfeld: Sie kann bei empfindlichen Menschen mit einer Sonnenbrand ähnlichen Rötung reagieren. Ob die Hautpflege während und kurz nach einer Bestrahlung eingeschränkt werden muss und welche Produkte erlaubt sind, erklärt der Radiologe.