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Magenkrebs: Informationen für Patienten, ihre Angehörigen und Freunde

Die Erkenntnisse über Krebserkrankungen wachsen ständig, oft in kleinen, für den Nichtwissenschaftler kaum nachvollziehbaren Schritten. Dennoch ergeben sich aus diesem Wissenszuwachs immer wieder merkliche Fortschritte für Patienten.
In diesem Text sind die wesentlichen Früherkennungs-, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Karzinomen des Magens dargestellt, wie sie dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens im Frühjahr 2006 entsprechen. Die folgenden Informationen sollen wesentliche Fakten zum Krankheitsbild Magenkrebs vermitteln. Sie ersetzen keinesfalls das klärende Gespräch mit den behandelnden Ärzten, können es aber erleichtern, die wichtigen und entscheidenden Fragen an an sie zu formulieren.

Quellen

Als Informationsquellen wurden, soweit es sich nicht um Lehrbuchwissen handelt, zum Beispiel Behandlungsleitlinien deutscher und internationaler Fachgesellschaften verwendet.
Dazu gehören die von der Deutschen Krebsgesellschaft zuletzt 2004 herausgegebenen Leitlinien zur Behandlung von Magenkrebs sowie zur Nachsorge und Rehabilitation von Patienten mit gastrointestinalen Tumoren. Im Internet sind diese Texte unter www.krebsgesellschaft.de oder bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften unter www.leitlinien.net abrufbar. Diese Leitlinien richten sich jedoch an Fachleute und geben den Stand des Wissens zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wieder. Der Krebsinformationsdienst hat als Quelle weiterhin Therapieempfehlungen genutzt, die zum Beispiel von regionalen Tumorzentren herausgegeben werden, sowie aktuelle Fachveröffentlichungen, die über Fachzeitschriften und wissenschaftliche Literaturdatenbanken zugänglich sind.
Weitere genutzte Quellen sind im nachfolgenden Text direkt angegeben und verlinkt, wenn sie auch im Internet zur Verfügung stehen.

Links

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Magenkrebs - ein Überblick: Anatomie, Tumorbiologie, Krebshäufigkeit

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Das Wort Krebs steht für eine große Gruppe ganz unterschiedlicher Erkrankungen, die eines gemeinsam haben: die unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes. Was daraus entsteht, ist ein Tumor, zu Deutsch Geschwulst.
Bösartige Tumoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich der normalen Wachstumskontrolle des Organismus entzogen haben. Die veränderten Zellen vermehren sich ungebremst. Sie wachsen in umliegendes Gewebe ein und zerstören es, sie können in Blutbahnen und Lymphgefäße eindringen und mit dem Blut- und Lymphstrom in andere Körperorgane gelangen. Dort können sie sich ansiedeln und erneut vermehren - es entstehen Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.

Karzinome des Magens gehören zu den sogenannten soliden Tumoren. Bei den Blutkrebsen, also den Lymphomen und Leukämien, verbreiten sich einzelne Zellen dagegen mit dem Blut über den ganzen Körper. Nur bei einigen Unterarten können sich diese Zellen ebenfalls zu Knoten zusammenballen, die den soliden Tumoren ähnlich sind.

Eine seltene Form dieser Krebsarten tritt auch im Magen auf, das sogenannte MALT-Lymphom. Wie diese Tumorform behandelt wird, lesen Betroffene nicht in den folgenden Texten, sondern hier, beim Thema Lymphome.

Heute weiß man, dass die Ursache für die Entstehung von Krebs in einer Veränderung des Erbmaterials von Körperzellen liegt, die zu einer fehlenden Kontrolle des Zellwachstums führt. In der Regel müssen viele Faktoren, äußere und innere, zusammenwirken, um eine Zelle in eine Krebszelle umzuwandeln. So wenig es "den" Krebs gibt, so wenig kann man auch von "der" Krebsursache sprechen.

Krebs im Alter häufiger

Welche Risikofaktoren führen zu Krebs? Die meisten Menschen denken zuerst an äußere Einflüsse, wie beispielsweise Tabakrauch, die ultravioletten Strahlen der Sonne, radioaktive Strahlung, bestimmte Schimmelpilze auf Lebensmitteln, Fehlernährung sowie Schadstoffe in Lebensmitteln, aus der Umwelt oder am Arbeitsplatz.
Diese Faktoren können jedoch längst nicht allein verantwortlich gemacht werden, und sie spielen auch nicht bei jeder Krebsart die gleiche Rolle, wenn überhaupt. So sehen Experten die Risiken für Magenkrebs heute hauptsächlich in der Ernährung und eventuell in bestimmten Krankheitserreger.
Wesentlich für die Schädlichkeit Krebs fördernder Einflüsse ist fast immer die Dauer des Einwirkens. Zusammen mit der Abnahme der Reparaturfähigkeiten des menschlichen Organismus im Alter ist dies einer der Gründe dafür, dass Krebserkrankungen bei älteren Menschen wesentlich häufiger sind als im jüngeren Lebensalter. An Magenkrebs erkranken in der Regel Menschen eher in der zweiten Lebenshälfte, meist erst nach dem 60. Lebensjahr.

Lage und Aufbau des Magens

Der Magen liegt zum größten Teil im linken Oberbauch, unterhalb des Zwerchfells, zwischen der Milz und der Leber. Diese füllt den rechten Oberbauch aus.
Als hohles, aus elastischen Muskeln aufgebautes Organ kann der Magen seine Größe, Form und Lage aber stark verändern, abhängig von der Körperhaltung und vor allem der Menge der aufgenommenen Nahrung.

Untergliedert ist der Magen in

Magenschleimhaut und Drüsenzellen

Die Magenwand ist nur wenige Millimeter dick, trotzdem besteht sie aus mehreren Schichten:
Innen ausgekleidet ist der Magen mit einer dünnen Schleimhaut, in der viele Drüsenzellen liegen. Drei verschiedene Drüsenzellarten produzieren unterschiedliche Substanzen und geben sie in den Magensaft ab. Dazu gehören zum Beispiel Enzyme, die die Nahrung chemisch aufspalten, Salzsäure, ebenfalls für die Verdauung wichtig, aber auch als Neutralisator von schädlichen Nahrungsbestandteile oder von Keimen, sowie viele Botenstoffe mit Hormonwirkung, die die Verdauung mit steuern.
Ein Teil der Drüsenzellen der Schleimhaut produziert einen neutralen, zähen Schleim. Dieser überzieht die Magenschleimhaut mit einer Schutzschicht, um sie vor dem aggressiven Magensaft und anderen schädigenden Einflüssen zu schützen, zum Beispiel Alkohol oder zu heißen Speisen. Die Drüsenzellen in der Magenschleimhaut produzieren täglich rund zweieinhalb Liter Magensaft. Über der Schleimhaut liegt eine Bindegewebeschicht, in der die Blut- und Lymphgefäße verlaufen.

Muskeln und Nahrungstransport

Darunter liegt eine Muskelschicht, die aus einer inneren Ringmuskelschicht und einer äußeren Längsmuskelschicht besteht. Die Ringmuskelschicht ist die stärkste Schicht der Magenwand. Ihre Fasern bilden auch den ringförmigen Magenschließmuskels, des Pylorus, der die portionsweise Abgabe des Speisebreis steuert. Die spezielle Anordnung der Muskelfasern in der Magenwand ermöglicht eine gute Durchmischung der Nahrung mit dem Magensaft. Durch das rhythmische Zusammenziehen der Muskulatur wird der Nahrungsbrei langsam in Richtung Magenausgang geschoben und durch den Pylorus in den Dünndarm transportiert. Außen wird die Magenwand von einer dünnen Bauchfellschicht überzogen, die der Muskelschicht aufliegt.

Aufnahmekapazität

Der Magen dient als Zwischenspeicher für die aufgenommene Nahrung. Hier beginnt die Verdauung. Die Aufnahme der gelösten Nährstoffe geschieht aber zum großen Teil erst im Darm. Das Fassungsvermögen des Magens beträgt bei Erwachsenen rund eineinhalb Liter. Normalerweise dauert es mehrere Stunden, bis gekaute feste Nahrung den Magen durchlaufen und komplett wieder verlassen hat. Bei leerem Magen bildet die Schleimhaut viele Falten, damit sich der Magen bei erneuter Nahrungsaufnahme wieder problemlos dehnen kann.

Die verschiedenen Formen von Magenkrebs

Magenkrebs - fast immer ein Karzinom
Magenkarzinome gehen von der Schleimhaut aus, die die Magenwand innen auskleiden.

Spricht man von Magenkrebs, so ist damit fast immer ein Karzinom des Magens gemeint; auch die folgenden Texte konzentrieren sich auf diese Tumorform. Der Krebs geht dabei von der Schleimhaut aus, die die Magenwand innen auskleidet.

Wesentlich seltener und im folgenden Text nicht besprochen sind andere bösartige Tumoren des Magens:

Häufigkeit und Verbreitung

Magenkrebs ist die fünfthäufigste Krebserkrankung bei Männern und bei Frauen. Im Jahr 2002 erkrankten in Deutschland schätzungsweise  etwas mehr als 11.200 Männer und etwa 8.200 Frauen an Krebs des Magens. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei rund 70 Jahren, bei Frauen bei über 75 Jahren. Diese und weitere statistische Angaben stellen das Robert-Koch-Institut und die Gesellschaft epidemiologischer Krebsregister in der Broschüre "Krebs in Deutschland" zur Verfügung; sie ist im Internet unter www.gekid.de abrufbar.

Insgesamt sinkt die Anzahl der Neuerkrankungen in Deutschland wie auch in anderen Industrienationen schon seit mehreren Jahrzehnten deutlich: Die Erkrankungsraten sind nur noch halb so hoch wie vor 30 Jahren. Dies wird vor allem auf veränderte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zurückgeführt. Trotzdem rechnen die Experten der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) Magenkrebs in Europa gemeinsam mit Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Lungenkrebs zu den "vier großen Killern" unter den Krebstodesursachen (eine Pressemitteilung von 2005 in englischer Sprache unter www.iarc.fr/en/media-centre/pr/2005/pr159.html).

Risikofaktoren und Auslöser: Wie entsteht Magenkrebs?

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Die Mechanismen, die im Einzelnen zu einer Krebserkrankung des Magens führen, sind noch weitgehend unbekannt. Vermutlich sind wie bei fast allen anderen Krebserkrankungen verschiedene Einflüsse gemeinsam beteiligt. Entzündungsprozesse scheinen insgesamt eine große Rolle zu spielen. Einige Faktoren, die darauf hindeuten, sind aus Studien bekannt, in denen die Daten von Patienten und Gesunden verglichen wurden. Dazu gehörten beispielsweise die Ernährungsgewohnheiten oder Vorerkrankungen wie etwa Magengeschwüre. Längst nicht alle Patienten weisen jedoch das gleiche Risikoprofil auf, und manchmal sind selbst Menschen betroffen, die keinerlei Risikofaktoren in ihrer Vorgeschichte aufweisen.

Ernährungsgewohnheiten

Verwandte Themen

Beim Thema Ernährung spielen eher langjährige Gewohnheiten eine Rolle als kurzfristige "Diätsünden". Dies haben sogenannte epidemiologische Studien ergeben, in denen große Bevölkerungsgruppen untersucht werden.

Im März 2006 veröffentlichte Daten aus der europaweiten Ernährungsstudie EPIC deuten darauf hin, dass ein hoher Fleischverzehr eine Rolle spielen kann (hier eine Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2006/
dkfz_pm_06_33.php
). Die an der EPIC-Untersuchung beteiligten Forscher zeigten jedoch auch, dass Fleisch vor allem dann ein wesentliches Risiko ist, wenn gleichzeitig eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori vorliegt. Verantwortlich ist vermutlich die vergleichsweise hohe Zufuhr von Eisen, die das Bakterienwachstum stimuliert. Eisenarmes Geflügelfleisch beeinflusst das Risiko dagegen nicht.

Auch geräuchertes oder dunkel gegrilltes Fleisch ist kritisch, wenn es sehr oft verzehrt wird. Beim Räuchern und Grillen entstehen krebserregende Substanzen durch unvollständige Verbrennung von organischem (pflanzlichen oder tierischem) Material.

Patienten zeigen außerdem eher als Gesunde in ihrer Vorgeschichte einen Mangel an frischem Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Reichlicher Verzehr von frischem Obst und Gemüse scheint das Erkrankungsrisiko dagegen zu senken.

Ein Risiko ist der häufige Verzehr stark gesalzener und gepökelter Speisen, und verstärkt die Auswirkung von zu wenig Obst und Gemüse. Beim Pökeln werden Nitrat- und Nitritsalze verwendet, die bei Erwärmung oder im Magen zusammen mit anderen Nahrungsbestandteilen Nitrosamine bilden können. Nitrosamine werden als stark krebserregend (kanzerogen) eingestuft. Trotzdem sehen Krebsforscher die Rolle von Nitrosaminen heute als nicht mehr so eindeutig belegbar an wie noch vor einigen Jahren. Sie diskutieren heute eher zu viel normales Salz (Kochsalz) als Risikofaktor.

Weniger Pökelung, weniger Salz, weniger Schadstoffe im Essen

Insgesamt führen Wissenschaftler den Rückgang bei den Magenkrebszahlen wesentlich darauf zurück, dass heute Einsalzen, Pökeln oder Räuchern als Konservierungsmethoden weitgehend vom Tiefkühlen oder Erhitzen und Einmachen in Dosen oder Gläsern abgelöst wurden. Mit besseren Konservierungsmethoden seltener wurde auch die  Verunreinigung der Nahrung durch krankmachende Bakterien oder Schimmelpilze.

Doch auch andere Risiken, die mit dem persönlichen Lebensstil verknüpft sind, können beteiligt sein:

Kaffee - kein Risiko
Kein Risiko für Magenkrebs geht nach derzeitigen Kenntnisstand von Kaffee oder schwarzem Tee aus.

Vorerkrankungen

Einige Magenkrankheiten erhöhen das statistische Risiko für Magenkrebs. Auch hier gilt aber, wie bei den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten: Längst nicht alle Patienten, die solche Risikofaktoren aufweisen, erkranken an einem Tumor. Bei Magenkarzinompatienten finden sich in der Vorgeschichte vor allem chronische Entzündungen, die die Schleimhaut verändern.

Heute weiß man, dass die meisten Patienten bei solchen Entzündungen mit Helicobacter-pylori-Bakterien infiziert sind, die sich im Magen in der Nähe des Magenausganges (Pylorus) angesiedelt haben. Wie genau der Zusammenhang zwischen Infektion und Krebsentstehung aussieht, weiß man bis heute nicht; neue Studien belegen aber den Zusammenhang der bakteriellen Erkrankung mit dem Verzehr von viel Fleisch. Vor allem rotes Fleisch liefert viel Eisen, von dem das Bakterienwachstum abhängig ist. Viele Menschen sind mit Helicobacter infiziert, ohne dass sie Anzeichen dauerhafter Entzündungen zeigen oder sich krank fühlen. Ob die Behandlung der Helicobacter-Infektion deshalb bei jedem Infizierten notwendig ist und langfristig zu einer Senkung des Magenkrebsrisikos beiträgt, beurteilten Fachleute bis zur Veröffentlichung neuer Daten zum Magenkrebsrisiko im März 2006 deshalb unterschiedlich. Bei Beschwerden raten die meisten Ärzte aber zu einer Therapie gegen die Infektion.

Weit seltener sind andere Formen der Schleimhautentzündung, die das Risiko von Magenkrebs ebenfalls erhöhen.

Polypen der Magenschleimhaut

Magenpolypen
In der Regel gutartig

Nur die selten auftretenden adenomartigen Magenpolypen gelten als Krebsvorstufe. Alle anderen Typen von Magenschleimhautpolypen zählen zu den gutartigen Magentumoren und haben mit Krebs nichts zu tun.

Vererbung und Gene

Veränderungen der Erbsubstanz sind als Ursache für die Entstehung von Magenkrebs noch nicht so weit erforscht, dass bestimmte Auffälligkeiten ganz sicher bestimmten Schritten in der Krankheitsentstehung zugeordnet werden könnten. Bislang müssen sich die Forscher bei ihren Aussagen oft damit begnügen, mögliche Zusammenhänge zu beschreiben, ohne die Ursachen genau zu kennen:

Magenkrebs: Warnzeichen und Symptome

Erste Warnzeichen für eine Magenkrebserkrankung sind eher uncharakteristisch: Viele Betroffene leiden zunächst unter allgemeinen Verdauungsbeschwerden und haben das Gefühl, viele Lebensmittel nicht mehr so gut wie früher zu vertragen. Zum Arzt sollte man auf jeden Fall gehen, wenn

Beschwerden nicht einfach hinnehmen

Gerade ältere Menschen nehmen die oben genannten Beschwerden oft zu lange hin, weil sie sie für altersbedingt halten. Erst wenn die meist zu beobachtende Gewichtsabnahme auffällig wird oder sich der Stuhl durch Blutungen im Verdauungstrakt schwarz färbt, führen sie diese Symptome zum Arzt.

Ein chronischer Blutverlust macht sich auch im Blutbild bemerkbar, was dann bei Routineuntersuchungen als Mangel an roten Blutkörperchen auffällt, einer sogenannten Anämie. Auch andere Laborwerte können sich bei einer Magenkrebserkrankung verändern. Anhand einer Blutprobe allein lässt sich Magenkrebs jedoch auf keinen Fall feststellen.

Keine Früherkennungsuntersuchung für Magenkrebs

Eine Untersuchung auf Magenkrebs gehört nicht zur üblichen "Krebsvorsorge", dem gesetzlichen Früherkennungsprogramm. Einfache Möglichkeiten fehlen, die sich bei einer solchen Routineuntersuchung schnell und vergleichsweise sicher durchführen ließen - sicher nachweisen kann man Magenkrebs nämlich nur mit einer Magenspiegelung.
Da die Erkrankung in Deutschland vergleichsweise selten ist und man bisher Bevölkerungsgruppen mit besonders hohem Risiko nicht identifizieren kann, macht es wenig Sinn, Gesunde regelmäßig ohne Anlass dieser Untersuchung zu unterziehen – der Aufwand und die Belastung für gesunde Menschen ohne Beschwerden stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Verdacht auf Magenkrebs: Diagnostische Verfahren zur Abklärung und Ausbreitungsbeurteilung

Was tun bei Beschwerden?

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Der Arzt lässt sich Ernährungsgewohnheiten, frühere und derzeitige Symptome genau schildern, nimmt Blut für Basistests ab und führt eine allgemeine körperliche Untersuchung durch, bei der er den Bauchraum abtastet und nach Vergrößerungen, Flüssigkeitseinlagerungen und geschwollenen Lymphknoten sucht. Solche einfachen, wenig belastenden Untersuchungen dienen auch dazu, mögliche andere Ursachen für die Beschwerden aufzudecken. Lässt sich so der Verdacht auf Magenkrebs nicht ausräumen, folgen weitere diagnostischere Maßnahmen. Sie sind aufwendiger und können den Patienten belasten. Bei der Auswahl von Methoden spielt deshalb auch der allgemeine Gesundheitszustand eine Rolle – besonders anstrengende Untersuchungen werden nur bei sehr deutlichem Krankheitsverdacht durchgeführt, Nutzen und Risiko müssen in einem vertretbaren Verhältnis zueinander stehen.

Magenspiegelung und Biopsie

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Ergibt sich ein starker Verdacht auf eine ernstere Erkrankung des Magens, wird der Arzt eine Magenspiegelung vorschlagen und zu einem Facharzt für Innere Medizin mit der Spezialisierung Gastroenterologie überweisen, eventuell auch in die Ambulanz eines entsprechend ausgerichteten Krankenhauses.
Die Magenspiegelung oder Gastroskopie kann ambulant durchgeführt werden. Sie ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft, und dauert meist nur wenige Minuten. Der Magen sollte möglichst entleert sein; wie lange man vorher nichts essen darf, wird bei der Terminplanung mitgeteilt. Ein Betäubungsspray in Mund und Rachen sorgt dafür, dass die Untersuchung nicht weh tut. Auf Wunsch können Patienten auch ein Beruhigungsmittel bekommen, es hilft gegen Aufregung und Würgereiz. Dann sollte man sich allerdings nach der Untersuchung abholen lassen und nicht selbst Auto fahren.

Blick auf die Magenschleimhaut

Bei der Gastroskopie wird ein biegsamer Schlauch, ein Endoskop, durch die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben, meist bis zum Zwölffingerdarm (Duodenum). Eine eingebaute Lichtquelle ermöglicht dem Untersucher einen Blick auf die Magenschleimhaut. Mit einer winzigen Zange kann er Gewebeproben aus verdächtig aussehenden Bezirken entnehmen. Diese Probenentnahme bezeichnet man als Biopsie.

Untersuchung der entnommenen Proben

Diese Proben, normalerweise fünf bis zehn von verschiedenen Stellen, werden unter dem Mikroskop untersucht. Das Aussehen der Zellen erlaubt wichtige Aussagen, und meist lässt sich schon abschätzen, wie tief die Veränderungen in die Magenwand hineinreichen. Eine eventuelle Infektion mit dem Krankheitserreger Helicobacter pylori ist aus entnommenem Gewebe diagnostizierbar. Mit molekularbiologischen Methoden lässt sich Magenkrebs von anderen Erkrankungen unterscheiden, etwa einem Magenlymphom.

Untersuchungen zur Ausbreitung der Erkrankung

Hat sich anhand dieser Zelluntersuchungen der Krankeitsverdacht bestätigt, stehen mehrere Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung, um festzustellen, ob und wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Dabei werden auch die Regionen und Organe untersucht, in denen sich Metastasen des Magenkarzinoms bevorzugt ansiedeln. Dazu gehören Leber und Lunge, die Lymphknoten des gesamten Bauchraums und das Bauchfell. Berichtet der Patient von Knochenschmerzen oder unklaren "Rheumabeschwerden", wird auch das Skelett untersucht. Der Arzt wird versuchen, mit so wenigen Untersuchungen wie möglich ein eindeutiges Ergebnis zu erhalten, auf das die Behandlungsplanung aufgebauen kann. Welche Untersuchungen im Einzelnen jeweils durchgeführt werden, entscheiden Arzt und Patient unter Berücksichtigung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der Belastbarkeit.

Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums und des Beckens

Diese Untersuchung können viele Ärzte direkt in der Praxis durchführen, sie ist nicht belastend. Das Ultraschallgerät wird dabei von außen über die Bauchdecke bewegt. Die Bilder liefern Erkenntnisse über die Ausbreitung eines Tumors und eventuelle Absiedelungen. Die Untersuchung begleitet Magenkrebspatienten auch später in der Nachkontrolle einer Behandlung. Eine je nach Situation eingesetzte Ergänzung ist der Ultraschall von innen, die Endosonographie: Dabei wird ist das Gerät in ein Endoskop integriert und wird wie bei der Magenspiegelung über die Speiseröhre vorgeschoben. So kann der Arzt bei Bedarf besser beurteilen, ob Lymphknoten befallen sind und wie tief Veränderungen in die Magenwand hineinreichen.

Röntgenuntersuchung des Brustkorbs

So kann beurteilt werden, ob die Lungen in Ordnung sind oder ob sich Tumorzellen abgesiedelt und daraus Metastasen gebildet haben. Verfügt der behandelnde Arzt nicht über ein Röntgengerät, kann er zum Facharzt für Radiologie überweisen.

Computertomographie

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Die Computertomographie (CT) des Bauchraums zeigt, wie groß der Tumor ist und ob er sich im Bauchraum zum Beispiel auf Lymphknoten oder andere Organe ausgedehnt hat. Diese Untersuchung bleibt für viele Magenkrebspatienten auch nach der ersten Behandlung wichtig, zur Kontrolle. Im Brustraum erlaubt das CT die Beurteilung der Lungen je nach Situation gelegentlich besser als die einfache Röntgenaufnahme. Auch Tumoren, die nahe am Übergang des Magens zur Speisröhre wachsen, lassen sich so gut darstellen.

Magen-Darm-Passage-Untersuchung

Diese Untersuchung galt früher als Standard, wird heute aber seltener und nur bei Bedarf durchgeführt. Unter ständiger Röntgenkontrolle schluckt der Patient einen kontrastmittelhaltigen Brei. Wie sich dieser in Speiseröhre, Magen und Dünndarm ausbreitet und wie sich der Magen während Füllung und Entleerung bewegt, liefert Informationen über den Zustand der Magenwand und vorhandene Tumoren. Eine Abwandlung ist die Doppelkontrastuntersuchung des Magens: Der Patient schluckt ein gasbildendes Granulat, meist Zitronensäure oder Natriumbikarbonat. Auf den anschließenden Röntgenaufnahmen ist die Schleimhaut von einer doppelten Kontrastschicht, nämlich dem Kontrastbrei und den gebildeten Gasbläschen, umgeben, und Veränderungen lassen sich beurteilen. Zwar lassen sich bei einer Magenspiegelung gleich Proben entnehmen, anders als bei diesen Passage-Untersuchungen. Trotzdem kann eine Untersuchung mit Kontrastmittel im Einzelfall nach wie vor nützlich sein.

Tumormarker

Viele Patienten hoffen darauf, dass sich ihre Krebserkrankung schnell und einfach an einer Blutprobe feststellen ließe oder der Verlauf so einfach zu kontrollieren sei. Tatsächlich gibt es drei Blutwerte, die bei einer Magenkrebserkrankung erhöht sein können, die sogenannten Tumormarker CA 72-4, CA-19-9 und CEA. Allerdings verändern auch andere, gutartige Erkrankungen der Bauchorgane diese Werte. Für die Diagnosestellung sind die Tumormarker daher von untergeordneter Bedeutung. Vor einer Behandlung bestimmt der Arzt die Tumormarker hauptsächlich deshalb, um zur späteren Kontrolle des Therapieerfolgs einen Vergleichswert zu haben. In der Nachsorge kann dann eine Veränderung dieses Ausgangswerts zusammen mit anderen Untersuchungsergebnissen Aufschluss über den Krankheitsverlauf geben.

Bauchspiegelung

Die Bauchspiegelung oder auch Laparoskopie wird dann durchgeführt, wenn ein Verdacht auf eine Tumorausbreitung über den Magen hinaus besteht, zum Beispiel auf die Leber oder das Bauchfell. Dieser diagnostische Eingriff wird vor allem dann notwendig, wenn sich eine Ausbreitung anders nicht sicher beurteilen lässt. Zur Laparoskopie ist ein kurzer Krankenhausaufenthalt nötig sowie eine leichte Vollnarkose. Wie bei der Magenspiegelung wird ein Schlauch benutzt, an dem eine Lichtquelle angebracht ist. Dieses Endoskop wird durch über einen kleinen Schnitt durch die Bauchdecke in das Innere des Bauchraumes vorgeschoben, sodass der Untersucher freien Blick in die Bauchhöhle hat.

Skelett-Szintigramm

Besteht etwa wegen Knochenschmerzen der Verdacht, der Tumor könne in die Knochen gestreut haben, erlaubt das Szintigramm eine Abschätzung der Ausbreitung. In eine Vene erhält der Patient einen wenig belastenden radioaktiven Marker, der sich besonders in den Knochen anreichert, wo sich Zellen schneller als normal teilen. Mit einer sogenannten Gammakamera lässt sich diese Anreicherung im Bild sichtbar machen.

Stadieneinteilung des Tumors und Ausbreitungsbeurteilung

Um eine schnelle und auch international vergleichbare Beurteilung von Krebserkrankungen möglich zu machen, nutzen Fachleute verschiedene Bewertungssysteme. Sie dienen dazu, die Befunde aus Voruntersuchungen bis hin zu den Ergebnissen von Operationen in einem kurzen, aber sofort "lesbaren" System darzustellen. Liest ein Mediziner eine solche Klassifikation im Arztbrief eines Kollegen, hat er schnell erste Anhaltspunkte und kann daraus Behandlungsmöglichkeiten ableiten. Erarbeitet und abgestimmt werden solche Systeme in der Regel von deutschen und internationalen Fachgesellschaften oder sogar der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Auch für die Beschreibung einer Magenkrebserkrankung werden solche Systeme genutzt: Angaben, die in eine Klassifikation und Stadieneinteilung eingehen, sind

sowie einige weitere, dann für die jeweilige Tumorart typische und zusammenfassende Befunde.

Histologische Klassifikation nach WHO

Diese Klassifikation der Weltbgesundheitsorganisation WHO beschreibt den Gewebetyp und die Art der Zellveränderung bei Magenkrebs, ausgehend von der mikroskopischen Untersuchung:

Sie entstehen in den Drüsenzellen der Magenschleimhaut. Innerhalb der Gruppe der Adenokarzinome werden papilläre, tubuläre und muzinöse Typen voneinander unterschieden. Am häufigsten kommt der tubuläre Typ vor: Etwa die Hälfte aller Magenkarzinome sind tubuläre Adenokarzinome. Sogenannte Siegelringzell-Karzinome werden bei zehn von hundet Patienten gefunden. Andere Magenkarzinome, die nicht zu den Adenokarzinomen gerechnet werden, sind das adenosquamöse, das undifferenzierte und das kleinzellige Karzinom.

Kardiakarzinome und Krukenberg-Tumoren

Finden sich Tumorzellen am Übergang der Speiseröhre in den Magen, der sogenannten Kardia, zeigt nur die Gewebeuntersuchung, ob es sich um Speiseröhren- oder Magenkrebs handelt. Diese Unterscheidung ist jedoch wichtig, da die beiden Krebsformen verschieden behandelt werden.

Wird bei Frauen ein - meist fortgeschrittener - Tumor an den Eierstöcken festgestellt, kann es sich in seltenen Fällen ebenfalls um Magenkrebs handeln, um einen sogenannten Krukenbergtumor. Die Krebszellen haben sich hier über das Bauchfell ausgebreitet und sind auf die Ovarien "abgetropft". Die Erkrankung hat deshalb mit Eierstockkrebs im engeren Sinn nichts zu tun.

Grading, Ausbreitungsverhalten und Differenzierung

Das sogenannte Grading (G) gibt zusätzlich zum Gewebetyp an, wie sehr sich die untersuchten Zellen von normalem Magengewebe unterscheiden. Die Einteilung wird in drei Stufen vorgenommen: Bei G1 sind die Zellen weitgehend ausgereift, bei G3 dagegen weisen sie kaum noch gewebetypischen Eigenschaften auf, sie sind "schlecht differenziert". Zur Behandlungsplanung und der Einschätzung der Krankheitssituation spielt außer der Histologie und dem Grading auch das Wachstumsverhalten eine Rolle. So können sich Karzinome ähnlich wie Polypen von der Magenwand abheben und in die Höhlung des Magens hineinragen. Andere dringen eher wie ein Magengeschwür in die Tiefe der Magenwand ein, und eine dritte Form breitet sich flach in der gesamten Magenschleimhaut aus. Das Wachstumsverhalten hat Einfluss auf den Umfang einer Operation: Je nach Ausbreitung muss mehr oder weniger Gewebe bis hin zum gesamten Magen entfernt werden.

Mediziner unterscheiden vor allem in Deutschland in der sogenannten Lauren-Einteilung

Beurteilung nach dem TNM-System

Die Befunde, die Ultraschall, Computertomographie oder andere bildgebende Verfahren geliefert haben, lassen sich im sogenannten TNM-System beschreiben: T steht für Tumor, N für Lymphknoten (lateinisch:nodus) und M steht für Metastase. Die Ziffern hinter den Buchstaben erfassen Tumorgröße und örtliche Ausbreitung des Tumors (T1-4), Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N0-3) und Fehlen oder Vorhandensein von Metastasen (M0 oder M1) und nicht beurteilbare Fernmetastasen (MX).

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Streng genommen ist diese Einteilung nur vorläufig, da erst durch eine Operation die tatsächliche Ausbreitung des Tumors zu beurteilen ist. Dokumentiert wird die endgültige TNM-Klassifikation nach der operativen Tumorentfernung durch ein vorangestelltes "p" (postoperativ oder auch pathohistologisch).

Ob ein Tumor bei einer Operation vollständig entfernt wurde, gibt die R-Klassifikation an, dabei steht R für "Tumorrest", R0 bedeutet kein Tumorrest, bei R1 fand sich ein nur im Mikroskop zu erkennender Tumorrest, bei R2 war der verbliebene Tumorrest auch mit bloßem Auge zu erkennen.

Stadieneinteilung nach UICC

Die Internationale Union gegen den Krebs (Union Internationale Contre le Cancer, UICC) beschreibt Magenkrebs und andere Tumoren in einer Stadieneinteilung von 0 bis IV. Bei Magenkrebs bedeutet dies

Magenkrebs: Behandlungsplanung

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Gewebetyp, Größe und Ausbreitung bestimmen die Planung der Behandlung bei Magenkrebs. Auch der Allgemeinzustand spielt eine große Rolle: Wenn jemand sehr viel abgenommen hat, oder weitere Erkrankungen vorliegen, kann dies die Möglichkeiten im ungünstigen Fall deutlich einschränken. Das Alter der Patientin oder des Patienten ist dagegen nicht ganz so wichtig: Statt des tatsächlichen Geburtsdatums entscheiden eher körperliche Fitness und sonstige Gesundheit darüber, ob ein Patient auch belastende Therapieformen verkraften kann.

Leitlinien

Bei der Behandlungsplanung können sich Experten in der Krebsmedizin heute oft an sogenannten Leitlinien orientieren. Diese Zusammenfassungen des jeweils aktuellen Kenntnisstandes werden von Fachgesellschaften herausgegeben.
Einen solchen Überblick hatten die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie zuletzt 2004 auch zum Magenkarzinom veröffentlicht. Die Therapiemöglichkeiten werden im Rahmen von Studien jedoch kontinuierlich weiter entwickelt. Patienten und ihre Angehörigen sollten sich auf jeden Fall mit ihren behandelnden Ärzten über den aktuellen Stand der Magenkrebstherapie besprechen, der heute in einzelnen Punkten bereits von den Leitlinien des Jahres 2004 abweichen kann.

Behandlungsüberblick

Ist ein Tumor eher klein und hat nicht auf umliegende Gewebe oder andere Organe übergegriffen, ist der Allgemeinzustand gut, kann versucht werden, mit einer Operation allein eine Heilung anzustreben.

Informationsblatt (PDF)

Ist eine Operation gar nicht möglich, schaffen eine Chemotherapie und gegebenenfalls auch eine Bestrahlung unter Umständen eine teilweise Rückbildung des Tumors oder eine Verlangsamung seines Wachstums. Eine dauerhafte Heilung ist so jedoch nicht möglich.
Wo der Tumor dem Patienten kein normale Nahrungsaufnahme erlaubt, kann versucht werden, die Passage zum Darm durch kleinere operative Eingriffe aufrecht zu erhalten.
Insgesamt wird bei einer fortgeschrittenen Erkrankung oder einem Rückfall auf jeden Fall eine möglichst auf die individuellen Symptome und deren Linderung zugeschnittene Behandlung gesucht.

Behandlungsfolgen und Nebenwirkungen

Ganz ohne Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen ist keine der verschiedenen Behandlungsformen gegen Magenkrebs. Allerdings lassen sich viele Beschwerden lindern. Eine Übersicht ist im Kapitel "Begleitende und unterstützende Behandlung" zusammengestellt.

Erfolgsaussichten einer Behandlung

Eine dauerhafte Heilung ist bei Magenkrebs nur möglich, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann. Die besten Chancen bestehen bei kleinen Tumoren im Stadium T1 und T2, wenn keine Lymphknoten befallen sind und der Tumor nicht metastasiert hat. Auch örtlich weiter fortgeschrittene Tumore können manchmal vollständig entfernt werden. Das Risiko, dass es dann im späteren Verlauf zu einem Rückfall kommt, ist aber größer als bei kleinen Karzinomen.

Bilden sich Metastasen in anderen Körperregionen, kann bei einem Teil der Patienten durch eine Chemotherapie der Tumor verkleinert oder für einen  begrenzten Zeitraum im Wachstum gebremst werden. Eine dauerhafte Heilung ist dann jedoch nicht möglich.

Wohin gehen zur Behandlung?

Informationsblatt (PDF)

Eine Magenkrebstherapie sollte in einer Klinik mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden. Sie verfügt im Idealfall nicht nur über alle Möglichkeit der Operation, Chemo- und Strahlentherapie, sondern beteiligt sich auch an der klinischen Krebsforschung, so dass Patienten gegebenenfalls auch die Teilnahme an Studien zur Verbesserung der Behandlung angeboten werden kann.
Solche Studien sollen zum Beispiel dazu beitragen, die bisher offenen Fragen zum Nutzen begleitender Behandlungsverfahren zu klären und die Chancen neuer Operationstechniken oder Medikamentenkombinationen bei der Chemotherapie herauszufinden.
Normalerweise hilft der Hausarzt oder der einweisende Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie bei der Wahl der richtigen Klinik. Er verfügt über entsprechende Informationen zur Erfahrung des Zentrums, oder kann sie recherchieren: Seit 2005 müssen Krankenhäuser regelmäßig Qualitätsberichte über ihre Arbeit veröffentlichen. Diese Informationen sind im Internet abrufbar unter www.g-qb.de, richten sich aber vorwiegend an Fachleute. Die Krankenkassen haben für Patienten im Internet besser verständliche Qualitätsberichte zur Verfügung gestellt oder informieren Betroffene bei der Suche nach einem Zentrum entsprechend.

Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, können  bei der Wahl der Klinik aber auch persönliche Kriterien und Wünsche berücksichtigt werden, etwa die Nähe zum Wohnort, um Angehörigen Besuche zu erleichtern.

Magenkrebs: Welche Behandlungsverfahren stehen zur Verfügung?

Operation

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Lässt sich die Ausbreitung der Erkrankung durch bildgebende Verfahren nicht sicher beurteilen, haben Operationen schon in der Diagnostik einen gewissen Stellenwert: Mit einer Bauchspiegelung, einer Laparoskopie, lässt sich beurteilen, ob sich die Erkrankung über den Magen hinaus ausgebreitet hat. Unter Umständen lässt sich auch erst bei Eröffnung der Bauchhöhle beurteilen, wie umfangreich die eigentliche Operation sein muss und ob sich alles Tumorgewebe entfernen lässt. Ziel der eigentlichen Operation ist dann die möglichst vollständige Entfernung des Tumors.

Dazu gehört aus Sicherheitsgründen nach Möglichkeit auch ein Teil des umliegenden Gewebes, das Bauchfell aus der Umgebung des Magens, bei größeren Tumoren unter Umständen auch die Milz. Fachleute sprechen von der "Entfernung im Gesunden". Bei der Operation entnehmen die Chirurgen zudem die umliegenden Lymphknoten: Sie werden anschließend auf Tumorbefall untersucht, da sich Tumorzellen über die Lymphbahnen verbreiten können. Mit einer solchen mehr oder weniger ausgedehnten Operation lässt sich in nicht allzu weit fortgeschrittenen Stadien einer Magenkrebserkrankung eine Heilung erzielen.

Bei sehr fortgeschritten Erkrankungen ist eine Operation meist nicht Erfolg versprechend. Eher werden die behandelnden Ärzte bei den meisten Betroffenen versuchen, mit einer Chemotherapie das Wachstum einzudämmen. Wenn Patienten allerdings gar keine Nahrung mehr aufnehmen, kann versucht werden, mit einem kleineren Eingriff die Passage zum Darm aufrecht zu erhalten.

Operationsverfahren

Welches Operationsverfahren möglich ist und ob Teile des Magens erhalten bleiben können, hängt von der Ausdehnung der Erkrankung ab. Die meisten Patienten müssen mit einem Bauchlängsschnitt rechnen, der unterhalb des Brustbeins beginnt und bis zum Unterbauch reicht. Nur in Ausnahmefällen ist ein kleinerer Schnitt möglich. Bei fortgeschrittenen Tumoren im Bereich des Mageneingangs kann unter Umständen ein sogenannter Zweihöhleneingriff erforderlich sein: Hier werden sowohl der Bauchraum wie auch der Brustkorb eröffnet, um an die oberhalb des Zwerchfells liegende Speiseröhre gelangen zu können.

Ob noch "radikaler" operiert werden kann und soll, wird unter Krebsexperten derzeit unterschiedlich diskutiert. Hier gibt es auch international Unterschiede in der Einschätzung. Denkbar ist die Entfernung von Anteilen des Darms, der Bauchspeicheldrüse oder der Leber, wenn sich Tumoren so weit ausgebreitet haben. Solche Operationen bergen jedoch auch große Risiken für die Patienten und sind kein Standard.

Schlüssellochchirurgie

Die sogenannte "Schlüssellochchirurgie" oder minimal invasive Chirurgie wird nur dann angewandt, wenn das Magenkarzinom ganz sicher noch in einem sehr frühen Stadium und ausschließlich auf die Magenschleimhaut begrenzt ist. Nur bei sehr wenigen Patienten lässt sich ein wirklich kleiner Befund endoskopisch abtragen, also während einer Magenspiegelung, ganz ohne Hautschnitt und unter einer vergleichsweise flachen Betäubung. Die Alternative, die sogenannte Laparoskopie, ist ebenfalls wenig belastend, und Patienten, die so operiert werden können, müssen nur vergleichsweise kurz im Krankenhaus bleiben: Bei dieser Operation wird der Bauchraum nicht vollständig eröffnet. Der Zugang erfolgt über kleine Schnitte in der Bauchdecke, durch den die Instrumente und eine Optik eingeführt werden, durch die der Operateur sehen kann. Polypen im Magen oder befallene Magenwandanteile können so operiert werden. Eine vollständige Magenentfernung ist zwar ebenfalls in einer Laparoskopie möglich, aber technisch schwierig. Diese Methode ist daher keineswegs Standard und auch nicht unbedingt risikoärmer für den Patienten, da das Sichtfeld des Operateurs eingeschränkt ist und die Operationsdauer vergleichsweise lang. Unklar ist auch, ob mehr Krebszellen gestreut werden als bei konventionellen Operationen. Die Laparoskopie hat jedoch auch bei fortgeschrittenen Erkrankungen einen Stellenwert: Hier wird sie eingesetzt, um zum Beispiel den Erfolg einer Chemotherapie zu beurteilen und sicher sagen zu können, ob ein Patient nicht doch operiert werden kann.

Magenersatz möglich?

Seit längerem versuchen Chirurgen, aus Anteilen des Dünn- oder Zwölffingerdarms möglichst bei jeder Operation eine Art Magenersatz zu rekonstruieren. Alles, was den Übertritt von Nahrung aus der Speiseröhre in den Dünndarm verlangsamt, verbessert so auch die Lebensqualität betroffener Patienten. Es gibt mehrere Techniken, mit der ein solcher "Pouch" geschaffen werden kann. Welche genau zum Einsatz kommt und was dies für die Operationsdauer, eventuelle Risiken und die spätere Lebensqualität bedeutet, muss der Patient mit den Chirurgen besprechen. Ein echter Magenersatz sind diese bei der Verbindung von Speiseröhre und Dünn- oder Zwölffingerdarm geschaffenen Schlingen oder Taschen nicht, weil die Drüsenfunktion des Magenschleimhautgewebes nicht übernommen werden kann. Auch fehlt ein sicherer Abschluss zum weiteren Verdauungstrakt. Der Rückfluss von Gallensäften oder den Enzymen und Hormonen der Bauchspeicheldrüse kann aber meist verhindert werden. Ob Patienten mit einem Ersatzmagen später noch ein Hunger- oder Sättingsgefühl verspüren, hängt von der Art und Größe des Reservoirs ab, aber auch von der individuellen Situation, die oft erst bei der Operation selbst beurteilt werden kann.

Folgen einer Magenoperation

Die Entfernung des Magens oder großer Teile davon ist belastend, die Operation gilt als vergleichsweise schwerer Eingriff. Patienten brauchen Zeit, um sich davon zu erholen.
Je nach Umfang der Operation und abhängig vom Auftreten von selbst unter günstigen Umständen nicht immer vermeidbaren Komplikationen müssen Patienten mit einem mehr oder weniger langen Krankenhausaufenthalt rechnen. Mit welchen Folgen Patienten nach Magenoperationen langfristig zurechtkommen müssen, vor allem was die Ernährung angeht, lesen Sie in den Kapiteln "Therapiefolgen lindern" und "Gewicht und Ernährung nach Magenkrebs".

Chemotherapie

Zellgifte oder Zytostatika ermöglichen eine "systemische, das heißt den ganzen Organismus betreffende Behandlung. Zytostatika allein können einen Magenkrebs nicht heilen. Dennoch hat die Chemotherapie heute einen festen Platz in der Therapie des Magenkarzinoms. Eingesetzt wird eine Chemotherapie

Auch wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte oder eine Operation gar nicht möglich war, ist Chemotherapie eine wichtige Behandlungsstrategie.

Welche Therapie und welche Mittel gewählt werden, hängt allein von der individuellen Krankheitssituation ab. In Studien wird versucht, die bisherigen Möglichkeiten durch kleinere Veränderungen im zeitlichen Ablauf, in der Dosierung oder in der Kombination der Mittel zu optimieren. Die überwiegend als Infusion in eine Vene verabreichten Zytostatika verteilen sich in alle Gewebe und Organe und können auch verstreute Tumorzellen zerstören.

Welche unterstützende Behandlung Patienten mit Chemotherapie erhalten, um die Nebenwirkungen so weit wie möglich aufzufangen, ist im Kapitel "Therapiefolgen lindern" aufgeführt.

Behandlungsablauf

Zum Weiterlesen

Die Chemotherapie wird nach einem für jeden Patienten festgelegten Plan in einzelnen Zyklen verabreicht. An einem Tag oder an einigen Tagen hintereinander werden die Medikamente gegeben, dann folgt eine Pause von mehreren Tagen. In den Pausen kann sich das gesunde Gewebe von den Nebenwirkungen erholen. Die Chemotherapie ist, abhängig vom Allgemeinzustand, heute oft ambulant möglich, Patienten müssen dazu also nicht stationär ins Krankenhaus. Viele niedergelassene Fachärzte für Innere Medizin sind heute als Onkologen auf die ambulante Chemotherapie spezialisiert, größere Krankenhäuser bieten sogenannte Tageskliniken oder spezielle Ambulanzen an.

Port zur Erleichterung der Chemotherapie

Einsetzen eines Ports
Ob sich ein sogenannter Port lohnt, müssen Ärzte und Patienten anhand der Dauer und der Anzahl der Chemotherapien individuell entscheiden.

Ein Port ersetzt den häufig neu zu legenden Venenzugang für Infusionen oder Blutabnahmen. Dabei handelt es sich um ein Reservoir aus sterilem chirurgischem Material, das bei einem kleinen  Eingriff mit örtlicher Betäubung unter die Haut eingesetzt wird, oft über dem rechten Rippenbogen oder in der Nähe des Schlüsselbeins. Von diesem Reservoir aus besteht über einen dünnen Schlauch eine Verbindung mit einer großen Vene. Ist der Port nach rund einer Woche erst einmal eingeheilt, muss nicht mehr jedes Mal eine Vene gesucht und angestochen werden, um Blut abzunehmen oder Infusionen zu legen: Nur noch das Reservoir wird mit einer speziellen Nadel durch die Haut anpunktiert. Die Gefahr des "Danebenstechens" entfällt. Die Bewegungsfreiheit der Patienten ist deutlich größer, Baden oder Duschen und Schwimmen sind möglich.

Strahlentherapie und kombinierte Chemostrahlentherapie

Eine Bestrahlung ist gegen Magenkrebs nur eingeschränkt wirksam. Wenn sie eingesetzt wird, dann mit heilender Absicht meist nur in Kombination mit einer Operation oder einer Chemotherapie. Ob sich in solchen sogenannten multimodalen Konzepten, also in der festen Abfolge mehrerer Therapieverfahren, die Wahrscheinlichkeit von Rückfällen senken lässt, wird in klinischen Studien überprüft, in Deutschland wie in anderen Ländern. Dabei sind vom Ablauf her sowohl die Reihenfolge Chemotherapie, Strahlentherapie, dann Operation wie auch der Beginn mit der Operation denkbar. Auch eine Bestrahlung des Tumorfeldes in der offenen Bauchhöhle direkt während der Operation wurde bereits getestet, als sogenannte intraoperatiove Strahlentherapie.

Noch steht nicht zweifelsfrei fest, welche Patienten wirklich auch langfristig von solchen Kombinationen profitieren, und ob nur kurzfristige Verbesserungen die zusätzliche Belastung rechtfertigen. In den USA gilt "Bestrahlung plus Chemo" nach einer Operation für viele Krankheitsstadien als Standard. Allerdings wird dort oft weniger umfangreich operiert als in Deutschland, sodass die Statistiken für deutsche Patienten im Vergleich mit alleiniger Operation genauso gute Ergebnisse anzeigen.

Bestrahlung bei fortgeschrittener Erkrankung

Sind Patienten mit Magenkrebs zu krank, um operiert zu werden oder eine (weitere) Chemotherapie zu verkraften, kann mit einer Bestrahlung eine Symptomlinderung versucht werden, besonders dann, wenn der Tumor am Übergang zur Speiseröhre sitzt. Bei Metastasen in den Knochen hilft eine Bestrahlung nicht selten auch gegen Schmerzen.

Neue Verfahren und klinische Forschung

Zur Zeit versuchen Kliniker und Krebsforscher vor allem, die verschiedenen Möglichkeiten der Chemotherapie gegen Magenkrebs zu verbessern. In diesen Studien werden Medikamente eingesetzt, die bereits gute Wirkung gegen Karzinome zeigen und mit denen schon vergleichsweise viel Erfahrungen in der Krebstherapie vorliegen. In sogenannten Therapieoptimierungsstudien soll daher vorrangig die möglichst günstige Kombination verschiedener Zytostatika und der beste und verträglichste zeitliche Ablauf herausgefunden werden. Auf wirklich Unbekanntes lassen sich Patienten mit Magenkrebs, die an solchen Studien teilnehmen, daher in der Regel nicht ein.

Magenkrebs: Therapiefolgen - vorbeugen und lindern

Operationsfolgen

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Die größeren Eingriffe bei Magenkrebs sind ausgedehnte Operationen, die belastend sind und eine längere Erholungszeit nach sich ziehen. Wie lange ein Patient alles in allem im Krankenhaus bleiben muss, hängt auch von Komplikationen ab, die selbst unter günstigen Umständen nicht immer vermeidbar sind. So kann es bei einem Teil der Betroffenen zu Problemen an den Nähten kommen, die nach einer Magenentfernung Speiseröhre und Darm verbinden, zum Beispiel zu Ablösungen oder Undichtigkeiten; auch Blutungen oder Schwellungen im operierten Verdauungstrakt sind möglich. Unter Umständen ist dann eine Nachoperation notwendig, oder die Gabe zusätzlicher Medikamente.

Infektionen und Entzündungen lassen sich ebenfalls nicht immer vermeiden. Zwar erhalten Magenkrebspatienten vor der Operation vorbeugend Antibiotika und Medikamente zur möglichst vollständigen Entleerung des Verdauungstraktes. Steril ist der Verdauungstrakt jedoch nie.

Nahrungsaufnahme direkt nach der Operation

Ernährung rund um die Operation
Pauschale Angaben über Zeiten, Vorgehensweisen und die konkrete Versorgung mit Sonden sind kaum möglich: Wie ein Patient genau versorgt wird, hängt von der individuellen Krankheitssituation und dem Allgemeinzustand ab.

In den ersten Tagen nach der Operation erhalten Magenkrebspatienten Infusionslösungen in die Vene, um ihren Energiehaushalt stabil zu halten (als "parenterale" Versorgung). Normales Essen ist allerdings für eine ganze Weile tabu. Damit der Darm die Nahrungsaufnahme in dieser Zeit nicht "verlernt", gibt man in den meisten Krankenhäusern den Patienten schon relativ früh nach der Operation Nahrungskonzentrate über eine Sonde direkt in die Darmabschnitte unterhalb des Operationsgebietes (enterale Ernährung). Bis zur Entlassung aus der Klinik wird nach und nach auf die vorsichtige Nahrungsaufnahme durch den Mund umgestellt (orale Ernährung). Nach Hause dürfen Patienten aber je nach Situation schon, wenn noch zusätzlich Nährstoffe über die Sonde gegeben werden müssen. Trinken ist oft schon bald nach der Operation erlaubt.
Wie es mit der Ernährung langfristig zu Hause weitergeht, ist im Kapitel "Gewicht und Ernährung" geschildert.

Infektionsschutz nach Milzentfernung

Wurde bei einer ausgedehnten Operation die Milz mit entfernt, raten Experten heute zu Schutzimpfungen, zum Beispiel gegen eine Form der ansteckenden Lungenentzündung. Wann diese Impfungen möglich sind, hängt vom Zustand des Immunsystems ab und damit zum Beispiel auch von der Durchführung einer Chemotherapie. Patienten, bei denen eine Milzentfernung schon länger zurück liegt und die noch keine entsprechenden Schutzimpfungen erhalten haben, sollten ihre behandelnden Ärzte darauf ansprechen. Informationen für Fachleute hält die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut unter www.rki.de bereit, Stichwort Infektionsschutz.

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Zytostatika wirken nicht nur auf Krebszellen: Auch andere Gewebe, die sich schnell teilen und regenerieren, sind oft mitbetroffen. Dazu gehören vor allem das blutbildende System im Knochenmark, die Haarwurzeln und die Schleimhäute im Verdauungstrakt. Als Nebenwirkungen sind daher Probleme bei der Blutbildung möglich, was sich kurzfristig auch auf das Immunsystem auswirkt, sowie Haarausfall und wunde Schleimhäute im Verdauungstrakt. Als allgemeine "Vergiftungsanzeichen" kämen Übelkeit, Erbrechen und allgemeine Abgeschlagenheit dazu, wenn keine begleitenden Mittel gegeben würden, die diese Symptome unterdrücken.

Gegen fast alle Nebenwirkungen der Chemotherapie erhalten Krebspatienten heute vorbeugende Medikamente. Lediglich der Haarausfall, der bei vielen Zytostatika auftreten kann, lässt sich praktisch nicht vermeiden. Nach dem Ende der Behandlung mit Zytostatika erholt sich der Körper in der Regel von alleine innerhalb relativ kurzer Zeit: Die Abbauprodukte der "Chemo" sind nach spätestens einer Woche ausgeschieden, dann beginnen Haare und Schleimhautzellen nachzuwachsen, Blutstammzellen regenerieren sich und bauen das Immunsystem wieder auf.

Dauert diese Erholungphase länger, ist bei Magenkrebspatienten meist eher die Krankheitssituation an sich und ein schlechter Allgemeinzustand aufgrund von Ernährungsproblemen die Ursache als die Chemotherapie als solche.

Auswirkungen auf Blutzellen

Alle Zellen des Blutes werden im Knochenmark aus gemeinsamen Stammzellen gebildet, die eine hohe Teilungsrate aufweisen und daher empfindlich auf eine Chemotherapie reagieren. Als Nebenwirkung kann daher sowohl die Zahl der roten Blutkörperchen absinken, die für den Sauerstofftransport zuständig sind, wie auch die Zahl der weißen, die für die Immunabwehr wichtig sind. Das Blutbild wird während einer Chemotherapie daher regelmäßig kontrolliert.
Meist merken Patienten unter einer Chemotherapie zunächst nicht viel von diesen Veränderungen, und viele bleiben auch im weiteren Verlauf von gravierenden Beschwerden verschont, selbst wenn das Blutbild schon deutliche Wirkungen der Chemotherapie aufweist.

Rote Blutkörperchen und Müdigkeit

Chemotherapie

Sinken die Werte der roten Blutkörperchen, der Erythrozyten, aber unter eine kritische Grenze, sind Müdigkeit und Abgeschlagenheit die Folge, weil nicht mehr genug Sauerstoff über das Blut transportiert wird. Je nach Situation kann trotzdem vorsichtig abgewartet werden, ob sich das Blutbild in den Chemo-Pausen von alleine erholt. Erst wenn dies nicht der Fall ist und die Situation die Weiterführung der Chemotherapie gefährden würde, helfen Bluttransfusionen, eventuell auch der Wachstumsfaktor Erythropoetin ("EPO"), der die Stammzellen zu vermehrter Produktion von roten Blutkörperchen anregt.

Weiße Blutkörperchen und Infektionsgefahr

Ähnlich sieht es mit den Auswirkungen einer Chemotherapie auf die weißen Blutkörperchen aus.
Unterschreitet ihre Zahl eine kritische Grenze, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Patient nicht von alleine gegen Krankheitserreger wehren kann. Der gute Schutz vor Keimen und besondere Sauberkeit sind dann wichtig. Ab wann hier Wachstumsfaktoren für weiße Blutkörperchen als Medikament eingesetzt werden müssen, hängt auch von individuellen Faktoren ab.

Jeder Hinweis auf eine Infektion oder Entzündung während einer Chemotherapie muss sehr ernst genommen werden. Fieber und unklare Beschwerden sollten daher für ambulant behandelte Patienten auf jeden Fall ein Anlass sein, den Arzt um Rat zu fragen.

Auswirkungen auf Schleimhautzellen

Da sich die Schleimhäute in Mund, Rachen und dem weiteren Verdauungstrakt schnell teilen, reagieren sie ebenfalls empfindlich auf Zytostatika. Wunde Stellen und kleine Risse können sehr weh tun und die sowieso bei Magenkrebs schon eingeschränkte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme weiter erschweren. Im Krankenhaus zeigen Schwestern und Pfleger, wie man trotzdem vorsichtige Mundhygiene betreibt. Auch ein leichtes örtliches Betäubungsmittel kann helfen.

Übelkeit und Erbrechen

Nebenwirkungen wirksam vorbeugen
Patienten erhalten heute vor und während der Chemotherapie Medikamente, die das Unwohlsein und Erbrechen fast immer zuverlässig unterdrücken.

Chemotherapie ist für viele Menschen immer noch gleichbedeutend mit starker Übelkeit. Heute erhalten Patienten jedoch schon vor und mit den ersten Zytostatika, die das Unwohlsein und Erbrechen fast immer zuverlässig unterdrücken. Magenkrebspatienten, die bei einer ambulanten Chemotherapie trotzdem Probleme haben, sollten sobald wie möglich mit ihren Ärzten über eine besser angepasste Einstellung mit Medikamenten sprechen.

Haarausfall

Einige der heute eingesetzten Zytostatika verursachen keinen oder nur geringen Haarausfall, bei anderen lässt er sich bis heute nicht vermeiden. Bei der Auswahl der in der Magenkrebs-Behandlung möglichen Medikamente lässt sich darauf allerdings keine Rücksicht nehmen. Ist Haarausfall wahrscheinlich, erhält der Patient schon vor Beginn der Behandlung ein Rezept für eine Perücke. Die Kosten für eine gute Kunsthaarperücke übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen auf jeden Fall; bei den privaten Versicherungen gilt der individuelle Vertrag. Gesetzlich Versicherte müssen allerdings eine Zuzahlung von zehn Prozent Eigenanteil leisten. Wichtig ist die gute Anpassung einer Perücke durch einen Friseur, damit sie möglichst natürlich aussieht. Nach Abschluss der Behandlung wachsen die Haare meist innerhalb von zwei bis sechs Monaten wieder nach.

Nervenschädigungen

Einige Medikamente können auch die Nerven schädigen und dadurch Nervenschmerzen oder Empfindungsstörungen verursachen, etwa an Händen oder Füßen. Die Begleiterscheinungen sind meist - wenn auch nicht immer - nur vorübergehend und können mit zusätzlichen Medikamenten gelindert werden.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Da eine Bestrahlung bei Patienten mit Magenkrebs meist nur in Kombination mit anderen Therapieverfahren eingesetzt wird, lassen sich ihre Nebenwirkungen oft nicht einzeln von denen der anderen Verfahren abtrennen. Bei den heute gewählten Bestrahlungsarten sind Begleiterscheinungen zudem viel seltener als früher, als weniger gezielt bestrahlt wurde und der Strahlengang kaum auf das Tumorgebiet konzentriert blieb.

Am wichtigsten ist die sorgfältige Beobachtung der Haut im Bestrahlungsfeld: Sie kann bei empfindlichen Menschen mit einer Sonnenbrand ähnlichen Rötung reagieren. Ob die Hautpflege während und kurz nach einer Bestrahlung eingeschränkt werden muss und welche Produkte erlaubt sind, erklärt der Radiologe.

Magenkrebs: Unterstützende Maßnahmen bei fortgeschrittener Erkrankung

Knochenmetastasen

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Durch Knochenmetastasen verursachte Schmerzen lassen sich durch eine gezielte Bestrahlung lindern. Auch die Verabreichung radioaktiver Substanzen über eine Armvene (Radionuklidtherapie) kann als Schmerztherapie eingesetzt werden. Es handelt sich hierbei um schwach strahlende radioaktive Substanzen, die so zubereitet sind, dass sie sich in der Umgebung von Knochenmetastasen anreichern. Die Strahlung wirkt gut gegen entzündliche Veränderungen, die häufig in der Umgebung von Metastasen gefunden werden und die Schmerzen mitverursachen, hier mehr zum Thema Knochenmetastasen.

Bauchwasser (Aszites)

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Metastasen in der Leber oder auf dem Bauchfell (Peritonealkarzinose) können zu einer Wasseransammlung im Bauch führen. Kleinere Flüssigkeitsmengen sind zunächst unproblematisch. Größere Mengen Aszites verursachen dagegen erhebliche Beeinträchtigungen: Sie drücken auf die inneren Organe und belasten durch die Aufschwemmung. Da die Flüssigkeitsansammlung keineswegs nur aus Wasser besteht, sondern auch viele Salze enthält, ist der Stoffwechsel in einer Ausnahmesituation, und die enthaltenen Eiweiße fehlen dem Körper ebenfalls.

Durch eine Reihe medikamentöser Maßnahmen kann versucht werden, die Flüssigkeit wenigstens zu einem Teil auszuschwemmen. Auch eine streng natriumarme Ernährung unterstützt die Therapie, da Natrium, zum Beispiel aus Kochsalz, Wasser  bindet.
Bei größeren Mengen Aszites muss ein Teil durch eine Punktion des Bauchraums abgelassen werden, um betroffenen Patienten Erleichterung zu verschaffen. Bei einer solchen Maßnahme darf aber nicht die ganze Flüssigkeit entfernt werden: Sonst gerät das Gleichgewicht von Wasser, Salzen und Eiweiß im Körper endgültig aus dem Gleichgewicht, und die Flüssigkeit im Bauchraum bildet sich sofort wieder nach.

Die Ursache für die Wasseransammlung, die Metastasen oder der Befall des Bauchfells, werden dadurch aber nicht angegangen. Liegt eine  Peritonealkarzinose vor, gibt es die Möglichkeit, Zytostatika oder schwach strahlende Substanzen (Radionuklide) direkt in den Bauchraum zu verabreichen. Dadurch wird ein Teil der Tumorzellen im Bauchraum zerstört und nicht mehr so viel Wasser gebildet.

Schmerzbehandlung

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Magenkarzinome machen anfangs selten Schmerzen. In fortgeschrittenen Stadien einer Krebserkrankung stehen für die Patienten allerdings häufig behandlungsbedingte Schmerzen und/oder Tumorschmerzen im Vordergrund. Sie können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Eine wirksame Schmerzbekämpfung gehört zu jedem Zeitpunkt der Therapie und Nachsorge zu den wichtigsten Maßnahmen. Eine gute Schmerztherapie wird stets individuell auf die Schmerzsituation des Patienten abgestimmt. Maßgeblich ist, was der Patient empfindet. Er entscheidet, ob die Therapie gut und ausreichend ist.

Magenkrebs: Gewicht und Ernährung - Patienten brauchen viel Geduld

Gewichtsverlust und Anpassung der Ernährung

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Etwa 85 Prozent aller Patienten mit Magenkrebs erleben Gewichtsverlust als eines der ersten Anzeichen der Erkrankung. Jeder dritte Betroffene hat zum Zeitpunkt der Diagnose bereits etwa ein Zehntel seines Körpergewichts verloren.
Während der Behandlung ist eine Gewichtszunahme kaum zu erreichen. Auch langfristig erreichen nur die wenigsten Betroffenen wieder ihr Ausgangsgewicht.
Solange sie es aber zumindest schaffen, im Bereich des medizinisch vertretbaren "Normalgewichts" zu bleiben, müssen daraus nicht unbedingt gesundheitliche Probleme entstehen.

Die Anpassung an die neue Ernährungssituation ist jedoch keine Angelegenheit, die von heute auf morgen zu schaffen wäre. Magenkrebspatienten brauchen dabei Hilfe von Fachleuten - Informationen aus dem Internet können eine solche persönliche Beratung kaum ersetzen. Sowohl Patienten wie auch betreuende Angehörige müssen daher in engem Kontakt mit ihren behandelnden Ärzten und Ernährungsfachleuten versuchen, Probleme langfristig und mit viel Geduld anzugehen. Insbesondere eine Rehabilitationsmaßnahme kann ein erster Schritt in die Anpassungsphase sein.

Dumping-Syndrom

Nach einer Magenkrebsoperation wandert die zerkaute Nahrung nach dem Schlucken durch einen verkürzten Verdauungstrakt. Trotz der Versuche, aus Darmanteilen ein Reservoir zu bilden, gelangt die Nahrung fast immer zu schnell in den Darm. Das hat zum einen Auswirkungen auf die Durchmischung mit Verdauungssäften und die Gründlichkeit der Verdauung. Zum anderen reagiert auch das Nervensystem des Darms darauf, wenn zu schnell zu viel "ankommt", was eventuell auch ungenügend zerkleinert oder vorverdaut ist. Diese zu schnelle Nahrungspassage kann ein sogenanntes Dumping-Syndrom auslösen. Man unterscheidet entsprechend der Länge des Zeitraums, der zwischen Nahrungsaufnahme und Auftreten der Beschwerden vergangen ist, ein Frühdumping-Syndrom von einem Spätdumping-Syndrom. Dumping tritt häufiger nach einer totalen Magenentfernung auf, kann aber auch auf eine Teilresektion folgen.

Frühdumping

Es tritt sofort oder bis fünfzehn Minuten nach der Nahrungsaufnahme infolge Überdehnung des neuen Ersatzmagens und des Dünndarms durch die Nahrungsmenge auf. Auch tritt durch den Reiz der Nahrungsmittel viel Flüssigkeit aus dem Blut in den Dünndarm über, um den Unterschied im Wassergehalt auszugleichen. Symptome sind zuerst ein Druckgefühl im Oberbauch oder Schluckauf, Blässe, Übelkeit, später eventuell auch Erbrechen. Durch die Verminderung der Flüssigkeitsmenge im Blutkreislauf kann es sogar zu einem Kreislaufkollaps kommen.

Spätdumping

Spätdumping macht sich etwa ein bis vier Stunden nach der Nahrungsaufnahme bemerkbar. Durch die zu schnelle Aufnahme größerer Kohlenhydratmengen kommt es zu einer Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie). Die Bauchspeicheldrüse schüttet zur Gegenregulation vermehrt das blutzuckersenkende Hormon Insulin aus.
Dann schwingt das Pendel in die andere Richtung zu weit aus: Auf die Überzuckerung folgt eine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Die Symptome sind denen beim Frühdumping-Syndrom ähnlich, zusätzlich stellen sich starke Müdigkeit, Schweißausbruch und ein starkes Hungergefühl ein. Mit dem Hungergefühl signalisiert der Organismus, dass der zu niedrige Blutzuckerspiegel durch neue Nahrung ausgeglichen werden muss.

Abhilfe bei einem Dumping-Syndrom

Um das Dumping-Syndrom zu beherrschen, ist die wichtigste Maßnahme das langsame Essen vieler kleiner, über den Tag verteilter Portionen. Obwohl auch Magenkrebspatienten viel trinken müssen, ist es besser, die Nahrung nicht beim Essen selbst zu verdünnen, sondern nur vor oder eine Zeit nach den Mahlzeiten zu trinken. Ein bißchen Ruhe nach dem Essen hilft meist ebenfalls. Ob Patienten dabei eher liegen oder sitzen sollten, hängt davon ab, ob sie unter einem Rückfluss von Nahrung über die Speiseröhre, Aufstoßen oder Sodbrennen leiden. Gegen das Spätdumping, das einige Zeit nach einer Operation insgesamt seltener wird, hilft der vorsichtige Umgang mit Süßem und anderer sehr kohlenhydratreicher Nahrung.

Probleme bei der Fettverdauung

Ob Fett nur noch eingeschränkt verdaut wird, hängt von der Art der Operation und der Form des Ersatzmagens ab. Oft ist allerdings aufgrund der eingeschränkten Durchmischung mit Verdauungssäften Fett ein Nahrungsbestandteil, der nicht vollständig verwertet werden kann. Patienten, bei denen dies der Fall ist, leiden unter Blähungen, sie neigen zu Durchfall mit fettigen Stühlen, und sie scheiden die eigentlich wertvollen und dringend gebrauchten Kalorien zu schnell wieder aus.

Eine Gewichtszunahme erreichen Patienten daher normalerweise nicht dadurch, dass sie einfach fetter essen; viel wichtiger ist die ausgewogene Zusammenstellung kalorienreicher, aber nicht belastender Ernährung. Damit auf Fett nicht ganz verzichtet werden muss, helfen Verdauungsenzyme, die der Arzt verschreibt.

Vitaminmangel durch die eingeschränkte Verdauung

Wie alle anderen Krebspatienten sollten auch Betroffene nach einer Magenkrebserkrankung nicht auf eigene Faust zu Vitaminpräparaten greifen. Gerade weil bei ihnen die Aufnahme und Verwertung der Stoffe eingeschränkt sein kann, sind rezeptfreie Mittel oder Vitamine als Nahrungsergänzungsmittel für sie nicht geeignet.

Normalerweise produziert die Magenschleimhaut einen Stoff, mit dessen Hilfe Vitamin B12 aus der Nahrung aufgenommen wird. Fehlt der Magen, ist dieser Stoff nicht mehr vorhanden, so dass Vitamin B12 von da an regelmäßig gespritzt werden muss, um überhaupt ins Blut gelangen zu können. Vitamin B12 ist nötig für die Bildung der roten Blutkörperchen. Ein anhaltender Mangel führt zu Blutarmut (perniziöse Anämie) und kann neben anderen Beschwerden auch Funktionsstörungen der Nerven verursachen wie Missempfindungen oder sogar Lähmungen, weil Vitamin B12 für die Funktion der Nerven wichtig ist. Da die Leber über einige Reserven an Vitamin B12 verfügt, tritt ein Mangel nicht sofort auf.

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das bei anhaltenden Störungen der Fettverwertung nur ungenügend aufgenommen werden kann. Mangel an Vitamin D kann zu Knochenerweichung (Osteomalazie) führen. Immerhin wird diese Erkrankung bei rund der Hälfte aller Magenkarzinompatienten als Spätfolge gesehen.

Krebsdiät sinnvoll?

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Nach heutigem Kenntnisstand kann keine Krebserkrankung durch eine Diät oder eine Veränderung der Lebensmittelauswahl oder Zubereitung beeinflusst werden. Keine der in Broschüren, Büchern oder über das Internet propagierten Diäten gegen Krebs ist wissenschaftlich geprüft oder hat klinischen Studien standgehalten. Einige sind sogar deutlich gefährlich, weil sie zu einer Mangelernährung führen, die sich gerade Magenkrebspatienten auf keinen Fall leisten können. Dazu gehören alle Formen von Fasten- oder Saftkuren, aber auch andere sogenannte "ausleitende" Verfahren. Auch viele Diäten, bei denen bestimmte Lebensmittel wie Fleisch, Fett oder Kaffee ganz verboten sind, gehen von wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren Theorien zum Zusammenhang von Krebs und Ernährung aus. Lebensmittel, die für Krebspatienten regelrecht "giftig" sein sollen, gibt es schon gar nicht.

Operation zur Erhaltung der Magenpassage

Wenn der Tumor nicht in seiner gesamten Ausdehnung entfernt werden kann und die Gefahr besteht, dass durch weiteres Wachstum des Karzinoms irgendwann die Nahrungspassage versperrt wird, sind Operationen zum Offenhalten des Verdauungstraktes eine zwar sehr belastende, aber zu diskutierende Möglichkeit für Magenkrebspatienten. Dabei kann es auch bei fortgeschrittenen Erkrankungssituationen erforderlich sein, Teile des Magens zu entfernen, vor allem dann, wenn eine Chemotherapie nicht möglich ist oder nicht wirkt. Solche Operationen müssen im Einzelfall jedoch immer auf ihre Vor- und Nachteile hin besprochen werden. Sie sind grundsätzlich nur möglich, wenn es der Allgemeinzustand des Patienten erlaubt.

Patienten wie Ärzte geraten bei der Abwägung der Vor- und Nachteile einer Operation unter großem Zeitdruck, wenn eine plötzliche Blutung oder ein Magendurchbruch auftritt. Ob dann ein Teil des Magens entfernt werden soll, um die lebensbedrohliche Situation überhaupt beherrschen zu können, und wie die Ärzte vorgehen sollen, muss dann unter Umständen sehr kurzfristig entschieden werden. Weniger aufwändig, aber wie Eingriffe mit dem Skalpell nicht immer machbar, ist eine Laserbehandlung, die mit Hilfe eines Endoskops durchgeführt wird. Das energiereiche Laserlicht erzeugt örtlich am Tumorgewebe hohe Temperaturen, wodurch ein Teil des Tumorgewebes zerstört wird. Außerdem kann man mit dieser Methode kleinere Gefäße, die bluten, wieder verschließen. Ist die Speiseröhrenmündung vom Verschluß bedroht, kann mit Hilfe eines Endoskops eine röhrenförmige Prothese (Tubus) oder ein metallisches Metallgeflecht (Stent) eingesetzt werden, um die Engstelle offen zu halten. Diese Maßnahme ermöglicht bis zu einem gewissen Punkt eine Nahrungsaufnahme trotz Tumorwachstum.

Sondenernährung

Wenn alle Maßnahmen nicht zum Ziel führen und die freie Nahrungspassage bedroht ist, kann es notwendig werden, dass mithilfe einer sogenannten PEG, einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie, eine Ernährungsfistel gelegt wird. Dabei wird durch die Bauchhaut ein künstlicher Verbindungsweg, eine sogenannte Fistel, in den Magen oder den Dünndarm gelegt und ein kleiner Kunststoffschlauch im Darm verankert.
Die PEG kann über einen längeren Zeitraum liegen bleiben, ihre Lage wird dann regelmäßig kontrolliert. Über diese Sonde wird spezielle Sondennahrung direkt in den Magen oder in den Dünndarm gegeben. Das aus der Bauchhaut herausragende Ende der Sonde ist verschließbar und kann unsichtbar unter der Kleidung getragen werden. Die Beweglichkeit des Patienten schränkt eine PEG kaum ein.

Die Pflege einer PEG  können Angehörige lernen. Meist ist die Versorgung eines Magenkrebspatienten mit Unterstützung eines Pflegedienstes jedoch einfacher, auch der betreuende Arzt muss regelmäßig als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, entsprechende Hilfsmittel auf Rezept verordnen und die Behandlung überwachen.

Nachsorge und Rehabilitation für Magenkrebspatienten: Wieder zu Kräften kommen

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Viele Patienten sind nach der Entlassung in den Alltag und in das häusliche Umfeld erst einmal ratlos und unsicher, wie sie sich richtig verhalten sollen. Wenn die Therapie mit heilender Absicht durchgeführt werden konnte, stellt sich die Frage, was man selbst tun kann, um den weiteren Genesungsverlauf zu unterstützen und keinen Rückfall zu erleiden. Ist es nicht gelungen, den Tumor vollständig zu entfernen, so fragt man sich, was kommen wird, wie gegebenenfalls Beschwerden gelindert werden können, wer bei der Bewältigung dieser schwierigen Situation helfen kann. 

Der Arzt ist in der Nachsorge Ansprechpartner für Fragen zum Umgang mit der Erkrankung - auch dafür, wie enge Vertraute oder Familienmitglieder mit den Folgen der Erkrankung zurechtkommen können. Er sollte bei Bedarf an Psychologen oder Beratungsstellen verweisen können, die auf die Betreuung und Unterstützung von Krebspatienten spezialisiert sind. Die Ernährungssituation ist für die meisten Krebspatienten ein Thema, das bei jeder Untersuchung angesprochen wird. Der Nachsorgetermin bietet außerdem die Gelegenheit, sozialrechtliche und berufliche Fragen zu besprechen. Der Arzt kann dann auch an die für spezielle Fragen zuständigen Stellen verweisen und Ansprechpartner benennen.

Kontrolluntersuchungen

Nach Abschluss der Behandlung und Entlassung aus der Klinik erhalten Patienten in den ersten zwei Jahren in der Regel alle drei Monate Termine für eine Nachsorgeuntersuchung, danach alle sechs Monate. Diese Abstände zwischen den Kontrolluntersuchungen sind nicht starr festgelegt, sondern richten sich nach dem Krankheitsverlauf und danach, ob und welche Beschwerden zwischenzeitlich neu auftreten.

Im Mittelpunkt der Nachsorgeuntersuchung stehen das Gespräch mit dem Arzt und die körperliche Untersuchung. Wie es dem Patienten körperlich geht, bedingt das weitere Vorgehen: Laboruntersuchungen, Röntgen und Ultraschall können hinzukommen, wenn entsprechende Beschwerden diese erforderlich machen. Bei Patienten, bei denen nur ein Teil des Magens entfernt wurde, wird in den ersten zwei Jahren alle sechs Monate, danach in jährlichen Abständen zusätzlich eine Magenspiegelung gemacht.

Rehabilitation und Anschlussheilbehandlung

Informationsblatt (PDF)

Um wieder so leistungsfähig wie möglich zu werden, den Alltag bewältigen zu können und möglichen Langzeitfolgen der Erkrankung vorzubeugen, haben fast alle Versicherten im Anschluss an eine Tumorbehandlung Anspruch auf Leistungen im Rahmen der sogenannten Rehabilitation. Leistungsträger sind bei gesetzlich Versicherten Rentenversicherung oder die Krankenkassen. Bei privat Versicherten gilt der jeweilige Vertrag. Zur Rehabilitation gehören Anschlussheilbehandlungen direkt nach dem Klinikaufenthalt oder spätere Nachbehandlungen in spezialisierten Rehabilitationskliniken ("Nachsorgekurkliniken"), als Alternative oder ergänzend ambulante Angebote, bei Berufstätigen gegebenenfalls Leistungen zur Wiedereingliederung am Arbeitsplatz und weitere Unterstützungen.

In der Planung einer Rehabilitation wird gezielt auf die spezielle Situation des Patienten eingegangen und auch Hilfestellung bei psychischen oder sozialen Problemen gegeben. Bei Magenkrebspatienten spielt die Anpassung an die veränderte Ernährungslage eine große Rolle. Ob eine stationäre Rehabilitation oder andere Maßnahmen sinnvoll sind und welche Ansprüche bestehen, lässt sich meist schon vor der Entlassung während des Klinkaufenthaltes klären. Speziell geschulte Kliniksozialdienste stehen als Ansprechpartner zur Verfügung und helfen bei Bedarf gemeinsam mit den behandelnden Ärzten auch bei der Antragsstellung.

Seit 2002 gibt für Patienten, die bereits entlassen sind, die zentralen Servicestellen REHA. Für den Kontakt mit einer dieser Servicestellen ist es egal, bei welcher Versicherung man versichert ist. Die nächste Anlaufstelle kann bei der Krankenkasse oder der Rentenversicherung erfragt werden, eine Liste ist im Internet unter www.reha-servicestellen.de verfügbar.

Magenkrebs: Leben mit der Erkrankung

Körperliche Belastbarkeit, Bewegung und Sport

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Obwohl Magenkrebspatienten durch Erkrankung und Therapie oft körperlich geschwächt sind, hat Bewegung - in Maßen - für sie schon früh einen großen Stellenwert: Gerade Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass vorsichtige Aktivität im Rahmen des jeweils Möglichen sich positiv auf den Appetit auswirkt. Auch bei einigen typischen Verdauungsproblemen ist ein bißchen Bewegung günstiger ist als zu viel Schonung und langes Liegen.  

Haben sich Patienten nach einer Magenkrebsbehandlung wieder erholt und ist die Ernährungsumstellung befriedigend verlaufen, kann angepaßter Sport wieder Teil des Alltags werden. Einen vorsichtigen Einstieg bieten spezielle Sportgruppen der Krebsnachsorge. Sie werden meist von den Sportvereinen vor Ort getragen und von den Landessportbünden unterstützt. Eine Liste mit Links zu den Landessportbünden und den Trägervereinen vor Ort ist im Internet unter www.sportprogesundheit.de verfügbar - Achtung, da in dieser Liste zum Beispiel auch Herzsportgruppen aufgeführt sind, kann sie für manche Orte sehr lang sein.

Alternative Verfahren und Methoden außerhalb der Schulmedizin

Viele Patienten wollen nach einer Magenkrebserkrankung ihre bisherige Lebensweise verändern. Alternative Mittel, Nahrungsergänzungsmittel und sogenannte immunstärkende Mittel stoßen auf großes Interesse. Betroffene und ihre Familien sollten sich jedoch nicht unkritisch auf alle Angebote einlassen, die ihnen gemacht werden. Nach bisherigem Kenntnisstand fehlt für die oft als "alternativ" verstandenen Methoden der Nachweis der Wirksamkeit: Die allermeisten haben die heute etwa bei der Zulassung fast aller neuen Medikamente vorgeschriebene strenge Prüfung nie durchlaufen oder nicht bestanden.

Wirksamkeit belegt?

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Trotzdem wird vielen dieser Mittel zugeschrieben, dass sie die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, stärken und damit auch gegen Krebszellen aktivieren sollen. Die Immunabwehr funktioniert aber in einem komplexen und komplizierten Zusammenspiel vieler Faktoren, das noch lange nicht vollständig untersucht und geklärt ist. Bei einigen Präparaten weiß man, dass sie tatsächlich Veränderungen im Immunsystem auslösen können. Aber ob sich diese Effekte günstig auf eine Krebserkrankung und die allgemeine Gesundheit auswirken, ist weit weniger klar. Auch unerwünschte Wirkungen sind nicht auszuschließen.

Verbreitet sind Zubereitungen aus der Mistel. Bis zur BSE-Krise, dem "Rinderwahnsinn", waren auch Zubereitungen aus tierischen Organen wie dem Thymus sehr populär. Einige dieser Präparate gibt es schon sehr lange, und manche Ärzte haben damit gute Erfahrungen bei der Besserung des allgemeinen Wohlbefindens der Patienten gemacht. Ob die beobachteten positiven Wirkungen aber auf der Behandlung beruhen oder eher darauf, dass der Patient das Gefühl hat, es werde etwas für ihn getan (sogenannter Plazeboeffekt), kann bis heute niemand mit Sicherheit sagen.

Schnelle Umsetzung aktueller Forschung?

Andere Methoden wiederum werden als schnelle und erfolgreiche Umsetzung neuester Forschungserkenntnisse angeboten. Hier kann eine Einschätzung sehr schwierig sein.
Oft gründen sich solche Behandlungsmethoden auf Verfahren, die bisher nur an Zellkulturen oder bei Labortieren untersucht wurden und über deren Wirkungen beim Menschen noch zu wenig bekannt ist. Teilweise werden auch Behandlungsverfahren weiter eingesetzt, obwohl sie mangels überzeugender Wirksamkeit von der Mehrheit der damit beschäftigten Ärzte und Wissenschaftler bereits wieder aufgegeben wurden. Außerdem ist es mitunter schwierig, die für die Beurteilung notwendigen Einzelheiten solcher Methoden in Erfahrung zu bringen, da sie nirgendwo veröffentlicht wurden.

Sanft und ohne Nebenwirkungen?

Für die meisten dieser Methoden wird auch damit geworben, dass sie nicht schadeten. Es ist richtig, dass -  zumindest bei den seit langem verwendeten Mitteln - die Nebenwirkungen nicht so stark sind wie zum Beispiel bei einer Chemotherapie. Sie können aber sehr wohl bestimmte Laborwerte verändern oder grippeähnliche Krankheitszeichen hervorrufen. Deshalb sollte jeder Patient seinen Arzt über die Anwendung aller nicht verordneten Methoden informieren, damit dieser solche Symptome oder Veränderungen richtig interpretieren kann.

Patient, Familie, Freunde: Mit der Krankheit umgehen

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Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit einer Vielzahl von bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird oft als massiver Einschnitt erlebt: Bisher Gewohntes und viele zukünftigen Ziele scheinen zunächst infrage gestellt. Die Lebensqualität ist zumindest für einige Zeit durch die notwendige Umstellung der Ernährung deutlich eingeschränkt. Es gibt Zeiten der Hilflosigkeit und der Niedergeschlagenheit, aber auch Zeiten der Hoffnung und des intensiven Erlebens.
Angehörigen und enge Freunden erleben diese Zeit meist ähnlich: Auch sie setzen sich mit der Frage nach der Zukunft auseinander, versuchen zu helfen, sind aber auch mit ihrer eigenen Bewältigung der Situation konfrontiert.

Mehr wissen über Magenkrebs: Adressen, Links, Broschüren

Informationsblatt (PDF)

Wichtigster Ansprechpartner für Krebspatienten mit Fragen zu ihrer Erkrankung bleibt immer der behandelnde Arzt. Trotzdem kann es weiterhelfen, sich auch durch Broschüren, Internet-Seiten oder im Austausch mit anderen Betroffenen zu informieren. Schriftliche Informationen oder Texte aus dem Netz sind auch für Angehörige und Freunde eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen - eine individuelle Beratung im konkreten Fall ersetzen solche Quellen jedoch nicht!

Broschüren und Bücher

Eine Liste kostenloser oder gegen Portoerstattung erhältlicher Broschüren verschiedener Anbieter zum Thema Magenkrebs hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt, in der Rubrik "Wegweiser - Broschürenverzeichnis". Viele der Texte sind auch online abrufbar.

Über den Buchhandel gibt es eine Reihe von Ratgebern, die besonders für Patienten mit Ernährungsproblemen nach einer Magenentfernung viele praktische Ratschläge bereit halten.
Bei der Auswahl von Büchern sollten Betroffene aber einen kritischen Blick auf die Qualifikation der Autoren werfen: Geeignete Bücher kommen normalerweise von Ärzten oder Ernährungsfachleuten, die selbst in der Behandlung oder Rehabilitation von Patienten tätig sind. Seriöse Autoren nennen beispielsweise die Quellen, die bei der Informationssuche genutzt wurden, weisen auf die Grenzen der Information aus Büchern und auf die Notwendigkeit hin, immer mit dem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten, und sie bewerben vor allem keine Produkte, die Magenkrebspatienten angeblich unbedingt brauchen.

Selbsthilfe und Erfahrungsaustausch, Krebsberatung

Bisher gibt es keine bundesweite Selbsthilfegruppe für Magenkrebspatienten, die auch im Internet mit Informationen und Kontaktdaten vertreten wäre. Dies bedeutet jedoch nicht, dass nicht in einzelnen Bundesländern oder Städten entsprechende Initiativen existieren. Diese können beim Krebsinformationsdienst am Telefon erfragt werden.
Über Kontaktmöglichkeiten informieren unter anderem die örtlichen Krebsberatungsstellen. Eine Liste hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt. Viele Selbsthilfegruppen sind jedoch nicht auf eine Tumorart allein festgelegt. Dies trifft vor allem für Gruppen zu, die sich hauptsächlich über das Internet organisieren. Eine Liste entsprechender Angebote finden Interessierte hier, unter der Rubrik Adressen beim Stichwort Selbsthilfe.

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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 11.12.2007