
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deIn der Versorgung von Lymphompatienten hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Experten erwarten jedoch, dass noch weitere Fortschritte möglich sind, die sich nicht nur auf das Überleben, sondern auch die Lebensqualität von Betroffenen auswirken werden. Sie empfehlen daher, dass Lymphompatienten nach Möglichkeit unter den kontrollierten Bedingungen einer klinischen Studie behandelt werden.
Dies bedeutet auf keinen Fall, dass alle Patienten mit Morbus Hodgkin, einem Non-Hodgkin-Lymphom oder den Lymphom-Sonderformen alle im Krankenhaus nur an rein experimentellen Behandlungsversuchen teilnehmen müssten: Gemeint sind vielmehr überwiegend so genannte Therapieoptimierungsstudien.
In diesen versuchen sowohl niedergelassene Fachärzte als auch Kliniken, durch mehr oder weniger kleine Veränderungen in der Behandlung das Beste für ihre Patienten zu erreichen, Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten und Spätschäden zu reduzieren. Dabei werden keine Abstriche an der Sicherheit der Therapie gemacht. Zu den Studienbedingungen tragen deshalb auch die erweiterte Dokumentation und gründliche Auswertung des Therapieerfolgs und der intensive Austausch der Experten untereinander bei.
Die meisten niedergelassenen Ärzte und Kliniken, die heute die Behandlung für Lymphompatienten anbieten, wissen von solchen Studien: Sie werden in Deutschland überwiegend vom Kompetenznetz Maligne Lymphome koordiniert. Im Internet ist das Kompetenznetz mit vielen Informationen für Fachleute wie Betroffene unter www.lymphome.de zu finden. Eine Datenbank von Ärzten und Zentren, die sich besonders auf die Betreuung von Lymphompatienten spezialisiert haben und an Studien teilnehmen, wird unter www.lymphome.de/Gruppen/Studienzentren/Suche.jsp zur Verfügung gestellt.
Auf Lymphompatienten, die mit einer längeren Behandlung oder mit einer sehr einschneidenden Therapie rechnen müssen, können einige weitere Fragen noch vor Behandlungsbeginn zukommen.
Patienten, die über längere Zeit mit einer Chemotherapie behandelt werden sollen, wird möglicherweise ein so genannter Port angeboten werden. Er ersetzt den häufig neu zu legenden Venenzugang für Infusionen oder Blutabnahmen.
Ein Port ist ein kleines Reservoir aus sterilem chirurgischem Material, das im Rahmen eines ambulanten operativen Eingriffs unter die Haut eingesetzt wird, oft über dem rechten Rippenbogen oder in der Nähe des Schlüsselbeins. Von diesem Reservoir aus besteht über einen dünnen Schlauch eine Verbindung mit einer großen Vene. Ist der Port nach rund einer Woche erst einmal eingeheilt, muss nicht mehr jedes Mal eine Vene gesucht und angestochen werden, um Blut abzunehmen oder Infusionen zu legen: Nur noch das Reservoir wird mit einer speziellen Nadel durch die Haut anpunktiert. Die Gefahr des "Danebenstechens" entfällt. Die Bewegungsfreiheit der Patienten ist deutlich größer, Baden oder Duschen und Schwimmen sind möglich. Nach Beendigung der Therapie entfernen die behandelnden Ärzte den Port wieder. Ob sich der Eingriff zum Legen eines Ports lohnt, muss individuell entschieden werden.
Gerade für jüngere Patienten ist der spätere Kinderwunsch bei einer Lymphomerkrankung ein durchaus schon zum Zeitpunkt der Diagnosestellung belastendes Thema: Die Behandlung könnte die Möglichkeiten einschränken, Kinder zu bekommen. Bei nicht wenigen Lymphompatienten werden allerdings schon vor Therapiebeginn Einschränkungen gefunden. Um die Situation abzuklären, können daher entsprechende Untersuchungen noch vor Therapiebeginn sinnvoll sein.
Über die Möglichkeiten zum Schutz der Fruchtbarkeit vor weiteren Schäden sollten sich junge Patienten beraten lassen, auch wenn die Palette der verfügbaren Methoden nicht sehr groß ist. Sie sollten daher frühzeitig diskutiert werden. Mehr dazu lesen Lymphompatienten mit Kinderwunsch hier, in einem eigenen Text zum Thema.