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Zufallsfund oder Warnzeichen: Keine Früherkennung für Lymphome?

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Die meisten Lymphome werden zufällig entdeckt, bei einer Blutuntersuchung, oder sogar erst dann, wenn massive Beschwerden auftreten. Nicht selten wird Patienten erst im Nachhinein bewusst, dass sie schon länger unter vergleichsweise unspezifischen Symptomen gelitten hatten. Noch nicht bösartige, gut behandelbare Vorstufen von malignen Lymphomen sind nicht bekannt. Deshalb lässt sich der Ausbruch der Erkrankung derzeit auch nicht verhindern. Und: Es gibt keine Möglichkeit der Früherkennung.

Symptome

Darüber hinaus gibt es keine bei malignen Lymphomen vorkommenden, charakteristischen Krankheitszeichen. Hausärzte wie Patienten denken zunächst oft an eine Infektion. Die wenig aggressiven niedrig malignen Lymphome entwickeln sich außerdem vergleichsweise langsam, so dass der Verdacht auf eine schwere Erkrankung erst spät entsteht. Bei den hoch malignen Lymphomen können sich uncharakteristische Beschwerden allerdings schnell verschlechtern.

Lymphknotenschwellung

Erstes Zeichen eines malignen Lymphoms ist häufig die Schwellung eines oder mehrerer Lymphknoten, zum Beispiel am Hals oder am Unterkiefer. Lymphknotenschwellungen können jedoch verschiedene Ursachen haben; die häufigste ist tatsächlich eine Infektion. In der Regel sollte sich eine solche Schwellung nach Abklingen der Erkrankung wieder zurückbilden. Eine Vergrößerung, die über mehr als zwei Wochen bestehen bleibt, ist ein Anlass, zum Arzt zu gehen. Dies gilt besonders, wenn der Druck mit dem Finger auf die Schwellung nicht weh tut.

Leistungsschwäche

Ein Leistungsknick, Müdigkeit und Appetitlosigkeit sind ebenfalls zunächst nur unspezifische Anzeichen. Sie können mit Veränderungen im Blutbild in Zusammenhang stehen.

Unklare Druckschmerzen, Schwellungen

Lymphknotenschwellungen treten bei Non-Hodgkin-Lymphomen auch an nicht sicht- oder tastbaren Stellen auf, etwa im Körperinneren. Milz und Leber können mit  Lymphomzellen befallen und vergrößert sein ("Splenomegalie" und "Hepatomegalie"). Große Lymphome drücken unter Umständen auf Organe und Nerven oder Blutgefäße, was Funktionsstörungen und Druckgefühl verursacht. Vergrößerte Lymphknoten im hinteren Bauchraum ("retroperitoneal") können uncharakteristische Rückenschmerzen verursachen. Selten, aber vergleichsweise typisch für Morbus Hodgkin ist der Schmerz in befallenen Lymphknotenregionen nach Alkoholgenuss.

Beschwerden durch Beeinträchtigung der Blutbildung

Ist das Knochenmark befallen, beeinträchtigt ein Lymphom die gesunde Blutbildung. Die Zahl der funktionsfähigen weißen Blutkörperchen ist unter Umständen vermindert. Dies führt zu einer vermehrten Anfälligkeit für Infektionen. Auch die Zahl der roten Blutkörperchen und/oder Blutplättchen kann erniedrigt sein, im Blutbild zeigt sich eine Anämie oder Blutarmut. Symptome sind verminderte Belastbarkeit, Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Möglich sind auch punktförmigen Blutungen in der Haut, sogenannte Petechien, eine Neigung zu blauen Flecken oder Nasenbluten.

B-Symptome

Einzeln ebenfalls untypisch, in der Kombination aber ein recht deutlicher Hinweis sind die sogenannten B-Symptome: häufiges oder anhaltendes Fieber mit mehr als 38 Grad, nächtliches Schwitzen sowie ungewollter Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten.

Anzeichen seltener Lymphome der Haut

Kutane Lymphome fallen durch Juckreiz, Hautrötungen und flächige oder tumorartige Hautveränderungen auf.

Lymphknotenbefall durch andere Tumorarten

Nicht mit Lymphomen zu verwechseln ist der Befall von Lymphknoten durch Zellen anderer Tumorarten: Viele solide Tumoren streuen nicht nur über das Blut, sondern auch oder ausschließlich über das Lymphsystem. Diese Befunde haben nichts mit einem malignen Lymphom zu tun: Die dahinter stehenden ursprünglichen Erkrankungen bestimmen die Behandlung weiterhin, mehr dazu in der Rubrik "Krebsarten".



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 29.11.2005