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Obwohl familiäre Häufungen beobachtet werden, gehen Lymphomexperten heute auch nicht davon aus, dass Vererbung eine größere Rolle spielt: Eine eindeutige und bei allen Lymphomen immer einheitliche genetische Veränderung fehlt.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an einem Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken. Für den Morbus Hodgkin fehlt ein solcher Zusammenhang.
Bei einigen Lymphomformen sind Viren an der Entstehung beteiligt. Die Erkrankung ist jedoch selbst dann nicht ansteckend, wenn solche Viren nachgewiesen werden können.
Bei anderen Lymphomen ist der Zusammenhang mit Viren nicht sicher bewiesen, aber in der Diskussion; er wird in Studien geprüft.
Die chronische Entzündung der Magenschleimhaut durch Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori erhöht das Risiko für maligne Lymphome der Magenschleimhaut (MALT-Lymphom), mehr dazu im Text "Ansteckung" unter dem entsprechenden Stichwort.
Die Untersuchungsergebnisse zum Rauchen sind widersprüchlich, schließen aber einen Zusammenhang auch nicht aus.
Hohe Dosen radioaktiver Strahlung, wie etwa durch die Hiroshima-Bombe am Ende des Zweiten Weltkriegs, wurden mit einem gesteigerten Risiko für das multiple Myelom in Verbindung gebracht. Für niedrigere Dosen, wie sie heute durch das Röntgen, die Mammographie oder medizinisch notwendige Bestrahlungen zustande kommen, sehen Experten anhand der vorliegenden Daten keinen Zusammenhang mit einem erhöhten Lymphomrisiko.
Der Verdacht auf ein erhöhtes Risiko durch Sonne, Solarien oder medizinische UV-Anwendungen wurde in einer schwedischen Studie an fast 4.000 Lymphompatienten nicht bestätigt.
Schon länger vermuten Krebsforscher, dass die unzureichende Auseinandersetzung mit Krankheitserregern und das Fehlen von Impfungen in der frühen Kindheit für spätere Fehlentwicklungen des Immunsystems zumindest mitverantwortlich sein könnten. Die Palette der so verursachten Erkrankungen reicht dabei von Allergien bis hin zu Lymphomen oder Leukämien. Mehrere neuere Studien erhärten diesen Verdacht (hier eine Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2004/
dkfz_pm_04_34.php). Noch ist der Zusammenhang aber nicht wirklich gesichert.
Sowohl angeborene als auch erworbene Störungen der Immunabwehr erhöhen das Risiko für Non-Hodgkin-Lymphome. Ein Beispiel ist AIDS. Krankheiten, die mit Immunreaktionen gegen eigenes Körpergewebe einhergehen, sogenannte Autoimmunerkrankungen, bedingen ein erhöhtes Risiko für maligne Lymphome. Auch die Behandlung mit immunschwächenden Medikamenten, etwa nach einer Organtransplantation, erhöht das Risiko für NHL.
Chemikalien aus Umwelt oder Beruf spielen als Risikofaktor für maligne Lymphome eine eher geringe bis gar keine Rolle, auch wenn die Datenlage dazu vergleichsweise dünn ist.