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Kutane Lymphome: Lymphome der Haut
Non-Hodgkin-Lymphome können auch in der Haut entstehen; sie werden dann
als kutane Lymphome bezeichnet. Sie können sowohl von T-Zellen als auch
von B-Zellen ausgehen. Unter den kutanen Lymphomen ist die
T-Zell-Variante häufiger, eine dieser Krankheitsformen ist
beispielsweise die Mycosis fungoides.
Krankheitsverlauf
Die kutanen Lymphome können sich sehr langsam, teilweise über
Jahrzehnte hinweg entwickeln. Sie sind dann keine lebensbedrohlichen
Erkrankungen, verändern den Alltag Betroffener aber trotzdem, weil sie
oft über ebenso lange Zeit behandelt werden müssen. Erste Symptome sind
oft trockene, juckende und sich schuppende Haut, auch Knötchen und
Verfärbungen können auftreten, die von eingelagerten Lymphomzellen in
der Haut stammen. Auch Lymphknoten können befallen sein.
Bei einigen
Formen, wie etwa der Mycosis fungoides, besteht das Risiko, dass sich
die Lymphomzellen irgendwann doch auch über das Blut verbreiten (dann
wird die Erkrankung als Sézary-Syndrom bezeichnet), oder das
Knochenmark und innere Organe befallen. Es gibt jedoch auch von
vornherein aggressive Hautlymphomtypen, wo sich die kranken Zellen sehr
rasch vermehren.
- Informationssuchende, die sich nicht sicher sind, ob es sich bei ihrer Frage tatsächlich um ein kutanes Lymphom handelt oder nicht doch um eine andere Hauterkrankung, sollten mit den behandelnden Ärzten Rücksprache halten.
Wohin wenden?
Wie bei anderen Lymphomen gibt es auch bei den kutanen Erkrankungen eine Expertenempfehlung für Patienten, sich unter Studienbedingungen behandeln zu lassen. Dies bedeutet nicht, dass die Therapie nur im Krankenhaus möglich wäre: Auch viele niedergelassene Fachärzte nehmen an entsprechenden Studien teil, die die Qualität der Therapie optimieren sollen.
Ansprechpartner für Ärzte ist die Arbeitsgemeinschaft dermatologische Onkologie (ADO), die unter www.ado-homepage.de, Stichwort "Leitlinien", Stichwort "Kutane Lymphome" eine Behandlungsleitlinie veröffentlicht hat. Die ADO weist jedoch daraufhin, dass sich dieser Text vorwiegend an Fachleute richtet. Europaweit werden Studien auch von der Projektgruppe Kutane Lymphome in der European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC) koordiniert, im Internet unter www.eortc.be, in englischer und teilweise französischer Sprache für Fachleute.
Welche Therapie kommt in Frage?
So können Hautlymphome behandelt werden:
- Betroffene Hautstellen bei den niedrig malignen Formen heilen unter Umständen von alleine ab. Meist müssen Patienten aber mit einem Rückfall an einer anderen Stelle rechnen. Die Behandlung richten Ärzte gemeinsam mit den Betroffenen am genauen Lymphomtyp und an den jeweiligen Beschwerden aus – so soll das Lymphom mit möglichst geringen Nebenwirkungen zurückgedrängt werden.
- Frühe Stadien lassen sich lokal behandeln, zum Beispiel mit Zytostatika in Salbenform, also einer "Chemotherapie", die weitgehend nur auf der Haut wirkt. Häufiger wird jedoch "Kortison" eingesetzt oder eine PUVA-Behandlung: Ein Medikament, ein sogenanntes Psoralen (daher das P in PUVA), macht die Haut lichtempfindlicher. Darauf folgt eine Bestrahlung mit ultravioletten Licht einer bestimmten Wellenlänge, UV-A (daher das UVA in der Abkürzung). Auch schonende Techniken der konventionellen Strahlentherapie sind möglich. Bei der Knötchen bildenden Lymphomform ist auch die operative Entfernung kleinerer und vereinzelter Stellen möglich.
- In fortgeschrittenen Stadien oder bei Rückfällen nützt Patienten die Kombination einer örtlichen Behandlung mit Interferon oder Medikamenten, die dem Vitamin A ähnlich sind und die Lymphomzellen angreifen. Sie können sowohl auf die Haut aufgetragen wie auch "systemisch" gegeben werden, dann wirken sie wie Interferon im ganzen Körper. Eines mit dem Wirkstoff Bexaroten ist als Kapsel zum Schlucken speziell für T-Zell-Lymphome der Haut zugelassen.
- Leiden Patienten unter dem Befall großer Hautpartien oder sind Lymphomzellen auch im Körper und im Blut nachweisbar, kann zusätzlich die so genannte extrakorporale Photopherese helfen: Nachdem der Patient ein Mittel genommen hat, das lichtempfindlich macht, wird sein Blut außerhalb des Körpers mit UV bestrahlt und dann zurückgeleitet. Auch eine Chemotherapie, die im ganzen Körper wirkt, ist möglich. Ein neuer Ansatz, der in Studien geprüft wird, sieht je nach Lymphomtyp geeignete Antikörper vor.
Die aggressiven Formen der Hautlymphome erfordern gelegentlich eine Therapie, die der anderer hoch maligner Lymphomformen ähnelt. Sie müssen allerdings nicht immer wie wie andere hoch maligne Lymphomtypen behandelt werden. Je nach Lokalisation kann eine operative Entfernung und Bestrahlung ausreichen.
Insgesamt ist die Behandlung kutaner Lymphome zwar langwierig, aber oft weniger belastend als die anderer Lymphomformen.