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Die chronische lymphatische Leukämie ist trotz ihres Namens ein niedrig malignes B-Zell-Lymphom. Auffallend sind der Befall des Knochenmarks und die Ausschwemmung vieler Lymphomzellen in die Blutbahn. Letzteres führte zur früheren Einschätzung als Leukämie, als Krankheit mit "weißem Blut".
Auch ohne Behandlung schreitet die CLL nur sehr langsam fort. Die meist älteren Patienten leben nicht selten zwischen zwei und, wenn auch selten, sogar zwanzig Jahren mit der Erkrankung, ohne in ihrem Alltag sehr eingeschränkt zu sein.
Die Verdrängung gesunder Knochenmarkzellen und die dadurch gestörte Blutbildung führen allerdings ohne Behandlung bei den meisten Betroffenen früher oder später
In der Einteilung der Krankheitsstadien spielen dementsprechend der Wert des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Hb), die Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten), die Zahl der betroffenen Lymphknoten sowie die Größe der betroffenen inneren Organe eine größere Rolle als bei anderen Lymphomen. Molekularbiologische Besonderheiten geben Hinweise, ob die CLL sich langsam oder schnell entwickeln wird.
Auch die chronische lymphatische Leukämie sollte in Studien behandelt werden. Das bedeutet nicht, dass alle Patienten in hoch spezialisierte Krankenhäuser müßten oder gar nur experimentelle Therapien erhalten: Fast alle niedergelassenen Fachleute für die Lymphombehandlung und viele Kliniken nehmen an solchen Studien teil. Sie dienen außerdem überwiegend der Optimierung der bisher verfügbaren Verfahren.
Ansprechpartner für behandelnde Ärzte zu entsprechenden Studienprotokollen ist die Deutsche CLL-Studiengruppe, im Internet unter www.dcllsg.de. Eine Datenbank von Ärzten und Zentren, die sich besonders auf die Betreuung von Lymphompatienten spezialisiert haben, wird unter www.lymphome.de/Gruppen/Studienzentren/Suche.jsp zur Verfügung gestellt, hier kann gezielt nach Spezialisten für die Betreuung von Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie gesucht werden.
Wichtigste Therapieziele bei einer CLL sind die Verbesserung oder Erhaltung der Lebensqualität und die Lebensverlängerung. Was dabei im Vordergrund steht, hängt auch vom Alter der Patienten und ihrer persönlichen Entscheidung ab.
Bei einer Untergruppe der Betroffenen ist durch die Erkrankung die Lebenserwartung von vornherein nicht eingeschränkt ("smouldering CLL", "ruhende CLL"). Hier ganz besonders müssen Vor- und Nachteile der Therapie gegeneinander abgewogen werden.
In Frage kommen daher "Watch and wait" – die Bezeichnung aus dem Englischen steht für sorgfältig kontrollierendes Abwarten. Erst wenn die Erkrankung zu einer deutlichen Leistungsminderung führt, zum Beispiel durch B-Symptome, wenn eine vergrößerte Leber, Milz oder geschwollene Lymphknoten Beschwerden bereiten oder sich das Blutbild deutlich in Richtung leukämischer Erkrankungsform verschlechtert, kommen
Tritt eine CLL nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auf, sind die individuellen Befunde allein ausschlaggebend bei der Suche nach geeigneten Möglichkeiten. Hat es beispielsweise relativ lange gedauert, bis nach einer Chemotherapie ein Rückfall eintrat, können die behandelnden Ärzte die gleiche Therapie noch einmal anwenden. War wenig Zeit vergangen, ist es sinnvoller, eine andere zytostatische Substanz oder auch eine Kombination verschiedener Medikamente zu erproben. Wichtig ist bei der CLL eine gute begleitende Behandlung, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.