Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Gebärmutterhalskrebs: Therapie bei wieder auftretender und fortgeschrittener Erkrankung

Symptome eines Rückfalls

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Auch wenn zunächst erfolgreich behandelt werden konnte, muss ein Teil der Patientinnen damit rechnen, dass die Erkrankung einige Zeit später wieder auftritt. Wie wahrscheinlich ein solcher Rückfall ist, hängt davon ab, wie fortgeschritten das Zervixkarzinom bei der ersten Diagnose bereits war und wie umfangreich behandelt werden konnte.

Folgende Symptome sind ein Anlass, zum Arzt zu gehen, auch wenn gerade kein Nachsorgetermin anstehen sollte:

- Scheidenblutungen, spontan oder zum Beispiel nach dem Geschlechtsverkehr

- ungewohnte Beschwerden beim Wasserlassen oder Stuhlgang, Blutungen oder ungewöhnliche Schleimabsonderungen aus Blase oder Darm

- Knochenschmerzen, insbesondere im Beckenbereich

- Rückenschmerzen

- Anschwellen der Beine oder des Unterbauchs, Zunahme des Leibesumfanges

- ungewohnte Beschwerden beim Atmen

- nicht beabsichtigter Gewichtsverlust

Untersuchungsverfahren zur Ausbreitungsabschätzung

Zur Diagnosestellung steht wie bei der Untersuchung einer neu aufgetretenen Erkrankung zunächst die gynäkologische Abtastuntersuchung über die Scheide und den Enddarm im Vordergrund. Aber auch diagnostische Bildgebungsverfahren wie die Ultraschallbehandlung, Röntgenaufnahmen, Kernspintomographie oder Skelettszintigraphie können eingesetzt werden, um die Symptome genau abzuklären. Eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) kann bei fortgeschrittenem Stadium des Zervixkarzinoms helfen, die Ausdehnung des Tumors festzulegen (operatives Staging).

Therapie bei Rückfällen

Hat sich bei diesen Untersuchungen gezeigt, wo sich erneut Tumorzellen angesiedelt haben, orientiert sich die Behandlungsplanung am Erkrankungsstadium, aber auch an der Vorbehandlung: So kann bereits bestrahltes Gewebe meist nicht noch einmal mit einer Radiotherapie behandelt werden, während Operation und/oder Chemotherapie ihren Stellenwert behalten. Die Berücksichtigung des Allgemeinzustands und der Lebensqualität spielt vor allem bei sehr fortgeschrittenen Situationen einen wichtige Rolle.

Rezidive ohne ausgeprägten Lymphknotenbefall und Fernmetastasen

Anzeichen für einen solchen Rückfall können Blutungen oder lokale Verdrängungserscheinungen von Blase, Mastdarm und Harnleiter sein, was sich als Blasenschmerz, häufiger Drang zum Wasserlassen und übervoll gestaute Harnblase bemerkbar machen kann.  

Spricht vom Allgemeinzustand her nichts dagegen, kommt bei Patientinnen mit einem Tumorrückfall im kleinen Becken möglicherweise eine Operation in Frage, vor allem dann, wenn bei der ersten Behandlung bestrahlt wurde. Je nach Ausbreitung kann dieser Eingriff unterschiedlich umfangreich ausfallen, bis hin zur auch als Exenteration  bezeichneten sehr belastenden Operation, bei der Teile der Scheide, die Blase oder Teile des Darms entfernt werden müssen.

Ist die Beckenwand mitbetroffen, muss die Möglichkeit einer Operation sorgfältig geprüft werden.

Wurde die Patientin bei der Erstbehandlung nur operiert, so entscheiden die Größe und die Lage des Tumors darüber, ob alternativ eine Bestrahlung oder eine kombinierte Radiochemotherapie zum Einsatz kommen oder nicht.

Eine zweite Bestrahlung erfolgt dagegen nur, wenn die maximal verträgliche Strahlendosis bei der ersten Behandlung nicht ausgeschöpft wurde, oder wenn der erneute Tumorbefalls außerhalb des ersten Bestrahlungsfelds liegt.

Patientinnen, die von einem Rückfall der Erkrankung betroffen sind, können unter Umständen an klinischen Studien teilnehmen, in denen neue Kombinationen von Therapieverfahren oder auch ganz neue Ansätze darauf hin geprüft werden, ob sie die bisherigen Möglichkeiten verbessern. Ansprechpartner für solche Studien sind große spezialisierte Zentren, zum Beispiel an Universitätskliniken oder anderen großen Krankenhäusern. Ob eine Patientin an einer Studie teilnehmen kann, hängt allerdings auch von der Verfügbarkeit geeigneter Angebote ab. Wie sich Frauen selbst darüber klar werden können, ob sie an einer Studie teilnehmen möchten oder nicht, hat der Krebsinformationsdienst in einem Informationsblatt aufgeführt.

Metastasenbefall der Lymphknoten

Bei Metastasenbefall der Bauchlymphknoten können diese unter Umständen gezielt operativ entfernt werden. Auch die gezielte Bestrahlung steht zur Diskussion, wenn die Patientin diese Behandlung bisher noch nicht erhalten hat. Ob ein solches nur lokal ausgerichtetes Verfahren Sinn macht und wenn ja, welches eingesetzt werden sollte, hängt allerdings vom Allgemeinzustand und von der gesamten Einschätzung der Erkrankung ab. Haben die behandelnden Ärzte den Verdacht, dass sich die Tumorzellen bereits weiter ausgebreitet haben können, kommt eher eine Chemotherapie in Frage.

Fortgeschrittene und metastasierte Erkrankung

Hat sich ein Zervixkarzinom in andere Organe ausgebreitet oder spricht der Allgemeinzustand der betroffenen Frau gegen umfangreiche Operationen oder Bestrahlungen, wird eine Behandlung vor allem zur Linderung von Beschwerden und möglichst individuell geplant.
Sprechen Nieren- oder Leberfunktion und die Blutwerte nicht dagegen, lässt sich das Tumorwachstum unter Umständen mit einer Chemotherapie verlangsamen.
Das Lymphödem, unter dem viele Patientinnen in dieser Situation leiden, sollte regelmäßig kontrolliert und so umfangreich wie möglich behandelt werden.Auch die nicht seltenen Blasenprobleme können zum Beispiel durch krampflösende Medikamente bis zu einem gewissen Grad aufgefangen werden, selbst wenn die Ursachen nicht beseitigt werden können. In Ausnahmefällen sind dazu sogar kleinere chirugische Eingriffe nötig.

Schmerzen müssen nicht sein

In fortgeschrittenen Stadien einer Krebserkrankung können für die Patientin Schmerzen zur Belastung werden und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Eine wirksame Schmerzbekämpfung ist hier eine der wichtigsten Maßnahmen, falls die Schmerzursache – der Tumor oder seine Metastasen - nicht direkt behandelt werden kann. Eine gute Schmerztherapie ist individuell auf die Schmerzsituation der Patientin abgestimmt. Maßgeblich ist das, was sie selbst empfindet. Sie entscheidet, ob eine Schmerztherapie gut und ausreichend ist oder nicht.
Mit den verfügbaren Medikamenten und Methoden lassen sich Tumorschmerzen meist gut lindern. Die Behandlung erfolgt nach Möglichkeit mit Tabletten oder Tropfen, unter Umständen auch mit Pflastern. Bei starken Schmerzen werden Opioide eingesetzt. Diese Abkömmlinge des Morphins sind die wirksamsten Schmerzmedikamente. Heute ist man mit dem Einsatz von Opioiden nicht mehr so zurückhaltend wie noch vor wenigen Jahren, und die Verschreibung ist weit weniger kompliziert als früher.

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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 15.06.2006