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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

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Brustkrebszelle, Foto: Duncan Smith/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Brustkrebs beim Mann

Auf welche Symptome sollten Männer achten?

Gerade weil ein Mammakarzinom bei Männern so selten vorkommt, werden erste Anzeichen oft übersehen: Ein Knoten in der Brust kann auf eine Veränderung hindeuten, ebenso Hautveränderungen oder Ausfluss aus der Brustwarze. Die meisten Veränderungen in der Brust sind bei Männern allerdings harmlos.
Warum ein Arztbesuch im Zweifelsfall nicht schaden kann und worauf Männer achten sollten, erläutert der folgende Text.

Letzte Aktualisierung: 11.01.2006

Brustkrebs – das ist doch eine reine Frauenkrankheit? Diese Annahme hindert Männer sehr häufig daran, Veränderungen im Brustgewebe überhaupt ernst zu nehmen. Möglicherweise ist dies der Grund dafür, dass bei Männern Brustkrebs häufig erst in einem vergleichsweise fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird.

Gutartige Brustveränderungen

Die meisten Veränderungen bei Männern sind vergleichsweise harmlos und haben zum Teil nicht einmal Krankheitswert. Sie trotzdem dem Arzt zu zeigen, schadet jedoch auf keinen Fall!

Gutartige Gynäkomastie

Als Gynäkomastie bezeichnen Mediziner eine Brustschwellung bei Männern. Sie kann tatsächlich der Ausbildung einer weiblichen Brust ähneln, ist aber meist weniger ausgeprägt oder tritt nur auf einer Seite auf. Ob nur Fettgewebe an einer solchen Veränderung beteiligt ist oder tatsächlich der Drüsenkörper, ist für die betroffenen Männer oft nicht zu erkennen.

Auslöser einer Gynäkomastie ist wie bei Frauen oft eine Schwankung im Hormonspiegel.

  • Sie tritt beispielsweise gelegentlich schon in der Pubertät auf, bildet sich hier aber praktisch immer von alleine zurück, ist harmlos und hat mit Brustkrebs nichts zu tun.
  • Bei betagten Männern kann der Abbau von Muskelmasse zugunsten von Fettgewebe zu hormonellen Schwankungen und dann auch zu einer Gynäkomastie führen. Ob nicht eine ernstere Ursache dahinter steckt, die das Drüsengewebe verändert, sollte der Arzt abklären.
  • Häufiger ist bei Erwachsenen die Brustschwellung allerdings eine Folge langjährigen Alkoholkonsums, der unter Umständen zu Leberschäden geführt hat: Beides beeinflusst den Hormonspiegel zu Ungunsten des männlichen Hormons Testosteron, sowohl die Verstoffwechslung von Alkohol also solche wie auch eine eingeschränkte Leberfunktion.
  • Als unerwünschte Nebenwirkung einiger Medikamente kann eine Gynäkomastie ebenfalls auftreten. Dazu gehören zum Beispiel einige entwässernde Mittel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einige Antidepressiva, ein Typ von Säureblockern gegen Beschwerden in Magen oder Speiseröhre sowie Medikamente gegen Hodenkrebs und Prostatatumoren.

Übergewicht und Pseudogynäkomastie

Männer mit Übergewicht neigen häufig auch zu einer verstärkten Fetteinlagerung um die Brustdrüsen herum. Diese „Pseudogynäkomastie“ betrifft zwar nicht den Drüsenkörper, der Übergang zu einer echten Gynäkomastie ist jedoch vor allem bei starkem Übergewicht fließend, da dieses auch den Hormonspiegel verändern kann.

"Runner´s Nipple"

Leistungssportler kennen das Problem, doch Männer, die nur gelegentlich laufen oder lange Rad fahren, sind oft überrascht, wie sehr Brustwarzen weh tun können: Durch das Scheuern an der meist engen Sportkleidung können sie sich entzünden. Es entsteht die so genannte Marathonbrust, heute „unter Profis“ meist auf Englisch als „Runner’s Nipple“ bezeichnet. Ohne sachgerechte Pflege heilen diese kleinen Wunden schlecht ab, auch wenn sie nicht gefährlich sind. Will sich eine solche vermeintliche „Sportverletzung“ aber gar nicht wieder beruhigen, sollten betroffene Männer einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abklären zu lassen.

Symptome eines Mammakarzinoms

Auch wenn die meisten Veränderungen im Brustbereich harmlos sind, sollten Männer sie ernst nehmen und insbesondere folgendende Symptome einem Arzt zeigen:

  • ein Knoten oder eine Verhärtung nur in einer Brust, meist unter oder in der Nähe der Brustwarze, oft unregelmäßig geformt, schmerzlos,
  • eine Veränderung der Brustwarze oder des Brustwarzenhofs, zum Beispiel eine Einziehung oder eine Verklebung mit dem darunter liegenden Gewebe,
  • eine länger andauernde Entzündung oder Ausfluss aus der Brustwarze, egal ob durchsichtig, weißlich oder blutig,
  • längere Zeit vergrößerte oder verhärtete Lymphknoten in der Achselhöhle

Dahinter können viele gutartige Veränderungen stecken – genau wie bei Frauen bedeutet auch bei Männern nicht gleich jeder getastete Knoten Krebs. Die Abklärung sollte jedoch nicht allzu lange hinaus gezögert werden.