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Die meisten Brustkrebspatienten – Männer wie Frauen - müssen damit rechnen, dass sich nie ganz genau klären lässt, was denn nun genau ihre Erkrankung ausgelöst hat. Bei der Mehrzahl der erkrankten Männer lassen sich selbst die für Frauen bekannten Risikofaktoren nicht nachweisen.
Dies wären vor allem Faktoren, die sich auf den Hormonspiegel auswirken. Bei Männern ist das bestimmende Geschlechtshormon das Testosteron, doch auch ihr Körper produziert immer eine geringe Menge „weiblicher“ Östrogene. Und das Brustgewebe bei Männern ist kaum anders aufgebaut als bei Frauen, so dass es auf Östrogene ebenso mit Wachstum reagiert.
Das Gleichgewicht der Hormone kann sich verschieben bei
Männer mit dem so genannten Klinefelter-Syndrom sind von einem Brustkrebsrisiko betroffen, das als in etwa so hoch wie das von Frauen angegeben wird: Ihre angeborene Veränderung der Chromosomenzahl beeinflusst ebenfalls den Hormonspiegel, wenn auch mit von Mann zu Mann unterschiedlich starker Ausprägung. Heute erhalten die meisten betroffenen Männer eine ausgleichende Hormontherapie. Ob sich diese günstig oder eher steigernd auf das Risiko auswirkt, ist bisher nicht bekannt.
Bei einigen männlichen Brustkrebspatienten gibt es Hinweise darauf, dass ein besonderes Risiko in der Familie vererbt wurde. In den letzten Jahren wurden mehrere genetische Veränderungen mit Brustkrebs in Verbindung gebracht, darunter die so genannten Brustkrebsgene BRCA-1 und BRCA-2. Trägt ein Mann oder eine Frau diese veränderten Erbanlagen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung deutlich höher als normal. Es bedeutet jedoch nicht, dass jeder oder jede Betroffene auch tatsächlich erkrankt. Auch andere Genveränderungen wurden gefunden, ohne dass man bisher genau beziffern kann, um welchen Faktor sie das Risiko steigern. Die Erkrankung eines Mannes an einem Mammakarzinom wird insgesamt heute als ein Warnsignal dafür betrachtet, dass für seine Schwestern ein erhöhtes Risiko bestehen könnte – das Erbmaterial von Geschwistern ähnelt sich. Falls tatsächlich eine Genveränderung besteht, kann sie ein Patient auch an seine Kinder weiter geben. Von der Deutschen Krebshilfe werden seit längerem Spezialzentren für familiären Brustkrebs gefördert. Obwohl sie überwiegend an Frauenkliniken angesiedelt sind, bieten sie auch betroffenen Männern und ihren Familien Beratung. Welche weiteren Möglichkeiten der Information zur Verfügung stehen, lesen Sie im Abschnitt "Adressen und Links".
Männer mit Brustkrebs wiesen in einer Auswertung von Krebsregistern mehrerer Länder auch ein etwas höheres Risiko für andere Krebsarten auf. Ob dies nur ein Zufall ist oder ob es tatsächlich gemeinsame Risikofaktoren für mehrere Erkrankungen gibt, beschäftigt viele Krebsforscher. Bisher sind die vorliegenden Zahlen und Daten noch nicht umfangreich genug, um genetische Risikofaktoren überhaupt in allen Details zu überblicken. Denkbar wären sowohl gemeinsame genetische Risikofaktoren für mehrere Krebsformen, wie auch gemeinsame Risiken auf der Ebene hormoneller Veränderungen. Auch spielt sogar die gesteigerte Wahrnehmung innerhalb einer Familie eine Rolle, weil Menschen, deren Angehörige erkranken, eher zur Früherkennung gehen und mit Symptomen eher einen Arzt aufsuchen (dazu eine Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums unter www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2005/
dkfz_pm_05_60.php).