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Erste Anlaufstelle bei unklaren Veränderungen ist meist der Hausarzt,
eventuell auch ein Facharzt für Innere Medizin. Er überweist bei der
Abklärung dann an andere Fachärzte.
Da Brustkrebs bei Männern so
selten vorkommt und sich weder die notwendigen Untersuchungen zur
Abklärung noch eine Therapie sehr von der bei Frauen unterscheidet,
müssen Männer allerdings damit rechnen, dass sie früher oder später
Spezialisten am ehesten in einem Brustzentrum an einer Frauenklinik finden werden.
Das Abtasten der Brust ist bei Männern wegen der dünnen Fettschicht und des kleineren Drüsenkörpers leichter möglich als bei Frauen. Trotzdem wird bei einem unklaren Befund oft eine Ultraschallaufnahme oder Sonographie nötig und fast immer eine Mammographie.
Während sehr viele niedergelassene Ärzte die Ultraschallaufnahme direkt in der Praxis durchführen können, sind zur Mammographie seit kurzem nur Fachärzte berechtigt, die bestimmte qualitätssichernde Maßnahmen nachweisen können.
Diese Röntgenuntersuchung der Brust belastet den Körper nur wenig, liefert aber, ebenfalls wegen des geringen Fett- und Drüsenanteils, bei Männern meist aussagekräftige Bilder der Brustveränderung.
Während sich im Ultraschallbild beispielsweise harmlose flüssigkeitsgefüllte Zysten gut von anderen Veränderungen unterscheiden lassen, liefert das Mammographie-Bild schon deutlichere Hinweise darauf, ob eine sonstige Veränderung bösartig sein könnte.
Eine sichere Diagnose erlaubt im Zweifelsfall allerdings nur die Untersuchung einer Gewebeprobe unter dem Mikroskop. Dazu ist eine Biopsie nötig.
Die Gewebeentnahme ist allerdings wenig belastend und kann ambulant durchgeführt werden; eine örtliche Betäubung genügt, und der Eingriff hinterlässt nur winzige Narben. Welche Techniken der Biopsie heute zur Verfügung stehen und wie die entnommene Gewebeprobe untersucht wird, lesen Sie im Überblickstext "Brustkrebs". Er richtet sich zwar vorrangig an Frauen, die verwendeten Techniken sind jedoch bei Männern die gleichen. Ob ein verdächtiger Bezirk gleich ganz in einer kleineren Operation entnommen wird, ohne vorher eine Biopsie durchzuführen, hängt von der individuellen Situation ab. Diese Vorgehensweise ist aber grundsätzlich ebenfalls möglich.
Das bei einer Biopsie oder einer Operation entnommene Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht. Auch verschiedene Tests mit molekularbiologischen Methoden liefern Aufschluss über die Art der möglicherweise vorliegenden Zellveränderungen.
So
wird beispielsweise geprüft, ob die Zellen besonders empfänglich für
wachstumssteuernde Hormone sind, weil sie auf ihrer Oberfläche viele so
genannte Rezeptoren für Östrogene tragen. Dies ist bei männlichen
Brustkrebszellen fast immer der Fall. Auch die Reaktion auf weitere
Wachstumssignale für Krebszellen lässt sich an der Molekülstruktur auf
ihrer Oberfläche ablesen, was Konsequenzen für die
Therapiemöglichkeiten haben kann. Bis diese Ergebnisse vorliegen, können einige Tage vergehen. Stellt
sich heraus, dass es sich tatsächlich um Brustkrebs handelt, sind sie
Grundlage der weiteren Behandlungsplanung.
Je nach Situation schließen sich noch weitere Untersuchungen an, mit denen die Ausbreitung der Erkrankung beurteilt werden sollen. Ein Teil davon findet unter Umständen auch erst nach einer Operation statt. So wird beispielsweise mit einer Computertomographie und/oder anderen bildgebenden Verfahren untersucht, ob sich in anderen Organen verstreute Krebszellen möglicherweise zu Metastasen ausgebildet haben. Eine Szintigraphie lässt den Zustand der Knochen erkennen. Da die Wanderung von Krebszellen über das Lymphsystem erfolgen kann, ist ein erstes Anzeichen der Befall von Lymphknoten in Brustnähe. Bei der eigentlichen Operation werden daher heute diese Lymphknoten mit entfernt und untersucht. Mehr zu dieser Lymphknotenentnahme, der Untersuchung und ihren Konsequenzen lesen Sie im Text "Brustkrebs". Dieser richtet sich zwar vorrangig an Frauen, die beschriebenen Techniken kommen jedoch auch bei Männern zur Anwendung. Zusammen mit der Tumorgröße liefert die Angabe, ob Lymphknoten befallen sind, die wichtigsten Anhaltspunkte, dafür, wie die Krebserkrankung einzuschätzen ist.
Da viele von Brustkrebs betroffene Männer schon in fortgeschrittenem Alter sind, spielt auch ihr allgemeiner Gesundheitszustand eine Rolle bei der Behandlungsplanung und wird sorgfältig untersucht.