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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes KID, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg.

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Bauchspeicheldrüsenzelle, Foto: Steve Gschmeissner/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Symptome, Untersuchungen, Behandlung

Dieser Text ist Teil ausführlicher Informationen zum Thema Pankreaskarzinom. Er richtet sich an Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, ihre Angehörigen und Freunde sowie an Interessierte, die sich über die Erkrankung informieren möchten. Er bietet einen kurzen Überblick über Symptome, Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten des Pankreaskarzinoms. Hinweise auf weitere Informationen sowie die genutzten Quellen sind am Ende dieser Seite aufgeführt.
Bei den meisten Patienten mit einem bösartigen Pankreaskarzinom geht der Tumor von den Anteilen der Bauchspeicheldrüse aus, die Verdauungssäfte produzieren. Fachleute sprechen von "exokrinen Pankreastumoren". Die folgenden Informationen beziehen sich vor allem auf diese Tumorform.
Für weitere Fragen steht der Krebsinformationsdienst am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Informationen aus dem Internet, einer E-Mail oder einem Telefongespräch können eine persönliche ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen.

Letzte Aktualisierung: 04.04.2014

Symptome: Welche Beschwerden ruft das exokrine Pankreaskarzinom hervor?

Keine frühen Symptome

Pankreaskrebs macht sich erst spät bemerkbar. Die Beschwerden sind vieldeutig. Zum Arzt sollte man gehen: bei länger und auch nachts anhaltenden Schmerzen im Oberbauch  und Rücken, bei anhaltender Übelkeit, Beschwerden mit der Verdauung, andauerndem Druckgefühl oder auffälligem Gewichtsverlust.

In frühen Erkrankungsstadien haben Patienten mit einem Pankreaskarzinom nur selten Beschwerden. Deshalb wird der Tumor oft erst spät entdeckt. Erste Symptome können Appetitmangel, Schwäche, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sein. Häufig berichten Betroffene auch, sie hätten schon länger ein Druckgefühl im Oberbauch oder Schmerzen im Rücken verspürt. Besonders wenn neu auftretende Bauchschmerzen in den Rücken ausstrahlen und auch nachts wahrnehmbar sind, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Viele dieser Symptome weisen jedoch nicht eindeutig auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hin. Sie können auch bei anderen Erkrankungen des Verdauungssystems auftreten, zum Beispiel bei Magen-Darm-Infektionen.

  • Deutlicher Gewichtsverlust ist aber auf jeden Fall ein Warnzeichen.

Wenn jemand unbeabsichtigt innerhalb weniger Monate deutlich an Gewicht verliert, kann immer auch eine bösartige Erkrankung der Grund dafür sein, zum Beispiel Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Ursache des Gewichtsverlusts sollte man unbedingt durch eine ärztliche Untersuchung klären lassen.

Welche Ursache haben diese und weitere Beschwerden? Ein exokriner Pankreastumor macht vor allem Beschwerden, wenn er benachbarte Organe wie zum Beispiel Magen, Zwölffingerdarm, Bauchfell oder Milz verdrängt oder in sie hineinwächst und so ihre Funktion stört. So erklären sich unspezifische Schmerzen und Verdauungsstörungen, aber auch Beschwerden, die typisch für die jeweils betroffenen Organe sind.

Ein Beispiel sind Gallenbeschwerden: Durch den Pankreaskopf verläuft der Gallengang, der von der Leber durch den Pankreaskopf zum Zwölffingerdarm führt. Engt ein Tumor diesen Gallengang ein, kann die in der Leber produzierte Galle nicht ablaufen. Bei betroffenen Patienten entwickeln sich entsprechende Symptome: Aufgrund der fehlenden Gallenflüssigkeit im Darm kann die Fettverdauung gestört sein. Unverdautes Fett wird in Form sogenannter "Fettstühle" ausgeschieden: Der Stuhlgang hat eine hellere Farbe als gewohnt und ist schmierig, klebrig oder glänzend, und riecht besonders unangenehm. Staut sich die Galle, gelangt der in der Gallenflüssigkeit enthaltene Farbstoff vermehrt ins Blut und lagert sich im Körper ein. Eine Gelbfärbung der weißen Augenhaut, eine Braunfärbung des Urins und Gelbfärbung und Juckreiz der Haut sind die Folge. Diese Symptome bezeichnet man als "Gelbsucht", fachsprachlich: "Ikterus".
Auch diese Gallenbeschwerden sind zunächst nicht typisch für ein Pankreaskarzinom. Sie können auch bei anderen Erkrankungen auftreten, vor allem, wenn Gallensteine den Gallengang verlegen. Gallensteine verursachen allerdings meist heftige Schmerzen, die beim Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht unbedingt auftreten müssen.

Bei manchen Patienten mit fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsentumoren kommt es zu Störungen der Insulinproduktion. Betroffene entwickeln daher Anzeichen eines Diabetes, der Zuckerkrankheit.
Bei einigen Patienten führt ein Pankreaskarzinom zu einer veränderten Blutgerinnung. Dadurch bilden sich Blutgerinnsel in den Gefäßen, sogenannte Thrombosen.

Krebsverdacht: Untersuchungsverfahren zur Abklärung

Ansprechpartner für die Abklärung von Symptomen ist zunächst der Hausarzt (meist ein Facharzt für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin). Er kann für weitere Untersuchungen zu einem Facharzt für Innere Medizin überweisen, der sich auf Gastroenterologie spezialisiert hat, also auf Erkrankungen des Verdauungstraktes. Auch die Überweisung an die Ambulanz eines spezialisierten Krankenhauses ist möglich.

Bei Symptomen, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs denken lassen, fragt der Arzt zunächst nach möglichen Risikofaktoren und danach, ob sich im Allgemeinzustand etwas geändert hat. Darauf erfolgt eine körperliche Untersuchung, dazu gehören zum Beispiel das Abtasten und Abhorchen des Bauches.
Darüber hinaus setzen Ärzte verschiedene bildgebende Verfahren ein, um den Verdacht zu bestätigen oder nach Möglichkeit auszuschließen.

  • Eine normale Ultraschalluntersuchung es Bauches ist nicht aufwendig und belastet Patienten kaum. Sie reicht allerdings oft nicht aus, um einen Krebsverdacht abzuklären: Da die Bauchspeicheldrüse bei einer Ultraschalluntersuchung durch die Bauchdecke nicht immer gut zu erkennen ist, machen Ärzte oft eine Ultraschalluntersuchung von innen, eine sogenannte Endosonographie.
    Dazu muss man auf nüchternen Magen einen dünnen Schlauch schlucken. Ein Betäubungsspray in Mund und Rachen kann helfen, den möglicherweise auftretenden Würgereiz zu unterdrücken. Patienten, die Angst vor dieser Untersuchung haben oder sie als sehr unangenehm erleben, können eine leichte Betäubung erhalten. Danach sollte man allerdings nicht alleine nach Hause gehen oder gar Auto fahren, sondern sich abholen lassen. Der Arzt schiebt den Schlauch durch Speiseröhre und Magen bis in den Zwölffingerdarm vor. Mithilfe einer Ultraschallsonde am Ende des Schlauches lassen sich Bilder aus dem Innern des Körpers machen. Tumoren des Pankreas sind unter Umständen auf diesen Bildern ebenfalls zu erkennen. Insgesamt dauert die Untersuchung meist weniger als eine Stunde, und die Ergebnisse liegen sofort vor. 
  • Weitere Möglichkeiten, die Bauchspeicheldrüse darzustellen, sind die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Dabei werden sogenannte Schnittbilder angefertigt, die den Körper Schicht für Schicht darstellen. Die Bilder können auf einem Computer oder anderen Datenträgern gespeichert, auf Filmfolien entwickelt oder ausgedruckt werden. Für beide Untersuchungen ist normalerweise keine besondere Vorbereitung erforderlich. Unter Umständen ist aber ein Kontrastmittel erforderlich. Durchgeführt werden können sie in radiologischen Facharztpraxen oder Klinikambulanzen. Der Arzt, der den Krebsverdacht abklärt, stellt eine entsprechende Überweisung aus.
  • Die MRT wird oft kombiniert mit der sogenannten Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP). Die MRCP verwendet dieselbe Technik wie die Magnetresonanztomographie. Mit ihrer Hilfe können der flüssigkeitsgefüllte Gallengang und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse auf Bildern sichtbar gemacht werden. Zur Vorbereitung erhält man unter Umständen ein Medikament, das die Bauchspeicheldrüse und die Gallenfunktion anregt: So sind die Gallenwege eher gefüllt und lassen sich gut erkennen. Auch hier ist je nach Situation ein Kontrastmittel notwendig.
  • In Abhängigkeit von den Symptomen des Betroffenen kommen möglicherweise weitere Untersuchungsmethoden zum Einsatz.

Gewebeuntersuchung: Was für ein Tumor liegt vor?

Um nachzuweisen, dass es sich bei einer Veränderung im Pankreas tatsächlich um Krebs handelt und um welche Form genau, entnehmen die Ärzte eine Gewebeprobe aus dem Organ.

  • Dieser Eingriff wird meist im Krankenhaus vorgenommen, denn nach Möglichkeit wird der Tumor gleich komplett herausoperiert und dann untersucht.
  • Kann ein Patient nicht operiert werden, etwa weil Herzprobleme oder eine andere Vorerkrankung eine Narkose erschweren? Dann entnehmen die Ärzte eine Gewebeprobe (Biopsie) mit einer feinen Nadel durch die Bauchdecke aus der Bauchspeicheldrüse, unter örtlicher Betäubung. Eine solche Feinnadelbiopsie führen Ärzte auch dann durch, wenn bei einer fortgeschrittenen Erkrankung keine Operation mehr geplant ist und eine "palliative" systemische Behandlung in Erwägung gezogen wird. Eine palliative Therapie ist darauf ausgerichtet, Beschwerden zu lindern.

Welche Untersuchungen können am entnommenen Gewebe durchgeführt werden? Aus dem Aussehen und der Anordnung der Zellen unter dem Mikroskop können die Ärzte schließen, ob es sich um einen Tumor handelt, von welchen Teilen der Bauchspeicheldrüse er ausgeht und möglicherweise auch, wie gut- oder bösartig er ist.
Fast alle Pankreastumoren gehen von den Ausführungsgängen des "Speichel" bildenden Drüsenanteils aus. Man nennt sie duktale exokrine Tumoren. Unter ihnen sind sogenannte Adenokarzinome am häufigsten: Von 100 Patienten mit einem Pankreaskarzinom haben 85 bis 90 ein Adenokarzinom.

Wurde ein Pankreaskarzinom diagnostiziert, bestimmen Ärzte den Tumormarker CA 19-9. Der Wert kann Rückschlüsse auf die Größe des Tumors zulassen. Außerdem kann er genutzt werden, um den Krankheitsverlauf und das Ansprechen auf die Behandlung zu kontrollieren.
Der Nachweis von CA 19-9 ist jedoch kein "Pankreaskrebstest". Die anderen Untersuchungen kann er nicht ersetzen. Die Bestimmung des Wertes allein reicht auch nicht aus, um eine Krebsdiagnose zu stellen. Der Grund: Der Wert kann auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein.

Ausbreitungsdiagnostik: Wie fortgeschritten ist der Tumor?

Um die jeweils richtige Behandlung planen zu können, müssen Patienten und Ärzte wissen, ob Lymphknoten befallen sind oder der Tumor bereits Metastasen in anderen Organen gebildet hat. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauches und eventuell eine Computertomographie helfen bei der Suche nach Metastasen. Diese treten beim Bauchspeicheldrüsenkrebs am häufigsten in der Leber auf. Bei weiteren Untersuchungen steht daher die Suche nach Lebermetastasen im Vordergrund.

Metastasen können sich aber auch in anderen Organen, vor allem in der Lunge und in den Knochen bilden. Weist ein Patient entsprechende Symptome auf, können weitere Untersuchungen notwendig sein. Um Lungenmetastasen auszuschließen, fertigen Ärzte ein Röntgenbild des Brustkorbs an. Eventuell führen sie auch eine Magnetresonanztomographie durch, um festzustellen, wie weit der Tumor sich insgesamt im Körper ausgebreitet hat.

  • Bei manchen Patienten wird allerdings erst während einer Operation das Ausmaß der Erkrankung deutlich.

Um das Krankheitsstadium möglichst genau und einheitlich beschreiben zu können, verwenden Ärzte das international einheitliche TNM-System. Die Werte T (für Tumor), N (für Nodus = Lymphknoten) und M (für Metastasen) geben an, wie groß der Tumor ist, wie viele Lymphknoten betroffen sind und ob Absiedlungen in anderen Organen gefunden wurden.

Behandlungswahl: Wie entscheiden?

Welche Behandlung sinnvoll ist, orientiert sich zum einen an der Einstufung der Erkrankung anhand aller Befunde. Zum anderen spielen der Allgemeinzustand, eventuelle Vorerkrankungen und auch die persönlichen Wünsche eines betroffenen Patienten eine Rolle bei der Behandlungswahl.

Patienten, die an der Entscheidung über ihre Behandlung aktiv mitbeteiligt sein wollen, benötigen daher ausreichende Informationen über alles, was auf sie zukommen kann. Eine Liste wichtiger Fragen an die Ärzte hat der Krebsinformationsdienst in seinem Informationsblatt "Entscheidung für eine Behandlung - was muss ich wissen?" zusammengestellt.
Das Recht auf Wissen bedeutet jedoch nicht automatisch auch die Pflicht, alles selbst abwägen und bestimmen zu müssen: Betroffene können die Entscheidung über ihre Therapie auch ganz oder zeitweilig ihren Ärzten anvertrauen.

Was passiert, wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht behandelt wird? Wie sind die Aussichten mit Behandlung?

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine aggressive Erkrankung. Der Tumor streut meist schon frühzeitig in die Umgebung, noch bevor erste Symptome auftreten. Daher wird diese Krebsart häufig erst sehr spät diagnostiziert, wenn sie schon weit fortgeschritten ist. Unbehandelt überleben Patienten mit einem Pankreaskarzinom meist nur wenige Monate. Spontane Heilungen oder ein Krankheitsstillstand ohne Behandlung sind sehr unwahrscheinlich.

Eine Operation mit Aussicht auf Heilung ist nur bei einem kleinen Teil der Patienten möglich, bei denen der Tumor sich noch nicht auf andere Organe und Gewebe ausgebreitet hat. Eine Chemotherapie kann die durchschnittliche Überlebenszeit um einige Monate verlängern. Sie wird aber auch aus einem anderen Grund vielen Betroffenen empfohlen: Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung soll eine Chemotherapie das Auftreten belastender Symptome hinauszögern, sie abmildern und die Lebensqualität verbessern.
Auch wenn keine ursächliche Behandlung gegen den Tumor selbst erfolgt, kann man mit lindernden Maßnahmen die Lebensqualität vieler Patienten verbessern.

Teilnahme an klinischen Studien?

Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs wird in spezialisierten Krebszentren oft die Teilnahme an einer klinischen Studie angeboten. Was bedeutet dies? In klinischen Studien werden beispielsweise neue Verfahren erprobt, etwa neue Arzneimittel. Häufig handelt es sich aber auch um Studien, in denen die bisherige Behandlung verbessert werden soll. Hintergrundinformationen und Entscheidungshilfen hat der Krebsinformationsdienst in seinen Texten zur "Krebsforschung" zusammengestellt.

Behandlungsmöglichkeiten: Operation und Chemotherapie

Frühe Stadien: Operation kann heilen

Wenn sich der Tumor vollständig entfernen lässt, können Patienten Hoffnung auf eine langfristige Heilung schöpfen. Voraussetzungen für eine Operation sind:

  • Der Tumor hat noch keine Absiedlungen in anderen Organen gebildet.
  • Der Patient leidet nicht unter schweren Begleiterkrankungen, die eine Operation zu riskant werden ließen.

Ein chirurgischer Eingriff mit dem Ziel der Heilung ist etwa bei jedem fünften Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs möglich.

Art und Umfang des Eingriffs hängen davon ab, wo sich der Tumor innerhalb der Bauchspeicheldrüse befindet und wie groß er ist. Wichtige Fragen bei der Operationsplanung sind daher: Kann ein Teil der Bauchspeicheldrüse erhalten bleiben (Teilresektion oder partielle Resektion)? Oder muss das Organ ganz entfernt werden (Komplettresektion beziehungsweise totale Pankreatektomie)? Wird nur der Tumor entfernt, schneiden die Ärzte zur Sicherheit auch einen ausreichenden Rand des angrenzenden gesunden Bauchspeicheldrüsengewebes heraus. Bei jeder Operation entfernen sie mindestens zehn Lymphknoten in der Nähe der Bauchspeicheldrüse und untersuchen sie auf abgewanderte Tumorzellen. Auch wenn ein Teil der Bauchspeicheldrüse erhalten werden kann, müssen eventuell noch weitere Organe entfernt werden, wenn der Tumor nahe an sie angrenzt. Dazu gibt es verschiedene Operationsverfahren. Sie sind traditionell meist nach den Chirurgen benannt, die sie entwickelt haben. Die fachlichen Bezeichnungen orientieren sich dagegen am Umfang und an den betroffenen Organen. Die OP nach Whipple oder Kausch-Whipple umfasst beispielsweise die Entfernung des Pankreaskopfes, des Zwölffingerdarms, außerdem der Galle, eines Gallengangs und eines Teils des Magens. Sie wird auch als partielle Duodenopankreatektomie bezeichnet, bei vollständiger Entfernung als totale Duodenopankreatektomie. Bei manchen Patienten können auch noch weitere Organe betroffen sein, etwa die Milz.

  • Stellt sich bei der Operation jedoch heraus, dass der Tumor schon sichtbare Metastasen in anderen Organen gebildet hat, wird der Eingriff abgebrochen: Andere Behandlungsformen ermöglichen betroffenen Patienten dann eine bessere Lebensqualität - ohne die Folgen einer sehr großen und belastenden Operation, die ihre Heilungsaussichten nicht verbessern würde.

Für manche Patienten mit inoperablem, lokal-fortgeschritten Pankreaskarzinom kommt unter Umständen ein sogenanntes sequentielles Behandlungskonzept infrage. Treten im Verlauf der Chemotherapie über drei Monate keine Fernmetasten auf, kann sich eine Strahlenchemotherapie anschließen. Bei einigen Patienten lässt sich der Tumor danach herausoperieren. Die bisherigen Studienergebnisse sind allerdings nicht einheitlich. Man sollte mit seinem Arzt besprechen, ob bei diesem Vorgehen in der persönlichen Situation der Nutzen die Risiken überwiegt.

Chemotherapie: Ergänzende Behandlung nach der Operation

Adjuvante Behandlung

Auf die Operation folgt eine Chemotherapie. Diese zusätzliche (adjuvante) Behandlung soll die Heilungschancen verbessern oder einen Rückfall zumindest hinauszögern.

Auch Betroffene, die zunächst erfolgreich operiert wurden, müssen ohne weitere Therapie mit einem hohen Rückfallrisiko rechnen. Nach vollständiger Entfernung des Tumors schlagen die Ärzte den meisten Betroffenen deshalb eine ergänzende oder adjuvante Chemotherapie vor. Voraussetzung ist, dass man als Patient für diese Behandlung körperlich genügend belastbar ist, und keine Fernmetastasen vorliegen. Die zusätzliche Chemotherapie kann die Heilungschancen verbessern: Sie soll einen Rückfall, ein sogenanntes Rezidiv verhindern oder so lange wie möglich hinauszögern.

Zum Weiterlesen

Die Chemotherapie beginnt nach Möglichkeit spätestens sechs Wochen nach der Operation, meist mit dem Zytostatikum Gemcitabin.
Gemcitabin ist ein sogenannter Antimetabolit, der die Erbinformation von Krebszellen zerstört. Patienten bekommen Gemcitabin in der Regel einmal die Woche als Infusion in eine Armvene. Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis eine einzelne Infusion durchgelaufen ist. Normalerweise wird die Therapie wöchentlich über mehrere Monate wiederholt. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden.
Das Medikament ist im Vergleich zu anderen sogenannten Zytostatika meist recht gut verträglich. Wie jede Chemotherapie kann jedoch auch die Behandlung mit Gemcitabin Nebenwirkungen haben. Dazu gehören Störungen der Blutbildung, Übelkeit und Erbrechen, Atembeschwerden, bei vielen Patienten auch Haarausfall und grippeähnliche Symptome. Diese Nebenwirkungen lassen sich jedoch heute überwiegend auffangen und lindern, und sie verschwinden mit dem Ende der Behandlung.

Es gibt jedoch Patienten, die Gemcitabin nicht vertragen: auch allergische Reaktionen sind möglich. Dann stehen zwei weitere Medikamente zur Verfügung: die Substanz 5-Fluorouracil in Kombination mit Folinsäure. Die Folinsäure bekommt man an den einzelnen Behandlungstagen als langsam laufende Infusion. 5-Fluorouracil wird dann in der Regel als eine Injektion gespritzt. Fachleute sprechen von "Bolus".
Die Kombination 5-Fluorouracil, abgekürzt auch 5-FU, und Folinsäure wirkte in Studien etwa genauso gut wie Gemcitabin. Patienten, die 5-Fluorouracil und Folinsäure erhielten, bekamen jedoch zusätzlich zu den genannten Nebenwirkungen häufiger eine schwere Entzündung der Mundschleimhaut oder Durchfall als Patienten, die Gemcitabin erhielten. Auch Haut- und Nervenschäden kamen vor. 5-FU und Folinsäure kommen zum Beispiel dann infrage, wenn man als Patient Gemcitabin nicht verträgt.
In großen Studien konnte gezeigt werden, dass mit diesen beiden Chemotherapie-Möglichkeiten ein Rückfall hinausgezögert und die Überlebenszeit im Durchschnitt verlängert werden kann.

Zwar lassen sich für einzelne Betroffene solche statistischen Angaben nur bedingt auf die eigene Situation "umrechnen". Auch ist die Dauer der Behandlung von etwa einem halben Jahr belastend, und trotz der Behandlung kommt es bei nicht wenigen Betroffenen zu einem neuen Tumor oder Metastasen. In Studien konnte jedoch gezeigt werden, dass auf längere Sicht der Gewinn an Lebensqualität für die meisten Patienten überwiegt.

Fortgeschrittene Stadien: Möglichkeiten beim metastasierten oder lokal-fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Behandlung bei Metastasen

Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung müssen mit ihrem Arzt besprechen, welche Therapie für sie die richtige ist. Wichtig ist die Behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden.

Ist eine operative Entfernung eines Pankreaskarzinoms nicht möglich, oder hat der Tumor Metastasen gebildet, müssen Patienten sich darauf einstellen, dass ihre Erkrankung nicht mehr heilbar ist. Die Behandlung zielt dann darauf,

  • die Erkrankung aufzuhalten,
  • Schmerzen zu lindern,
  • Komplikationen vorzubeugen und
  • Betroffenen noch möglichst lange ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu verschaffen.

Entsprechende Therapien werden als palliativ bezeichnet.
Auch wenn sich das Tumorwachstum nicht vollständig aufhalten lässt, können Patienten von einer Chemotherapie profitieren. Sie bremst die weitere Ausbreitung des Karzinoms. Daher ist die Behandlung trotz ihrer Nebenwirkungen einer reinen Symptomlinderung überlegen, etwa einer alleinigen Schmerztherapie. Das gilt sowohl für die Lebensqualität als auch für die Überlebenszeit.

Gemcitabin bleibt auch für Patienten mit einem inoperablen, lokal-fortgeschrittenen Pankreaskarzinom oder mit Metastasen das wichtigste Medikament zur Chemotherapie.
Weitere Verfahren werden häufig nur eingesetzt, wenn diese Behandlung nicht mehr wirkt, oder die Behandlung unter den Bedingungen einer klinischen Studie zur Therapieverbesserung erfolgen soll.

Ob andere Arzneimittel eingesetzt werden sollten, hängt von der jeweiligen Situation ab: Eine ganze Reihe von Möglichkeiten steht zwar zur Verfügung, eine klare Empfehlung für oder gegen diese haben Fachleute zurzeit jedoch nicht ausgesprochen. Hier hilft die individuelle Beratung mit den behandelnden Ärzten – sie kennen die jeweiligen Befunde und können besser einschätzen, was wirken könnte und was eher nicht.

Hat der Tumor bereits Metastasen gebildet, kommt möglicherweise eine Kombinationstherapie mit Gemcitabin und der Substanz Erlotinib infrage. Dieses Medikament gehört zu den sogenannten zielgerichteten Krebsmedikamenten: Diese richten sich gegen besondere Eigenschaften von Tumorzellen, mehr dazu auf der Seite "Zielgerichtete Krebstherapien: Targeted Therapies". Trotzdem können auch solche zielgerichteten Mittel Nebenwirkungen haben. Man weiß heute allerdings, dass dies oft ein Zeichen für eine gute Wirksamkeit ist: Besonders Patienten, die unter der Behandlung mit Erlotinib einen Hautausschlag entwickeln, scheinen von der Kombinationstherapie zu profitieren. Bleibt der Hautausschlag länger als acht Wochen aus, raten Fachleute allerdings dazu, die Therapie mit Erlotinib zu beenden, da sie wahrscheinlich nicht wirkt.

Inzwischen ist für Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs auch die Kombination von Gemcitabin mit nab-Paclitaxel zugelassen. "nab" bedeutet, dass das Taxan Paclitaxel an Nanopartikel des Eiweißes Albumin gebunden ist (englisch: nanoparticel albumin-bound).

Die Kombination von 5-FU und Folinsäure und außerdem den Substanzen Irinotecan und Oxaliplatin wird als FOLFIRINOX abgekürzt. Sie verlängerte in einer großen Studie die Überlebenszeit der teilnehmenden Patienten, wenn auch nicht bei allen Betroffenen. Allerdings traten häufiger Nebenwirkungen auf. Die Behandlung wird daher eher Patienten vorgeschlagen, denen es körperlich noch vergleichsweise gut geht, und die Nebenwirkungen eher verkraften können. Ob sie infrage kommt, müssen Betroffene mit dem behandelnden Arzt klären. Entscheidende Faktoren sind das Alter des Patienten und sein Gesundheitszustand. Außerdem muss seine Leber gut funktionieren.
Spricht der Tumor nicht mehr auf eine Therapie mit Gemcitabin an, kommt für manche Patienten  eine Kombinationstherapie mit den Mitteln 5-Fluorouracil und Oxaliplatin infrage.

Eine Strahlentherapie kommt für Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom zur Behandlung nur dann in Betracht, wenn sie schmerzhafte Knochenmetastasen haben. Diese sprechen auf die Bestrahlung an. Gegen Metastasen in anderen Organen wirkt die Chemotherapie besser.

Behandlung in klinischen Studien

Viele Krebsforscher in Laboren und Kliniken arbeiten daran, wirksamere und/oder besser verträglichere Behandlungsformen für Pankreaskrebspatienten zu entwickeln. Solche neuen Verfahren werden im Rahmen von klinischen Studien getestet. Auch die Behandlung in solchen Studien kann Betroffenen weitere Chancen auf Linderung eröffnen. Welche Argumente für und welche gegen eine solche Studienteilnahme sprechen können, hat der Krebsinformationsdienst in seinen Texten zur "Krebsforschung" zusammengestellt. Das Wichtigste in Kürze finden Patienten auch im Informationsblatt "Was sind klinische Studien?" (PDF).

Leben mit der Erkrankung: Unterstützende Behandlung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs

Viele Patienten leiden im Laufe ihrer Erkrankung unter Schmerzen, Gewichtsverlust oder Erschöpfung, sei es durch den Tumor selbst oder durch die Behandlung. Ein fortgeschrittener Tumor kann zudem zu starken Verdauungsstörungen führen und etwa Übelkeit und Durchfall hervorrufen.
Wichtig für Patienten mit einem Pankreaskarzinom ist eine unterstützende Behandlung (fachsprachlich: Supportivtherapie): Sie soll Beschwerden lindern und die Lebensqualität Betroffener so weit wie möglich erhalten. Ansprechpartner sind die für die Behandlung verantwortlichen Ärzte. Sie können bei Bedarf auch weitere Spezialisten hinzu ziehen und gemeinsam mit Pflegefachkräften Betroffenen eine gute Versorgung gewährleisten.

Schmerzen lindern

Patienten mit einem fortgeschrittenen Tumor haben ohne entsprechende Behandlung häufig starke Schmerzen. Diese entstehen durch den Tumor selbst oder durch Metastasen, zum Beispiel in den Knochen. Bei einigen Patienten können auch Lebermetastasen Schmerzen verursachen, wenn sie die Bindegewebskapsel dehnen, die die Leber umgibt.
Solche Schmerzen müssen nicht ausgehalten werden: Die Möglichkeiten der Schmerztherapie sind heute gut. Die Behandlung richtet sich nach dem sogenannten Stufenschema der World Health Organization (WHO). Sie orientiert sich an der Ursache und der Stärke der Schmerzen. Mehr zu diesem Thema hat der Krebsinformationsdienst in den Texten "Schmerzen bei Krebs" zusammengestellt.

Eingeschränkte Funktion der Bauchspeicheldrüse

Typ-3-Diabetes

Musste die Bauchspeicheldrüse entfernt werden? Dann werden Betroffene "zuckerkrank" und müssen regelmäßig Insulin spritzen.

Die Bauchspeicheldrüse produziert beim Gesunden für die Verdauung wichtige Enzyme. Aufgrund des Tumors oder als Folge einer Operation können diese Enzyme eventuell nicht mehr ausreichend hergestellt werden. Betroffene Patienten müssen die Enzyme dann einnehmen, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Die Mittel werden meist als Tabletten zu den Mahlzeiten eingenommen.
Schafft das Pankreas es nicht mehr, ausreichend Insulin herzustellen, oder musste das Organ ganz entfernt werden, werden Betroffene "zuckerkrank" - sie entwickeln Symptome eines Diabetes. Fachleute sprechen in diesem Fall von "pankreoprivem Diabetes mellitus" oder "Diabetes mellitus Typ 3c". Dann wird die Gabe von Insulin notwendig. Das Stoffwechselhormon muss regelmäßig gespritzt werden.

Noch während der Behandlung, in der Rehabilitation und der Zeit der Nachsorge werden Patienten daher mit entsprechenden Medikamenten "eingestellt". Die Behandlung eines pankreopriven Diabetes erfordert viel Geduld und eine gute Schulung. Es kann einige Zeit dauern, bis die jeweils richtige Medikamentendosis gefunden und der Stoffwechsel optimal angepasst ist. Patienten werden im Umgang mit den notwendigen Arzneimitteln und der Stoffwechselkontrolle sowie zur geeigneten Ernährung geschult.

Appetitlosigkeit, Übelkeit und Maßnahmen bei Gewichtsverlust

Nicht wenige Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden unter Verdauungsproblemen, zunächst durch die eingeschränkte Funktion der Bauchspeicheldrüse, bei fortschreitender Erkrankung auch, weil der Tumor in Magen oder Darm einwächst. Übelkeit und Appetitlosigkeit gehören zu häufigen Begleiterscheinungen beim Bauchspeicheldrüsenkrebs. Für betroffene Patienten sind Arzneimittel, die die Übelkeit unterdrücken daher Teil der Behandlung. In dieser Situation wirksame Medikamente müssen allerdings vom Arzt verordnet werden, Hausmittel reichen bei den meisten Betroffenen nicht aus. Welche Möglichkeiten Patienten haben, der Übelkeit selbst vorzubeugen oder sie zu lindern und welche Medikamente helfen können, hat der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text zusammengestellt: "Übelkeit und Erbrechen während der Krebsbehandlung".
 
Weitere Probleme haben Patienten, bei denen nicht nur der eigentliche Tumor, sondern auch Teile des Magens und des Dünndarms entfernt wurden. Betroffene können dann oft nur kleine Nahrungsmengen zu sich nehmen, ohne dass ihnen übel wird. Auch sie benötigen eine gute Schulung und Betreuung, um den Umgang mit der veränderten Situation möglichst gut bewältigen zu können.

Zusammen mit der oft auftretenden Appetitlosigkeit (fachsprachlich: "Anorexie") verlieren Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs deshalb häufig an Gewicht. Der Text "Ernährung für Krebspatienten" bietet allgemeine Informationen zu Möglichkeiten bei Gewichtsverlust oder Mangelernährung. Patienten sollten aber auf jeden Fall auch mit den behandelnden Ärzten besprechen, welche Ernährung für sie am besten geeignet ist und bei Bedarf auch eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Kontakte vermitteln die behandelnden Ärzte, Rehabilitationskliniken und die Krankenkassen.

Verlieren Patienten sehr viel Gewicht, ohne dass sie den Verlust durch die Ernährung ausgleichen können, sprechen Ärzte von "Tumorkachexie". Bei einer Kachexie reicht es nicht aus, einfach nur mehr zu essen, weil der Tumor nicht nur selbst viel Energie benötigt, sondern auch den Stoffwechsel beeinflusst. Diese Auszehrung des Körpers lässt sich auf Dauer nur bessern, wenn es gelingt, das Tumorwachstum selbst aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen.
Auch wenn dies nicht möglich ist, nutzt es betroffenen Patienten sehr, wenn sie auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr achten.

Patienten, die schnell an Gewicht verlieren und sich nicht mehr ausreichend über normale Lebensmittel ernähren, können eine ergänzende hochkalorische Nahrung erhalten, bei Bedarf auch über eine Sonde. Entsprechende Beratung sowie die Unterstützung und Versorgung durch Ernährungs- und Pflegefachleute vermitteln die behandelnden Ärzte.

Abflussstörungen der Galle

Ist durch den Pankreastumor der Abfluss der Galle in den Darm behindert, können Patienten ein Röhrchen (Stent) in den Gallengang erhalten, um diesen offenzuhalten. Dieser kleine Eingriff erfordert nur einen kurzen Krankenhausaufenthalt oder ist manchmal sogar ambulant möglich. Man bekommt dazu eine leichte Betäubung. Danach muss man einen Schlauch schlucken, über den der Stent in den Gallengang vorgeschoben wird. Der Stent muss gegebenenfalls nach etwa einem halben Jahr ersetzt werden.
Eine andere Möglichkeit, den Gallenfluss wiederherzustellen, ist eine Operation. Dabei überbrücken die Ärzte die Engstelle in den Gallenwegen oder leiten den Galleabfluss um.

Bauchwassersucht (Aszites)

In späteren Erkrankungsstadien kann es beim Bauchspeicheldrüsenkrebs zu einer Wasseransammlung in der Bauchhöhle kommen. Fachleute sprechen vom "malignen Aszites". Meist sind Lebermetastasen oder ein Befall des Bauchfells mit Tumorzellen die Ursache. Diese Wasseransammlung kann für Patienten sehr belastend sein. Die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten der Bauchwassersucht hat der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text zusammengestellt: "Aszites bei Krebspatienten".

Krankheitsbewältigung: Was tun bei schlechter Prognose?

Leben mit Krebs: Vom Umgang mit der Erkrankung

Die Diagnose "Krebs" ist für viele Menschen ein Schock. An einer schweren Erkrankung mit ungewissem Ausgang zu leiden, stellt für die allermeisten Patienten und auch ihre Angehörigen eine große Belastung dar. Wie können Betroffene mit Angst oder Unsicherheit umgehen? Und an wen können sie sich wenden, um Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung dieser psychischen Belastung zu bekommen? Links zu Artikeln und Adresslisten zum Thema bietet der Krebsinformationsdienst auf der Übersichtsseite "Krankheitsverarbeitung: Umgang mit einer Krebserkrankung". Kurz gefasste Hinweise enthält das Informationsblatt "Leben mit Krebs: Psychoonkologische Hilfen" (PDF).

Welche Folgen eine Krebserkrankung für den Alltag haben kann, hängt von der individuellen Lebenssituation ab: Für jüngere Patienten, die noch im Beruf stehen oder eine Familie versorgen, stellen sich andere Herausforderungen als für ältere Betroffene, die aufgrund der Erkrankung unter Umständen zu Hause nicht mehr ohne Unterstützung zurechtkommen. Über Hilfsangebote, von der Rehabilitation bis hin zur Klärung von finanziellen Fragen, informieren unter anderem die Kliniksozialdienste. Diese und weitere Ansprechpartner sind im Informationsblatt "Sozialrechtliche Fragen bei Krebs" (PDF) aufgelistet.

Wer hilft, wenn die Krankheit nicht mehr heilbar ist?

Menschen mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung berichten nicht selten, dass ihre Hauptsorge die Angst vor Leiden und Schmerzen ist. Auch wenn die Krankheit nicht mehr heilbar ist, können Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs jedoch auf Symptomlinderung und ein möglichst beschwerdearmes Leben hoffen. Eine gute Schmerztherapie, die Behandlung von Verdauungsproblemen wie etwa Übelkeit, Zuwendung und Unterstützung – all das gehört zur "lindernden" Medizin oder Palliativmedizin. In diesem Fachgebiet ausgebildete Ärzte und Pflegefachkräfte sind nicht nur erfahren in der Schmerztherapie und im Behandeln belastender Symptome. Sie kümmern sich auch darum, dass Patienten und ihre Angehörigen in der letzten Lebensphase entlastet werden.

Viele Patienten wünschen sich zum Beispiel, nicht ins Krankenhaus zu müssen, sondern zu Hause betreut zu werden. Wer bei der häuslichen Pflege nach einer Operation, während einer Chemotherapie oder bei einer fortschreitenden Erkrankung weiterhelfen kann, hat der Krebsinformationsdienst im Text "Häusliche Pflege: Ansprechpartner" zusammengestellt.
Auch Schwerkranke, bei denen der Tumor sich weiter ausbreitet und deren Symptome sich verschlimmern, können bei entsprechender Unterstützung zu Hause versorgt werden. Hinweise zur Organisation bietet das Informationsblatt "Fortgeschrittene Krebserkrankung - Behandlung, Pflege und Betreuung" (PDF).

Broschüren und Informationsmaterial: Zum Bestellen und Laden

Über Bestellmöglichkeiten für kostenlose Broschüren zum Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs informiert der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Wegweiser", Stichwort "Bauchspeicheldrüsenkrebs". Broschüren zum Thema Krebs allgemein, zur Krebstherapie und zum Leben mit der Erkrankung finden sich in der Rubrik "Wegweiser" unter dem Punkt "Broschürenverzeichnis".

Anlaufstellen: Selbsthilfe und Patientenverbände

Selbsthilfegruppen verfügen über praktische Erfahrung im Umgang mit der Erkrankung, und sie ermöglichen Patienten den Austausch mit anderen Betroffenen. Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs finden nicht nur Ansprechpartner, die unter der gleichen Erkrankung leiden oder gelitten haben und mit denen sie ganz praktische Alltagserfahrungen, aber auch individuelle Sichtweisen austauschen können. Selbsthilfeverbände spielen heute auch eine wichtige Rolle in der Gesundheitspolitik: Ihre Vertreter setzen sich für die Rechte und Belange von Patienten ein, immer dann, wenn es um die Rahmenbedingungen der Forschung, der Therapie und der Versorgung geht.

Eine Übersicht über die Dachverbände von  Patientenorganisationen findet sich in der Rubrik "Wegweiser" unter "Adressen und Links" und dort unter dem Stichwort "Selbsthilfeorganisationen". Aufgeführt sind sowohl Gruppen, die sich ganz besonders um das Thema Pankreaskarzinom kümmern, wie auch Gruppen, die ganz allgemein für Krebspatienten offen stehen. Ergänzt sind Hinweise auf Internet-Portale, Foren und Chats für Betroffene.

Für Interessierte und Fachkreise: Quellen und weiterführende Informationen

Fragen. Wissen. Mitentscheiden. Wir sind für Sie da

Haben Sie weitere Fragen zu Bauchspeicheldrüsenkrebs? Der Krebsinformationsdienst nimmt sich Zeit für Sie: für Ihre medizinischen Fragen und für Ihre Sorgen in der aktuellen Situation. Unter 0800 - 420 30 40 beantworten wir täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr Ihre Fragen. Ihr Anruf aus Deutschland ist für Sie kostenlos. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de. Mit einem Klick gelangen Sie zu unserem Kontaktformular. Es bietet Ihnen eine gesicherte Verbindung für Ihre Anfrage.

Für Interessierte und Fachkreise: Quellen und weiterführende Informationen

Wer im beruflichen Alltag mit dem Thema Pankreaskarzinom konfrontiert wird und fachliche Fragen hat, kann sich an den Krebsinformationsdienst wenden: krebsinformationsdienst.med ist ein Angebot für Fachkreise. Es bietet aktuelle, qualitätsgesicherte und individuell zugeschnittene Informationen zu Diagnostik, Behandlung oder Adressen spezialisierter Versorgungsangebote. Wer schnell verfügbare, wissenschaftlich fundierte Informationen benötigt, kann zudem individuelle Recherchen in Auftrag geben. Der Service steht von Montag bis Freitag zur Verfügung:

Inzidenz, Prävalenz, Mortalität
Als Quelle statistischer Angaben diente die Broschüre "Krebs in Deutschland 2009/2010". Sie ist eine gemeinsame Veröffentlichung des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID). Diese Broschüre ist erhältlich über die regionalen Krebsregister. Im Internet steht sie sowohl beim RKI unter www.krebsdaten.de wie auch bei der GEKID unter www.gekid.de zur Verfügung.

Deutsche und internationale Leitlinien
Für diesen Text wurde insbesondere die S3-Leitlinie "Exokrines Pankreaskarzinom" von 2013 als Quelle genutzt:
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Exokrines Pankreaskarzinom, Langversion 1.0, 2013, AWMF Registernummer: 032-010OL, abrufbar unter http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Leitlinien.7.0.html. Dort finden sich weitere Literaturhinweise.

Seufferlein T, Bachet JB, van Cutsem E, Rougier P and on behalf of the ESMO Guidelines Working Group. Pancreatic adenocarcinoma: ESMO–ESDO clinical practice guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann. Oncol. 2012; 23 (Suppl. 7): vi33-vi40, doi: 10.1093/annonc/mds224, http://annonc.oxfordjournals.org/content/23/suppl_7/vii33.full

Institutionen und Fachgesellschaften
Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) stellt weiterführende Informationen unter www.dgvs.de zur Verfügung. Interessierte finden unter anderem Hinweise auf Leitlinien und Stellungnahmen.

Die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. hat eine eigene Expertengruppe zum Pankreaskarzinom gegründet. Mehr Informationen finden sich im Internet unter www.aio-portal.de/index.php/sprecherleitgruppe-190.html.

Die Weltkrebsforschungsstiftung (World Cancer Research Fund, www.wcrf.org) und das Amerikanische Krebsforschungsinstitut (American Institute for Cancer Research, www.aicr.org) geben Empfehlungen zu Ernährung, körperlicher Aktivität und Prävention von Pankreaskrebs als Teil des sogenannten "Continuous Update Project" heraus. Der Bericht ist in englischer Sprache erschienen:
World Cancer Research Fund / American Institute for Cancer Research. Continuous Update Project Summary. Food, Nutrition, Physical Activity, and the Prevention of Pancreatic Cancer. 2012; abrufbar als PDF unter www.aicr.org/assets/docs/pdf/education/cup-pancreatic-cancer-2012.pdf.

Als Quelle für Aussagen zu Medikamenten hat der Krebsinformationsdienst aktuelle Fachinformationen der Hersteller herangezogen (über www.fachinfo.de für Fachkreise zugänglich), weiter Arzneimittelinformationen in deutschen Datenbanken (vor allem www.pharmnet.bund.de), aktuelle Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte unter www.bfarm.de sowie die Informationen der EU-Arzneimittelbehörde EMA unter www.ema.europa.eu/ema/. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) wird in Deutschland regelmäßig beauftragt, den Zusatznutzen neuer Medikamente bzw. den von Weiterentwicklungen zu beurteilen. Die entsprechenden Berichte sind abrufbar unter www.iqwig.de, im Bereich "Projekte & Ergebnisse".

Zulassungsstudien und Übersichtsartikel (Auswahl)
Fachveröffentlichungen sind über wissenschaftliche Bibliotheken oder kostenpflichtige Onlinedienste zugänglich, bei einigen sind auch Abstracts oder Volltexte frei verfügbar.

Conroy T, Desseigne F, Ychou M, Bouché O, Guimbaud R, Bécouarn Y, Adenis A, Raoul JL, Gourgou-Bourgade S, de la Fouchardière C, Bennouna J, Bachet JB, Khemissa-Akouz F, Péré-Vergé D, Delbaldo C, Assenat E, Chauffert B, Michel P, Montoto-Grillot C, Ducreux M; Groupe Tumeurs Digestives of Unicancer; PRODIGE Intergroup. FOLFIRINOX versus gemcitabine for metastatic pancreatic cancer. N Engl J Med, 2011; 364(19): 1817-25. doi: 10.1056/NEJMoa1011923, www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1011923

Van Cutsem E, Vervenne WL, Bennouna J, Humblet Y, Gill S, Van Laethem JL, Verslype C, Scheithauer W, Shang A, Cosaert J, Moore MJ. Phase III trial of bevacizumab in combination with gemcitabine and erlotinib in patients with metastatic pancreatic cancer. J Clin Oncol. 2009 May 1;27(13):2231-7. doi: 10.1200/JCO.2008.20.0238.

Von Hoff DD, Ervin T, Arena FP, Chiorean EG, Infante J, Moore M, Seay T, Tjulandin SA, Ma WW, Saleh MN, Harris M, Reni M, Dowden S, Laheru D, Bahary N, Ramanathan RK, Tabernero J, Hidalgo M, Goldstein D, Van Cutsem E, Wei X, Iglesias J, Renschler MF. Increased Survival in Pancreatic Cancer with nab-Paclitaxel plus Gemcitabine. N. Engl. J. Med. 2013; 369:1691-703. doi: 10.1056/NEJMoa1304369, www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1304369

Nagrial AM, Chang DK, Nguyen NQ, Johns AL, Chantrill LA, Humphris JL, Chin VT, Samra JS, Gill AJ, Pajic M, Australian Pancreatic Cancer Genome Initiative, Pinese M, Colvin EK, Scarlett CJ, Chou A, Kench JG, Sutherland RL,  Horvath LG, Biankin AV. Adjuvant chemotherapy in elderly patients with pancreatic cancerBr J Cancer. Jan 21, 2014; 110(2): 313–319. doi: 10.1038/bjc.2013.722, www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3899761/