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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes KID, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg.

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Bauchspeicheldrüsenzelle, Foto: Steve Gschmeissner/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Risikofaktoren, Vorbeugung

Dieser Text ist Teil ausführlicher Informationen zum Thema Pankreaskarzinom. Er richtet sich an Patienten, ihre Angehörigen und Freunde sowie an Interessierte, die sich über Bauchspeicheldrüsenkrebs informieren möchten. Er bietet einen kurzen Überblick über Anatomie und Funktion der Bauchspeicheldrüse, über die Entstehung und Risikofaktoren für die Erkrankung sowie Möglichkeiten der Vorbeugung. Für weitere Fragen steht der Krebsinformationsdienst am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Informationen aus dem Internet, einer E-Mail oder einem Telefongespräch können eine persönliche ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen.
Weiterführende Literatur und bei der Texterstellung genutzte Quellen sind nach Möglichkeit im Text direkt verlinkt, eine weitere Zusammentellung findet sich hier.

Letzte Aktualisierung: 04.11.2010

Statistik: Wie häufig ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Das Pankreaskarzinom gehört zu den häufigeren Tumorarten. Im Jahr 2008 erkrankten in Deutschland nach Schätzungen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister (www.gekid.de) und des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Bauchspeicheldruesenkrebs/bauchspeicheldruesenkrebs_node.html) 7.390 Männer und 7.570 Frauen an einem Pankreaskarzinom. Für 2012 rechnen die Krebsregister mit ähnlichen Zahlen: 7.600 Frauen und 7.800 Männer werden in diesem Jahr die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommen haben. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren für Männer und bei 76 Jahren für Frauen. Weitere statistische Angaben finden sich in der Broschüre "Krebs in Deutschland 2007/2008".

Bauchspeicheldrüse: Lage, Anatomie und Funktion

Anatomie der Bauchspeicheldrüse, Grafik: Jörg Kühn © Wort & Bild
Vergrößerte Ansicht Anatomie der Bauchspeicheldrüse, Grafik: Jörg Kühn © Wort & Bild Verlag (zum Vergrößern auf die Lupe klicken)

Die Bauchspeicheldrüse (fachsprachlich: Pankreas) ist bei Erwachsenen etwa 15 bis 20 Zentimeter lang und liegt hinter dem Magen in der Bauchhöhle. Das Organ wird in drei Abschnitte eingeteilt: Kopf, Körper und Schwanz. Der Kopf wird vom Zwölffingerdarm umschlossen, die Schwanzspitze weist auf die Milz.

Das Pankreas ist eine Drüse, die Hormone und Verdauungssäfte bildet und in den Körper abgibt.

Man unterscheidet sogenannte endokrine Drüsen von exokrinen Drüsen. Endokrine Drüsen stellen Hormone her und geben diese direkt ins Blut ab. Exokrine Drüsen geben ihre Substanzen an die Körperoberfläche ab, zum Beispiel die Schweißdrüsen, oder in einen Hohlraum im Körper, zum Beispiel in den Darm. Das Pankreas ist beides: eine exokrine Drüse, die Verdauungssekrete herstellt, und eine endokrine Drüse, die Hormone produziert.

Zu den Hormonen der Bauchspeicheldrüse gehören unter anderem Glucagon und Insulin, die den Blutzuckerspiegel regulieren. Die häufigste Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ist die Zuckerkrankheit, der sogenannten Diabetes mellitus: Hier wird entweder zu wenig Insulin produziert, oder die Zellen des Körpers reagieren nicht mehr ausreichend auf das Hormon.

  • Tumoren im hormonproduzierenden Anteil der Bauchspeicheldrüse sind sehr selten. Man  nennt sie endokrine Pankreastumoren.
  • Die meisten Patienten mit bösartigen Pankreaskarzinomen sind an Tumoren erkrankt, die  von den exokrinen Anteilen der Bauchspeicheldrüse ausgehen.

In diesen exokrinen Gewebeanteilen bildet die gesunde Bauchspeicheldrüse Verdauungssäfte. Dieser "Bauchspeichel" enthält Enzyme, die Zucker und Fette spalten, sowie Vorstufen von eiweißspaltenden Enzymen. Die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse werden über einen Ausführungsgang im Pankreaskopf in den Zwölffingerdarm abgegeben. Bei exokrinen Pankreastumoren können alle diese Funktionen der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigt sein.

Tumorbiologie: Wie entsteht Krebs?

Krebs kann sich überall im Körper entwickeln. Die Gewebe des Körpers erneuern sich ständig: Durch Zellteilung entstehen neue Zellen, alte oder geschädigte Zellen sterben ab. Wenn die Erbinformation einer Zelle verändert ist, kann es vorkommen, dass die Zelle keinen natürlichen Tod mehr stirbt und sich trotz zunehmender Defekte teilt und vermehrt. Ihre Tochterzellen tragen ebenfalls die veränderten Erbinformationen; weitere Abweichungen und Schäden an dieser genetischen „Bauanleitung“ für neue Zellen können hinzukommen. Es entsteht ein Tumor, der unkontrolliert wächst.

Man unterscheidet gutartige Tumoren von bösartigen Tumoren. Gutartige Tumoren verdrängen gesundes Gewebe. Bösartige Tumoren wachsen in gesundes Gewebe ein und zerstören es. Darüber hinaus bilden sie oft Absiedelungen in anderen Organen. Das Pankreaskarzinom ist ein solcher bösartiger oder maligner Tumor. Meist geht er von den sogenannten Epithelzellen der Pankreasgänge aus, also den Zellen, die die Ausführungsgänge des Organs auskleiden.

Risikofaktoren: Was begünstigt Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Bei vielen Patienten mit einem bösartigen Tumor der Bauchspeicheldrüse lässt sich im Nachhinein nicht feststellen, was ihre Erkrankung ausgelöst hat. Aus großen Beobachtungsstudien kennt man zwar einige typische Risikofaktoren. Diese finden sich jedoch längst nicht bei allen Patienten. Und nicht jeder Mensch, der mit einem oder mehreren der bekannten Risikofaktoren lebt, muss zwangsläufig an einem Bauchspeicheldrüsenkarzinom erkranken.

Rein statistisch sind die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung des Pankreaskarzinoms das Rauchen - auch das Passivrauchen - und starkes Übergewicht. Auch manche Chemikalien können das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen. Zu diesen gehören zum Beispiel Schädlingsbekämpfungsmittel, Unkrautvernichtungsmittel oder Antipilzmittel, weiter sogenannte chlorierte Kohlenwasserstoffe sowie Chrom und Chromverbindungen.

Einige Vorerkrankungen, wie häufige Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder erworbener Diabetes mellitus (Typ 2, fälschlich auch "Alterszucker" genannt), können das Risiko für ein Pankreaskrebs erhöhen.

Menschen, in deren Familie ein Verwandter ersten Grades - Vater, Mutter, Bruder, Schwester oder ein Kind - an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist, haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, ebenfalls ein Pankreaskarzinom zu bekommen. Sind sogar zwei oder mehr erstgradig Verwandte von einem Pankreaskarzinom betroffen, spricht man von einem "familiären Pankreaskarzinom (FPC)". Angehörige einer FPC-Familie mit zwei und mehr direkt verwandten Patienten haben ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko als die Normalbevölkerung. Noch ist nicht geklärt, ob eine innerhalb der Familie übliche ähnliche Lebensweise oder tatsächlich eine erbliche Veranlagung dafür verantwortlich ist. Möglicherweise spielt beides eine Rolle. Experten empfehlen betroffenen Familien eine Beratung in einem spezialisierten Zentrum. Die Adresse des nächstgelegenen Zentrums für genetische Beratungen kann der Hausarzt vermitteln, der auch eine entsprechende Überweisung ausstellt. Ein Gentest, mit dem man das Pankreaskrebsrisiko bei allen Familienangehörigen sicher nachweisen könnte, steht derzeit jedoch noch nicht zur Verfügung.

Das Pankreaskarzinom kann außerdem bei Patienten mit seltenen, erblichen Syndromen häufiger auftreten als bei Nichtbetroffenen. Dazu gehören zum Beispiel das Peutz-Jeghers-Syndrom, das familiäre atypische multiple Muttermal- und Melanom-Syndrom (FAMMM) oder die erbliche (hereditäre) Pankreatitis. Ob das Risiko auch bei einigen weiteren erblichen Syndromen erhöht ist, kann aufgrund der aktuellen Datenlage nicht abschließend beurteilt werden.

Vorbeugung: Was schützt vor Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Vorbeugung

Nicht rauchen und auf ein normales Gewicht achten - das sind die wichtigsten Möglichkeiten, das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verringern.

Der Verzicht auf Tabakrauch und ein normales Gewicht sind die wichtigsten Möglichkeiten, das eigene Risiko zu vermindern. Bewegung scheint sich ebenfalls positiv auszuwirken, insbesondere bei Übergewichtigen.

Fachleute diskutieren, wieweit die Zusammenstellung der Ernährung Einfluss auf die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Die Daten aus den bisherigen Studien sind jedoch nicht eindeutig, so eine Aussage in der aktuellen Leitlinie „Pankreaskarzinom“. Eine besondere Diät wird daher nicht empfohlen. Wer häufig gegrillte und geräucherte Speisen isst, steigert jedoch eventuell sein persönliches Risiko. Alkohol sollte aus dem gleichen Grund nur mäßig genossen werden. Möglicherweise haben Vitamin-C-reiche Nahrungsmittel einen schützenden Einfluss.

Screening: Gibt es Früherkennungsuntersuchungen?

Bislang gibt es keine Früherkennungsuntersuchung für Gesunde. Auch für Angehörige von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs werden derzeit keine regelmäßigen Untersuchungen des Pankreas empfohlen. Sind in einer Familie mehrere enge Verwandte am Pankreaskarzinom erkrankt (mindestens zwei), ist gegebenenfalls aber eine Beratung in einem spezialisierten Zentrum sinnvoll.