Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Therapeutischer Ultraschall: Krebstherapie mit Schallwellen

Diese Seite ist Teil eines Textes zum Thema Ultraschall in der Krebsmedizin. Er informiert über praktische Fragen zur Anwendung des therapeutischen Ultraschalls und richtet sich vor allem an Menschen, bei denen diese Behandlung durchgeführt werden soll. Die Aufklärung durch den untersuchenden Arzt lässt sich durch Informationen aus dem Internet aber nicht ersetzen.

Was ist therapeutischer Ultraschall?

Therapeutischer Ultraschall
Die Schallwellen beim therapeutischen Ultraschall sind viel intensiver als die beim diagnostischen Ultraschall. Sie werden gezielt auf die Tumorzellen gerichtet. Dadurch werden die Zellen stark erhitzt und schließlich zerstört. Das umliegende Gewebe bleibt verschont.

Ultraschallwellen sind Schallwellen oberhalb der menschlichen Hörschwelle. In der Krebsmedizin werden sie nicht nur zur Bilderzeugung (diagnostischer Ultraschall) benutzt, sondern auch, um bestimmte Tumoren, wie zum Beispiel Prostatakrebs oder Brustkrebs zu behandeln. Diese Therapiemöglichkeiten gehören derzeit allerdings noch nicht zu den Standardverfahren. Am bekanntesten sind Anwendungen von hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU).

Was bedeutet HIFU?

Die Abkürzung HIFU steht für "hochintensiver fokussierter Ultraschall". Das heißt, energiereiche Ultraschallwellen werden durch eine Art Hohlspiegel gebündelt (fokussiert) auf einen Punkt gelenkt. Dadurch entsteht Hitze, mit der Tumorzellen in einem genau bestimmten Bereich eingeschmolzen werden können. Da sich das Gewebe nur im Brennpunkt ausreichend stark erhitzt, werden gesunde Zellen in der Umgebung geschont.

Was bewirkt HIFU im Gewebe?

Der hochintensive Ultraschall wirkt thermisch und mechanisch auf das Gewebe ein und führt so zur Zerstörung der Zellen. Entscheidend ist insbesondere die thermische Wirkung: Die Ultraschallwellen werden vom Gewebe aufgenommen. Durch die aufgenommene Energie erhitzen sich die Zellen auf 70 bis etwa 100 Grad Celsius. Bei hohen Temperaturen gerinnt das Zelleiweiß, die Zellen werden dadurch funktionsunfähig. Der Körper baut die zerstörten Zellen innerhalb kurzer Zeit ab. Außerhalb des Zielbereichs erwärmt sich das Gewebe nur wenig und bleibt so verschont. Um ein größeres Tumorvolumen zu zerstören, wird der Brennpunkt immer wieder neu gewählt.

Wann setzt man Ultraschall zur Behandlung von Krebspatienten ein?

Derzeit wird der hochintensive fokussierte Ultraschall meist nur zur Behandlung des Prostatakarzinoms eingesetzt. In klinischen Studien wird derzeit erforscht, ob sich HIFU auch zur Behandlung anderer Tumoren eignet, zum Beispiel von Brustkrebs, Nierenkrebs, Leber- und Pankreaskarzinomen, Schilddrüsen- und Hirntumoren.



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 27.05.2010