
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deDiese Seite ist Teil eines Textes zum Thema Ultraschalluntersuchungen in der Krebsmedizin. Er informiert über praktische Fragen zur Anwendung und richtet sich vor allem an Menschen, bei denen diese auch als Sonographie bezeichnete Untersuchung durchgeführt werden soll. Die Aufklärung durch den untersuchenden Arzt lässt sich durch Informationen aus dem Internet aber nicht ersetzen.
Mit Ultraschall kann der Arzt die Organe im Körperinnern untersuchen. Die Methode ist weit verbreitet und kann schnell, günstig und ohne Nebenwirkungen durchgeführt werden. Oft wird ein Ultraschall für eine erste Orientierung oder zusätzlich zu anderen Untersuchungen gemacht. Er kann bei sehr vielen Krebsarten zur Tumor- oder Metastasensuche eingesetzt werden oder zur Unterscheidung zwischen Krebs und anderen Veränderungen der Gewebe, wie zum Beispiel Zysten oder Entzündungen. Anders als bei einer Computertomographie oder beim Kernspin entstehen beim Ultraschall keine Bildserien, die als Filmfolien entwickelt oder auf dem Computer gespeichert werden können. Ultraschalluntersuchungen finden "live" statt: Der Arzt sieht die Organe direkt auf dem Bildschirm. Bei Auffälligkeiten kann er ein Standbild ausdrucken. Die Untersuchung reicht selten aus, um eine Krebsdiagnose zu sichern, sie kann andere bildgebende Verfahren nicht ersetzen.
Ultraschallgeräte gibt es in jedem Krankenhaus und in sehr vielen Arztpraxen. Ärzte aller Fachrichtungen, die entsprechend geschult wurden, dürfen eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Die Ultraschalldiagnostik ist mittlerweile fester Bestandteil jeder Facharztweiterbildung.
In der Regel ist keine gesonderte Vorbereitung auf die Untersuchung notwendig. Andernfalls informieren der Arzt oder seine Mitarbeiter rechtzeitig darüber.
Eine Untersuchung des Bauchraums kann durch zu viel Luft im Bauch oder auch einen stark gefüllten Darm erschwert werden. Der Arzt informiert über Möglichkeiten der Vorbereitung oder gibt vorab Ernährungstipps. Ist eine Untersuchung der Beckenorgane und des unteren Bauchraums geplant, kann es andererseits sinnvoll sein, durch eine volle Harnblase hindurch zu "schallen". Für diesen Fall hält die Arztpraxis Getränke bereit.
Ultraschalluntersuchungen finden oft in etwas abgedunkelten Räumen statt, damit der Arzt mehr auf dem Bildschirm erkennen kann. Je nach zu untersuchendem Organ sitzt der Patient oder liegt auf dem Rücken oder der Seite auf einer Liege. Der Arzt untersucht ihn mit einem kleinen Handgerät, dem sogenannten Schallkopf. Aus technischen Gründen muss dieser direkten Kontakt zur Haut des Patienten haben - es darf keine Luft dazwischen sein. Daher wird der Schallkopf oder die Haut mit etwas wasserhaltigem Gel bedeckt. Das Gel ist hautverträglich und hinterlässt keine Flecken, kann aber etwas kalt auf der Haut sein.
Bei manchen Untersuchungen wird der Patient gebeten, zwischendurch die Luft anzuhalten oder tief ein- und auszuatmen.
Bei Tumoren der Geschlechtsorgane, des Darmes oder im Inneren der Brusthöhle kann es notwendig sein, den Schallkopf ins Innere des Körpers zu bringen, um näher an die Organe heranzukommen und sie besser sehen zu können. Der Schallkopf wird in diesen Fällen durch die Scheide oder den Darm beziehungsweise die Speiseröhre in den Körper eingeführt.
Ultraschall ist normalerweise eine schmerzfreie Untersuchungsmethode, nur durch das Bewegen des Schallkopfes kann ab und zu ein leichter Druck entstehen. Manchmal ist das Drücken des Schallkopfes oder das Einführen des Geräts in eine Körperöffnung allerdings eben wegen der krankheitsbedingten Veränderung schmerzhaft, die untersucht werden soll. Dann kann der untersuchende Arzt eventuell ein kurz wirksames Schmerzmittel geben.
Die meisten Untersuchungen dauern zwischen wenigen Minuten und einer halben Stunde.
Ultraschall wird schon seit vielen Jahrzehnten zur medizinischen Untersuchung angewendet. Die Stärke der Schallwellen wird zur Untersuchung so gewählt, dass keine Nebenwirkungen auftreten. Moderne Ultraschallgeräte führen weder zur Erwärmung des Gewebes, noch sind andere schädliche biologische Wirkungen bekannt. Anders als beim Röntgen oder der Computertomographie ist der Patient zudem keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Ultraschalluntersuchungen können daher auch bei Schwangeren oder Kindern ohne Bedenken angewendet werden.