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Mithilfe der Szintigraphie können Tumoren und Metastasen im Körper nachgewiesen werden. Die radioaktive Substanz hilft, krankes Gewebe im Körper aufzuspüren.
Bei der Szintigraphie kommen radioaktive Stoffe zum Einsatz. Daher dürfen diese Untersuchungen nur unter der Leitung von speziell ausgebildeten Ärzten durchgeführt werden, den Nuklearmedizinern. Unterstützt werden die Ärzte von ausgebildeten nuklearmedizinisch-technischen Assistenten. Meistens werden die Untersuchungen in einer Klinik gemacht, aber es gibt auch niedergelassene Nuklearmediziner mit eigener Praxis.
Eine besondere Vorbereitung auf eine Szintigraphie ist nicht nötig, über Einzelheiten klärt der Arzt auf: Vor der Untersuchung bekommen Patienten einen Aufklärungsbogen, in dem der Untersuchungsablauf kurz beschrieben wird. Dort gibt es noch einige Fragen zu beantworten, die für den Arzt wichtige Informationen liefern, zum Beispiel: Welche Vorerkrankungen hat der Patient? Welche Medikamente nimmt er ein? Besteht eine Schwangerschaft? Bei dem Vorgespräch erfahren Patienten zudem, wie lange die Untersuchung voraussichtlich dauern wird.
Patienten müssen in der Regel nicht nüchtern sein. Eine Ausnahme können Untersuchungen der Verdauungsorgane oder des Herzens sein. Vor einer Schilddrüsen-Szintigraphie müssen - je nach Fragestellung - die Schilddrüsenmedikamente in Absprache mit dem Arzt eventuell für einige Wochen abgesetzt werden. Auch jodhaltige Kontrastmittel können die Schilddrüsenuntersuchung stören.
Als erstes spritzt der Arzt dem Patienten eine schwach strahlende Substanz in eine Armvene. Diese verteilt sich - je nach Fragestellung - innerhalb weniger Minuten oder Stunden im Körper. Manchmal wird sofort nach der Injektion eine Aufnahme gemacht. Meistens muss aber einige Stunden gewartet werden, bis sich die Substanz vollständig im Körper verteilt hat. Ist die Wartezeit länger, dürfen die Patienten in der Regel die Praxis oder Klinik auch für kurze Zeit verlassen.
Die radioaktive Substanz wird meist über die Nieren ausgeschieden. Daher empfehlen die Aufklärungsbögen vieler Kliniken den Patienten, nach dem Spritzen der radioaktiven Substanz viel zu trinken und mehrmals auf die Toilette gehen. So kann sich der radioaktive Stoff nicht in der Harnblase ansammeln. Auch die Strahlenbelastung wird dadurch weiter reduziert.
Nach Ende der Wartezeit werden die eigentlichen Aufnahmen gemacht. Hierzu liegt der Patient auf einer Liege unter der Aufnahmeeinheit oder sitzt davor. Bei einigen Geräten gibt es noch weitere Aufnahmeeinheiten seitlich oder unter der Liege. Bei der SPECT drehen sich die Aufnahmeeinheiten um die Patientenliege. Nur bei der Kombination aus SPECT und Computertomographie, den sogenannten SPECT/CT-Geräten wird der Patient in eine kurze "Röhre" geschoben. Die anderen Geräte sind offen. Daher stellt die Szintigraphie auch für Patienten mit Raumangst oder "Platzangst" meist kein Problem dar.
Wie lange die Untersuchung dauert, hängt im Wesentlichen von der Zeit ab, die die radioaktive Substanz braucht, um sich im Untersuchungsgebiet zu verteilen. Die Aufnahme selbst dauert meist zwischen fünf und zwanzig Minuten. Bei der SPECT dauert sie etwas länger, meist etwa eine halbe Stunde. Aufgrund der vorherigen Wartezeit müssen Patienten insgesamt mit einer Untersuchungsdauer von einer bis fünf Stunden rechnen.
Bei der Szintigraphie werden nur geringe Mengen an strahlenden Substanzen eingesetzt. Diese zerfallen im Körper innerhalb weniger Minuten bis Tage. Die Stoffe werden vom Körper zudem rasch wieder ausgeschieden. Für den Patienten ergibt sich daher kein messbar erhöhtes Risiko von Spätschäden.
Die Strahlenbelastung durch eine Szintigraphie ist etwa so hoch wie die Strahlenbelastung, der Menschen jedes Jahr durch natürliche Radioaktivität ausgesetzt sind. Damit ist sie mit der Strahlenbelastung durch eine Röntgenuntersuchung vergleichbar. Das Risiko für Strahlenschäden durch eine Szintigraphie ist sehr gering, es kann aber nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund wird die Szintigraphie nicht als Routineuntersuchung bei Krebsverdacht eingesetzt, sondern nur bei gezielten Fragestellungen.
Die von dem Patienten ausgehende Strahlung muss außerhalb des Körpers messbar sein, um von der Gammakamera überhaupt erfasst werden zu können. Aus Sicherheitsgründen wird eine Szintigraphie daher nur in speziellen nuklearmedizinischen Praxen oder Abteilungen eines Krankenhauses durchgeführt. Die verwendeten radioaktiven Substanzen zerfallen jedoch meist innerhalb kurzer Zeit. Ein enger Kontakt mit Schwangeren, Stillenden oder Kleinkindern sollte für einige Stunden nach der Untersuchung vorsichtshalber vermieden werden. Für andere Personen besteht in der Regel keine Gefährdung. Über Details informiert der untersuchende Arzt.
Eine Szintigraphie bei Schwangeren und Stillenden ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Sie sollte aber nur in dringenden Ausnahmefällen durchgeführt werden. Ob eine Szintigraphie möglich ist oder nicht, hängt unter anderem auch von der untersuchten Körperregion und der damit verbundenen Wahl der radioaktiven Substanz ab. Nutzen und Risiko einer solchen Untersuchung müssen in jedem Einzelfall genau gegeneinander abgewogen werden.
Auch bei stillenden Müttern ist die Indikation zu einer Szintigraphie sehr streng zu stellen. Nach einer Szintigraphie sollten Frauen laut der aktuellen Szintigraphie-Leitlinien für 24 bis 48 Stunden auf die Brustfütterung des Kindes verzichten.
Mit der Szintigraphie lassen sich Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar machen. Andere bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) liefern hingegen Bilder von Organen und anatomischen Strukturen, die bei einer Szintigraphie nicht zu sehen sind. Seit einigen Jahren diskutieren Fachleute, ob und, wenn ja, bei welchen Fragen sich die Szintigraphie durch eine Positronenemissionstomographie (PET) ersetzen lässt. Noch sind dazu viele Fragen offen. Auch ist die PET als Untersuchung meist aufwändiger und auch teurer. Welche Untersuchung für eine bestimmte Fragestellung die jeweils beste ist, müssen Patienten im Einzelfall mit ihren Ärzten besprechen.