Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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PET - Positronenemissionstomographie: Ein Blick in den Stoffwechsel

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gehört zu den bildgebenden Untersuchungsverfahren. Sie nutzt radioaktiv markierten Traubenzucker oder andere Substanzen, um Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar zu machen. Patienten erhalten diese "Tracer" in die Blutbahn gespritzt. Eine Messeinheit und ein angeschlossener Computer berechnen Bilder aus der Strahlung, die der Körper wieder abgibt. Wie stark oder wie schwach sich beispielsweise der Traubenzucker in der zu untersuchenden Körperregion anreichert, hängt von deren Stoffwechselaktivität ab: Tumoren und Metastasen haben oft einen anderen Energiestoffwechsel als gesundes Gewebe. Unterschiede lassen sich auf den PET-Bildern gut erkennen.

Einführung: Was bieten die folgenden Texte?

Die folgenden Texte geben einen Überblick darüber, wie die Positronen-Emissions-Tomographie funktioniert und wann sie in der Krebsdiagnostik angewendet wird. Diese Informationen richten sich an Patienten und Angehörige sowie Interessierte, die sich über diese Untersuchungsmethode informieren möchten. Sie sollen helfen, sich auf eine PET-Untersuchung oder ein Gespräch mit einem Arzt vorzubereiten. Eine ärztliche Beratung lässt sich durch Informationen aus dem Internet jedoch nicht ersetzen. 

PET: Das Wichtigste in Kürze

Die Positronen-Emissions-Tomographie zählt zu den sogenannten bildgebenden Untersuchungsverfahren, genau wie herkömmliches Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie oder Ultraschall. Von der Methode her ähnelt die PET am ehesten der Szintigraphie. Moderne PET/CT-Geräte können die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der Computertomographie (CT) verbinden.

Vor einer PET erhält der Patient eine schwach strahlende Substanz gespritzt, ein sogenanntes Radiopharmakon, auch "Tracer" genannt. In der Krebsmedizin wird derzeit hauptsächlich Traubenzucker verwendet, der mit radioaktivem Fluor markiert ist (Fluor-18-Desoxyglucose, abgekürzt FDG). Möglich sind aber auch andere radioaktiv markierte Substanzen, die im Stoffwechsel von Tumorzellen eine besondere Rolle spielen oder sich nur an diese Zellen binden. Mithilfe einer speziellen Messvorrichtung, der Detektoren, kann die Strahlung gemessen werden, die vom im Gewebe angesammelten Stoff ausgeht.

Lexikon
Positron = positiv geladenes Elementarteilchen, Gegenstück zum negativ geladenen Elektron

Durch den Zerfall des radioaktiven Tracers werden Positronen frei. Diese positiv geladenen Elementarteilchen sind instabil und bleiben nicht bestehen. Bei ihrem "Verschwinden" wird Energie frei. Sie kann mit einem Detektor gemessen werden. Daraus berechnet ein Computer Bilder. Je mehr Radiopharmakon in eine Zelle gelangt, desto mehr Strahlung geht von dieser Zelle aus. Die meisten Tumorzellen verbrauchen mehr Zucker als gesunde Zellen. "Füttert" man sie mit radioaktiv markiertem Traubenzucker, setzen sie auch mehr Strahlung frei und lassen sich auf PET-Bildern gut von gesundem Gewebe unterscheiden. Gewebe mit schnellem Stoffwechselumsatz und hohem Zuckerverbrauch erscheinen auf grauen PET-Bildern als besonders dunkle, auf Farbbildern als besonders leuchtende Flecken.

Lexikon
Nuklearmedizin = Fachbereich der Medizin. Nuklearmediziner setzen zur Untersuchung und Behandlung radioaktive Substanzen ein.

Die meisten Patienten vertragen eine Untersuchung mit einem Positronen-Emissions-Tomographen gut. Die Strahlenbelastung, die bei der Untersuchung entsteht, ist gering: Für die Untersuchung sind sehr kleine Mengen radioaktiver Substanzen ausreichend. Auch wählt man Radiopharmaka, die im Körper sehr schnell zerfallen oder wieder ausgeschieden werden.

Die PET oder die PET/CT werden in der Praxis spezialisierter Fachärzte für Nuklearmedizin oder im Krankenhaus durchgeführt. Bislang ist die PET in der Krebsmedizin kein Standardverfahren, sondern wird nur bei ausgewählten Tumorarten und zur Klärung besonderer Fragen durchgeführt. Das Verfahren ist aufwendig und teuer und wird derzeit noch nicht in jeder Situation von den Krankenkassen bezahlt. Daher sollten Patienten und Ärzte im Einzelfall klären, ob die Kasse die Kosten erstattet.

Fachinformationen

Leitlinie: Die Leitlinie zur FDG-PET und PET/CT in der Onkologie von 2007 findet sich im Internet auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. unter www.nuklearmedizin.de/publikationen/leitlinien/tumo_pet_ct.php.

G-BA-Richtlinie: Verschiedene PDF-Dateien zur "Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (PET beim kleinzelligen Lungenkarzinom)"von 2008 hat der Gemeinsame Bundesausschuss auf seiner Seite veröffentlicht unter www.g-ba.de/informationen/beschluesse/691/#691/.

Versorgungsengpass: Seit etwa 2008 bestehen zeitweilig Versorgungsengpässe für Radionuklide. Dies betrifft besonders die Durchführung der Szintigraphie und hat dazu geführt, dass in der Krebsmedizin eine PET-Untersuchung statt einer Szintigraphie infrage kommen kann. Eine aktuelle "Durchführungsempfehlung zur Fortsetzung der Regelung zur Überbrückung des Versorgungsengpasses mit Radiopharmaka für nuklearmedizinische Untersuchungen in Deutschland" findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin unter www.nuklearmedizin.de/upload/news/news%20123.pdf.

Indikationen: Der vorläufige Berichtsplan des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) für PET bei verschiedenen onkologischen Indikationen vom 16.02.2010 ist beim IQWIG als PDF erhältlich unter www.iqwig.de/download/D06-01E-K_Vorlaeufiger_Berichtsplan_PET_bei_onkologischen_Indikationen.pdf.

HTA-Bericht: Ein älterer HTA-Bericht von 2003 zum Stellenwert der Positronen-Emissions-Tomographie bei ausgewählten Indikationen steht im PDF-Format auf der Seite des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) zur Verfügung: http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta060_bericht_de.pdf.

Qualitätssicherung: Die Vereinbarung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) über Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei der Durchführung der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) in Krankenhäusern bei den Indikationen nichtkleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) und solide Lungenrundherde steht im PDF-Format auf der Seite des G-BA zur Verfügung: www.g-ba.de/downloads/62-492-22/Vb-PET-QS_2007-03-15.pdf

Strahlenschutz: Eine Stellungnahme der Strahlenschutzkommission (SSK) zum Strahlenschutz bei der Anwendung der PET/CT ist als PDF herunterladbar unter www.ssk.de/de/werke/2005/volltext/ssk0513.pdf.


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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 17.05.2010