Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Häufige Fragen zur Magnetresonanztomographie (MRT)

Wer führt eine Magnetresonanztomographie durch?

Wenn die Symptome oder die Krankheitssituation eine Magnetresonanztomographie erforderlich machen, bekommt der Patient eine Überweisung an einen Röntgen-Facharzt, den Radiologen. Unterstützt von speziell ausgebildeten medizinisch-technischen Assistenten führt dieser die Magnetresonanztomographie durch und teilt die Untersuchungsergebnisse dem überweisenden Arzt mit, der diese dann mit dem Patienten bespricht und die weiteren Schritte vorschlägt.

Ein Magnetresonanztomograph ist ein sehr großes und schweres Gerät und benötigt einen eigenen, besonders abgeschirmten Raum. Nicht jeder Arzt und selbst nicht jeder Radiologe kann daher eine MRT-Untersuchung durchführen. Einige Jahrzehnte nach Einführung der Technik gibt es aber in jeder größeren Stadt mindestens eine, wenn nicht sogar mehrere Untersuchungsmöglichkeiten. Auch die meisten Krankenhäuser verfügen mittlerweile über einen Magnetresonanztomographen, sodass stationäre Patienten meist nur eine andere Abteilung besuchen müssen und zu einer Untersuchung nicht verlegt werden müssen.

Die Bundesärztekammer (www.baek.de) und der Gemeinsame Bundesausschuss (www.g-ba.de) geben Ärzten in Deutschland Qualitätsstandards für den Betrieb eines Magnetresonanztomographen und die Durchführung der Untersuchungen vor. Diese finden sich unter anderm im Internet unter: www.bundesaerztekammer.de/downloads/MagnetResonanz.pdf.

Wie sieht die Vorbereitung auf die Untersuchung aus?

Wenn der Arzt eine Magnetresonanztomographie als sinnvoll für die weitere Diagnostik erachtet, führt er ein Aufklärungsgespräch mit dem Patienten. In diesem Gespräch kann der Patient Fragen zum Untersuchungsablauf stellen. Er bekommt dazu oft auch einen Aufklärungsbogen an die Hand, in dem die wichtigsten Informationen zur Magnetresonanztomographie noch einmal zusammengefasst sind.

Wonach sollten Patienten im Aufklärungsgespräch fragen, was muss der Arzt wissen?

Angst vor der "Röhre"?
Offene MRT-Geräte, in denen viele Patienten sich weniger beengt fühlen, gibt es nur in manchen Kliniken, und sie sind nicht für alle Untersuchungen geeignet. Für Patienten ist es meist einfacher, ein beruhigendes Medikament vor der Untersuchung erhalten.

  • Raumangst: Manche Menschen haben Bedenken, das Stillliegen im Magnetresonanztomographen nicht auszuhalten, oder sie leiden unter Klaustrophobie, der Angst vor engen Räumen, kurz: Raumangst oder umgangssprachlich "Platzangst". Wer befürchtet, die Untersuchung nicht durchzustehen, kann vorher ein angstlösendes oder beruhigendes Medikament bekommen, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen. Solche Medikamente wirken allerdings oft noch etwas nach, sodass ambulant untersuchte Patienten zum Beispiel nicht selbst Auto fahren oder zurück an den Arbeitsplatz können. In einigen Kliniken gibt es sogenannte "offene" Magnetresonanztomographen, die den Patienten nicht ganz umschließen und auf viele weniger beunruhigend wirken. Diese Geräte sind aber nicht überall verfügbar und auch nicht für alle Untersuchungen geeignet.

Metallgegenstände
Da der Magnetresonanz-
tomograph einen sehr starken Magneten enthält, dürfen bewegliche Metallgegenstände nicht mit in den Unter-
suchungsraum genommen werden. Ob Metallimplantate im Körper ein Hinderungsgrund für eine MRT-Aufnahme sind, muss vor der geplanten Untersuchung mit dem Arzt besprochen werden.

  • Piercings und Metallgegenstände: Metallteile werden von dem Magneten im Innern des Tomographen angezogen. Metallgegenstände (z.B. Schmuck, Uhren, Schlüssel, Hörgeräte, Brillen, Piercings, aber auch medizinische Geräte, Kanülen oder ein herausnehmbarer Zahnersatz mit Metallteilen) dürfen deshalb in der Regel nicht mit in den Untersuchungsraum genommen werden, da die Gefahr besteht, dass der Patient verletzt würde. Auf der Haut getragene Metallteile können sich zudem erwärmen und zu Verbrennungen führen. Chipkarten oder Magnetkarten müssen ebenfalls abgelegt werden, da sie beschädigt werden könnten.
  • Herzschrittmacher und andere implantierte Geräte: Patienten mit einem Herzschrittmacher oder implantierten Defibrillator (ICD) dürfen keine Magnetresonanztomographie erhalten, da der starke Magnet die Funktion des Schrittmachers oder Defibrillators empfindlich stören könnte. Ähnliches gilt auch für andere Geräte im Körper des Patienten, wie beispielsweise ein Cochleaimplantat (also ein künstliches Innenohr) oder eine eingebaute Insulinpumpe bei Zuckerkranken. Ob von diesem Verbot der MRT eventuell Ausnahmen möglich sind, kann nur der Arzt entscheiden.
  • Prothesen und Implantate: Auf Metallteile, die sich im Körper des Patienten befinden, muss der Arzt gesondert hingewiesen werden. Prothesen, eine Verhütungs-Spirale, Klammern, sogenannte Stents (Gefäßprothesen aus einem Drahtgeflecht) oder Metallsplitter aufgrund von Arbeitsunfällen oder Schussverletzungen könnten verrutschen, unangenehm erwärmt werden oder sogar zu Verbrennungen führen. Neuere Gelenkprothesen aus nicht magnetischem Titan sind unbedenklich, können aber eventuell zu Bildstörungen führen. Ob mit den Metallteilen im Körper eine MRT möglich ist, entscheidet das Fachpersonal im Einzelfall.
  • Achtung, auch manche Wundverbände oder Pflaster (zum Beispiel Medikamentenpflaster oder Nikotinpflaster) können eine Metallbeschichtung enthalten. Bei der Vorbereitung sollten Patienten sicherheitshalber fragen, ob dies der Fall sein könnte und die Auflagen deshalb entfernt werden müssen.
  • Tätowierungen: Manche Tätowierungen können bei der Kernspintomographie Probleme machen, weil die verwendete Farbe metallhaltige (magnetische) Teile enthält. Dies trifft insbesondere auf rote, aber auch schwarze oder blaue Farben zu, die Eisenoxid enthalten. Auch einige Farbstoffe, die für "Permanent-Make-up" verwendet werden, enthalten nicht selten solche Substanzen. Während der Untersuchung können die metallhaltigen Farbpigmente sich wie elektrische Leiter verhalten: Es kann zu einer Erwärmung und Reizung der Haut und schlimmstenfalls zu Verbrennungen kommen. In Einzelfällen können frisch gestochene Tattoos durch Einwirkung des Magneten auch "verlaufen". Solche Zwischenfälle sind sehr selten, dennoch sollte der Arzt auf vorhandene Tätowierungen hingewiesen werden, um mit dem Patienten zu besprechen, ob die Gefahr durch eine Tätowierung eventuell größer ist als das Risiko einer nicht erfolgten Untersuchung. Kosmetika und Schminke müssen unter Umständen vorher entfernt werden, falls sie metallhaltige Partikel enthalten. Wenn die Farbe sich im Untersuchungsgebiet befindet, kann sie auf den MRT-Bildern als Störung sichtbar sein und so die Beurteilung der untersuchten Körperregion erschweren.
  • Schwangerschaft: In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft sollte eine MRT nur in absolut notwendigen Fällen durchgeführt werden, da mögliche Auswirkungen der Radiowellen auf den Embryo nicht ausgeschlossen werden können, auch wenn schädigende Wirkungen bisher nicht nachgewiesen sind. In späteren Phasen der Schwangerschaft gibt es keine Bedenken gegen eine MRT.

Wie läuft die Magnetresonanztomographie ab?

Das Gerät besteht aus einem zylinderförmigen Magneten, in dessen Mitte sich eine Art "Röhre" oder Tunnel befindet, in der der Patient während der Untersuchung liegt. In einigen Kliniken gibt es auch offene Geräte, von denen der Patient nicht ganz umschlossen wird. Der Magnetresonanztomograph benötigt einen eigenen Raum, da er feine Signale aus dem Körper empfängt und die Funkwellen elektrischer Geräte in der Umgebung die Messung empfindlich stören könnten. Der Raum besitzt aber ein Fenster zum Überwachungsraum, durch das die Röntgen-Assistenten oder Ärzte den Patienten im Blick behalten können. Aus Sicherheitsgründen muss der Patient alle Metallgegenstände vor der Untersuchung ablegen, da diese von dem Magneten angezogen werden und den Patienten verletzen könnten.

Laute Klopfgeräusche
Aus technischen Gründen ist ein MRT-Gerät sehr laut. Gegen die Klopfgeräusche erhält der Patient einen Gehörschutz oder schalldichte Kopfhörer mit Musik.

Zur Untersuchung wird der Patient auf einer Liege in den Tunnel des Tomographen gefahren. Bei der Magnetresonanztomographie entstehen Klopfgeräusche durch das Zu- und Wiederabschalten der sogenannten "Gradientenspulen" im Innern des Geräts, die für die Bildgebung notwendige Informationen liefern. Da diese Geräusche sehr laut sind, bekommt der Patient einen Gehörschutz oder schalldichte Kopfhörer mit Musik. Über eine Gegensprechanlage steht der Patient außerdem die ganze Zeit in Kontakt mit den Untersuchern. Eine Magnetresonanztomographie dauert - je nach Fragestellung und Zahl der Aufnahmen - zwischen einigen Minuten und einer Stunde, eventuell auch länger. Während der Dauer der Untersuchung muss der Patient unbedingt stillliegen, da die entstehenden Bilder sonst unscharf sein können. Bei der Lagerung sollte außerdem darauf geachtet werden, dass sich nackte Hautstellen, zum Beispiel an den Unterschenkeln oder Händen, nicht berühren, da es sonst in sehr seltenen Fällen zu schmerzhafter Erwärmung oder Verbrennungen der betroffenen Stellen kommen kann.

Müssen Kinder während der Untersuchung alleine bleiben?

Kinder müssen während der Magnetresonanztomographie nicht alleingelassen werden. Vater oder Mutter dürfen in der Regel mit im Untersuchungsraum bleiben. Sollte die Begleitperson selbst allerdings einen Herzschrittmacher oder Implantate haben, muss der Arzt unbedingt darauf hingewiesen werden. Auch die Eltern müssen vor Betreten des Raumes alle Metallgegenstände ablegen. Sehr kleine oder unruhige Kinder, die das Stillliegen nicht schaffen, können vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel erhalten.

Gibt es eine Strahlenbelastung bei der MRT?

Bei der Magnetresonanztomographie kommen keine ionisierenden Strahlen zum Einsatz, anders als bei der herkömmlichen Röntgenuntersuchung oder der Computertomographie. Der Patient ist daher keiner Belastung durch Radioaktivität oder Strahlung ausgesetzt.

Können bei einer MRT Gesundheitsschäden durch Elektrosmog entstehen?

"Elektrosmog" ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für das Entstehen sogenannter elektromagnetischer Felder durch Stromleitungen, elektronische Geräte und Ähnliches. Obwohl die Magnetresonanztomographie seit mehr als zwei Jahrzehnten eingesetzt und erforscht wird, konnten in bisherigen Studien keine gesundheitlichen Schädigungen durch ihren Einsatz nachgewiesen werden.

Welche Wirkungen die elektromagnetischen Felder, die bei der MRT entstehen, auf den menschlichen Körper haben, ist aber auch weiterhin Gegenstand aktueller Forschung. Untersucht wird nicht nur die Wirkung auf die Patienten, die dem starken Magnetfeld für kurze Zeit ausgesetzt sind, sondern auch die auf das Personal, das im Laufe des Berufslebens immer wieder Kontakt mit den elektromagnetischen Feldern hat.

Warum wird manchmal ein Kontrastmittel gegeben?

Kontrastmittel
Um verschiedene Gewebe im Bild besser voneinander unterscheiden zu können, wird manchmal ein Kontrastmittel gegeben. Das bei der Magnetresonanztomographie verwendete Kontrastmittel Gadolinium-DTPA ist in der Regel gut verträglich. Wer zu Allergien neigt, sollte seinen Arzt jedoch vorher darauf ansprechen. Bei schwerer Nierenerkrankung darf Gadolinium-DTPA nicht gegeben werden.

Manche Gewebe, wie zum Beispiel Muskeln und Blutgefäße, werden in der MRT in ähnlichen Grautönen dargestellt. Um sie besser voneinander abgrenzen zu können, kann die Gabe eines Kontrastmittels hilfreich sein, das sich im Bild (bei sogenannter T1-Gewichtung) heller erscheint. Auch zur Darstellung von Tumoren oder Metastasen kommt ein Kontrastmittel zum Einsatz, da sich in Tumorgewebe oft vermehrt Kontrastmittel anreichert.

Wie wird das Kontrastmittel verabreicht?

Das bei der MRT am häufigsten verwendete Kontrastmittel ist Gadolinium-DTPA. Es wird über eine Kanüle in die Armvene gespritzt und breitet sich über das Blut rasch im Körper aus. Innerhalb weniger Stunden wird das Kontrastmittel über die Nieren wieder ausgeschieden. Neben Gadolinium-DTPA gibt es noch weitere Kontrastmittel, die bei bestimmten Fragestellungen zum Einsatz kommen.

Kann das Kontrastmittel Nebenwirkungen haben?

Gadolinium gehört zu den Metallen der sogenannten Seltenen Erden und wäre für sich allein genommen giftig, da es sich in Leber, Milz und Knochen anreichern würde. Von daher wird es bei der Magnetresonanztomographie in einer festen Verbindung mit der Säure DTPA verabreicht. Gadolinium-DTPA ist in der Regel gut verträglich und nebenwirkungsarm. Vorübergehend können nach dem Spritzen ein Wärme- oder Kältegefühl, Kopfschmerzen und Unwohlsein, manchmal auch ein Kribbeln oder eine Hautreizung auftreten - Symptome, die jedoch im Allgemeinen rasch abklingen. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Ein entsprechendes Risiko aufgrund bestehender Allergieneigung sollte im Vorgespräch abgeklärt werden. Patienten, die während oder nach der Untersuchung ungewöhnliche Symptome bemerken, sollten den Arzt in jedem Fall darauf hinweisen. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion darf Gadolinium-DTPA nicht angewendet werden.

Wie groß muss ein Tumor sein, damit man ihn auf dem MRT-Bild erkennen kann?

Tumoren von 5 bis 10 Millimeter Größe sind mit gängigen Geräten gut darstellbar. In den letzten Jahren wurden die Magnetresonanztomographen zudem immer weiter verbessert, sodass mit in der Forschung eingesetzten Geräten auch schon wesentlich kleinere Strukturen erkennbar werden. Wie gut ein Tumor auf einem Bild erkennbar ist, hängt jedoch nicht zuletzt davon ab, wie gut er sich von dem umliegenden Gewebe abhebt, wie kontrastreich er sich also darstellt.

Kann man auf dem MRT-Bild sehen, ob ein Tumor bösartig ist?

Mithilfe der Magnetresonanztomographie ist nicht immer klar beurteilbar, ob es sich um eine gut- oder bösartige Gewebeveränderung handelt. Zwar gibt es einige typische Anzeichen, die auf bösartige Tumoren hindeuten:  Überschreitet ein Tumor die Organgrenze, ist er in umliegendes Gewebe eingedrungen? Finden sich Gewebeveränderungen, die auf Metastasen hindeuten? Um genauere Aussagen über die Beschaffenheit und Bösartigkeit solcher Veränderungen machen zu können, folgen unter Umständen auf eine Magnetresonanztomographie noch weitere Untersuchungen. Dazu gehört zum Beispiel eine Biopsie, also eine Gewebeentnahme, um Proben aus den  verdächtigen Gebieten unter dem Mikroskop oder mit molekularbiologischen Methoden untersuchen zu können.

Weiterführende Informationen

Eine Kurzinformation zur Magnetresonanztomographie bietet die Deutsche Röntgengesellschaft unter www.drg.de/patienteninformationen/glossar/182-magnetresonanztomografie-mrt; über weiterführende Links erläutert die Fachgesellschaft Hintergründe und Historie der Entwicklung dieser Technik.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum bietet Informationen zur Magnetresonanztomographie unter www.dkfz.de/de/radiologie/patienten/pat_mrt.html.

Den Stellenwert des Untersuchungsverfahrens bei einzelnen Tumorerkrankungen erläutert der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Krebsarten".



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 19.02.2010