
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deWenn die Symptome oder die Krankheitssituation eine Magnetresonanztomographie erforderlich machen, bekommt der Patient eine Überweisung an einen Röntgen-Facharzt, den Radiologen. Unterstützt von speziell ausgebildeten medizinisch-technischen Assistenten führt dieser die Magnetresonanztomographie durch und teilt die Untersuchungsergebnisse dem überweisenden Arzt mit, der diese dann mit dem Patienten bespricht und die weiteren Schritte vorschlägt.
Ein Magnetresonanztomograph ist ein sehr großes und schweres Gerät und benötigt einen eigenen, besonders abgeschirmten Raum. Nicht jeder Arzt und selbst nicht jeder Radiologe kann daher eine MRT-Untersuchung durchführen. Einige Jahrzehnte nach Einführung der Technik gibt es aber in jeder größeren Stadt mindestens eine, wenn nicht sogar mehrere Untersuchungsmöglichkeiten. Auch die meisten Krankenhäuser verfügen mittlerweile über einen Magnetresonanztomographen, sodass stationäre Patienten meist nur eine andere Abteilung besuchen müssen und zu einer Untersuchung nicht verlegt werden müssen.
Die Bundesärztekammer (www.baek.de) und der Gemeinsame Bundesausschuss (www.g-ba.de) geben Ärzten in Deutschland Qualitätsstandards für den Betrieb eines Magnetresonanztomographen und die Durchführung der Untersuchungen vor. Diese finden sich unter anderm im Internet unter: www.bundesaerztekammer.de/downloads/MagnetResonanz.pdf.
Wenn der Arzt eine Magnetresonanztomographie als sinnvoll für die weitere Diagnostik erachtet, führt er ein Aufklärungsgespräch mit dem Patienten. In diesem Gespräch kann der Patient Fragen zum Untersuchungsablauf stellen. Er bekommt dazu oft auch einen Aufklärungsbogen an die Hand, in dem die wichtigsten Informationen zur Magnetresonanztomographie noch einmal zusammengefasst sind.
Das Gerät besteht aus einem zylinderförmigen Magneten, in dessen Mitte sich eine Art "Röhre" oder Tunnel befindet, in der der Patient während der Untersuchung liegt. In einigen Kliniken gibt es auch offene Geräte, von denen der Patient nicht ganz umschlossen wird. Der Magnetresonanztomograph benötigt einen eigenen Raum, da er feine Signale aus dem Körper empfängt und die Funkwellen elektrischer Geräte in der Umgebung die Messung empfindlich stören könnten. Der Raum besitzt aber ein Fenster zum Überwachungsraum, durch das die Röntgen-Assistenten oder Ärzte den Patienten im Blick behalten können. Aus Sicherheitsgründen muss der Patient alle Metallgegenstände vor der Untersuchung ablegen, da diese von dem Magneten angezogen werden und den Patienten verletzen könnten.
Zur Untersuchung wird der Patient auf einer Liege in den Tunnel des Tomographen gefahren. Bei der Magnetresonanztomographie entstehen Klopfgeräusche durch das Zu- und Wiederabschalten der sogenannten "Gradientenspulen" im Innern des Geräts, die für die Bildgebung notwendige Informationen liefern. Da diese Geräusche sehr laut sind, bekommt der Patient einen Gehörschutz oder schalldichte Kopfhörer mit Musik. Über eine Gegensprechanlage steht der Patient außerdem die ganze Zeit in Kontakt mit den Untersuchern. Eine Magnetresonanztomographie dauert - je nach Fragestellung und Zahl der Aufnahmen - zwischen einigen Minuten und einer Stunde, eventuell auch länger. Während der Dauer der Untersuchung muss der Patient unbedingt stillliegen, da die entstehenden Bilder sonst unscharf sein können. Bei der Lagerung sollte außerdem darauf geachtet werden, dass sich nackte Hautstellen, zum Beispiel an den Unterschenkeln oder Händen, nicht berühren, da es sonst in sehr seltenen Fällen zu schmerzhafter Erwärmung oder Verbrennungen der betroffenen Stellen kommen kann.
Kinder müssen während der Magnetresonanztomographie nicht alleingelassen werden. Vater oder Mutter dürfen in der Regel mit im Untersuchungsraum bleiben. Sollte die Begleitperson selbst allerdings einen Herzschrittmacher oder Implantate haben, muss der Arzt unbedingt darauf hingewiesen werden. Auch die Eltern müssen vor Betreten des Raumes alle Metallgegenstände ablegen. Sehr kleine oder unruhige Kinder, die das Stillliegen nicht schaffen, können vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel erhalten.
Bei der Magnetresonanztomographie kommen keine ionisierenden Strahlen zum Einsatz, anders als bei der herkömmlichen Röntgenuntersuchung oder der Computertomographie. Der Patient ist daher keiner Belastung durch Radioaktivität oder Strahlung ausgesetzt.
"Elektrosmog" ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für das Entstehen sogenannter elektromagnetischer Felder durch Stromleitungen, elektronische Geräte und Ähnliches. Obwohl die Magnetresonanztomographie seit mehr als zwei Jahrzehnten eingesetzt und erforscht wird, konnten in bisherigen Studien keine gesundheitlichen Schädigungen durch ihren Einsatz nachgewiesen werden.
Welche Wirkungen die elektromagnetischen Felder, die bei der MRT entstehen, auf den menschlichen Körper haben, ist aber auch weiterhin Gegenstand aktueller Forschung. Untersucht wird nicht nur die Wirkung auf die Patienten, die dem starken Magnetfeld für kurze Zeit ausgesetzt sind, sondern auch die auf das Personal, das im Laufe des Berufslebens immer wieder Kontakt mit den elektromagnetischen Feldern hat.
Manche Gewebe, wie zum Beispiel Muskeln und Blutgefäße, werden in der MRT in ähnlichen Grautönen dargestellt. Um sie besser voneinander abgrenzen zu können, kann die Gabe eines Kontrastmittels hilfreich sein, das sich im Bild (bei sogenannter T1-Gewichtung) heller erscheint. Auch zur Darstellung von Tumoren oder Metastasen kommt ein Kontrastmittel zum Einsatz, da sich in Tumorgewebe oft vermehrt Kontrastmittel anreichert.
Das bei der MRT am häufigsten verwendete Kontrastmittel ist Gadolinium-DTPA. Es wird über eine Kanüle in die Armvene gespritzt und breitet sich über das Blut rasch im Körper aus. Innerhalb weniger Stunden wird das Kontrastmittel über die Nieren wieder ausgeschieden. Neben Gadolinium-DTPA gibt es noch weitere Kontrastmittel, die bei bestimmten Fragestellungen zum Einsatz kommen.
Gadolinium gehört zu den Metallen der sogenannten Seltenen Erden und wäre für sich allein genommen giftig, da es sich in Leber, Milz und Knochen anreichern würde. Von daher wird es bei der Magnetresonanztomographie in einer festen Verbindung mit der Säure DTPA verabreicht. Gadolinium-DTPA ist in der Regel gut verträglich und nebenwirkungsarm. Vorübergehend können nach dem Spritzen ein Wärme- oder Kältegefühl, Kopfschmerzen und Unwohlsein, manchmal auch ein Kribbeln oder eine Hautreizung auftreten - Symptome, die jedoch im Allgemeinen rasch abklingen. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Ein entsprechendes Risiko aufgrund bestehender Allergieneigung sollte im Vorgespräch abgeklärt werden. Patienten, die während oder nach der Untersuchung ungewöhnliche Symptome bemerken, sollten den Arzt in jedem Fall darauf hinweisen. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion darf Gadolinium-DTPA nicht angewendet werden.
Tumoren von 5 bis 10 Millimeter Größe sind mit gängigen Geräten gut darstellbar. In den letzten Jahren wurden die Magnetresonanztomographen zudem immer weiter verbessert, sodass mit in der Forschung eingesetzten Geräten auch schon wesentlich kleinere Strukturen erkennbar werden. Wie gut ein Tumor auf einem Bild erkennbar ist, hängt jedoch nicht zuletzt davon ab, wie gut er sich von dem umliegenden Gewebe abhebt, wie kontrastreich er sich also darstellt.
Mithilfe der Magnetresonanztomographie ist nicht immer klar beurteilbar, ob es sich um eine gut- oder bösartige Gewebeveränderung handelt. Zwar gibt es einige typische Anzeichen, die auf bösartige Tumoren hindeuten: Überschreitet ein Tumor die Organgrenze, ist er in umliegendes Gewebe eingedrungen? Finden sich Gewebeveränderungen, die auf Metastasen hindeuten? Um genauere Aussagen über die Beschaffenheit und Bösartigkeit solcher Veränderungen machen zu können, folgen unter Umständen auf eine Magnetresonanztomographie noch weitere Untersuchungen. Dazu gehört zum Beispiel eine Biopsie, also eine Gewebeentnahme, um Proben aus den verdächtigen Gebieten unter dem Mikroskop oder mit molekularbiologischen Methoden untersuchen zu können.
Eine Kurzinformation zur Magnetresonanztomographie bietet die Deutsche Röntgengesellschaft unter www.drg.de/patienteninformationen/glossar/182-magnetresonanztomografie-mrt; über weiterführende Links erläutert die Fachgesellschaft Hintergründe und Historie der Entwicklung dieser Technik.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum bietet Informationen zur Magnetresonanztomographie unter www.dkfz.de/de/radiologie/patienten/pat_mrt.html.
Den Stellenwert des Untersuchungsverfahrens bei einzelnen Tumorerkrankungen erläutert der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Krebsarten".