
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deWenn der behandelnde Arzt eine Computertomographie für notwendig hält, bekommt der Patient eine Überweisung an einen Röntgen-Facharzt, den sogenannten Radiologen. Unterstützt von speziell ausgebildeten medizinisch-technischen Assistenten führt dieser die Computertomographie durch und teilt die Untersuchungsergebnisse dem behandelnden Arzt mit, der diese dann mit dem Patienten bespricht und die weiteren Schritte der Behandlung vorschlägt.
Röntgen-Fachärzte gibt es in fast allen Krankenhäusern, sodass der Patient hier meist nur eine andere Abteilung besuchen muss. Es gibt aber auch niedergelassene Radiologen in eigenen Praxen, sodass für eine Computertomographie in der Regel keine Einweisung in ein Krankenhaus notwendig ist.
Wenn der Arzt eine Computertomographie als sinnvoll für die weitere Diagnostik erachtet, führt er ein Aufklärungsgespräch mit dem Patienten. Der Arzt muss das Einverständnis des Patienten mit der Untersuchung schriftlich einholen. Der Patient bekommt dazu einen Aufklärungsbogen, in dem die wichtigsten Informationen zur Computertomographie zusammengefasst sind. Wenn dem Patienten etwas unklar bleibt, kann er das nachfolgende Gespräch mit dem Arzt nutzen, weitere Fragen zu stellen. Ist der Patient mit der Durchführung der Computertomographie einverstanden, wird er gebeten, diese Einwilligung schriftlich auf dem Aufklärungsbogen zu dokumentieren.
Um Risiken der Untersuchung auszuschließen, benötigt der Arzt Angaben zu bisherigen radiologischen Untersuchungen, zu Medikamenten, die der Patient einnimmt, sowie zu möglichen Allergien oder einer bestehenden Schwangerschaft.
Da sich die unterschiedlichen Gewebearten im Körper hinsichtlich ihrer Dichte und damit ihrer Strahlendurchlässigkeit oft nur gering unterscheiden und sich die verschiedenen Organe im CT-Bild daher in einem ähnlichen Grau darstellen würden, verwendet man bei bestimmten Untersuchungen Kontrastmittel. Diese führen dazu, dass sich das untersuchte Organ stärker von der Umgebung abhebt. Es gibt sogenannte "positive Kontrastmittel", die Jod oder Barium enthalten und die Dichte des darzustellenden Organs erhöhen. Dieses erscheint dann auf dem CT-Bild hell. "Negative Kontrastmittel" hingegen (Luft, Kohlendioxid) sind für die Röntgenstrahlung durchlässiger und werfen deshalb keinen "Schatten", erscheinen also auf dem Bild dunkel.
Meistens werden wasserlösliche, jodhaltige Kontrastmittel gegeben. Vor der Untersuchung erhält der Patient sie in die Vene (seltener: in eine Arterie) gespritzt. Bei der Darstellung des Verdauungstraktes lassen sich auch Trinklösungen verwenden. Kontrastmittel, die getrunken werden, müssen Patienten meist etwa eine Stunde vor der Untersuchung zu sich nehmen, da es einige Zeit dauert, bis sie sich im Darm verteilt haben. Nach der Untersuchung sollte man viel trinken, damit das Kontrastmittel rasch über die Nieren ausgeschieden wird.
Patienten, die frühere Kontrastmittelgaben schlecht vertragen haben, die von Allergien oder Unverträglichkeiten wissen, sollten dies vor der Untersuchung dem Arzt mitteilen. Die Rate an Nebenwirkungen oder Komplikationen ist jedoch insgesamt gering. Wird das Kontrastmittel gespritzt, verspüren manche Menschen ein vorübergehendes Kribbeln oder Wärmegefühl im Körper. Einige Patienten klagen über Übelkeit, Durchfälle oder Bauchschmerzen nach der Kontrastmittelgabe. Andere Nebenwirkungen, wie allergische Reaktionen oder eine Beeinträchtigung der Nieren- oder Schilddrüsenfunktion, sind sehr selten. Patienten, die während oder nach der Untersuchung ungewöhnliche Symptome bemerken, sollten den Arzt in jedem Fall darauf hinweisen.
Der Computertomograph ist ein großes Gerät, das in einem eigenen Raum steht. In der Mitte des Gerätes befindet sich eine kreisförmige Öffnung in der sogenannten Gantry (engl.: Portal). Während der Untersuchung wird der Patient auf einer Liege durch diese Öffnung gefahren. In der Gantry befindet sich die Abtasteinheit des CTs, bestehend aus Röntgenröhre, Detektoren und Messerfassung. Während der Patient durch die Gantry gefahren wird, rotiert die Röntgenröhren-Detektoren-Einheit gleichmäßig um seinen Körper und erstellt dabei die Querschnittaufnahmen. Wegen der Röntgenstrahlen hält sich das Fachpersonal hinter einer Schutzwand auf, durch die es den Patienten aber sehen kann. Die Röntgenstrahlen würden für die Mitarbeiter ein höheres Risiko darstellen als für Patienten, weil sie im Unterschied zu diesen täglich der Strahlung ausgesetzt wären und sie im Laufe ihres Arbeitslebens eine unvertretbar hohe Gesamtdosis "ansammeln" würden.
Während der Untersuchung, die - je nach Fragestellung - zwischen fünf Minuten und einer halben Stunde dauern kann, liegt der Patient in der Öffnung und hat über eine Gegensprechanlage Kontakt mit den untersuchenden Ärzten und Assistenten. Da die Atembewegungen bei manchen Aufnahmen die Bilder verwackeln können, gibt das medizinische Personal dem Patienten Anweisungen, immer wieder für kurze Zeit die Luft anzuhalten. Von der Untersuchung selbst spürt man ansonsten nichts.
Manche Menschen haben Bedenken, das Stillliegen im Computertomographen nicht auszuhalten, oder sie leiden unter Klaustrophobie, der Angst vor engen Räumen, kurz: Raumangst oder umgangssprachlich "Platzangst". Anders als bei der Magnetresonanztomographie ist der "Tunnel" des Computertomographen jedoch so kurz, dass der größte Teil des Körpers sich während der Untersuchung außerhalb des Geräts befindet. Wer befürchtet, die Untersuchung trotzdem nicht durchzustehen, kann vor der Untersuchung ein angstlösendes oder beruhigendes Medikament bekommen, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen. Solche Medikamente wirken allerdings oft noch etwas nach, sodass ambulant untersuchte Patienten zum Beispiel nicht selbst Auto fahren oder zurück an den Arbeitsplatz können.
Eine genaue Angabe erhalten Patienten nur von den untersuchenden Radiologen: Da die Strahlendosis von verschiedenen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel von der Anzahl und der Dicke der Schichtaufnahmen oder dem Umfang des zu untersuchenden Bereichs, ist es schwer, eine allgemeine Aussage über die Strahlenbelastung für den einzelnen Patienten zu treffen. Nicht zuletzt ist die Strahlenempfindlichkeit der Gewebe sehr verschieden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS; www.bfs.de) hat in seiner Broschüre "Röntgendiagnostik - schädlich oder nützlich?" vom Januar 2005 einige Mittelwerte der "effektiven Äquivalentdosis" bei Computertomographie-Untersuchungen herausgegeben, also der Strahlenbelastung in Abhängigkeit vom untersuchten Gewebe (im PDF-Format abrufbar unter www.bfs.de/bfs/druck/strahlenthemen/STTH_Roentgen.pdf).
Laut Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz sind Menschen in Deutschland jedes Jahr einer durchschnittlichen Strahlenbelastung von 2,1 Milli-Sievert (abgekürzt mSv) durch natürliche Strahlenquellen ausgesetzt, zum Beispiel durch kosmische oder Erd-Strahlung. Bei einer CT-Untersuchung des Schädels beträgt die durchschnittliche Belastung laut BfS 3 mSv, bei einer Wirbelsäulenuntersuchung sind es 7 mSv, und eine Untersuchung des Bauchraumes ist mit 20 mSv effektiver Dosis angegeben.
Gegen diese Strahlenbelastung müssen Betroffene gemeinsam mit ihren Ärzten das Risiko abwägen, bei Krebsverdacht einen Tumor zu übersehen. In der Krebsnachsorge bekommen Patienten unter Umständen häufiger eine Computertomographie, um den Verlauf der Erkrankung zu beobachten oder einen Rückfall frühzeitig zu entdecken. Auch hier müssen Nutzen und Risiken von CT-Aufnahmen sorgfältig geprüft werden.
Exakte Angaben über die Strahlenbelastung zu geben ist aber auch für den behandelnden Arzt oder das für die Untersuchung verantwortliche Fachpersonal sehr schwierig, da diesen Einschätzungen äußerst komplizierte Berechnungen zugrunde liegen. Im Allgemeinen ist die Strahlenbelastung höher als bei einer gewöhnlichen Röntgenuntersuchung. Der diagnostische Nutzen überwiegt meistens das Strahlenrisiko. Dennoch sollten Patienten vorher mit ihren Ärzten über die Notwendigkeit der Untersuchung sprechen, auch, um unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Um Patienten bei einer Computertomographie einer möglichst geringen Strahlung auszusetzen, hat die Bundesärztekammer "Leitlinien zur Qualitätssicherung in der Computertomographie" herausgegeben. Im Internet ist auf www.bundesaerztekammer.de unter der Überschrift "Richtlinien, Leitlinien, Empfehlungen" die jüngste Fassung aus dem Jahr 2007 einzusehen, der Text richtet sich allerdings vorwiegend an Fachleute: www.bundesaerztekammer.de/downloads/LeitCT2007Korr-1.pdf.
Durch die technische Weiterentwicklung der Computertomographen hat in den letzten Jahren zum einen die Strahlenbelastung der Patienten abgenommen (auch dank kürzerer Untersuchungszeiten), zum anderen konnte der Nutzen der Untersuchung durch eine bessere diagnostische Qualität erhöht werden.
Bei den CT-Aufnahmen handelt es sich um Querschnittbilder. Da Patienten bei der Untersuchung in der Regel auf dem Rücken liegen, kann man sich vorstellen, von den Füßen her auf den Patienten zu schauen. Was auf der linken Bildseite dargestellt ist, entspricht der rechten Patientenseite und umgekehrt. Oben im Bild ist die Bauchseite des Patienten zu sehen, unten die Rückenseite.
Mithilfe des Computers ist es bei modernen Geräten auch möglich, Längs- und Schrägansichten zu berechnen oder sogar dreidimensionale Bilder darzustellen, die auf dem Monitor gedreht werden können und eine räumliche Vorstellung von der Lage einzelner Organe oder Gewebeveränderungen ermöglichen.
Je dichter ein Gewebe ist, desto schlechter lässt es die Röntgenstrahlen durch, es wirft sozusagen einen Schatten. Die Abschwächung der Röntgenstrahlung in der untersuchten Körperschicht wird vom Computer berechnet und im Bild in Grautönen dargestellt. Gewebe, das die Röntgenstrahlung stark absorbiert (abschwächt), wird hell dargestellt, Gewebe, das die Strahlen durchlässt, dunkel. Moderne Anlagen können einzelnen Geweben auch Farben zuordnen, so dass eine "bunte" Aufnahme entsteht.
Tumoren haben oft eine andere Dichte als das umliegende Gewebe, zum Beispiel, weil sie wegen Blutgefäßneubildungen im Krebsgewebe vermehrt Kontrastmittel aufnehmen oder weil sie Kalkeinlagerungen enthalten. So erscheinen sie in anderen Grautönen als das gesunde Gewebe und können von einem erfahrenen Radiologen ausfindig gemacht werden.
Tumoren von 5-10 mm Größe sind mit der CT gut darstellbar. Mithilfe moderner Computertomographen sind Tumoren oft schon ab einer Größe von wenigen Millimetern zu erkennen. Wie gut ein Tumor auf einem Bild erkennbar ist, hängt jedoch nicht zuletzt davon ab, wie gut er sich von dem umliegenden Gewebe abhebt, wie kontrastreich er sich also darstellt.
Mithilfe der Computertomographie ist nicht immer klar beurteilbar, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Krebs handelt. Es können nur indirekte Hinweise auf eine Bösartigkeit nachgewiesen werden: Überschreitet der Tumor die Organgrenze? Wurden bereits Metastasen gebildet? Um genauere Aussagen über die Beschaffenheit und Bösartigkeit eines Tumors machen zu können, ist meist eine Biopsie, also eine Gewebeentnahme, notwendig, denn nur so können einzelne Tumorzellen untersucht werden.
Eine Kurzinformation zur Computertomographie bietet die Deutsche Röntgengesellschaft unter www.drg.de/patienteninformationen/glossar/171-computertomographie-ct; über weiterführende Links erläutert die Fachgesellschaft Hintergründe und Historie der Entwicklung dieser Technik.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum, in dem die Computertomographie und ihre Kombinationen mit anderen Diagnose- und Therapieverfahren weiterentwickelt wird, bietet Informationen unter www.dkfz.de/de/radiologie/patienten/pat_ct.html.
Über die durchschnittliche Strahlenbelastung einer Untersuchung, die derzeit geltende Röntgenverordnung und weitere Aspekte des Strahlenschutzes in der Medizin informiert das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) unter www.bfs.de/de/ion/medizin.
Den Stellenwert des Untersuchungsverfahrens bei einzelnen Tumorerkrankungen erläutert der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Krebsarten".