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Das Gewebe der weiblichen Brust verändert sich sowohl mit dem Alter wie auch mit dem Monatszyklus: Schwangerschaft und Stillzeit wie auch Pubertät und Wechseljahre bringen ausgeprägte Umbauvorgänge mit sich. Auslöser ist das Auf und Ab der weiblichen Geschlechtshormone, vor allem das Wechselspiel von Östrogen und Progesteron.
Ist eine Brustschwellung zum Zyklusende hin sehr ausprägt und schmerzhaft, sprechen Frauenärzte von einer so genannten Mastodynie, eventuell liegt auch eine Mastopathie vor. Sie gilt jedoch weder als Krankheit im eigentlichen Sinn, noch ist sie ein Risikofaktor für Brustkrebs.
Die meisten Frauen entwickeln je nach Lebensphase ein gutes Gefühl dafür, wie sehr sich ihre Brust verändern kann; sie merken, von welchem Punkt an etwas doch ungewöhnlich ist. Einen Arzt um Rat fragen sollte jede Frau, bei der
Eine Brustentzündung kann vor allem während des Stillens auftreten; auch zum Ende einer Schwangerschaft hin und beim Abstillen entwickelt sich gelegentlich im Drüsengewebe der Brust eine so genannte Mastitis. Beteiligt sind Krankheitserreger, die über kleinste Verletzungen in das Gewebe oder die Milchgänge eingedrungen sind. Obwohl die bakterielle Mastitis sehr schmerzhaft ist, klingt sie bei entsprechender Behandlung meist rasch ab und stellt keinen Risikofaktor für eine spätere bösartige Erkrankung dar. Ohne Zusammenhang mit einer Schwangerschaft gilt eine Entzündung als eher selten. Lassen sich keine Bakterien feststellen, ist die Ursache oft nur schwer zu finden. Vermutet werden Zellwachstumsvorgänge in den Milchgängen. Hormonelle Veränderungen sind als Auslöser eher untergeordnet. Raucherinnen scheinen etwas häufiger betroffenen zu sein, wenn eine solche Entzündung chronisch wird. Bei der Behandlung müssen sich betroffene Frauen daher unter Umständen mit Geduld wappnen.
Ein Alarmzeichen sind entzündete Hautstellen an der Brust und der Brustwarze, die gar nicht auf Behandlung ansprechen und nicht mit Schwangerschaft, Geburt und Stillen oder schnell nachweisbaren hormonellen Problemen in Zusammenhang stehen: Eine Sonderform von Brustkrebs, das so genannte inflammatorische Mammakarzinom, sieht zunächst wie eine Infektion aus. Auch wenn eine "Entzündung" in der Regel vergleichsweise harmlos ist, sollte sie daher immer vom Arzt untersucht werden.
Nicht jede Mastopathie zeigt immer die gleichen Symptome. Um das Risiko
exakt beurteilen zu können, ist bei ausgeprägteren Befunden unter
Umständen eine feingeweblichen Untersuchung von per Biopsie entnommenem Gewebe nötig. Sie erlaubt eine Einstufung:
Die nicht proliferative Mastopathie Grad I stellt keine so genannte Präkanzerose dar. Die Veränderung des Brustdrüsengewebes wird also nicht als eine "Krebsvorstufe" gewertet. Rein statistisch zeigen betroffene Frauen ein geringfügig erhöhtes Krebsrisiko. Dies scheint nach einer 2005 veröffentlichten U.S.-amerikanischen Studie aber eher mit allgemeinen Risikofaktoren zu tun zu haben, die sowohl die Wahrscheinlichkeit einer Mastopathie wie auch die von Brustkrebs erhöhen. Die proliferierende Mastopathie (Grad II) und noch stärker die atypische duktale Hyperplasie sind jedoch mit einem höheren Risiko verknüpft. Allerdings handelt es sich selbst bei dieser Form der Mastopathie noch nicht um eine echte Krebsvorstufe: Dass sich die Zellen weiter verändern, ist keineswegs zwangsläufig. Auch wenn eine regelmäßige Überwachung im Rahmen der Früherkennung und/oder durch Mammographie angezeigt sein kann, um Brustveränderungen mit höherem Risiko rechtzeitig zu identifizieren: Die meisten Frauen entwickeln trotz Mastopathie nie Brustkrebs. Der wichtigste Ansprechpartner für eine individuelle Auskunft ist der behandelnde Arzt. Bei der Einschätzung der möglichen Gefährdung betroffener Frauen zieht er nicht nur das genaue feingewebliche Untersuchungsergebnis heran, sondern auch die familiären und sonstigen Risikofaktoren.
Frauen, bei denen die seltene so genannten atypische duktale Hyperplasie festgestellt wurde, die Mastopathie Grad III also die Milchgänge betrifft, empfehlen Experten die jährliche Mammographie zur Früherkennung und die Betreuung unter Studienbedingungen. Die entsprechende S3-Leitlinie zum Thema Brustkrebsdiagnose, Behandlung und Nachsorge von 2004 ist online zum Beispiel bei der Deutschen Gesellschaft für Senologie unter www.senologie.org abzurufen, richtet sich allerdings an Fachleute. Für Frauen mit "normaler" Mastopathie reicht nach bisherigem Kenntnisstand das übliche Programm der gesetzlichen Früherkennung aus.
Die Therapie richtet sich in erster Linie nach den Symptomen. Bei den meisten Frauen, bei denen eine Behandlung überhaupt notwendig ist, wird versucht, die Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Als Zyste werden flüssigkeitsgefüllte Hohlräume bezeichnet, die deutlich vom umliegenden Gewebe abgegrenzt und von einer Zellwand umgeben sind. Ist das gesamte Gewebe durch Flüssigkeit aufgeschwemmt, sprechen Fachleute dagegen von einem Ödem; hängt die Schwellung mit verlegten oder fehlenden Lymphknoten zusammen, auch von einem Lymphödem, aber nicht von einer Zyste. Gibt es deutliche Anzeichen für eine Entzündung, handelt es sich um eine Infektion mit Bakterien, die Gewebe zersetzt haben; dann spricht der Frauenarzt allerdings von einem Abszess. Zysten gehören zu den häufigsten gutartigen Befunden, fast jede vierte Frau ist in irgendeiner Form betroffen. Trotzdem bleiben Zysten meist unbemerkt. Wenn Zysten Schmerzen verursachen oder als Tastbefund auffallen, müssen sie allerdings weiter untersucht werden, um sie von anderen Veränderungen abzugrenzen. Mit Brustkrebs haben einfache Zysten in der Regel nichts zu tun. Zysten lassen sich im Ultraschall gut erkennen, so dass oft schon auch ohne eine Mammografie eine vergleichsweise sichere Diagnose gestellt werden kann. Eine Magnetresonanztomographie ist nur ausnahmsweise bei speziellen Fragestellungen notwendig; sie ist als Routineuntersuchung für die meisten Frauen nicht notwendig.
Ob es notwendig ist, eine Zyste zur genaueren Abklärung zu punktieren und Flüssigkeit zu entnehmen, hängt vom Anfangsverdacht ab und wird individuell entschieden.
Fibrome und Fibroadenome entstehen aus dem Bindegewebe der Brust. Sie fallen als meist derbe, leicht zu verschiebende Knoten unter der Haut auf. Die Haut selbst ist so gut wie nie mitbetroffen und nicht mit der Geschwulst verwachsen. Die Tumoren lassen sich häufig schon sowohl im Ultraschall wie auch in der Mammographie als gutartig erkennen. Ist sich der Arzt aber nicht sicher oder zeigt eine Mammographie deutliche Kalkablagerungen, hilft allerdings nur die Gewebeentnahme mittels einer Biopsie bei der genauen Diagnose. Fibrome wachsen abhängig von Hormonen, daher sind sie eher bei jüngeren Frauen anzutreffen. Man weiß aber, dass auch Frauen betroffen sein können, die in und nach den Wechseljahren Hormonpräparate gegen Beschwerden einnehmen. Das Risiko einer bösartigen Veränderung ist sehr gering. Ist die Diagnose gesichert, reicht die regelmäßige Untersuchung. Fibroadenome können bei sehr jungen Frauen allerdings schnell wachsen und mehrere Zentimeter Durchmesser erreichen. Dann entscheiden sich viele Frauen, sie allein schon aus kosmetischen Gründen in einem kleinen Eingriff entfernen zu lassen. Lipome gehen vom Fettgewebe der Brust aus; sie können aber auch andere Gewebeanteile enthalten ("Adenolipom", "Fibrolipom"). Sie fallen eher Frauen auf, deren Brust klein ist und insgesamt wenig Fettgewebe enthält. Sonst sind sie schwer zu tasten und werden meist nur zufällig bei einer Mammographie oder im Ultraschall entdeckt. Auch hier bringt oft erst eine Gewebeuntersuchung aus biopsiertem Material Aufschluss über die Art der Geschwulst. Bisher ist kein Brustkrebsrisiko durch Lipome bekannt. Andere gutartige Bindegewebsgeschwülste sind selten. Ob von ihnen ein Risiko ausgeht, hängt von der genauen Gewebsbeschaffenheit ab, die erst nach einer Untersuchung unter dem Mikroskop beurteilt werden kann.
Nur in der Mammographie wird dieser Befund sichtbar, tasten kann man ihn normalerweise nicht: Kleine Kalkherde zeigen sich im Röntgenbild als weiße Flecke. Dieser Mikrokalk gilt als Zeichen für Umbauvorgänge im Gewebe: Abgestorbene Zellen wirken im Stoffwechsel als "Kalkfänger". Mikrokalk kann ein erster Hinweis auf Brustkrebs sein, vor allem dann, wenn er sich nicht einer eindeutigen Struktur in der Brust zuordnen lässt, also beispielsweise einem Milchgang oder einer Zyste. Ob Tumorzellen dahinter stecken oder sich doch eher eine winzige Verletzung oder Entzündung als Ursache entpuppt, kann selbst ein Fachmann einem Mammographiebild nicht immer eindeutig ansehen: Dann hilft nur die Entnahme einer Gewebeprobe per Biopsie weiter, um sicherzustellen, dass der Befund gutartig ist.