
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deHaben Aids und Krebs etwas miteinander zu tun? Die Schwere der beiden Erkrankungen lässt diese Vermutung immer wieder aufkommen. Auch gibt es Anbieter von alternativen Heilverfahren, die für Krebs, AIDS und andere schwere Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes gemeinsame Ursachen verantwortlich machen. Ein wissenschaftlicher Beweis dafür steht aus. Wegen ihres geschwächten Immunsystems haben Aids-Patienten jedoch tatsächlich ein höheres Krebsrisiko.
Aids ist eine Erkrankung des Immunsystems. Dieses wird durch eine Infektion mit HI-Viren (Humanes Immundefizienz-Virus) sehr geschwächt; daher auch der Begriff Immunschwäche oder Immunsuppression. Dadurch stehen viele körpereigene Abwehrmechanismen nicht mehr zur Verfügung, die normalerweise vor einer Krebserkrankung schützen. Zwar sind viele dieser Vorgänge noch nicht vollständig geklärt worden. Relativ sicher scheint jedoch, dass hauptsächlich Krebsarten wahrscheinlicher werden, die mit bestimmten Viren in Zusammenhang stehen. Tumorarten, für die Viren bei der Auslösung nach bisherigem Wissen keine Rolle spielen, sind bei betroffenen Patienten nicht häufiger zu beobachten.
Aids-Patienten leiden häufig unter dem Kaposi-Sarkom, bei dem bösartig veränderte Zellen unter der Haut und Schleimhaut und in anderen Organen auftreten. Auch die verschiedenen Lymphome sind bei ihnen durch die Immunschwäche häufiger. Für einige andere Krebsarten wäre zwar ein erhöhtes Risiko bei Aids-Patienten zu erwarten gewesen, dies hat sich in der Praxis jedoch bislang nicht bestätigt.
Die Behandlung einer Krebserkrankung paßt sich bei Aids-Patienten an den individuellen Gesundheitszustand durch ein bei Bedarf sanfteres Vorgehen an. Die Methoden an sich, beispielsweise eine Operation oder Chemotherapie, bleiben meist gleich.
Aids ist eine Infektionserkrankung. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist für Krebspatienten genauso hoch oder niedrig wie für andere Menschen auch. Eine gemeinsame Ursache für die beiden Erkrankungen, wie manchmal behauptet wird, gibt es nicht. Die Wahrscheinlichkeit, durch oder während einer Krebstherapie mit dem HI-Virus angesteckt zu werden, ist heute durch die engmaschige Kontrolle aller Blutprodukte und durch die allgemeinen Hygienevorschriften im Gesundheitswesen extrem gering.