
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de
Nuklearmedizinische Methoden spielen für viele Krebspatienten bei der Diagnostik eine große Rolle. Dazu gehören die Szintigraphie oder auch die Positronen-Emissions-Tomographie PET. Die therapeutischen Anwendungen treten im Vergleich zur Bestrahlung zahlenmäßig zurück, sind bei einigen Erkrankungen aber die wichtigste Behandlungsform.
In der Therapie arbeiten Nuklearmediziner meist mit Beta-Strahlern, die nur eine geringe Reichweite und Gewebedurchdringung aufweisen, unter Umständen auch mit Nukliden, die sowohl Beta- wie Gammastrahlen abgeben.
Insgesamt gilt die Anwendung von Radionukliden als wenig riskant. Nebenwirkungen sind selten. Viele nuklearmedizinische Verfahren eignen sich daher nicht nur für die Krebsbehandlung, sondern auch zur Therapie gutartiger Erkrankungen.
Am bekanntesten ist die Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen mit radioaktivem Jod: Dieser Stoff wird im Körper in nennenswertem Umfang nur vom Schilddrüsengewebe aufgenommen. So wird er bei Jod speichernden Tumoren und ihren Metastasen zur hochspezifischen Behandlungsmöglichkeit.
Krebspatienten mit Knochenmetastasen können von einer Behandlung mit den Radionukliden Strontium, Samarium oder Rhenium profitieren: Diese Stoffe sind dem Knochenbestandteil Phosphor sehr ähnlich. Knochenmetastasen haben, anders als gesunde Skelettteile, oft einen stark beschleunigten Stoffwechsel und reichern diese Substanzen daher viel stärker an als gesundes Gewebe. Diese Behandlung mit Radionukliden bietet auch eine wirksame Schmerzlinderung.
Noch relativ neu ist die Kopplung von Radionukliden an Antikörper bei der so genannten Radioimmuntherapie. Als Antikörper nutzt man beispielsweise Immunmarker, die spezifisch an Tumorzellen des Knochenmarks binden, etwa in der Behandlung von Lymphomerkrankungen.
Es gibt weitere nuklearmedizinische Behandlungsformen, deren Stellenwert in der Krebsmedizin geringer ist oder die in klinischen Studien erst noch erprobt werden müssen.
Die Radionuklide, besser: die aus Radionukliden hergestellten Arzneimittel oder "Radiopharmaka", können auf verschiedene Weise in den Körper gelangen. Einige werden in eine Vene injiziert, wo sie dann über das Blut zum Beispiel in Knochenmetastasen gelangen. Bei der Radioiodtherapie kann der Patient das Radiopharmakon als Kapsel schlucken.
Anders als bei der perkutanen Strahlentherapie gelangen bei nuklearmedizinischen Behandlungen tatsächlich radioaktive Substanzen in den Körper. Die in der Medizin verwendeten Isotope zerfallen zwar sehr schnell, meist innerhalb weniger Stunden oder Tage. Der Patient scheidet jedoch in dieser Zeit auch strahlende Stoffwechselprodukte aus.
Einige der nuklearmedizinischen Therapieverfahren werden daher nur im Rahmen eines Klinikaufenthalts durchgeführt. Ist die Therapie ambulant möglich, überwachen Nuklearmediziner die abgegebene Strahlung und entlassen den Patienten erst, wenn kein Risiko für seine Umgebung besteht. Sie informieren auch darüber, welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind, bis die Strahlung vollständig abgeklungen ist.
Einen allgemeinen Überblick bietet auch die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin, unter www.nuklearmedizin.de/patienten/patientininformation/untersuchung_behandlung.php?navId=21.