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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes (KID), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg.

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Schmerzen bei Krebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Grundlagen: Schmerzen bei Krebs - so entstehen sie

Schmerzen nimmt der Mensch über seine Sinne wahr. Es ist ursprünglich ein Warnsignal für den Körper. Bei Krebspatienten können Schmerzen jedoch oft chronisch und werden dann als eigenständige Krankheit betrachet. Aber welchen biologischen Sinn haben Schmerzen? Wie entstehen Schmerzreize, wie werden sie verarbeitet und im Körper weitergeleitet? Was kann bei Krebspatienten Schmerzen verursachen? Auf welchen biologischen Grundlagen baut die moderne Schmerztherapie auf?

Der folgende Text ist Teil umfassender Informationen des Krebsinformationsdienstes zum Thema "Schmerztherapie bei Krebspatienten". Er richtet sich an Patienten, Angehörige, Freunde und Interessierte.

Letzte Aktualisierung: 07.03.2006

Biologie: Was passiert im Körper, wenn ein Schmerzreiz ausgelöst wird?

Alle Menschen haben in ihrem Körper spezielle Schmerzfühler, so genannte Schmerzrezeptoren, die durch entsprechende chemische, thermische (durch Hitzeeinwirkung) oder mechanische Reize stimuliert werden. Durch diese Schmerzreize wird dem Körper vermittelt, dass äußere Verletzungen, wie beispielsweise ein Nadelstich, oder innere Erkrankungen eine Gefahr für den Organismus darstellen und etwas dagegen unternommen werden sollte. Schmerz ist also grundsätzlich sehr sinnvoll. Schmerzfühler befinden sich überall im Körper: in der Haut, in der Muskulatur, in den inneren Organen, im Darm, der Harnblase und in der Knochenhaut. Schmerzreize werden vom Ort der Schmerzentstehung zum Rückenmark und von dort aus zum Gehirn weitergeleitet. Im Gehirn gelangt die Meldung "Schmerz" zuerst in eine Art Schaltzentrale, das Zwischenhirn (Thalamus). Von dort erhält das limbische System, das Zentrum der Gefühle, Impulse. Der Schmerz wird erstmals wahrgenommen. Danach werden höhere Instanzen (Hirnrinde) informiert. Hier wird bewusst, wo es weh tut.

Da es keine speziellen Regionen im Gehirn gibt, in denen allein nur Schmerzsignale verarbeitet werden, können gleiche Schmerzreize von Mensch zu Mensch in unterschiedlicher Stärke empfunden werden. Dies bedeutet, dass die Schmerzintensität nicht nur von der Stärke des Schmerzimpulses abhängt, sondern auch davon, wie Schmerz im Rückenmark oder Gehirn verarbeitet wird. Die Schmerzweiterleitung und -verarbeitung wird hierbei durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst, beispielsweise durch Veränderungen an den Nerven und Schaltstellen der weiterleitenden Nerven und des Gehirns selbst, wenn sie dauerhaft gereizt werden. Ein Grund für verstärkte Wahrnehmung von Schmerzen kann darin bestehen, dass Ängste den Patienten stark belasten. Andererseits kann durch unterschiedliche Therapien oder "Ablenkungsmanöver" der Schmerz gedämpft werden. Hierbei werden die körpereigenen Schmerzdämpfungssysteme genutzt. Dies sind Nervenbahnen, die wiederum vom Gehirn in die Peripherie ziehen, so genannte schmerzhemmende Bahnen, und Schmerzreize abschwächen. Zusätzlich ist das Gehirn selbst in der Lage, schmerzhemmende, körpereigene Opiate, beispielsweise Endorphine und Enkephaline, freizusetzen, wenn ihm Schmerzen gemeldet werden.

Schmerzwahrnehmung: Welchen Sinn haben Schmerzen?

Dauerschmerzen

Schmerzen bei Krebs haben ihren biologischen Sinn verloren: Sie sind als Warnsignal überflüssig und schwächen den Körper durch ständigen "falschen" Alarm.

Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Besonders für chronische Schmerzpatienten ist es wichtig, den Unterschied zwischen akuten und chronischen Schmerzen zu kennen, um sinnvoll reagieren zu können. Die Vorgänge und Reaktionen des Körpers sind in beiden Situationen sehr unterschiedlich.

Schmerzen werden nach ihrer Dauer in akute und in chronische Schmerzen unterteilt.
Akute Schmerzen treten nur vorübergehend auf. Dies sind zum Beispiel Schmerzen, die direkt nach einer Operation auftreten und wieder vergehen, wenn die Ursache beseitigt ist. Meist ist dies der Fall, wenn die Operationswunde verheilt ist. Die Reaktion des Körpers auf einen akuten Schmerzreiz ist folgende: Der Schmerz als Signal für eine Schädigung des Körpers versetzt den Organismus in Alarmbereitschaft um ihn vor weiteren Schäden schützen zu können. Diese Alarmbereitschaft zeigt sich in einem erhöhten Puls, einer schnelleren Atmung und in einer Neigung zu verstärktem Schwitzen.

Liegen chronische Schmerzen vor, zeigt der Körper weniger Zeichen einer erhöhten Alarmbereitschaft. Der Patient fühlt sich eher erschöpft und neigt zu Schlafstörungen, Angstgefühlen und Niedergeschlagenheit.

In der Annahme, dass akute, neu aufgetretene Schmerzen nur vorübergehend sind, möchten viele Menschen ihre Schmerzen lieber aushalten als schmerzstillende Medikamente einzunehmen. Sie haben beispielsweise Bedenken, dass sie durch die Einnahme von Schmerzmitteln wichtige Rückmeldungen ihres Körpers nicht mehr oder nur vermindert wahrnehmen können. Ihnen ist nicht bekannt, dass der Heilungsprozess erfolgreicher ist, wenn der Körper Ruhe finde kann und nicht zusätzlich durch Stress belastet ist. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass  ständige Schmerzen das Immunsystem schwächen und der Körper dann nur unzureichend in der Lage ist, einer Erkrankung entgegenzuwirken.

Schmerzgedächtnis: Wenn Reize sich selbstständig machen

Im menschlichen Gehirn gibt es kein bestimmtes Gebiet, das als "Schmerzgedächtnis" bezeichnet wird. Man weiß jedoch, dass Schmerzen, die über längere Zeit bestehen, zu Veränderungen an den Nervenfasern führen. Diese liegen in Gehirn und Rückenmark und dienen der Schmerzweiterleitung. Durch den Dauerreiz der Schmerzfühler werden die Fasern geradezu "trainiert" und melden immer häufiger die Information "Schmerz" an das Gehirn. Dies geschieht auch dann, wenn gar kein schmerzhafter Reiz besteht. Deshalb wird bei chronischen Schmerzen oft vom "Schmerzgedächtnis" gesprochen - der Schmerz hat sich sozusagen selbständig gemacht.

Ursachen: Schmerzen bei Krebspatienten

Schmerzen bei einer Krebserkrankung können verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich äußern, je nachdem in welchem Organ oder Gewebe der Tumor wächst. Einige Tumorerkrankungen sind häufiger mit Schmerzen verbunden weil der Tumor beispielsweise in die Umgebung wächst oder Knochenmetastasen bildet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass bestimmte Schmerzarten oder -lokalisationen nur bei bestimmten Krebserkrankungen vorkommen. Liegen Schmerzen bei einer Krebserkrankung vor, sollte deshalb immer nach der genauen Ursache gesucht werden.

Natürlich gibt es auch viele Ursachen von Schmerzen, die nicht mit der Tumorerkrankung im Zusammenhang stehen. Zum Beispiel Kopfschmerzen durch Migräne, Zahnschmerzen oder Rückenschmerzen wegen eines Bandscheibenvorfalls. Auch Tumorpatienten können natürlich unter diesen Schmerzen leiden. In diesen Fällen wird versucht, die Ursache des Schmerzes zu behandeln. Die Schmerzbehandlung erstreckt sich dann nur über den Zeitraum, in dem diese Beschwerden bestehen.

Hinzu kommt: Körperliche Anstrengung, Wetterwechsel und Schlafmangel können Schmerzen verstärken. Viele Menschen sind zunächst beim Thema Krebs auch die Zusammenhänge mit der psychischen Situation nicht präsent: Fast jeder hat aber schon einmal die Erfahrung gemacht hat, dass man Schmerzen stärker empfindet, wenn man sich einsam fühlt oder wenig Ablenkung hat. Eine Erklärung hierfür ist die unterschiedliche Wahrnehmung von Schmerzen im Zusammenspiel von Schmerz, Angst und Anspannung. Jeder Mensch empfindet dies natürlich ein wenig anders. Eine Krebserkrankung kann deshalb mit verschiedenen Ängsten verbunden sein. Für Patienten ist es wichtig zu wissen, dass man diese wechselseitige Verstärkung von Schmerzen und Ängsten beeinflussen kann. Eine Möglichkeit besteht darin, die medikamentöse Therapie durch schmerzpsychotherapeutische Therapieverfahren zu unterstützen.

Tumorbedingte Schmerzen

Schmerzen, die direkt vom Tumor verursacht werden, stellen bei über der Hälfte der Fälle den Schwerpunkt der zu behandelnden Beschwerden dar. Sie entwickeln sich parallel zur Ausdehnung des Tumors oder zum Wachstum von Tochtergeschwülsten.

Knochenschmerzen

Knochenschmerzen werden am häufigsten durch eine Metastasierung, also durch Tochtergeschwülste, verursacht. Sie können aber auch durch den Tumor selbst ausgelöst werden, wie beispielsweise bei primären Knochentumoren (Osteosarkom) oder bei Leukämien.
Anfangs machen sie sich meist nur bei körperlicher Bewegung bemerkbar; bei fortgeschrittener Erkrankung können sie aber auch im Ruhezustand vorhanden sein. Die Schmerzen entstehen durch Reizungen der Knochenhaut, die den Knochen umgibt. Der Knochen selbst ist nicht schmerzempfindlich. Liegt ein Tumor oder eine Knochenmetastasierung vor, ist dies oft von einer entzündlichen Schwellung begleitet. Diese wird durch Knochenabbau und Umbauprozesse ausgelöst.

Um dieser Entzündung und dem Reiz auf die Knochenhaut entgegenzuwirken, werden bei der Behandlung von schmerzhaften Knochenmetastasen Schmerzmittel mit einer entzündungshemmenden Komponente eingesetzt. Zudem kann durch das Tumorwachstum im Knochen die Stabilität des befallenen Knochens gefährdet sein. Die Knochensubstanz beginnt sich allmählich aufzulösen; schmerzhafte Knochenbrüche können die Folge sein und andere Erkrankungen fördern. Beispielsweise gehen Rippenmetastasen mit starken Schmerzen einher, weil die normalen Atembewegungen zusätzlich reizen. Sie bedürfen deshalb einer ausreichenden Schmerzbehandlung, damit die Betroffenen nicht mit einer Schonatmung reagieren. Diese würde mit einer verminderten Atemtiefe und schlechteren Belüftung der Lunge einhergehen, was wiederum die Entstehung einer Lungenentzündung begünstigt. Eine gute Schmerzbehandlung kann diesen Kreislauf unterbrechen und somit Folgeerkrankungen vorbeugen.

Organschmerzen

Tumorschmerzen im Bereich der inneren Organe können durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden und äußern sich deshalb auch unterschiedlich: Sie können durch Entzündungsreize verursacht werden, wenn der Tumor auf ein gesundes, umliegendes Organ drückt oder in dieses hineinwächst. Kommt es zum Verschluss von Hohlorganen beispielsweise von  Gallengängen oder Harnleiter, führt dies oft zu einem krampfartigen Schmerz (Kolikschmerz). Weiter können Druck- und Spannungsschmerzen entstehen, wenn es zu einer Größenzunahme eines Organs durch das Tumorwachstum kommt. Liegen Lebermetastasen vor, verursachen diese auch bei größeren Tumorabsiedlungen keine Schmerzen, da die Leber keine sensible Nervenversorgung aufweist. Erst bei Größenzunahme und Dehnung der Leberkapsel, die Schmerzfühler besitzt, kommt es zu den so genannten Leberkapselschmerzen. Bei einer zusätzlichen Irritation des Zwerchfells können die Schmerzen bis in die Schulter weitergeleitet werden.

Nervenschmerzen

Nervenschmerzen, so genannte neuropathische Schmerzen, entstehen, wenn einzelne Nerven, Rückenmark oder Gehirn geschädigt sind. Entzündungen, Druck durch eine Schwellung oder einen Tumor und Einwachsen von Tumorzellen in das Nervengewebe können die Ursache sein. Neuropathische Schmerzen können aber auch eine Folge von Therapien sein. Hierzu gehören beispielsweise unerwünschte Strahlenwirkungen, wie die Verhärtungen von bestrahltem Gewebe oder aber auch direkte Nervenverletzungen durch chirurgische Maßnahmen. Chemotherapien können Nervenreizungen oder Schädigungen peripherer Nerven, so genannte Polyneuropathien, verursachen. Da neuropathische Schmerzen aber auch durch andere Erkrankungen wie beispielsweise Infektionen oder Diabetes Mellitus hervorgerufen werden können, sollten diese auch bei einer Tumorerkrankung ausgeschlossen werden.

Ischämische Schmerzen durch Mangeldurchblutung

Ein tumorbedingter Verschluss von Blutgefäßen kann dazu führen, dass das entsprechende Versorgungsgebiet nicht mehr genügend mit Blut versorgt wird und dadurch zu wenig Sauerstoff bekommt. Hierdurch können so genannte ischämische Schmerzen verursacht werden.

Schmerzen in Haut und Muskulatur

Schmerzen in der Haut können durch das Tumorwachstum selbst oder durch die Behandlung entstehen. Sie werden durch Druck oder Einwachsen des Tumors in das umliegende Gewebe verursacht. Hierdurch kann das Gewebe selbst oder aber isoliert Nervenendigungen oder leitende Nervenfasern gereizt oder zerstört werden. Diese Schmerzen können deshalb einen neurophatischen Anteil haben. Aber auch Entzündungsreaktionen der Haut können Schmerzen auslösen, wie beispielsweise eine schlecht heilende Wunde nach einem operativem Eingriff. Weitere Ursachen können sein: Infektionen nach einem Tumordurchbruch, durch Medikamente ausgelöste Allergien und Reizungen nach einer Chemo- oder Strahlentherapie. Schmerzen in der Muskulatur können in einigen Fällen auch auf  Verspannungen aufgrund von Fehlhaltungen zurückgeführt werden.

Indirekte Tumorschmerzen

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Hiermit sind Schmerzen gemeint, die nicht auf das Tumorwachstum selbst, sondern auf die Schwächung des Körpers aufgrund der Erkrankung zurückzuführen sind.
Dies kann beispielsweise eine durch die Erkrankung hervorgerufene Immunschwäche sein, bei der es häufiger zu Entzündungen oder Infektionen, wie beispielsweise eine Gürtelrose kommt. Durch eine Abwehrschwäche können sich auch Pilzinfektionen leichter entwickeln.
Sind Betroffene schon längere Zeit bettlägerig, kann es zum gefürchteten Wundliegen, dem so genannten Dekubitus kommen. Durch eingeschränkte körperliche Beweglichkeit  können sich Thrombosen und Lungenembolien entwickeln, die Schmerzen verursachen. Auch schmerzhafte Reaktionen des vegetativen Nervensystems, das nicht dem Willen unterliegt, sind möglich. Hierzu gehören zum Beispiel schmerzhafte Muskelverspannungen oder Darmkrämpfe, die nicht durch das Wachstum des Tumors selbst hervorgerufen werden.

Therapiebedingte Schmerzen

Der Anteil der Schmerzen, der durch Tumortherapien verursacht wird, hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Dies lässt sich damit erklären, dass immer mehr Menschen mit einer Krebserkrankung geheilt werden oder über viele Jahre mit der Erkrankung leben können. Therapiebedingte Schmerzen können auch noch einige Zeit nach Beendigung der Behandlung auftreten. Dies gilt besonders für neuropathische Schmerzen durch eine Chemotherapie.

Operationsbedingte Schmerzen

Wundschmerzen unmittelbar nach einer Operation oder Schmerzen durch Punktionen und Biopsien kann man einordnen. Sie bessern sich in der Regel mit dem Heilungsprozess. Der Arzt sollte jedoch informiert werden, wenn die Schmerzen nicht nachlassen. In diesem Fall muss die Ursache der Schmerzen  abgeklärt werden.

Schmerzen nach einer Operation können aber auch auftreten, wenn die Operationsnarbe schon längst verheilt ist. Diese Schmerzen treten oft erst Monate nach dem Eingriff auf. Sie werden meist als brennend oder einschießend beschrieben. Dieses Phänomen tritt häufig an Körperstellen auf, die sehr schmerzempfindlich sind, zum Beispiel  nach Operationen am Brustkorb oder Hals. Bei Operationen am Brustkorb wird vom "Postthorakomieschmerz" gesprochen. Patienten nach Amputation einer Gliedmaße beschreiben ähnliche Schmerzen, sie sind häufig von brennendem Charakter und treten schubweise auf. Oft kommt es auch zu drückenden, krampfartigen Schmerzen im Bereich des nicht mehr existierenden Gliedmaßenanteils (Phantomschmerz). Stumpfschmerzen äußern sich ähnlich. Sie sind durch Neubildungen von kleinen, übererregbaren Nervenfasern bedingt und haben oft sehr belastende Schmerzen zur Folge. Man spricht von neuropathischen Schmerzen.

Durch eine Chemotherapie bedingte Schmerzen

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Bei Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, kann es gelegentlich durch das Verabreichen der Medikamente über die Blutgefässe zu Reizungen und Schmerzen kommen. Oft treten diese Schmerzen während oder kurz nach der Therapie auf und werden als nicht so bedeutend empfunden, da sie als zur Chemotherapie gehörend akzeptiert werden. Die im Rahmen einer Chemotherapie verabreichten Medikamente können mit unterschiedlichen, weiteren Nebenwirkungen einhergehen. Beispielsweise können dies  Schleimhautentzündungen im Mund sein, die sehr schmerzhaft sind.

Bei einigen Patienten können Schmerzen aber erst nach Wochen oder sogar erst nach Monaten auftreten. Häufig entwickeln sich Missempfindungen in den Händen oder Füßen, die sich als Kribbeln oder Brennen äußern können. Sie werden den neuropathischen Schmerzen zugeordnet. Kommt es zu Hautveränderungen, Reizungen und Entzündungen an Händen und Füßen, spricht man von Hand-Fuß-Syndrom.

Schmerzen nach einer Bestrahlung

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Die Strahlentherapie wird häufig in der Behandlung einer Krebserkrankung eingesetzt, um das Tumorwachstum einzudämmen oder eventuell verbliebene Tumorzellen im Operationsgebiet zu beseitigen. 

Als Nebenwirkungen können  im bestrahlten Hautbezirk Hautrötungen und Brennen wie bei einem Sonnenbrand entstehen, was sehr schmerzhaft sein kann. Wird der Darm mitbestrahlt, kann es vorübergehend zu krampfartigen Bauchschmerzen kommen. Liegen die Speiseröhre oder die Luftröhre im Bestrahlungsgebiet, sind Schluckstörungen und Halsschmerzen mögliche Nebenwirkungen. Ähnlich wie bei der Chemotherapie, können Beschwerden aber erst viel später nach Abschluss der Behandlung auftreten; manchmal sogar erst nach Jahren. Ursache ist eine Beschädigung der empfindlichen Schleimhäute dieser Organe durch die Strahlentherapie.

Bei der Bestrahlung von Regionen, in denen viele Nerven verlaufen, sowie in der Nähe der Wirbelsäule und im Bereich der Achseln oder der Leisten, können Nerven durch die direkte Einwirkung der Strahlen oder durch die Verhärtung des Gewebes beschädigt werden: Es kommt zur so genannten Strahlenfibrose. Hierdurch hervorgerufene Schmerzen haben meistens einen neuropathischen Anteil.