
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deAngst oder besser Furcht vor konkreten Situationen hat eine dem körperlichen Schmerz vergleichbare Signal- und Schutzfunktion und ist damit lebensnotwendig. Angst zu haben vor etwas, das als bedrohlich erlebt wird, ist also ganz natürlich. Wenn Angst jedoch die Lebensfreude, die Handlungs- und Genussfähigkeit auf Dauer einschränkt, wird sie behandlungsbedürftig.
Krebs wird auch heute noch von vielen Menschen als die gefährlichste aller Krankheiten angesehen, ungeachtet der gestiegenen Behandlungs- und Heilungserfolge. Das oft mangelhafte Wissen über das, was sich hinter der Diagnose „Krebs“ verbergen kann – also die Tatsache, dass es etwa 200 verschiedene Tumorarten gibt mit jeweils unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten und Verläufen – ist eine Quelle für unheilvolle Verallgemeinerungen.
Hinzu kommen häufig Erfahrungen mit Krebserkrankten im
unmittelbaren Umfeld. Die Erinnerung kann dabei trügerisch sein:
Ungünstige Krankheitsverläufe bleiben besonders haften und prägen die
eigenen Erwartungen, wenn die Diagnose einen selbst, Familienmitglieder
oder enge Freunde trifft.
Wer einmal an Krebs erkrankt war, kennt die Angst vor einem Rückfall
(Rezidiv). Eine zunehmende Gewissheit, vom Krebs geheilt zu sein, kann
man erst nach einer längeren krankheitsfreien Zeit (im Allgemeinen fünf
bis zehn Jahre) entwickeln. Ein Rest von Unsicherheit und Angst bleibt
fast immer bestehen.
Als besonders belastend empfinden Betroffene chronische Verläufe von Krebserkrankungen: Phasen, in denen eine Behandlung durchgeführt wird, können dabei ebenso von Angst begleitet sein wie Zeiten, in denen der Krankheitsverlauf nur beobachtet wird (oft mit dem englischen Begriff "wait and see" bezeichnet).
Alles, was dem Gefühl von Unsicherheit entgegenwirkt oder die Bedeutung
der ängstigenden Situation verringert, kann die Angst bannen oder
zumindest erträglicher machen. So kann man versuchen, die Angst von
verschiedenen Seiten anzugehen. Dazu gehört:
Viele Patienten erleben es als Erleichterung, wenn sie unangenehme Situationen, wie etwa das Warten beim Arzt oder in der Klinik, in Begleitung nahe stehender Menschen verbringen. Wenn Angehörige dann auch beim Arztgespräch dabei sind, besteht anschließend die Möglichkeit, sich über die Inhalte auszutauschen und damit sicherzugehen, dass keine Information verloren geht.
Jeder hat im Laufe seines Lebens schon reichlich Erfahrung mit den unterschiedlichsten Ängsten gemacht und dabei bestimmte Strategien zur Bewältigung entwickelt. Wenn diese zur Bewältigung der gegenwärtigen Angst nicht ausreichen, sollte man sich Unterstützung suchen: Gespräche mit jemandem, zu dem man Vertrauen hat, sei es ein guter Freund oder eine gute Freundin oder auch der behandelnde Arzt, können helfen.
Hilfreich kann auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten sein: Sie wissen am besten, wie einem zumute ist und können eigene Strategien gegen die Angst vermitteln. Hier bieten sich Selbsthilfegruppen oder Selbsthilfeinitiativen an. In Selbsthilfegruppen können Patienten die Erfahrung machen, dass sie mit ihrer Angst nicht allein sind. Das Beispiel anderer Betroffener, die ähnliche Situationen bereits gemeistert haben, macht Mut. Eine Liste bundesweiter Dachverbände hat KID hier zusammengestellt.
Fachkundige psychosoziale Unterstützung bieten Psychotherapeuten. Sie helfen auch beim Erlernen von angstlösenden Entspannungsmethoden oder informieren über entsprechende Kurse, mehr dazu lesen Sie im Text "Psychologische Hilfen". Krebsberatungsstellen können dabei helfen, das Thema Angst anzugehen. Viele weitere Informationen und Angebote der Krebsberatungsstellen tragen zur Entlastung bei. Eine Liste, geordnet nach Städtenamen, finden Sie hier beim Krebsinformationsdienst. Niedergelassene Therapeuten mit einer besonderen Weiterbildung in der Betreuung von Krebspatienten hat der Krebsinformationsdienst hier gelistet.