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Krebs ist bei jungen Menschen eher selten. Das mittlere
Erkrankungsalter liegt in Deutschland für Männer bei etwa 65 Jahren,
für Frauen bei 67 Jahren. Einige Tumorarten halten sich jedoch nicht an
dieses Muster: Leukämien und Lymphome betreffen auch junge Menschen,
und selbst typische Erkrankungen des höheren Alters treten gelegentlich
bei Zwanzigjährigen auf. Wie sieht die Zukunftsplanung aus, wenn ein
Tumor bei jungen Erwachsenen oder gar schon bei Kindern diagnostiziert
wird?
Eine der häufigsten Fragen, die junge Krebspatienten schon während der
Behandlung stellen, ist die nach der Familienplanung. Eine allgemein
gültige Aussage zu diesem Thema ist zwar nicht möglich – zu verschieden
sind die Risiken, die aus den unterschiedlichen Krebsarten und den
vielen Behandlungsmöglichkeiten abgeleitet werden können, zu sehr
bedingen individuelle Faktoren die Möglichkeiten, ein Kind zu zeugen
oder auszutragen.
Trotzdem können die folgenden Informationen Anhaltspunkte dafür
liefern, mit welchen Fragen Betroffene gemeinsam mit ihren Partnern und
den behandelnden Ärzten das Thema Kinderwunsch abklären können.
Wie die Prognose für den einzelnen Patienten oder für die einzelne Patientin aussieht, lässt sich aus allgemeinen Statistiken nur bedingt ablesen. Eine Krebserkrankung kann selbst unter günstigsten Voraussetzungen ganz unerwartet verlaufen und sie hinterlässt praktisch immer Spuren - nicht nur am Körper, sondern auch an der Seele.
Eine Schwangerschaft sollte daher nicht vor dem Ende der Behandlung und einer der Krankheit angemessenen Wartefrist geplant werden, so die Empfehlung vieler Experten. Als Faustregel gelten ungefähr zwei Jahre. Diese Angabe ergibt sich aus der durchschnittlichen Dauer vieler Behandlungsverfahren, der Rehabilitation bis zur Rückkehr an den Arbeitsplatz und aus der Zeit, die Betroffene in der Regel zur Bewältigung und Verarbeitung der Erkrankung brauchen. Auch ist das Risiko für einen Rückfall bei vielen Tumorarten innerhalb dieser Zeitspanne am größten und wird erst danach geringer.
Wie Betroffene und ihre Partner die Krankheit als Paar gemeistert haben, spielt bei der Zeitplanung ebenfalls eine Rolle: Nicht immer gelingt die Bewältigung einer Krebserkrankung bei Patienten, Angehörigen und Freunden gleich schnell - der eine braucht mehr, der andere weniger Zeit. Auch die persönliche Risikobereitschaft zu einer Familiengründung hängt sehr von dem Gefühl ab, wieder stabil ins Leben integriert zu sein, ohne ständig eine Last zu tragen oder dem Partner diese abnehmen zu müssen.
Mit der Frage nach der Zukunftsplanung werden viele Betroffene allerdings schon zu einem sehr viel früheren Zeitpunkt konfrontiert, nämlich gleich bei der Diagnose und der darauf folgenden Behandlungsplanung: Operationen, Chemotherapie, Bestrahlung oder Hormontherapie können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Zu einem Zeitpunkt, zu dem ein Kinderwunsch vielleicht noch gar nicht da ist oder keine Partnerschaft besteht, müssen Entscheidungen getroffen werden, die das spätere Leben beeinflussen, und dies nicht selten unter großem Zeitdruck.
Für die meisten Betroffenen und ihre Angehörigen geht der Wunsch nach Heilung vor. Trotzdem sollte im Gespräch mit dem Arzt geklärt werden, in wieweit die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird und ob etwa vorgebeugt werden kann. Niemand sollte sich scheuen, trotz einer bedrohlichen Erkrankung wie Krebs auch an die Zukunft zu denken. Wird die Aussicht auf ein eigenes Kind eingeschränkt, ist Trauer erlaubt, selbst wenn auf den ersten Blick anderes wichtiger erscheint.
Patienten und ihre Partner haben angesichts vieler anstehender Probleme und ungeklärter Zukunftsfragen jedoch meist Schwierigkeiten, sich auch noch diesem Aspekt der Erkrankung zuzuwenden. In diesem Fall sollten sie sich bei der Bewältigung Unterstützung suchen. In vielen Krankenhäusern wie auch in den Rehabilitationskliniken stehen geschulte Ansprechpartner aus der Psychoonkologie dafür bereit. Die regionalen Krebsberatungsstellen sind erste Anlaufstellen für ein Gespräch, wenn Patienten wieder zu Hause sind, sowie für Angehörige.