
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deKrebspatienten sind während der Behandlung geschwächt: Anzeichen können Schweißausbrüche, aber auch plötzliches Frösteln sein. Diese Veränderungen treten ebenfalls als Nebenwirkung mancher Krebsmedikamente auf und müssen als Warnzeichen verstanden werden, und sie können bei einigen Krebsformen durch den Tumor selbst verursacht werden. Schließlich sind sie ein wichtiges Symptom beginnender Infektionen. Unter konsequenter Behandlung und mit zunehmender Erholung werden diese Symptome weniger.
Nicht gefährlich, aber durchaus belastend sind echte Hitzewallungen, die über längere Zeit immer wieder auftreten: Betroffen sind Frauen wie Männer, die wegen ihrer Krebserkrankung mit einer Antihormontherapie behandelt werden.
In diesem Text hat der Krebsinformationsdienst zusammengestellt, wie Betroffene mit Hitzewallungen und unangenehmen Schweißausbrüchen umgehen können. Soweit es sich nicht um Lehrbuchwissen handelt, sind die Quellen der Informationen ausdrücklich angegeben, und, wenn möglich, auch direkt verlinkt. Nicht alle Verfahren, die sich im Alltag bewährt haben, sind durch hochwertige wissenschaftliche Studien untersucht. Falls es sich um Tipps handelt, die vor allem auf praktischen Erfahrungen von Patienten, Ärzten und Pflegern beruhen, ist dies angegeben. Der Text ist Teil umfassender Informationen zum Umgang mit den Nebenwirkungen von Krebstherapien.
Im Krankenhaus und zu Hause helfen altbekannte Tipps, wie sie schon bei grippekranken Kindern funktioniert haben. Feuchte Kleidung und Bettwäsche sollten gewechselt werden, lauwarme Waschungen kühlen, und gutes Abtrocknen vor allem in allen Hautfalten beugt gegen Wundwerden vor. Nicht alle diese Hausmittel wurden mit hochwertigen wissenschaftlichen Studien auf ihre Wirksamkeit überprüft. Hier nicht aufgeführte Ansätze können eventuell genauso gut Linderung verschaffen.
Anders als Fieber gehen Hitzewallungen nicht mit einer erhöhten Körpertemperatur einher. Fieber kann aber infolge einer Krebserkrankung oder -behandlung auftreten. Wichtig ist deshalb, die Körpertemperatur zu messen, um beides voneinander abzugrenzen. Mehr zu diesem Thema hat der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text zusammengestellt.
Mit "Zwiebelschalen"-Kleidung sind Patienten nicht nur fürs Krankenhaus gut gerüstet: Richtig bettlägerig machen Chemotherapie und Bestrahlung meist nicht, schon gar nicht, wenn ambulant behandelt werden kann. Nachthemd oder Schlafanzug und Bademantel reichen also häufig nicht für die Krankenhaustasche - mitnehmen sollte man auch leichte, nicht beengende Kleidung und ein paar wärmere Teile. Die meisten Patienten bevorzugen Sportkleidung, die in mehreren Schichten übereinander (zum Beispiel T-Shirt, Sweatshirt und Jacke) für alle Situationen das Richtige bietet.
Baumwolle oder moderne Mikrofasern sorgen für ein angenehmes "Hautklima". Auch zwei verschiedene Bettdecken, eine leichte und eine wärmere, sind während einer Krebsbehandlung kein Luxus. Eine zusätzliche Bettdecke stellen viele Krankenhäuser zur Verfügung.
Nicht nur vorübergehend können Hitzewallungen und Schweißausbrüche sein, die während einer Antihormontherapie auftreten können. Sie betreffen vor allem einen Teil der Patientinnen mit Brustkrebs und Prostatakarzinompatienten. Auslöser ist der meist relativ plötzliche Entzug der weiblichen oder männlichen Geschlechtshormone. Er löst bei Frauen wie auch nicht wenigen Männern Symptome aus, die denen der Wechseljahre ähneln. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit dieser Nebenwirkung ist und wie lange sie anhält, hängt vom jeweiligen Medikament, der Ausgangsituation und der persönlichen Konstitution des Patienten ab.
Achtung: Eine Nebenwirkung häufiger Schweißausbrüche kann Austrocknung sein - bleibt eine angehobene Hautfalte "stehen", zum Beispiel auf dem Unterarm oder Handrücken, ist es höchste Zeit, dem Körper Flüssigkeit zu geben, durch vermehrtes Trinken und unter Umständen sogar per Infusion.
Eine Hormonersatztherapie kann bei Frauen wie Männern der Krebstherapie zuwiderlaufen. Sie kommt für Patienten, die mit einer Antihormontherapie behandelt wurden, nicht infrage und wird heute selbst für gesunde Frauen sehr kritisch beurteilt. Für Männer wie Frauen bieten sich daher zunächst Ansätze an, die als nebenwirkungsarm gelten. Nicht immer liegen diesen Empfehlungen wissenschaftliche Studien zugrunde, mitunter gehen sie auf praktische Erfahrungen von Betroffenen, Ärzten und Pflegepersonal zurück.
Kann so keine Abhilfe geschaffen werden und gewöhnt sich der Körper nicht an den niedrigen Hormonspiegel, kann mit dem Arzt eine Umstellung der Antihormontherapie diskutiert werden. Ist dies aus medizinischer Sicht nicht vertretbar, kann der Arzt eine Reihe von verschreibungspflichtigen Medikamenten anbieten: Dazu gehören Mittel, die die Schweißbildung reduzieren; auch ein Antidepressivum mit dem Wirkstoff Venlaflaxin hilft, sozusagen als Nebenwirkung, gegen Hitzewallungen. Fachleute können genauere Informationen für das Beispiel Prostatakrebs in der aktuellen Leitlinie zum Thema im Internet abrufen, www.leitlinien.de/mdb/downloads/prostatakarzinom/dgu/prostatakarzinom_dgu_lang.pdf. Hinweise zu Hitzewallungen finden sich auf Seite 154 und Seite 156. Informationen, die diese Problematik bei Brustkrebs betreffen, finden sich in den Leitlinien zum Thema, www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/032-045.pdf, Seite 159. Auch die Patientenleitlinie für Brustkrebspatientinnen (www.leitlinienprogramm-onkologie.de/docs/OL_PLL_Brustkrebs.pdf) geht ab Seite 56 auf Hitzewallungen ein.
Hitzewallungen können bei Frauen auch im Zusammenhang mit einer Chemotherapie auftreten. Bestimmte Zytostatika (Chemotherapiemedikamente) bremsen bei Frauen, die zum Diagnosezeitpunkt noch ihre Menstruation haben, die Hormonproduktion in den Eierstöcken. Folge sind bei vielen Frauen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, aber auch Schlafstörungen. Ob sich die Eierstockfunktion nach Ende der Behandlung wieder erholt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, besonders von der Art der Chemotherapie und vom Alter. Was Frauen, deren Krebserkrankung nicht hormonabhängig verläuft, gegen Hitzewallungen und andere Wechseljahresbeschwerden tun können, hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.
Störungen der Eierstockfunktion gehen - nicht nur infolge einer Chemotherapie - mit einer verminderten Fruchtbarkeit der betroffenen Frauen einher. Zum Thema Fruchtbarkeit und Kinderwunsch nach einer Tumorerkrankung hat der Krebsinformationsdienst einen eigenen Text zusammengestellt.