
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deKrebspatienten können vielen Risiken leicht aus dem Weg gehen, auch dann, wenn sie durch ihre Behandlung oder ihre Erkrankung zeitweilig durch Infektionen besonders gefährdet sind. Eine Isolation oder der Verzicht auf liebe Gewohnheiten ist in der Regel nur für wenige Betroffene und dann auch nur vorübergehend notwendig - meist ist ein ausreichender Schutz mit wenig Aufwand möglich. Der folgende Text bietet einige Hinweise für den Alltag und soll als Anregung dafür dienen, die behandelnden Ärzte oder betreuende Pflegefachleute nach weiteren Informationen zu fragen. Er ist Teil umfassender Informationen zum Thema "Entzündung, Infektion, Fieber bei Krebspatienten".
Im Gespräch mit den behandelnden Ärzten lässt sich am besten klären, was wirklich sein muss und wo auch einmal ein Kompromiss zugunsten der Lebensqualität gefunden werden kann. Diese individuelle Klärung ist in vielen Bereichen notwendig, etwa bei Hygienefragen, der Ernährung oder wegen der Ansteckungsgefahr durch den Kontakt mit vielen Menschen. Beispiele aus dem Alltag sind etwa die Frage nach der jeweils besten Ernährung, nach der Teilnahme an einer Familienfeier mit vielen Gästen oder dem Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln während der "Grippe"-Saison.
Krebstherapie, Fieber und Entzündung: Was darf man tun, was nicht?
Kochen, Essen: Muss man als Krebspatient die Küche meiden? Was darf man essen, was nicht?
Haustiere: Dürfen Patienten während einer Krebstherapie Haustiere halten?
Müll, Kompost, Gartenarbeit: Dürfen gefährdete Patienten den Müll wegbringen, die Komposttonne füllen oder im Garten arbeiten?
Was tun, wenn sich Symptome einer Infektion zeigen? Muss man bei Fieber als Krebspatient gleich zum Arzt? Die Antwort auf diese Fragen hängt vom individuellen Gesundheitszustand ab:
Ist der allgemeine Gesundheitszustand gut, oder liegt die Krebsbehandlung schon längere Zeit zurück? Dann ist es für Patienten oft nicht leicht zu entscheiden, was sie bei Fieber oder anderen Infektionszeichen tun sollen. Handelt es sich um einen harmlosen fieberhaften Infekt, der wie bei Gesunden nach ein paar Tagen auch ohne Behandlung verschwindet? Oder steckt etwas anderes dahinter? Hier ein Gleichgewicht zwischen angemessener Vorsicht und unnötiger Beunruhigung zu finden, ist oft nicht leicht.
Einen kurzen Überblick zur Vorbeugung von Infektionen hat der Krebsinformationsdienst auch im Text "Häufige Fragen zu Krebs und Immunsystem" zusammengestellt, zum Beispiel zu Schutzimpfungen oder Möglichkeiten, das Immunsystem zu stärken.
Die Küche ist für Krebspatienten fast nie verboten. Selbst während einer anstrengenden Chemotherapie oder Bestrahlung, oder bei Einschränkungen der Immunabwehr aus anderen Gründen sind Kochen und Nahrungszubereitung erlaubt.
Voraussetzung ist allerdings Sauberkeit: Verletzungs- und Keimquellen sollte man bei schwacher Immunabwehr auf jeden Fall aus dem Weg gehen. Dazu gehören beispielsweise Lappen oder Küchentücher, die nicht rechtzeitig gewechselt werden und nach dem Benutzen nicht durchtrocknen konnten. Wer für Krebspatienten Essen zubereitet, sollte selbst keine Infektion haben, auf jeden Fall vermeiden, auf Lebensmittel zu husten oder zu niesen und sich beim Kochen oder Anrichten von Mahlzeiten auf jeden Fall häufig die Hände waschen. Weitere Tipps haben Ernährungs- und Lebensmittelfachleute im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter www.waswiressen.de zusammengestellt, Stichwort "Hygienefehler in der Küche".
Gibt es Speisen, die für Krebspatienten wegen der Gefahr von Infektionen verboten sind? Eine Antwort darauf kann immer nur vom behandelnden Arzt oder von Pflegefachleuten kommen, die die jeweilige Situation individuell abschätzen können. Einige allgemeine Hinweise zur Orientierung:
Mehr zum Thema hat der Krebsinformationsdienst unter "Ernährung bei Krebs" zusammengestellt.
Durch den Kontakt mit Haustieren können bestimmte Pilz- und Bakterieninfektionen, aber auch Würmer oder Einzeller übertragen werden. Dies gilt auch, wenn die Tiere selbst gesund sind und sauber gehalten werden. Die meisten Keime finden sich im Tierkot. Betroffene sollten Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten, ob sie bei einer Einschränkung der Immunabwehr den Kontakt mit Haustieren wie gewohnt beibehalten können oder zeitweilig einschränken müssen. Manchmal reicht es als Vorsichtsmaßnahme schon aus, wenn Patienten bis zur Besserung ihrer Gesundheit nicht selbst den Vogelkäfig oder die Katzentoilette saubermachen, sondern Verwandte, Freunde oder Haushaltshilfen diese Aufgabe übernehmen.
In vielen Abfällen finden sich Bakterien, vor allem in Biomüll auch Pilze und ihre Sporen. In verrottenden Lebensmittelresten fühlt sich besonders der Schimmel- oder Fadenpilz Aspergillus wohl. Auch in Blumentöpfen von Zimmerpflanzen sowie in Gartenerde trifft man diese Pilze und einige andere krankmachende Keime.
Ist die Immunabwehr bei Krebspatienten stark eingeschränkt, können solche Keime schwere Infektionen in den Atemwegen auslösen, auch andere Organe oder sogar der ganze Körper werden davon unter ungünstigen Umständen in Mitleidenschaft gezogen. Gefährdete Patienten sollten deshalb bei nachgewiesener Schwächung der Abwehrkräfte erst mit ihren Ärzten sprechen, bevor sie den Biomüll wegbringen, den Garten umgraben oder Blumen umtopfen. Auch Baumaßnahmen, bei denen unter Umständen Schimmelpilze aus Verkleidungen, Bauholz, alten Mauern oder feuchten Wänden freigesetzt werden, sind je nach Allgemeinzustand zeitweilig ein Risiko.