Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Therapie von Fieber: Behandeln, vorbeugen, schützen

Inhaltsübersicht "Fieber und Infektionen"

Fieber und seine Begleiterscheinungen wie Appetitlosigkeit, Frösteln, Schwitzen, Erschöpfung, Kopfschmerzen und so weiter sind für Patienten nicht nur körperlich belastend: Betroffene fühlen sich deutlich krank und sind in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt.
Begleitend zur gezielten ursächlichen Therapie der infektiösen oder tumorbedingten Ursache sollte das Fieber daher nach Möglichkeit durch symptomatische Maßnahmen gesenkt werden. Belege für etwaige negative Folgen der Fiebersenkung auf die Infekt- oder Tumorabwehr gibt es nicht. Es macht also wenig Sinn, das Fieber auszuhalten und auf eine Linderung der Beschwerden zu verzichten.
Neben fiebersenkenden Medikamenten, die vom Arzt empfohlen oder verschrieben werden, können kühle Wadenwickel und Waschungen zum Wohlbefinden beitragen. Wichtig sind ausreichende Flüssigkeits- und Frischluftzufuhr und der Ersatz von ausgeschwitzten Mineralstoffen, den sogenannten Elektrolyten, zum Beispiel mit Bouillons, Mineralwasser mit hohem Salzgehalt oder Ähnlichem, gegebenenfalls auch mit Elektrolytgetränken, wie sie für Sportler oder in der Kinderpflege angeboten werden. Bei hohem Fieber und starkem Flüssigkeitsverlust kann sogar eine entsprechende Infusionen notwendig werden. Über Maßnahmen in der Pflege von Patienten zu Hause informiert auch die Rubrik "Pflege".

Vorbeugung schützt: Tipps für Krebspatienten

Neben der gezielten Therapie gegen die Krankheitserreger können bei verschiedenen Infektionen vorbeugende Maßnahmen oder eine begleitende Behandlung sinnvoll sein. Dazu zählt eine gute Ernährung, die Vorbeugung durch Impfungen, vielleicht schon vor Beginn einer Krebstherapie, der sorgfältige Umgang mit Fremdmaterialien wie Kathetern, die ursächliche Behandlung von infektionsfördernden Symptomen, und natürlich eine gute Pflege und Beobachtung. Nur selten müssen Krebspatienten jedoch auch durch Isolation kurzfristig vor Infektionen geschützt werden.

Impfen

Bei gefährdeten Patienten, vor allem Betroffenen nach Milzentfernung, kann eventuell gegen bestimmte Bakterien (Streptokokken) geimpft werden. Eine ausreichende Antwort des Körpers auf eine Impfung, die einen langfristigeren Schutz verspricht, ist meist schon sehr bald nach einer Chemo- oder Strahlentherapie möglich, den genauen Zeitpunkt setzt der Arzt fest.
Auch auf die ganz normalen Schutzimpfungen müssen Krebspatienten meist nicht verzichten. Ob ein Aktivimpfstoff, also mit einem lebenden Erreger, oder ein mit wenig Risiko verbundener Totimpfstoff für den jeweils gewünschten Schutz zur Verfügung steht, darüber informiert ebenfalls der Arzt. Generelle Impfempfehlungen sind bei der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut unter www.rki.de, Stichwort "Infektionsschutz", Stichwort "Impfen" und weiter zu "Impfempfehlungen" nachzulesen, darunter auch der Hinweis, dass Impfungen gerade bei Patienten mit chronischen Erkrankungen in der Regel besonders wichtig sind und es keine Hinweise für eine Verschlechterung des Krankheitszustandes durch Impfungen gibt.

Pflegen und Beobachten

Sorgfältige Pflege ist für bettlägerige, immungeschwächte Patienten besonders wichtig. Insgeamt ist sie ein wesentlicher Beitrag zur Infektionsverhütung bei allen Betroffenen, deren körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Punkte, auf die Verwandte und Freunde achten sollten, sind insbesondere die Mundpflege wie auch die Pflege der Haut und nicht zuletzt die Lagerung, wenn jemand nicht aufstehen kann.
Haben ältere oder sehr geschwächte Patienten nicht mehr selbst acht darauf, wie es ihnen geht, ist die Beobachtung wichtig: Eine frühe Diagnose bedeutet immer einen Zeitvorteil bei der Behandlung und kann bei schweren Infekten von entscheidendender Bedeutung sein.

Nur sehr selten ist Isolation nötig: Meist reichen einfache Verhaltensmaßnahmen wie zum Beispiel die Meidung von Kontakten zu Haustieren, der Verzicht auf Besuche von Menschen mit Infekten und ähnliches. Heute müssen meist nur Patienten nach einer Hochdosis-Chemotherapie oder -Bestrahlung zeitweilig isoliert werden. Besucher erkennen die Schutzmaßnahmen, die die Kliniken einleiten, meist schon daran, dass sie Schutzkleidung tragen müssen. Die Patienten werden vor der Therapie meist sehr intensiv beraten und aufgeklärt, die meisten Behandlungszentren stellen inzwischen auch schriftliches Informationsmaterial zur Verfügung. Steigt die Zahl der Immunzellen wieder an, hat aber ein Niveau noch nicht erreicht, das ausreichend Schutz bietet, kann die strenge Isolation wieder aufgehoben werden. Dann reichen einfachere Maßnahmen wie zum Beispiel ein Mundschutz beim Kontakt mit Besuchern.

Wie geht es weiter? Infektionsschutz im Alltag

Wie lange auch zu Hause oder in Therapiepausen noch auf einen besonderen Infektionsschutz geachtet werden muss, hängt vom jeweiligen Blutbild des Patienten ab. In der Regel sind Krebspatienten, denen es wieder gut geht und die von ihren Ärzten keine besonderen Warnhinweise erhalten haben, langfristig jedoch auch nicht anfälliger für Infektionen als andere Menschen auch.



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Seite drucken   ganzes Thema drucken    Zuletzt aktualisiert: 08.04.2002