
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deZunächst sollten leicht behandelbare körperliche Ursachen für ein vermehrtes Erschöpfungssyndrom ausgeschlossen werden. Dazu gehören Anämie beziehungsweise Blutarmut oder ein Eisenmangel, Infektionen, Elektrolytstörungen beziehungsweise Störungen im Wasser-Salz-Haushalt oder andere Stoffwechselstörungen, zum Beispiel solche der Schilddrüse.
Der Arzt wird die verwendeten Medikamente daraufhin überprüfen, ob sie für die chronische Müdigkeit verantwortlich sein können, und, wo möglich, Umstellungen in der Therapie veranlassen. Ausgeschlossen werden sollten auch andere mögliche Erkrankungen als Ursache, die nichts mit der Krebserkrankung zu zun haben.
Grundsätzlich müssen sich Ärzte und Patienten darüber im Klaren sein, dass es nicht immer gelingt, der Müdigkeit eine greifbare Ursache zuzuordnen: Fatigue wird von den meisten Betroffenen sehr persönlich erlebt und beschrieben. Die "harten" medizinische Fakten passen nicht immer zu der Einschränkung, die ein Patient tatsächlich erlebt. So zeigen vor allem die Studien zur Einschränkung im geistigen Leistungsbereich, dass der Zusammenhang zwischen subjektivem Empfinden und objektiver Testergebnisse vergleichsweise gering ist.
Meist wird eine viel höhere Einschränkung empfunden als sie objektiv tatsächlich nachweisbar ist. Daher verwenden die meisten Diagnose-Fragebögen hauptsächlich Eigenbewertungen als Grundlage für ihre Einschätzung - die Beurteilung durch den Arzt oder Tests dienen meist nur als Ergänzung.
Ärzte, die ihren Patienten weiterhelfen wollen, stoßen damit aber auch auf typische Schwierigkeiten: Wie gut oder wie schlecht ein Patient sich selbst beobachten oder beurteilen kann, spielt ebenso eine Rolle wie seine Fähigkeit zur Krankheitsbewältigung. Über körperliche Beschwerden lässt sich zudem viel leichter reden als über psychische Probleme oder seelisches Unbehagen. Dies führt dazu, dass Betroffene sich mit ihren Beschwerden psychischer Natur vielleicht gar nicht erst an den Arzt wenden, oder dieser sich eher auf geschilderte körperliche Probleme konzentriert und andere Symptome außer Acht lässt.