Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes (KID), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg.

Wir beantworten Ihre FragenGerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung — rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Reisen: Unterwegs mit dem Auto © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Autofahren, Fliegen, Urlaub: Als Krebspatient unterwegs

Viele Krebspatienten verbringen Wochen in der Klinik. Für andere Betroffene ist während oder kurz nach einer ambulanten Behandlung aber auch ein Stück normaler Alltag möglich: Besuche, kleine und größere Reisen oder einfach nur die Autofahrt zum nächsten Supermarkt. Aber darf man als Krebspatient selbst hinters Steuer? Woran muss man vor einer Urlaubsreise denken? Was sollte unbedingt mit ins Reisegepäck, selbst wenn nur ein Besuch bei Verwandten in der Nachbarstadt geplant ist?

Antworten auf die wichtigsten Fragen fasst der Krebsinformationsdienst hier zusammen. Ebenfalls aufgeführt sind wichtige Ansprechpartner und Hinweise auf genutzte Quellen. Der Text richtet sich an Krebspatienten während oder kurz nach einer Therapie. Betroffene sollten Fragen zur Fahrtüchtigkeit oder geplante Reisen jedoch immer auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen. Informationen aus dem Internet können dies nicht ersetzen.

Letzte Aktualisierung: 20.02.2015

Quellen und Links

Verweise auf weiterführende Informationen sind nach Möglichkeit im Text direkt verlinkt, eine Auflistung genutzter Quellen findet sich am Ende des Textes.

Autofahren und Krebs: Was man als Patient beachten sollte

Viele Krebspatienten werden heute ambulant behandelt. Dank moderner Therapieverfahren hat sich auch die Lebensqualität vieler Betroffener verbessert. Früher gefürchtete Nebenwirkungen können zudem häufig gelindert werden. Damit steigt das Bedürfnis, trotz der Erkrankung so viel wie möglich vom normalen Alltag zu bewahren. Für viele Menschen gehört dazu das Autofahren. Schnell zum Einkaufen, zum Arzt oder gar in den Kurzurlaub - geht das mit dem Auto?

Autofahren © LuminaStock, Thinkstock
© LuminaStock, Thinkstock

Ob man als Krebspatient selbst fahren darf, hängt vom körperlichen und geistigen Zustand ab. Außerdem beeinflussen manche Medikamente die Fahrtüchtigkeit, darunter zum Beispiel Schmerzmittel oder Mittel gegen Übelkeit.

Ärzte sind verpflichtet, ihre Patienten auf entsprechende Nebenwirkungen der Behandlung hinzuweisen. Aber Achtung: Wer sich nicht auch selbst informiert und trotz Einschränkungen fährt, riskiert den Versicherungsschutz. Das bedeutet: Im Schadensfall kommt die Autoversicherung nicht für die Kosten auf.
Benötigt man solche Medikamente, geht aber davon aus, dass es mit dem Fahren trotzdem klappen könnte? Auf die eigene Einschätzung sollte man sich nicht verlassen: Der Hausarzt kann die Fahrtüchtigkeit attestieren oder den Kontakt zu einem für die Prüfung befähigten Arzt vermitteln. Diese Untersuchung muss man unter Umständen selbst bezahlen. Für jemanden, der beruflich Auto fährt oder gar Personen befördert, ist die sogenannte Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) von besonderer Bedeutung.

Attest für Schmerzmittel

Nehmen Sie starke Schmerzmittel ein? Dann sollten Sie sich vom Arzt ein Attest über Ihre Fahrtauglichkeit ausstellen lassen.

Die Rahmenbedingungen der Fahrtauglichkeit während einer Erkrankung nennt unter anderem die "Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr", kurz Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Sie führt im §14 die Einnahme von Betäubungsmitteln ausdrücklich als Beispiel für mögliche Einschränkungen auf.
Zwar ist selbst das Autofahren unter opioidhaltigen Schmerzmitteln ("Morphinen") nicht mehr generell untersagt. Das Fahren unter dem Einfluss von Schmerzmitteln, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, ist Autofahrern aber nur dann erlaubt, wenn ein dazu qualifizierter Arzt die Fahrtüchtigkeit ausdrücklich bescheinigt. Die Medikamente müssen als medizinisch notwendig attestiert sein. Patienten sollten deshalb einen "Opioid-Ausweis" mit sich führen. Diese Bescheinigung gibt es für verschiedene Reiseländer in jeweils angepassten Fassungen, mehr dazu zum Beispiel unter www.schmerzliga.de, Stichwort "Service" und weiter zu "Downloads".

Auch nach Schädeloperationen, bei Hirntumoren oder Hirnmetastasen gehen Experten pauschal von einer zeitweilig eingeschränkten Fahrtüchtigkeit aus. Betroffene Patienten sollten sich daher vor Fahrtantritt unbedingt mit ihren Ärzten in Verbindung setzen, auch um bei einem etwaigen Unfall nicht ihren Versicherungsschutz zu riskieren.

  • Achtung: Viele Bestimmungen, die das Autofahren regeln, gelten streng genommen auch für andere Transportmittel, also zum Beispiel das Fahrrad.

Krankentransport bei ambulanter Behandlung

Befürchtet man, aufgrund eines eingeschränkten Gesundheitszustandes längere Fahrten zu einer ambulanten Behandlung nicht selbständig meistern zu können? Dann sollte man mit seinen Ärzten darüber sprechen. Gemeinsam mit der Krankenversicherung lässt sich abklären, ob die Kosten für einen sogenannten Krankentransport übernommen werden. Wann dies der Fall ist, regelt für gesetzlich Versicherte eine Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Bahn- und Busfahrten, längere Autotouren als Beifahrer: Bewegung einplanen

Bei längeren Fahrten helfen Pausen mit etwas Bewegung nicht nur dem Kreislauf. Sie schützen auch vor Thrombosen. Diese kleinen Blutgerinnsel verstopfen Venen und behindern den Blutfluss. Sie können bei langem Stillsitzen auftreten, vor allem in den Beinvenen. Viele Krebspatienten tragen ein besonderes Risiko, aufgrund der Tumorerkrankung selbst, aufgrund ihres eingeschränkten Gesundheits- oder Ernährungszustandes oder infolge der Einnahme bestimmter Medikamente. Ob deshalb etwa Kompressionsstrümpfe zur Vorbeugung getragen werden sollten oder gerinnungshemmende Medikamente notwendig werden, können die behandelnden Ärzte beurteilen.

Was gilt für Patienten, bei denen ein Lymphödem auftreten könnte? Sie sollten zu enge Kleidung, Sitzpositionen mit Behinderung des Lymphabflusses und längere einseitige Belastungen vermeiden. Letztere können zum Beispiel in der Bahn, im Auto, Bus oder Flugzeug entstehen.

Flugreisen und Krebs: Nach der Operation nicht gleich abheben

Rechtzeitig planen

Als Krebspatient sollte man Flugreisen besonders gut planen: Muss ich bescheinigen lassen, dass ich reisetauglich bin? Benötige ich zusätzliche Hilfe während des Fluges?

Eine Flugreise während einer anstrengenden Therapie werden sich wohl die wenigsten Krebspatienten zumuten. Doch wie sieht es nach dem Abschluss der Behandlung aus? Bei gut verheilten Operationsnarben und gutem Allgemeinzustand steht dem Ferienflug oder dem Familienbesuch meist nichts im Weg. Patienten, deren Operation erst wenige Wochen zurück liegt, sollten sich jedoch gedulden: nach einem Eingriff in die Bauchhöhle oder den Brustraum einige Wochen nach Rücksprache mit den Ärzten, und sechs Monate oder mehr nach einem Eingriff am Schädel.

  • Wie lange man nach einer Operation warten sollte und ob Einschränkungen der Flugreisetauglichkeit vorliegen, können am besten die behandelnden Ärzte klären. Auch die Medizinischen Dienste vieler Fluggesellschaften oder Flughäfen helfen weiter.

Wer ganz sicher gehen will, muss vor dem Flug vom Medizinischen Dienst der Fluggesellschaft beurteilen lassen, ob tatsächlich Flugreisetauglichkeit besteht. Ansonsten kann es passieren, dass die Fluggesellschaft die Mitreise nicht gestattet. Kommt es tatsächlich zu einem Zwischenfall während des Fluges, ist man schlimmstenfalls sogar zur Zahlung von Folgekosten verpflichtet.
Ein international einheitliches Formular für die Bestätigung der Flugreisetauglichkeit kann man beispielsweise über das Reisebüro oder auf den Internetseiten der Fluggesellschaft beziehen. Der behandelnde Arzt muss dieses "MEDA-Formblatt" vor dem Flug ausfüllen und an den Flugmedizinischen Dienst weiterleiten.
Wer chronisch krank oder langfristig eingeschränkt ist und häufiger fliegt, kann sich eine sogenannte FREMEC-Karte ausstellen lassen. Die Abkürzung steht für "Frequent Traveller's Medical Card". So muss man sich nicht für jeden Flug erneut die Flugreisetauglichkeit bescheinigen lassen.

Drucksenkung im Flugzeug: Welche Probleme können auftreten?

Luftdruck im Flugzeug

Durch Veränderungen oder Schwankungen des Luftdrucks während des Fluges kann sich der Darm aufblähen. Auch Stomabeutel können sich ausdehnen. Auf Silikonimplantate haben solche Schwankungen keinen Einfluss.

Durch die Drucksenkung im Flugzeug dehnen sich Gase und Körperflüssigkeiten aus. Dies belastet frische Narben und kann Unwohlsein hervorrufen. Wurde im Rahmen einer Untersuchung oder Behandlung Gas in den Bauchraum eingeleitet, sollte es restlos entwichen sein. Ob das der Fall ist, lässt sich per Ultraschall kontrollieren.
Am Brustkorb operierte Patienten sollten sich darüber hinaus erkundigen, ob bei ihnen die Gefahr eines sogenannten Pneumothorax besteht: Luft kann wegen der Druckschwankungen zwischen die beiden Schichten des Brustfells eindringen und die Lunge zusammendrücken.
Nach Eingriffen im Schädel, bei Hirntumoren oder -metastasen können die Druckschwankungen bei Start und Landung zu Schwellungen führen, die die Hirnfunktion beeinträchtigen oder zu Krampfanfällen führen.
Mit Silikon oder anderen Materialien gefüllte Implantate zur Brust- oder Hodenrekonstruktion machen heute in der Regel keine Schwierigkeiten mehr beim Fliegen.

Vorsicht ist auch bei Blutarmut geboten: Der Luftdruck in der Kabine wird meist so eingestellt, wie er den Bedingungen bei einem Aufenthalt in den Bergen entspräche. Für Gesunde ist das kein Problem, aber bei Patienten mit Blutarmut wird dann möglicherweise nicht genügend Sauerstoff im Körper transportiert. Auch hier gilt: Als Betroffener sollte man mit seinem Arzt Rücksprache halten und sich rechtzeitig mit der betreffenden Fluggesellschaft in Verbindung setzen. Eventuell ist vor einem Flug eine Bluttransfusion notwendig. Eine weitere Möglichkeit ist es, während des Flugs zusätzlichen Sauerstoff einzuatmen. Das Mitführen einer Sauerstoffflasche muss man jedoch vorher genehmigen lassen.

Fliegen mit einem Stoma?

Was gilt, wenn man nach einer Krebsbehandlung mit einem künstlichen Blasen- oder Darmausgang, einem sogenannten Stoma, lebt? In diesem Fall sollte man sich vor Reiseantritt über eine geeignete Kurzversorgung informieren: Für Flüge werden spezielle Beutel angeboten, die weniger empfindlich auf Druckschwankungen reagieren und sich entlüften lassen. Für Fragen bei den Flughafenkontrollen kann ein Dokument hilfreich sein, das in verschiedenen Sprachen über das Stoma und die Notwendigkeit der Versorgung aufklärt.
Informationen und Erfahrungsberichte zum Thema "Stoma und Reisen" erhalten Betroffene zum Beispiel von der ILCO (www.ilco.de), der Selbsthilfeorganisation für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs, Stichwort "Infos & Literatur", dann "Infomaterial".

Port, Stents, Implantate: Alarm bei der Kontrolle

Was gilt für Implantate im Körper, wie zum Beispiel implantierbare Port-Systeme oder Stents? Sie können bei den Kontrollen an Flughäfen Alarm auslösen. Auch operativ stabilisierte Knochenmetastasen werden aufgrund der verwendeten Materialien unter Umständen bemerkt. Zur Sicherheit kann man sich als Betroffener das Vorliegen des Implantats bescheinigen lassen. Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte. Für manche Implantate existieren sogenannte "Patienten-ID-Karten". Sie enthalten Angaben über das Implantat sowie über Zeitpunkt und Ort der Einsetzung.

Urlaub als Patient: Allgemeine Aspekte und rechtliche Fragen

Möchte man als Krebspatient in den Urlaub fahren, Familie oder Freunde besuchen oder aus anderen Gründen kurz verreisen? Dann stellt sich auch folgende Frage: Ist man "fit" genug für die Belastungen einer Reise? Eine pauschale Antwort ist hier nicht möglich. Zu berücksichtigen sind außerdem die notwendige Behandlungen, zum Beispiel die Medikamente, die man einnehmen muss. Für die Risikoabschätzung sollte man wissen, wie gut das Immunsystem und der Schutz vor Keimen funktionieren. Auch das Reiseziel kann eine wichtige Rolle spielen. All diese Punkte sollten Betroffene bereits während der Reiseplanung berücksichtigen und mit den behandelnden Ärzten besprechen.

Urlaub während einer Krankschreibung?

Darf man überhaupt wegfahren, während man krankgeschrieben ist? Berufstätige Patienten, die krankgeschrieben sind und trotzdem in Urlaub oder für einen Besuch wegfahren möchten, sollten ihre Ärzte und die Krankenkasse darauf ansprechen und auch den Arbeitgeber informieren. Der Arzt sollte eine Bescheinigung ausstellen, dass die geplante Reise den Heilungsverlauf nicht verzögern wird.
Wer ins Ausland reist und Krankengeld bekommt, muss die Reise vorab mit der Krankenkasse besprechen, um den Leistungsanspruch nicht zu gefährden.

Mit dem Arbeitgeber kann man klären, wie sich die Krankschreibung auf verbleibende Urlaubsansprüche auswirkt.

Versichert oder nicht?

Zum Weiterlesen

Was gilt, wenn man innerhalb Deutschlands während eines Urlaubs zum Arzt muss? Die Krankenversicherung gilt deutschlandweit. Haben gesetzlich versicherte Krebspatienten während eines Urlaubs in Deutschland gesundheitliche Probleme, sind sie mit ihrer Versicherungskarte ("Chipkarte") zum Besuch von Ärzten vor Ort berechtigt. Bei Notfällen können Krankenhäuser und Notdienste genauso wie zuhause aufgesucht werden.

Was gilt, wenn man während eines Aufenthaltes im Ausland zum Arzt muss? Auslandsaufenthalte sollte man gut planen: In welchen anderen Ländern die deutsche Krankenversicherung die Behandlungskosten übernimmt und wo dabei zum Beispiel Vorauskasse üblich ist, erfahren Betroffene vorab von ihrer Kasse. Fragen sollte man vor allem vor Reisen in Länder außerhalb der EU. Hier erstatten die gesetzlichen Krankenkassen mit wenigen Ausnahmen keine Behandlungskosten.

Übernimmt die Kasse die Kosten in dem entsprechenden Land? Dann sollte man auf jeden Fall das Kärtchen der Krankenkasse mitnehmen. Auf der Rückseite ist bei gesetzlich Versicherten die "Europäische Krankenversicherungskarte" ausgewiesen, kurz "EHIC". Ist das nicht der Fall, kann man sich ersatzweise von seiner Krankenkasse eine Anspruchsbescheinigung ausstellen lassen. Bei privaten Versicherungen und privaten Auslandskrankenversicherungen als Zusatzversicherung gilt ausschließlich der jeweilige Vertrag. So gibt es beispielsweise häufig Klauseln: Sie schließen die Behandlungskosten für schon bei Reiseantritt bekannte Erkrankungen aus.
Man sollte sich daher rechtzeitig vor der Reise informieren, ob und welche Kosten übernommen werden.

Kann man aufgrund seiner Vorerkrankung keine private Zusatzversicherung für eine Auslandsreise abschließen? In diesem Fall kann die gesetzliche Krankenkasse auch solche Behandlungskosten übernehmen- aber nur auf Antrag. Und man muss damit rechnen, dass nur Kosten erstattet werden, wie sie auch bei der Behandlung in Deutschland anfallen würden. Eine Zuzahlung, die man selbst leisten muss, ist also nicht ausgeschlossen.

Welche Voraussetzungen für die Kostenübernahme erfüllt sein müssen, listet das Bundesministerium für Gesundheit unter www.bmg.bund.de/krankenversicherung/leistungen/auslandsversicherungsschutz.html auf. Dort finden Interessierte auch eine Liste mit Ländern, die die deutschen Versicherungsregeln mittragen, sowie weitere Informationen zum Thema Versicherungsschutz im Ausland.

  • Mehr Informationen sowie Merkblätter zum Thema Urlaub im Ausland stellt auch die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland bereit (DVKA, www.dvka.de/oeffentlicheSeiten/DVKA.htm).

Gute Planung wichtig

Wie kann man sich vorbereiten, wenn man trotz eingeschränkter Gesundheit wegfahren möchte? Für alle Fälle sollte man Kopien wichtiger Dokumente mit sich führen. Dazu gehören:

  • Telefonnummer und Adresse des behandelnden Arztes für Rückfragen
  • Arztbrief oder Befundauskunft, in der die Diagnose, die aktuellen Befunde und die aktuelle Behandlung dokumentiert sind
  • Liste der derzeit verwendeten Arzneimittel und ihre Dosierung, auch die Beipackzettel
  • Liste der Hilfsmittel, die man im Urlaub eventuell noch benötigt, vor allem für Verbrauchsmaterial wie etwa Stomabeutel, Kontinenzhilfen oder Verbandsmaterial

Bei Reisen ins Ausland ist es unter Umständen sogar sinnvoll, den Arzt um eine Zusammenfassung in englischer Sprache zu bitten. Eine solche Übersetzung muss man allerdings meist selbst bezahlen.

Ein Tipp: Ist absehbar, dass man während des Urlaubs eine Behandlung benötigen könnte? Dann ist es sinnvoll, bereits vor Antritt der Reise einen Arzt oder eine Ambulanz am Urlaubsort zu suchen und diese gegebenenfalls sogar vorab zu informieren.

Medikamente im Urlaub: Für ausreichend Vorrat sorgen

Welche Medikamente bei Reisen eingepackt werden sollten, richtet sich nach der jeweiligen Therapie und muss in jedem Fall mit den behandelnden Ärzten besprochen werden. Das letzte Rezept vor der Abreise sollte zudem nicht nur für einen ausreichenden Vorrat für den Urlaub sorgen, sondern auch die ersten Tage nach der Rückkehr abdecken. Bei der Einnahme einiger Krebsmittel ist es notwendig, Blutwerte oder das Auftreten möglicher Nebenwirkungen zu kontrollieren. Hier sollte man vorab klären, ob Kontrollen während der Urlaubszeit notwendig sind und ob ein Arzt am Urlaubsort diese übernehmen kann. Gegebenenfalls sollte man Unterlagen zur Diagnose und zu den letzten Befunden mitnehmen. Auch hier helfen die behandelnden Ärzte mit Informationen weiter.

Wichtig bei Medikamenten ist zudem ein kurzer Check: Vertragen die notwendigen Arzneimittel auch Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit? Kann notfalls auf ein weniger empfindliches Präparat gewechselt werden?

Beipackzettel gehören mit ins Handgepäck

Beipackzettel im Gepäck

Neben einem ausreichenden Vorrat an Medikamenten sollten Patienten auch Beipackzettel im Handgepäck haben.

Mit ins Handgepäck sollten nicht nur alle Medikamente, sondern auch die Beipackzettel. Im Notfall kann man sich damit zumindest viele rezeptfreie Medikamente beschaffen: Die Arzneimittelinformationen enthalten Angaben über die enthaltenen Substanzen in international gültiger Form. Ist das gewohnte Präparat im Urlaubsland nicht zugelassen oder müsste erst importiert werden, kann der Apotheker eventuell ein anderes Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoff empfehlen.

Besondere Bestimmungen gelten für die Mitnahme von rezeptpflichtigen Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wie etwa Morphine. Ärzte können die notwendigen Informationen und Formulare für entsprechende Bescheinigungen für ihre Patienten bei der Bundesopiumstelle erhalten: unter www.bfarm.de, Stichwort "Bundesopiumstelle", dann "Betäubungsmittel", "Reisen mit Betäubungsmitteln".
Für Länder, mit denen kein Abkommen zu Betäubungsmitteln besteht, empfiehlt sich eine englischsprachige Bescheinigung (ebenfalls von der Bundesopiumstelle oder zum Beispiel unter www.schmerzliga.de, Stichwort "Service", dann "Downloads"). Außerdem kann es sinnvoll sein, vorab die Rechtslage bei der jeweiligen Botschaft in Deutschland zu klären.

Sonnenbaden, Schwimmen: Hautschutz ist wichtig

Zum Weiterlesen

Was gehört zu einem guten Sonnenschutz? Mehr im Text "UV-Strahlung"

So ein Sommerurlaub kann ganz schön anstrengend sein: Sonne und Hitze belasten den Kreislauf. Für Patienten, denen viele Lymphknoten entfernt oder bestrahlt wurden, kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Ungewohnte Temperaturen stehen im Verdacht, einen Lymphstau oder ein Lymphödem zu begünstigen. Die bei einem Lymphödem gespannte Haut reagiert empfindlich auf UV-Strahlen. Der Spaziergang in der Mittagssonne sollte also tabu und ein guter Sonnenschutz selbstverständlich sein. Allgemein gilt ein Winterurlaub oft als erholsamer für den Körper. Aber auch er kann mit dem Wechsel von Sonne, Kälte und geheizten Räumen eine Belastung darstellen.

Zum Weiterlesen

Insbesondere bestrahlte Haut sollte nicht oder zumindest nicht ungeschützt der Sonne, großer Hitze oder Kälte ausgesetzt werden. Auch einige Zytostatika und andere Medikamente machen die Haut zeitweise lichtempfindlicher. Solange eine Behandlung noch andauert, ist es am besten, allen potenziellen Hautreizungen von vornherein aus dem Weg zu gehen. Ob ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor gut vertragen wird, kann man - nach Abschluss der Behandlung - schon einige Zeit vor dem geplanten Urlaub testen. Nach einer Radiotherapie reagieren viele Patienten auch empfindlich auf Chlor- oder Meerwasser. Ob hier eine fettende Creme als Schutz hilft, sollte man mit dem Arzt besprechen.

Thermalbäder, Fango, Moorpackungen, Sauna

Bei Thermal- oder Moorbädern gibt es für Krebspatienten ebenfalls einige Einschränkungen. Sie werden meist von entsprechenden Kurorten in der Information über die Heilanzeigen aufgeführt. Außerdem kann man sich bei den Kurverwaltungen erkundigen. Berücksichtigen sollte man etwa die Wirkung der Wärme auf den Kreislauf.

Was ist mit der Befürchtung, die allgemeine Umstellung der Körperfunktionen bei Thermalbädern könne eine Tumorerkrankung beschleunigen oder wieder ausbrechen lassen? Sie ist unbegründet. Hat der behandelnde Arzt keine Einwände, kann die Badekur ohne Sorge genossen werden.

Impfen und Hygiene: Infektionen kann man vorbeugen

Behandlungen bei Krebs können das Immunsystem von Patienten zeitweise stark einschränken, vor allem Chemotherapie und Bestrahlung. Das macht den Körper anfälliger für Infektionen, zu Hause und auch unterwegs. Schutzimpfungen und Hygienemaßnahmen verringern das Risiko von Infektionen.
Welche Impfungen für welche Länder empfohlen werden und wie man sich als Patient in großen Menschenmengen oder Ländern mit ungünstigen hygienischen Bedingungen schützen kann, sollte man vor Reisebeginn mit den behandelnden Ärzten besprechen.

Impfen bei Krebs

Impfen trotz Krebs

Krebspatienten haben oft eine geschwächte Immunabwehr. Sie sollten sich daher gegen die häufigeren Infektionskrankheiten impfen lassen.

Früher galt nach einer Krebserkrankung eine Wartezeit von zwei Jahren vor einer erneuten Impfung. Diese pauschale Empfehlung geben Experten heute nicht mehr: Auch für Krebspatienten ist es möglich, notwendige Impfungen durchführen oder auffrischen zu lassen. Dabei sollten Patienten einen möglichst umfassenden Impfschutz anstreben. Damit ist nicht nur die Vorbeugung von Tropenkrankheiten gemeint. Wichtig ist auch die Prophylaxe von Infektionen, mit denen man jederzeit konfrontiert werden kann, auch zu Hause. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) betont: Gerade für Menschen mit schweren und chronischen Erkrankungen stellen Infektionen ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar.
Ob eine empfohlene Impfung noch während der Krebsbehandlung, erst einige Monate später oder nur mit größerem Abstand möglich ist, muss individuell mit den behandelnden Ärzten geklärt werden.

Welche Faktoren sprechen gegen eine Impfung? Allgemeine Impfhindernisse sind etwa ein sehr schlechter Allgemeinzustand, Unverträglichkeitsreaktionen bei früheren Impfungen oder verschiedene Begleiterkrankungen. Kann ein Krebspatient aufgrund seines Zustandes nicht geimpft werden, sollte das Risiko einer Reise mit den behandelnden Ärzten intensiv besprochen werden. In jedem Fall sollten die Angehörigen und Freunde des Krebspatienten auf einen ausreichenden Impfschutz achten, um ihn nicht durch eine Ansteckung zu gefährden.
Grundsätzlich empfiehlt die STIKO allen Erwachsenen, ihren Impfschutz regelmäßig überprüfen zu lassen. Die Krebserkrankung eines Angehörigen kann dazu ein Anlass sein. Wie sich Patienten und gesunde Menschen durch Impfungen vor Infektionskrankheiten schützen können, zeigt auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.impfen-info.de.

Mit Hygiene gegen Viren: Gefährliche Krankheiten vermeiden

Neben einem ausreichenden Impfschutz sollten Krebspatienten zu Hause und auch unterwegs auf gute Hygiene achten: Bereits einfache Maßnahmen können helfen, den Körper vor Viren und anderen Krankheitserregern zu schützen. So lässt sich einigen Krankheiten vorbeugen, die besonders bei geschwächtem Immunsystem ein hohes Risiko darstellen würden. Welche einfachen Hygienemaßnahmen im Alltag und auf Reisen vor Infektionen schützen, erläutert der Arzt.
Im Internet bieten das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Informationen unter www.wirgegenviren.de. Zu den wichtigen Hygienetipps zählt unter anderem das regelmäßige Händewaschen, insbesondere nach dem Toilettengang und vor dem Zubereiten von Speisen. Reisende mit schlechter Immunabwehr sollten im Ausland zudem auf ihre Nahrung achten und möglichst den direkten Kontakt zu einheimischen Tieren und zum Beispiel Pflanzen und der Umwelt meiden.

Privater Urlaub: Kein Ersatz für eine "Reha"

Zum Weiterlesen

Ein Urlaub nach der Krebstherapie kann für Betroffene erholsam sein. Einen Ersatz für eine stationäre Rehabilitation (Reha) oder Anschlussrehabilitation bietet er aber nicht.
Sowohl die Rehabilitation als auch die Anschlussrehabilitation dienen der körperlichen, geistigen und seelischen Genesung im Anschluss an die Therapie. Sie sollen Krebspatienten nach der Behandlung helfen, sich wieder in ihrem gewohnten Alltag einzufinden. Ist ein Patient durch seine Erkrankung zum Beispiel langfristig beeinträchtigt? Dann kann ihm die Reha helfen, sich an die neuen Lebensumstände anzupassen. Bei berufstätigen Patienten wird die Rückkehr in den Beruf unterstützt. Ausführliche Informationen zum Thema Rehabilitation finden sich auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit unter www.bmg.bund.de/krankenversicherung/leistungen/rehabilitation.html.

Fachliteratur: Quellen und Linktipps für Interessierte und Fachleute (Auswahl, Stand 2/2015)

Zum Weiterlesen

Fragen zu Krebs? Wir sind für Sie da: täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 - 420 30 40, per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de. Mit einem Klick gelangen Sie zu unserem Kontaktformular. Es bietet Ihnen eine gesicherte Verbindung für Ihre Anfrage.

Auf unseren Internetseiten bieten wir weitere Informationen zum Thema:

Linktipps:
Sollte der behandelnde Arzt für die Fahrtauglichkeit eine Überprüfung der Reaktionsfähigkeit für erforderlich halten, kann man sich zur Leistungstestung an akkreditierte Begutachtungsstellen für Fahreignung wenden. Adressen finden sich bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt, www.bast.de), dann weiter in der Navigationsleiste unter "Verhalten und Sicherheit", "Qualitätsbewertung", "Begutachtung".

Adressen sowie Merkblätter zum Thema Urlaub im Ausland stellt die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland unter www.dvka.de/oeffentlicheSeiten/UrlaubAusland/UrlaubAusland.htm bereit.

Hintergrundinformationen zum Thema Rehabilitation sowie Auskünfte über die Versicherungslage im Ausland bietet das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Internetseite unter www.bmg.bund.de.

Informationen zur Grippeimpfung und vielen weiteren Impfungen finden sich auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI): www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/ImpfungenAZ_node.html.

Hygienehinweise für Reisende finden sich im Merkblatt des Auswertigen Amts für "Krankheitsprävention und Hygiene im Ausland". Die Datei kann im PDF unter www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/333284/publicationFile/3260/AllgemeineHinweise.pdf heruntergeladen werden.

Für Interessierte und Fachkreise: Linktipps und Quellen

Für Berufsgruppen, die sich unter fachlichen Gesichtspunkten für das Thema interessieren, bietet krebsinformationsdienst.med Unterstützung bei Recherchen und Fragen: am Telefon unter 0800 - 430 40 50, Montag bis Freitag von 8.00 bis 20.00 Uhr, oder per E-Mail an kid.med@dkfz.de (beim Klick auf den Link öffnet sich ein datensicheres Formular).

Gesetze und Verordnungen
Gesetze und Verordnungen sind abrufbar unter www.gesetze-im-internet.de. Für die Erstellung dieses Textes hat der Krebsinformationsdienst vor allem auf folgende Gesetztestexte zurückgegriffen:

Richtlinien, Leitlinien, Fachgesellschaften
Die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Krankenfahrten, Krankentransportleistungen und Rettungsfahrten, kurz "Krankentransport-Richtlinien", sind abrufbar beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter www.g-ba.de/informationen/richtlinien/25.

Leitlinien deutscher Fachgesellschaften finden sich auf den Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (www.awmf.org/leitlinien.html), darunter zum Beispiel die Leitlinie "Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE)".

Die "Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung", Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), Bergisch Gladbach, gültig ab 01. Mai 2014, ist abrufbar unter www.bast.de/DE/FB-U/Fachthemen/BLL/Begutachtungsleitlinien-2014.pdf.

Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (International Air Transport Association, IATA) informiert in englischer Sprache unter www.iata.org. Sie gibt regelmäßig ein medizinisches Manual heraus. Die aktuelle Version ist abrufbar unter www.iata.org/publications/Pages/medical-manual.aspx.

Als Quelle für Aussagen zu Medikamenten hat der Krebsinformationsdienst aktuelle Fachinformationen der Hersteller herangezogen (über www.fachinfo.de für Fachkreise zugänglich), weiter Arzneimittelinformationen in deutschen Datenbanken (vor allem www.pharmnet.bund.de), aktuelle Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte unter www.bfarm.de sowie die Informationen der EU-Arzneimittelbehörde EMA unter www.ema.europa.eu/ema/. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) wird in Deutschland regelmäßig beauftragt, den Zusatznutzen neuer Medikamente bzw. den von Weiterentwicklungen zu beurteilen. Die entsprechenden Berichte sind abrufbar unter www.iqwig.de, im Bereich "Projekte & Ergebnisse".

Informationen über die Sicherheit von Impfstoffen und Impfungen stellt das Paul-Ehrlich-Institut unter www.pei.de/cln_092/nn_163024/DE/infos/patienten/impfstoffe-impfungen/impfstoffe-impfungen-node.html bereit.

Die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut sind abrufbar unter www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/KRINKO/krinko_node.html.

Übersichtsarbeiten und Fachartikel
Die im Folgenden aufgeführten Artikel stellen eine Auswahl genutzter Quellen und Hintergrundinformationen dar. Fachveröffentlichungen liegen überwiegend in englischer Sprache vor, sie richten sich an vorinformierte Leser und sind meist nur über wissenschaftliche Bibliotheken oder kostenpflichtige Onlinedienste zugänglich. Hilfestellung bei der Suche bietet der Krebsinformationsdienst auch in einem Informationsblatt (PDF) zum Laden und Ausdrucken.

Siedenburg J. Flugreisetauglichkeit nach chirurgischen Eingriffen und während der Schwangerschaft - Beratung für eingeschränkt flugtaugliche Patienten. Flug u Reisemed. 2014; 21(3): 125-132. doi: 10.1055/s-0034-1384208.

Perdue C, Noble S. Foreign travel for advanced cancer patients: a guide for healthcare professionals. Postgrad Med J. 2007; 83(981):437-44. doi: 10.1136/pgmj.2006.054593.

Zurück zur Übersicht