1. Hauptnavigation
  2. Navigation des Hauptbereiches
  3. Inhalt der Seite
Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes KID, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg.

Wir beantworten Ihre FragenGerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de
Reisen: Unterwegs mit dem Auto © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Autofahren, Fliegen, Urlaub: Wann ja, wann nein?

Viele Krebspatienten verbringen Wochen in der Klinik. Für andere Betroffenen ist während oder kurz nach einer ambulanten Behandlung aber auch ein Stück normaler Alltag möglich. Dazu gehören Besuche, kleine und größere Reisen oder einfach nur die Autofahrt zum nächsten Supermarkt. Aber dürfen Krebspatienten selbst hinters Steuer? Woran müssen sie vor einer Urlaubsreise denken? Was sollten sie unbedingt im Reisegepäck mitführen, selbst wenn nur ein Besuch bei Verwandten in der Nachbarstadt geplant ist?

Antworten auf die wichtigsten Fragen hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengefasst. Ebenfalls aufgeführt und nach Möglichkeit verlinkt sind wichtige Ansprechpartner und die genutzten Quellen.
Der Text richtet sich mit Hintergrundinformationen an Krebspatienten während oder kurz nach einer Therapie. Betroffene sollten Fragen zur Fahrtüchtigkeit oder geplante Reisen jedoch immer auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen. Informationen aus dem Internet können dies nicht ersetzen.

Autofahren und Krebs: Als Patient ans Steuer?

Viele Krebspatienten werden heute ambulant behandelt. Dank moderner Therapieverfahren hat sich auch die Lebensqualität vieler Betroffener verbessert, früher gefürchtete Nebenwirkungen können zudem häufig gelindert werden. Damit steigt meist das Bedürfnis, trotz der Erkrankung so viel wie möglich vom normalen Alltag zu bewahren. Für viele Menschen gehört dazu das Autofahren. Schnell zum Einkaufen, zum Arzt oder gar in den Kurzurlaub - geht das mit dem Auto?

Ob Krebspatienten selbst fahren dürfen, bestimmt ihr körperlicher und geistiger Zustand sowie die Frage, ob ihre Medikamente die Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Das ist zum Beispiel bei manchen Schmerzmitteln oder Mitteln gegen Übelkeit der Fall. Ärzte sind verpflichtet, ihre Patienten auf entsprechende Nebenwirkungen der Behandlung hinzuweisen. Aber Achtung: Wer sich nicht auch selbst informiert und trotz Einschränkungen fährt, riskiert, dass die Autoversicherung im Schadensfall nicht für die Kosten aufkommt. Bei Bedarf an solchen Medikamenten kann der Hausarzt die Fahrtüchtigkeit attestieren oder den Kontakt zu einem für die Prüfung befähigten Arzt vermitteln. Diese Untersuchung muss unter Umständen selbst bezahlt werden. Für jemanden, der beruflich Auto fährt oder gar Personen befördert, ist die so genannte Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) von besonderer Bedeutung.

Attest für Schmerzmittel

Patienten, die starke Schmerzmittel einnehmen, sollten sich vom Arzt ein Attest über ihre Fahrtauglichkeit ausstellen lassen.

Die Rahmenbedingungen der Fahrtauglichkeit während einer Erkrankung nennt unter anderem die "Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr", kurz Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Sie führt im §14 Die Einnahme von Betäubungsmitteln ausdrücklich als Beispiel für mögliche Einschränkungen auf (www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/index.html). Zwar ist selbst das Autofahren unter opioidhaltigen Schmerzmitteln ("Morphinen") nicht mehr generell untersagt. Das Fahren unter dem Einfluss von Schmerzmitteln, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, ist Autofahrern aber nur dann erlaubt, wenn ein dazu qualifizierter Arzt die Fahrtüchtigkeit ausdrücklich bescheinigt. Die Medikamente müssen als medizinisch notwendig attestiert sein. Patienten sollten deshalb einen "Opioid-Ausweis" mit sich führen. Diese Bescheinigung gibt es für verschiedene Reiseländer in jeweils angepassten Fassungen, mehr dazu zum Beispiel unter www.schmerzliga.de, Stichwort "Downloads".

Auch nach Schädeloperationen, bei Hirntumoren oder Hirnmetastasen gehen Experten pauschal von einer zeitweilig eingeschränkten Fahrtüchtigkeit aus. Auch solche Patienten sollten sich daher vor Fahrtantritt unbedingt mit ihren Ärzten in Verbindung setzen, auch um bei einem etwaigen Unfall nicht ihren Versicherungsschutz zu riskieren.

  • Achtung: Viele Bestimmungen, die das Autofahren regeln, gelten streng genommen auch für andere Transportmittel, also zum Beispiel das Fahrrad.

Bahn- und Busfahrten, längere Autotouren als Beifahrer: Auf Bewegung achten

Bei längeren Fahrten helfen Pausen mit etwas Bewegung nicht nur dem Kreislauf, sie schützen auch vor Thrombosen. Diese kleinen Blutgerinnsel verstopfen Venen und behindern den Blutfluss. Sie können bei langem Stillsitzen auftreten, vor allem in den Beinvenen. Viele Krebspatienten tragen ein besonderes Risiko, aufgrund der Tumorerkrankung selbst, aufgrund ihres eingeschränkten Gesundheits- oder Ernährungszustandes oder infolge der Einnahme bestimmter Medikamente. Ob deshalb etwa Kompressionsstrümpfe zur Vorbeugung getragen werden sollten oder gerinnungshemmende Medikamente notwendig werden, können die behandelnden Ärzte beurteilen. Patienten, bei denen ein Lymphödem auftreten könnte, sollten Sitzpositionen mit Behinderung des Lymphabflusses oder längere einseitige Belastungen vermeiden. Diese können zum Beispiel in der Bahn, im Auto, Bus oder Flugzeug entstehen.

Krankentransport bei ambulanter Behandlung

Befürchten Patienten, aufgrund ihres eingeschränkten Gesundheitszustandes längere Fahrten zu einer ambulanten Behandlung nicht selbständig meistern zu können, sollten sie mit ihren Ärzten darüber sprechen. Gemeinsam mit der Krankenversicherung lässt sich abklären, ob die Kosten für einen sogenannten Krankentransport übernommen werden. Wann dies der Fall ist, regelt für gesetzlich Versicherte eine Richtlinie, mehr dazu beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter www.g-ba.de/informationen/richtlinien/25.

Flugreisen und Krebs: Nach der Operation nicht gleich abheben

Eine Flugreise werden sich die meisten Krebspatienten während einer anstrengenden Therapie wohl nicht zumuten. Doch wie sieht es nach dem Abschluss der Behandlung aus? Bei gut verheilten Operationsnarben und gutem Allgemeinzustand steht dem Ferienflug meist nichts im Weg. Patienten, deren Operation erst wenige Wochen zurück liegt, sollten sich jedoch gedulden: mindestens zwei bis sechs Wochen nach einem Eingriff in die Bauchhöhle oder den Brustraum, und sogar sechs Monate nach einem Eingriff am Schädel. Ob Einschränkungen der Flugtauglichkeit vorliegen, können am besten die behandelnden Ärzte klären. Auch die Flugmedizinischen Dienste vieler Fluggesellschaften oder Flughäfen helfen weiter.

Luftdruck im Flugzeug

Durch Veränderungen oder Schwankungen des Luftdrucks während des Fluges kann sich der Darm aufblähen. Auch Stomabeutel können sich ausdehnen. Auf Silikon-implantate haben solche Schwankungen keinen Einfluss.

Welche Probleme können auftreten? Durch die Drucksenkung im Flugzeug dehnen sich Darmgase und Körperflüssigkeiten aus. Dies belastet frische Narben und kann Unwohlsein hervorrufen. Am Brustkorb operierte Patienten sollten sich darüber hinaus erkundigen, ob bei ihnen die Gefahr eines sogenannten Pneumothorax besteht: Luft kann zwischen die beiden Schichten des Brustfells eindringen und die Lunge zusammendrücken. Nach Eingriffen im Schädel, bei Hirntumoren oder -metastasen können Druckschwankungen bei Start und Landung zu Schwellungen führen, die die Hirnfunktion beeinträchtigen oder zu Krampfanfällen führen. Mit Silikon oder anderen Materialien gefüllte Implantate zur Brust- oder Hodenrekonstruktion machen heute in der Regel keine Schwierigkeiten mehr beim Fliegen.

Fliegen mit einem Stoma?

Patienten, die nach einer Krebsbehandlung mit einem künstlichen Blasen- oder Darmausgang, einem sogenannten Stoma, leben, sollten sich vor Reiseantritt über eine geeignete Kurzversorgung informieren: Für Flüge werden spezielle Beutel angeboten, die weniger empfindlich auf Druckschwankungen reagieren und sich entlüften lassen. Informationen und Erfahrungsberichte zum Thema "Stoma und Reisen" erhalten Betroffene zum Beispiel von der ILCO (www.ilco.de), der Bundesvereinigung für Menschen mit einem Stoma oder Darmkrebs, Stichwort "Infos &Literatur, dann "Infomaterial".

Implantate: Alarm bei der Kontrolle

Trägt ein Krebspatient Implantate im Körper, wie zum Beispiel implantierbare Port-Systeme oder Stents, können diese bei Kontrollen an Flughäfen Alarm auslösen. Auch operativ stabilisierte Knochenmetastasen werden aufgrund der verwendeten Materialien unter Umständen bemerkt. Zur Sicherheit können sich die betroffenen Patienten das Vorliegen des Implantats bescheinigen lassen. Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte. Für manche Implantate existieren sogenannte "Patienten-ID-Karten". Sie enthalten Angaben über das Implantat sowie über Zeitpunkt und Ort der Einsetzung.

Privater Urlaub: Kein Ersatz für eine "Reha"

Ein Urlaub nach der Krebstherapie kann für Betroffene erholsam sein. Ein Ersatz für eine stationäre Rehabilitation (Reha) oder Anschlussrehabilitation bietet er aber nicht. Sowohl die Rehabilitation als auch die Anschlussrehabilitation dienen der körperlichen, geistigen und seelischen Genesung im Anschluss an die Therapie. Sie sollen Krebspatienten nach der Behandlung helfen, sich wieder in ihrem gewohnten Alltag einzufinden. Ist ein Patient durch seine Erkrankung zum Beispiel langfristig beeinträchtigt, hilft ihm die Reha, sich an die neuen Lebensumstände anzupassen. Bei berufstätigen Patienten wird die Rückkehr in den Beruf unterstützt. Ausführliche Informationen zum Thema Rehabilitation finden sich auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit unter www.bmg.bund.de/krankenversicherung/leistungen/rehabilitation.html

Ob eine stationäre oder ambulante Rehabilitation nach einer Krebsbehandlung im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen Patienten am besten noch in der Klinik mit den behandelnden Ärzten. Sie können gemeinsam mit den Kliniksozialdiensten bei Bedarf alles Notwendige veranlassen, zum Beispiel die Antragstellung oder den Kontakt zur Krankenversicherung, unter Umständen auch zur Rentenversicherung. Für ambulant behandelte und gesetzlich versicherte Patienten ohne Kontakt zu einem Kliniksozialdienst sind die Servicestellen REHA Ansprechpartner. Die Adresse der zuständigen Stelle nennt die Krankenkasse.   

Urlaub als Patient: Allgemeine Aspekte und rechtliche Fragen

Möchte ein Krebspatient in den Urlaub fahren, stellt sich die Frage, ob er "fit" genug für die Belastungen einer Reise ist. Die Antwort ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Zu berücksichtigen sind unter anderem die Behandlungsart, welche Medikamente ein Patient einnehmen muss und wie gut sein Immunsystem funktioniert. Auch das Reiseziel kann eine wichtige Rolle spielen. All diese Punkte sollten Betroffene bereits während der Reiseplanung berücksichtigen und mit den behandelnden Ärzten besprechen.

Darf man überhaupt wegfahren, während man krankgeschrieben ist? Berufstätige Patienten, die krankgeschrieben sind und trotzdem wegfahren möchten, sollten ihre Ärzte oder Krankenkassen sicherheitshalber auf den geplanten Urlaub ansprechen und auch den Arbeitgeber informieren. Welche Konsequenzen eine Krankschreibung auf den verbleibenden Urlaubsanspruch im jeweiligen Kalenderjahr hat, sollte ebenfalls erfragt werden.

Versichert oder nicht?

Zum Weiterlesen

Haben gesetzlich versicherte Krebspatienten während eines Urlaubs in Deutschland gesundheitliche Probleme, sind sie mit ihrer Versicherungskarte ("Chipkarte") zum Besuch von Ärzten am Ferienort berechtigt. Bei Notfällen können auch Krankenhäuser und Notdienste aufgesucht werden.

Auslandsaufenthalte sollte man gut planen: In welchen anderen Ländern die deutsche Krankenversicherung die Behandlungskosten übernimmt und wo dabei zum Beispiel Vorauskasse üblich ist, erfahren Betroffene vorab von ihrer Kasse. Fragen sollte man vor allem vor Reisen in Länder außerhalb der EU. Hier erstatten die gesetzlichen Krankenkassen mit wenigen Ausnahmen keine Behandlungskosten.

Eine Liste mit Ländern, die die deutschen Versicherungsregeln mittragen, sowie weitere Informationen zum Thema Versicherungsschutz im Ausland findet sich auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit unter www.bmg.bund.de/krankenversicherung/leistungen/auslandsversicherungsschutz.html. Mehr Informationen sowie Merkblätter zum Thema Urlaub im Ausland stellt auch die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA, www.dvka.de/oeffentlicheSeiten/DVKA.htm) bereit.

Bei privaten Versicherungen und privaten Auslandskrankenversicherungen als Zusatzversicherung gilt ausschließlich der jeweilige Vertrag. So gibt es beispielsweise häufig Klauseln, die die Behandlungskosten für schon bei Reiseantritt bekannte Erkrankungen ausschließen. Patienten sollten vor einer Reise daher nachfragen, ob und welche Kosten übernommen werden.

Medikamente im Urlaub: Für ausreichend Vorrat sorgen

Welche Medikamente bei Reisen eingepackt werden sollten, richtet sich nach der jeweiligen Therapie und muss in jedem Fall mit den behandelnden Ärzten besprochen werden. Das letzte Rezept vor der Abreise sollte zudem nicht nur für einen ausreichenden Vorrat für den Urlaub sorgen, sondern auch die ersten Tage nach der Rückkehr abdecken. Bei der Einnahme einiger Krebsmittel ist es notwendig, Blutwerte oder das Auftreten möglicher Nebenwirkungen zu kontrollieren. Hier sollten Patienten vorab klären, ob Kontrollen während der Urlaubszeit notwendig sind und ob ein Arzt am Urlaubsort dies übernehmen kann. Gegebenenfalls sollten an Unterlagen zur Diagnose und dem letzten Blutbild gedacht werden, auch hier helfen die behandelnden Ärzte.

Wichtig bei Medikamenten ist zudem ein kurzer Check: Vertragen die notwendigen Arzneimittel auch Hitze, Kälte und Feuchtigkeit? Kann notfalls auf ein weniger empfindliches Präparat gewechselt werden?

Beipackzettel gehören mit ins Handgepäck

Beipackzettel in Gepäck

Neben einem ausreichenden Vorrat an Medikamenten sollten Patienten auch Beipackzettel im Handgepäck mitführen.

Mit ins Handgepäck sollten nicht nur alle Medikamente, sondern auch die Beipackzettel. Im Notfall können sich Patienten damit zumindest viele rezeptfreie Medikamente beschaffen: Die Arzneimittelinformationen enthalten Angaben über die enthaltenen Substanzen in international gültiger Form. Ist das gewohnte Präparat im Urlaubsland nicht zugelassen oder müsste erst importiert werden, kann der Apotheker eventuell ein anderes Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoff empfehlen.  

Besondere Bestimmungen gelten für die Mitnahme von rezeptpflichtigen Medikamenten, die unter die Betäubungsmittelverordnung fallen, wie etwa Morphine. Ärzte können die notwendigen Informationen und Formulare für entsprechende Bescheinigungen für ihre Patienten bei der Bundesopiumstelle erhalten: unter www.bfarm.de, Stichwort "Betäubungsmittel/Grundstoffe", dann "Betäubungsmittel", Titel der Information "Reisen mit Betäubungsmitteln". Für Länder, mit denen kein Abkommen zu Betäubungsmitteln besteht, empfehlen sich eine englischsprachige Bescheinigung (ebenfalls von der Bundesopiumstelle oder zum Beispiel unter www.schmerzliga.de, Stichwort "Downloads"). Auch die Klärung der Rechtslage bei der jeweiligen Botschaft in Deutschland kann sinnvoll sein.

Sonnenbaden, Schwimmen: Hautschutz ist wichtig

So ein Sommerurlaub kann ganz schön anstrengend sein: Sonne und Hitze belasten den Kreislauf. Bei Patienten, denen viele Lymphknoten entfernt oder bestrahlt wurden, stehen ungewohnte Temperaturen  außerdem im Verdacht, einen Lymphstau oder ein Lymphödem zu begünstigen. Die bei einem Lymphödem gespannte Haut reagiert empfindlich auf  UV-Strahlen; der Spaziergang in der Mittagssonne sollte also tabu und ein guter Sonnenschutz selbstverständlich sein. Allgemein gilt ein Winterurlaub oft als erholsamer für den Körper. Aber auch er kann mit dem Wechsel von Sonne, Kälte und geheizten Räumen eine Belastung darstellen.

Insbesondere bestrahlte Haut sollte nicht oder zumindest nicht ungeschützt der Sonne, großer Hitze oder Kälte ausgesetzt werden. Auch einige Zytostatika und andere Medikamente machen die Haut zeitweise lichtempfindlicher. Solange eine Behandlung noch andauert, ist es am besten, allen potenziellen Hautreizungen von vornherein aus dem Weg zu gehen. Ob ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor gut vertragen wird, kann man - nach Abschluss der Behandlung - schon einige Zeit vor dem geplanten Urlaub testen. Nach einer Radiotherapie reagieren viele Patienten auch empfindlich auf Chlor- oder Meerwasser. Ob hier eine fettende Creme als Schutz hilft, sollte mit dem Arzt besprochen werden.

Thermalbäder, Fango, Moorpackungen, Sauna

Bei Thermal- oder Moorbädern gibt es für Krebspatienten ebenfalls einige Einschränkungen, die von entsprechenden Kurorten in der Information über die Heilanzeigen aufgeführt werden und bei den Kurverwaltungen erfragt werden können. Berücksichtigt werden sollte etwa die Wirkung der Wärme auf den Kreislauf. Befürchtungen, die allgemeine Umstellung der Körperfunktionen bei Thermalbädern (temperaturbedingte Stoffwechselveränderungen oder beispielsweise Blutdruckanstieg) könne eine Tumorerkrankung beschleunigen oder wieder ausbrechen lassen, sind jedoch unbegründet. Hat der behandelnde Arzt keine Einwände, kann die Badekur ohne Sorge genossen werden. Mehr Informationen zum Thema hat der Krebsinformationsdienst in dem Text "Massage, Sauna, Thermalbäder" zusammengefasst.

Impfen und Hygiene: Infektionen kann man vorbeugen

Behandlungen bei Krebs, vor allem Chemotherapie und Bestrahlung, können das Immunsystem von Patienten zeitweise stark einschränken. Das macht den Körper anfälliger für Infektionen, zu Hause und auch unterwegs. Schutzimpfungen und Hygienemaßnahmen verringern  das Risiko von Infektionen. Welche Impfungen für welche Länder empfohlen werden und wie sich Patienten in großen Menschenmengen oder Ländern mit ungünstigen hygienischen Bedingungen schützen können, sollte vor Reisebeginn mit den behandelnden Ärzten besprochen werden.

Impfen bei Krebs

Impfen trotz Krebs

Krebspatienten haben oft eine geschwächte Immunabwehr. Sie sollten sich daher gegen bestimmte Infektions-krankheiten impfen lassen.

Früher galt nach einer Krebserkrankung eine Wartezeit von zwei Jahren vor einer erneuten Impfung. Diese pauschale Empfehlung geben Experten heute nicht mehr: Auch für Krebspatienten ist es möglich, notwendige Impfungen durchführen oder auffrischen zu lassen. Dabei sollten Patienten einen möglichst umfassenden Impfschutz anstreben. Damit ist nicht nur die Vorbeugung von Tropenkrankheiten gemeint. Wichtig ist auch die Prophylaxe von Infektionen, mit denen man jederzeit konfrontiert werden kann, auch zu Hause. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI; www.rki.de Stichwort "Impfen") betont: Gerade für Menschen mit schweren und chronischen Erkrankungen stellen Infektionen ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Ob eine empfohlene Impfung noch während der Krebsbehandlung, erst einige Monate später oder nur mit größerem Abstand möglich ist, muss individuell mit den behandelnden Ärzten geklärt werden.

Welche Faktoren sprechen gegen eine Impfung? Allgemeine Impfhindernisse sind etwa ein sehr schlechter Allgemeinzustand, Unverträglichkeitsreaktionen bei früheren Impfungen oder verschiedene Begleiterkrankungen. Kann ein Krebspatient aufgrund seines Zustandes nicht geimpft werden, sollte das Risiko einer Reise mit den behandelnden Ärzten intensiv besprochen werden. In jedem Fall sollten die Angehörigen und Freunde des Krebspatienten auf einen ausreichenden Impfschutz achten, um ihn nicht durch eine Ansteckung zu gefährden. Grundsätzlich empfiehlt die STIKO allen Erwachsenen, ihren Impfschutz regelmäßig überprüfen zu lassen. Die Krebserkrankung eines Angehörigen kann dazu ein Anlass sein. Wie sich Patienten und gesunde Menschen durch Impfungen vor Infektionskrankheiten schützen können, zeigt auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.impfen-info.de.

Mit Hygiene gegen Viren: Gefährliche Krankheiten vermeiden

Neben einem ausreichenden Impfschutz sollten Krebspatienten zu Hause und auch unterwegs auf gute Hygiene achten: Bereits einfache Maßnahmen können helfen, den Körper vor Viren zu schützen und somit Krankheiten vorbeugen, die besonders bei geschwächtem Immunsystem ein hohes Risiko darstellen. Welche einfachen Hygienemaßnahmen im Alltag und auf Reisen vor Infektionen schützen, erläutert der Arzt. Im Internet bieten das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Informationen unter www.wirgegenviren.de. Zu den wichtigen Hygienetipps zählt unter anderem das regelmäßige Händewaschen, insbesondere nach dem Toilettengang und vor dem Zubereiten von Speisen. Reisende mit schlechter Immunabwehr sollten im Ausland zudem auf ihre Nahrung achten und möglichst den direkten Kontakt zu einheimischen Tieren und zum Beispiel Pflanzen und der Umwelt meiden. Mehr Hygienetipps finden sich auch im Merkblatt des Auswärtigen Amts, es kann im Interent unter www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/333284/publicationFile/3260/AllgemeineHinweise.pdf als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Weitere Informationen für Interessierte und Fachkräfte

Adressen sowie Merkblätter zum Thema Urlaub im Ausland stellt die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland unter www.dvka.de/oeffentlicheSeiten/UrlaubAusland/UrlaubAusland.htm bereit.

Hintergrundinformationen zum Thema Rehabilitation sowie Auskünfte über die Versicherungslage im Ausland bietet das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Internetseite unter www.bmg.bund.de.

Informationen über die Sicherheit von Impfstoffen und Impfungen stellt das Paul-Ehrlich-Institut unter www.pei.de/cln_092/nn_163024/DE/infos/patienten/impfstoffe-impfungen/impfstoffe-impfungen-node.html?__nnn=true bereit.

Fachkräfte finden die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut unter www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/KRINKO/krinko_node.html.

Hygienehinweise für Reisende finden sich im Merkblatt des Auswertigen Amts für "Krankheitsprävention und Hygiene im Ausland". Die Datei kann im PDF unter www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob /333284/publicationFile/3260/AllgemeineHinweise.pdf heruntergeladen werden.

Zurück zur Übersicht