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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes (KID), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg.

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Aktuelles

Defekte Prothesen der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) sollten entfernt werden

07. Januar 2012

Am 6. Januar hat das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) seine Empfehlungen zu französischen Silikonprothesen erweitert: Trägerinnen von Brustimplantaten der Marken PIP (Poly Implant Prothèse) und Rofil sollten die Implantate vorsorglich entfernen lassen. Aktuelle Berichte von Ärzten, Fachgesellschaften und Kliniken zeigten, so das BfArM, dass diese Produkte nicht nur leicht reißen. Aufgrund von Produktmängeln kann es auch zum "Ausschwitzen" des verwendeten, für Medizinprodukte nicht zugelassenen Silikons kommen.

Prof. Dr. Walter Schwerdtfeger, Präsident des BfArM: „Die Mitteilungen von Ärzten, Fachgesellschaften und Kliniken zeigen, dass mögliche Gesundheitsrisiken durch vermehrt ausgetretenes Silikon auch dann entstehen können, wenn keine Rissbildung vorliegt. Das BfArM empfiehlt daher, dass die betroffenen Implantate als Vorsichtsmaßnahme entfernt werden sollten. Wie dringend eine Entnahme im Einzelfall ist, hängt wesentlich davon ab, wie lange die Patientin das Implantat bereits trägt. Dies sollte deshalb vor jeder Operation zwischen Arzt und Patientin besprochen werden.“

Implantat-Pass liefert Produktinformationen

Am 23. Dezember vergangenen Jahres hatten die französischen Gesundheitsbehörden bereits eine entsprechende Empfehlung veröffentlicht: In Frankreich, aber auch in Großbritannien und einigen anderen Ländern sind vermutlich wesentlich mehr Frauen betroffen als in Deutschland.
Die meisten Frauen hatten sich die umstrittenen Implantate zur Brustvergrößerung einsetzen lassen. In Medienberichten ist auch von möglicherweise betroffenen Männern die Rede, die Implantate der betreffenden Firma zur kosmetischen Muskelvergrößerung oder nach einer Hodenentfernung erhalten hätten. Aktuelle Zahlen für Deutschland stehen jedoch nicht zur Verfügung: Nachdem Ende Dezember nur 19 Fälle gemeldet worden waren, steigt die Zahl nun an.

Bereits 2010 wurden Brustimplantate der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) vom Markt genommen: Ärzte hatten festgestellt, dass die Prothesen auffallend oft schadhaft wurden. Später stellte sich zudem heraus, dass die Herstellerfirma kein für Medizinprodukte zugelassenes Silikon zur Füllung verwendet hatte, sondern Industriesilikon, um ihre Gewinnspanne zu vergrößern.
Anfang Dezember 2011 hatte das französische Gesundheitsministerium eine Expertenkommission beauftragt, die Risiken zu prüfen. Schon im Vorfeld verfolgten auch die zuständigen Behörden in anderen Ländern die Entwicklung aufmerksam.

Ob eine Frau eines der umstrittenen "Billig-Implantate" trägt, kann sie dem Produkt-Pass entnehmen, den sie von ihren Ärzten erhalten hat. Liegt dieser nicht vor, sollte unbedingt der behandelnde Arzt aufgesucht werden.

Zum Weiterlesen

Fortlaufend aktualisierte Informationen stellt das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/risikoerfassung/empfehlungen/Silikon_Brustimplantate_PIP.html zur Verfügung.

Die aktuelle Empfehlung des französischen Ministeriums ist im Internet unter www.afssaps.fr abrufbar, ein beigefügtes PDF-Dokument enthält die konkreten Empfehlungen, die allerdings in dieser Form nur für Frankreich gelten. Mehr zur Expertenkommission bietet das Nationale Krebsforschungszentrum Frankreichs unter www.e-cancer.fr.

Auch andere Länder haben sich Anfang Januar 2012 zur Aktualisierung ihrer Empfehlungen entschlossen. Ein Beispiel ist Großbritannien: Dort raten die Gesundheitsbehörden jedoch nach wie vor nicht zur sofortigen Entfernung, sondern zunächst zur engmaschigen Kontrolle und Beratung durch die behandelnden Ärzte, mehr dazu unter http://mediacentre.dh.gov.uk/2012/01/06/statement-on-breast-implants/.